Archive for Januar 23rd, 2020

23. Januar 2020

Free Assange Committee Germany Newsletter No. 2020/01

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23. Januar 2020

Geschichte wird neu geschrieben: Ministerpräsident Polens: Rote Armee hat nicht Warschau befreit – Sowjetunion hat Nazis unterstützt

Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hatte zuvor dem polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki vorgeworfen, die Geschichte des Zweiten Weltkrieges neu schreiben zu wollen. Auch die Behauptung, die Sowjetarmee habe Warschau nicht befreit, stößt auf Kritik.

„Ja, genau das steht darin: ͵Die Sowjetunion hat Warschau nicht befreit, wie die russischen Behörden jetzt behaupten. Die Rote Armee hat die Qual von Warschau still beobachtet.΄ Und das trotz Dutzenden von Monographien und wissenschaftlichen Arbeiten, die auf Dokumenten und Augenzeugenberichten basieren, die die Heldentat der sowjetischen Soldaten in der Geschichte festgehalten haben! Aber auch das ist nicht die ganze Gemeinheit. Jenseits der Grenze zwischen Gut und Böse ist der Satz: ͵Und obwohl die Rote Armee später Auschwitz wirklich befreit hat, hätte das Konzentrationslager ein halbes Jahr früher befreit werden können΄“, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums.

Polen hat am 9. Januar eine Resolution verabschiedet, der zufolge die Sowjetunion zusammen mit Hitlerdeutschland für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verantwortlich war.
Das Vorgehen der „zwei damaligen totalitären Mächte“ habe zum Ausbruch des Krieges geführt, so das Dokument. Polen und andere Staaten Mittel- und Osteuropas wären nach dem Molotow-Ribbentrop-Pakt die „ersten Opfer“ gewesen.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte sich der russische Präsident in einer Sitzung des russischen Verteidigungsministeriums ungewöhnlich scharf zu Josef Lipski, dem polnischen Botschafter in Berlin in den Jahren 1933 bis 1939, geäußert. Er bezeichnete ihn als einen „Lumpen und ein antisemitisches Schwein“, da sich der damalige polnische Diplomat „mit Hitler in seinen  antisemitischen Gesinnungen solidarisiert“ und versprochen habe, Hitler zu Ehren ein Denkmal in Warschau zu errichten.

Zudem hatte Putin in seiner großen Pressekonferenz am 19. Dezember erklärt, die sowjetischen Truppen seien erst in Polen einmarschiert, nachdem die polnische Regierung die „Kontrolle über ihre Streitkräfte und über die Geschehnisse auf dem Territorium des Landes” verloren habe. Die polnische Regierung habe sich zu jenem Zeitpunkt irgendwo in der Nähe der polnisch-rumänischen Grenze befunden. Daher habe man nicht einmal einen Ansprechpartner gehabt.

23. Januar 2020

Kritischer Kommentar zu Thorsten Schultes Buch / Fremdbestimmt: 120 Jahre Lügen und Täuschung

Hier ein Kommentar von M. zum Buch:

Da grad Thorsten Schultes „Fremdbestimmt“ für Furore sorgt und letztens ein Leser dieses Buchs in einer Diskussion meinte:

> Leider war die U.d.S.S.R. auch ein Opfer in diesem Krieg und
> wurde vom Ausland gelenkt um soviel wie möglich Menschen
> im Krieg gegen Deutschland zu verlieren. Wobei das Ausland
> soviel wie möglich Geld dabei verdienen wollte und hat.

Die UdSSR wurde nicht „vom Ausland gelenkt“ und schon gar nicht hat sie einfach „Menschen verloren“, sondern es wurden 16-17 Millionen Zivilisten von den Nazis umgebracht, plus nochmal etwa 10-11 Millionen Soldaten, von denen etwa ein Drittel in deutscher Kriegsgefangenschaft gezielt dem Hungertod überlassen wurde.

Sieben Staaten haben im Juni 1941 die Sowjetunion mit etwa 4,5 Millionen Soldaten angegriffen!

Sorry, aber dieses „Wir wurden aufeinander gehetzt“ nervt…

Es war eben nicht bloß ein Krieg zwischen Deutschland und Sowjetunion.

Bei der Operation Barbarossa kämpften aufseiten der Nazis Deutschland, Rumänien, Italien, Ungarn, Finnland, Slowakei und Kroatien, mit insgesamt etwa 4,5 Mio. Soldaten. Die Sowjets hatten zu diesem Zeitpunkt nur etwa 3 Mio. Soldaten im Westen (die mussten ja auch Japan im Osten im Blick behalten…)

Und wo ich schon dabei bin: Auch an Reserven waren die Nazis weit besser aufgestellt. 1938 hatten die zuvor genannten sieben Staaten insgesamt etwa 150 Mio. Einwohner, die UdSSR etwa 170 Mio. Aber der schnelle Vorstoß der Nazis führte dazu, dass über 1/3 der sowjetischen Bevölkerung in besetzten Gebieten lebten: 1942 lebten 62,5 Mio. Sowjetbürger in von den Nazis okkupierten Territorien, und 104,5 Mio. in der UdSSR.

Die Nazis waren also 3 zu 2 überlegen, sowohl bei aktiven Soldaten als auch bei den Reserven. Erst nach der Schlacht von Kursk 1943 wendete sich das Blatt und die Sowjets kamen in die Überzahl.

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Diese ganzen „alternativen“ Darstellungen leiden in aller Regel daran, dass sie mit dem Verweis „Der Sieger schreibt die Geschichte“, die gängige Geschichtsschreibung komplett ausblenden. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass viele zwar Schultze-Rhonhof und Thorsten Schulte kennen, aber keiner kennt mehr die Intelligenzaktion, den Generalplan Ost, den Pabst-Plan, den Kommissarbefehl, und und und…

Das ist wirklich bitter.

Was Autoren wie Schultze-Rhonhof und Thorsten Schulte leider fehlt, ist eine historische Ausbildung. Klar, ein Studium macht noch keinen guten Historiker, und das fehlende Studium keinen schlechten, aber es gibt gewisse wissenschaftliche Standards, die man drauf haben sollte, egal ob Akademiker oder Autodidakt.

Ein solcher Standard ist z.B. Quellenkritik, ein anderer Kontextualisierung. Ich war ehrlich erschüttert, wie unkritisch Thorsten Schulte offensichtliche Propaganda als historische Quellen anführt, nur weil sie aus der betreffenden Zeit stammen… Was ist das bitte??? Meine Beschäftigung mit Schultze-Rhonhof liegt schon länger zurück und war weniger intensiv, aber auch da konnte ich stellenweise nur den Kopf schütteln.

Sorry, aber es ist total beknackt, Polen eine Mitschuld am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zu geben, „weil es nicht auf Verhandlungsangebote eingehen wollte…“

Polen wollte kein Juniorpartner von Deutschland sein, sondern hatte den Anspruch, an vergangene Größe anzuknüpfen und eine Führungsrolle in Europa einzunehmen. Daran sind letztlich die Verhandlungen gescheitert. Und zwar schon im März 1939. Danach gab es keine ernst zu nehmenden Verhandlungen mehr, sondern es liefen die Vorbereitungen für den „Fall Weiß“ an, wozu am 10. April der Befehl gegeben wurde.
Die „Verhandlungen“, die noch folgten, waren reine Spektakel, die Polen schlecht dastehen lassen sollten, und somit Teil der Kriegsvorbereitungen.

Der berühmte 16-Punkteplan wurde Polen nie offiziell vorgelegt. Und wissen Sie auch, warum? Weil er eben nicht ernst gemeint war. Das war reine Show. Propaganda. Das ist so ein klassisches Beispiel für fehlende Quellenkritik und Kontextualisierung.
Es ist zwar gut, dass Thorsten Schulte und andere die Rolle der, wie Sie es nennen, „anglo-amerikanischen Finanzelite“ deutlich hervorheben. Aber es ist dann doch schade, dass ausgeblendet wird, dass die Nazis sich eben gerne zu Erfüllungsgehilfen dieser Elite gemacht haben, während diese Elite in der Sowjetunion nichts zu melden hatte.

Wenn Schulte davon spricht, dass „beide Seiten von den selben Leuten finanziert wurden“, dann sollte er auch genauer herausarbeiten, wie diese Finanzierung aussah und zu welchen Bedingungen sie geschah.

Denn „jemanden finanzieren“ kann alles mögliche heißen. Es können Lohn- und Gehaltzahlungen gemeint sein, Spenden, Investitionen… Und wenn Investitionen, dann will ich wissen, zu welchen Konditionen bitte. Es ist ehrlich beschämend, dass jemand wie Thorsten Schulte, der sein Leben lang mit Finanzen zu tun hatte, diese grundlegenden Aspekte nicht nur nicht behandelt, er stellt nicht einmal diese Fragen…

Einen einzigen von zahlreichen Aspekten will ich an dieser Stelle nennen: Die Investoren aus dem Ausland konnten in Nazi-Deutschland nicht nur Geld verdienen, sie wurden oder waren auch Eigentümer. In der Sowjetunion hingegen konnten sie NUR Geld verdienen, und zwar auch nur für eine begrenzte Zeit, denn die Investitionsgüter waren und blieben Volkseigentum.

Das Nachdenken darüber, wie weitreichend die Konsequenzen dieses grundlegenden Unterschiedes sind, das überlasse ich Ihnen, aber ich bitte Sie: Denken Sie mal darüber nach.

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Hitler wollte diesen Krieg. Dass er nicht der einzige war, ändert nichts daran, dass er den Krieg wollte. Die von mir genannten Pläne waren zwar vor dem Krieg noch nicht ausgearbeitet, da gebe ich Ihnen Recht, aber die diesen Plänen zugrunde liegende Denkweise war sehr wohl vorhanden, und zwar deutlich und schon lange vor dem Krieg. Viele wussten, dass Hitler Krieg bedeutet. So lautete eine Parole der KPD: „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, wählt den Krieg.“ Geradezu prophetisch…

Dass andere Länder sich das zunutze machten, ist wieder eine andere Geschichte, und von daher empfinde ich durchaus Genugtuung darüber, dass die Rolle Großbritanniens und der USA von diesen Autoren klar herausgearbeitet wird. Nur machen die es sich auch da leider oft zu leicht und schießen teilweise übers Ziel hinaus…

Und was die Schuldfrage betrifft. Schon Stalin hat kurz nach dem Überfall seine berühmten Worte an die Soldaten der Roten Armee gerichtet: „Die Hitler kommen und gehen, das deutsche Volk aber und das deutsche Staatswesen bleiben.“

Die ewige Schuldfrage (der so genannte „Schuldkult“) ist nicht ohne Grund eher ein Problem der Wessis… Zumal ich da sowieso nur noch sage: Wer sich schuldig fühlt, ist selbst schuld.

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Weil immer wieder behauptet wird, die UdSSR habe bis zum 17.9.1939 mit dem Einmarsch in Polen gewartet, weil sie auf den Waffenstillstand mit Japan gewartet hätte, welcher am 16.9.1939 unterzeichnet wurde:

Nein, das stimmt so nicht. Die Einigung mit Japan war zweifellos wichtig, aber ohne Bedeutung für die Lage im Westen. Dort war entscheidend, dass die Nazis Polen als Staat komplett zerschlagen hatten. Japan wurde schon Wochen zuvor, im Laufe der zweiten Augusthälfte vernichtend geschlagen. Die Unterzeichnung des Waffenstillstands war bloß noch Formalität.

Nur zur Veranschaulichung, aus dem Artikel zum japanisch-sowjetischen Grenzkonflikt bei Wikipedia:

„Schukow ließ am 20. August um 05:45 Uhr nach dreistündigem Artillerie-Beschuss einen Überraschungsangriff mit Panzern, Flugzeugen, Infanterie und Kavallerie starten. Dem hatten die Japaner mit ihren veralteten Fahrzeugen nichts entgegenzusetzen. […] Ein Ausbruchsversuch scheiterte am 22. August. Da die Truppen sich nicht ergeben wollten, wurde die japanische 6. Armee BIS ZUM 30. AUGUST VÖLLIG AUFGERIEBEN.“ (Hervorhebung von mir)

Um nicht missverstanden zu werden, nochmal:

Natürlich war der Waffenstillstand mit Japan wichtig. Ich sage nur, dass er ohne Bedeutung für die Einschätzung der Lage im Westen war. Die Entscheidung der Sowjets, am 17.9.1939 in Polen einzumarschieren, wurde unabhängig von der Lage im Osten gefällt.

Die Lage im Westen betreffend war für die Sowjets entscheidend, dass Polen in der Zeit vom 1. bis 16. September von den Nazis vernichtend geschlagen wurde. Dadurch konnten die Sowjets zum einen vermeiden, als Aggressoren aufzutreten, zum anderen war dadurch aber auch die Möglichkeit einer polnischen Kapitulation und darauf folgender Einigung zwischen Polen und Deutschland nicht mehr gegeben.

> Jetzt stellt euch mal folgendes Szenario vor: Wenige Tage
> nach dem deutschen Überfall marschieren von Osten her
> die Sowjets ein, und just in diesem Moment nimmt
> Deutschland die polnische Kapitulation entgegen… Ja, wie
> stünde dann erst die UdSSR da…?
hier zu Diskussion bei Facebook: http://bit.do/fp9rW
Es war genau umgekehrt: Die Unterzeichnung des Nichtangriffsvertrages zwischen Deutschland und der UdSSR, just zum Zeitpunkt dieser schweren Niederlage der Japaner, war eine tiefe Demütigung für das Kaiserreich. Es bedeutete das Ende des Antikominternpaktes und bewahrte die Sowjetunion vor einem Zweifrontenkrieg.

Trotzdem: Die Sowjetunion hat ihre Ostgebiete immer im Auge behalten müssen. Die hatten zwar diesen Waffenstillstand, und ab April 1941 auch ein Neutralitäts-Abkommen, aber die konnten ja nicht wissen, ob und wie lange Japan sich daran halten würde. Erst nach dem Überfall durch die Nazis im Juni 1941 haben die Sowjets Truppen aus dem Osten abgezogen, die dann im Westen zum Einsatz kamen.

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Wir reden immer so leichtfertig über solche Themen, vergessen dabei aber, welcher Druck auf den damaligen Entscheidungsträgern lastete. Im Krieg können an einem einzigen Tag unvorstellbar viele Dinge passieren…

Wir gucken ja rückblickend und kennen den Ausgang einer konkreten Situation. Was für uns heute die Vergangenheit ist, war für die Leute damals die Zukunft.

Und die kannten die Zukunft ja nicht, sondern haben sie mit ihren Entscheidungen erst geschaffen!

https://de.wikipedia.org/wiki/Thorsten_Schulte

23. Januar 2020

Salvador Allende nominiert für Wahl des Präsidenten – vor 50 Jahren

Bündnis 50 Jahre Wahl Salvador Allende
Eine Vison herrschte 1970 in Chile:
eine bessere und sozial gerechtere Welt ist möglich
auch arme Menschen können würdig leben
und von ihrer Arbeit existieren
es gibt Gerechtigkeit.
Der Reichtum des Landes dient der Mehrheit der Bevölkerung
und nicht einigen wenigen
Was haben uns diese Visionen heute zu sagen?
Diesen Diskurs möchten wir anregen,
mit möglichst vielfätigen Aktivitäten.
Gemeinsam mit Organisationen, die bereits bestehen.
Wir sind ein selbstorganisiertes, plurikulturelles,
plurinationales, multiethnisches und feministisches
Bündnis von Menschen, die sich mit Chile verbunden fühlen.
Schließt Euch an und macht mit, mit Euren Ideen.

Helmut Sonnenstädt
http://bit.do/fp8Q8

23. Januar 2020

Kein Ende der Gewalt. Kolumbiens Präsident ignoriert Forderungen der landesweiten Protestbewegung und setzt statt dessen auf Konfrontation mit Venezuela. (junge Welt)

Bereits am Montag war Duque in Bogotá mit US-Außenminister ­Michael Pompeo zusammengekommen, um gemeinsame Strategien »zur Stärkung der Demokratie in Venezuela« zu vereinbaren. Eines der Ergebnisse: Am Montag kündigte das »Südkommando« der US-Streitkräfte an, zwischen dem 23. und dem 29. Januar zusammen mit kolumbianischen Truppen ein Militärmanöver durchführen zu wollen.

weiterlesen hier;
https://www.jungewelt.de/artikel/371122.kolumbien-kein-ende-der-gewalt.html

23. Januar 2020

Al Mayadeen, a pan-Arabist satellite television channel, sends solidarity messages to teleSUR.

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