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29. Oktober 2020

Zunehmende Entfremdung. Weder bei Putin, Trump und Chinas Xi sind sich die politischen Lager in der Ablehnung so einig wie bei Erdogan und der Türkei. Moralische Empörung jedoch kann die sachliche Analyse nicht ersetzen. – von Rüdiger Pauls

Zunehmende Entfremdung

Weder bei Putin, Trump und Chinas Xi sind sich die politischen Lager in der Ablehnung so einig wie bei Erdogan und der Türkei. Die Sichtweisen des westlichen Mainstream werden dabei weitgehend vorbehaltlos sogar von jenen übernommen, die sich ihm sonst verweigern. Moralische Empörung jedoch kann die sachliche Analyse nicht ersetzen.

Ungeliebte Volksvertreter

Es ist das vorherrschende Muster in der Darstellung des Wertewestens, dass die Schuld an der Verschlechterung der Beziehungen immer bei den anderen liegt: Putin, Xi Jingping, Lukaschenka, Maduro und natürlich auch Erdogan. Sie sind die Störenfriede in der Welt, denn sie halten sich aus der Sicht der Meinungsmacher nicht an die Maßstäbe, die der Wertewesten für die ganze Welt als verbindlich erklärt hat. Das nimmt man zum Anlass für Strafmaßnahmen, meist in der Form von Sanktionen.

Man muss Erdogan nicht mögen. Man muss auch Putin oder Trump oder Merkel oder Chinas Xi nicht mögen. Aber bei aller persönlichen Abneigung darf eine wesentliche Tatsache nicht übersehen werden: Sie vertreten Hunderte Millionen Menschen. Besonders im Westen werden Emotionalisierung, moralische Empörung und Diffamierung immer wieder als Mittel der Auseinandersetzung eingesetzt. Sie aber sind schlechte Berater, wo es doch eigentlich darum gehen sollte, politische Vorgänge zu erkennen und gesellschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Da hilft nur sachliche und an den Tatsachen orientierte Analyse.

Der türkische Ministerpräsident wie auch die anderen Buhmänner des Wertewestens sind – außer Chinas Xi Jingping – nach Verfahren gewählt worden, die gemeinhin als Maßstab für demokratische Wahlen im westlichen Sinne gelten. Nach diesem Verständnis dürfte es eigentlich keine Rolle spielen, ob die Ergebnisse den Wünschen des Wertewestens entsprechen, denn Wahl ist Wahl. Auch die westlichen Wähler richten sich bei ihrer Stimmabgabe ja nicht nach den Wünschen der türkischen, russischen oder chinesischen Regierung.

Die Gewählten vertreten die Interessen ihres Landes gegenüber anderen Staaten, so wie sie selbst und der Großteil ihrer Bevölkerung diese Interessen verstehen. Das gilt für Erdogan genauso wie für Merkel, Putin oder Trump. Andererseits berühren die Interessen des einen Staates mitunter die eines anderen, wodurch Konflikte entstehen können. Da werden dann sehr schnell Hoffnungsträger zu Buhmännern, nur weil sie den eigenen Interessen den Vorzug geben gegenüber denen des Wertewestens.

Druck und Härte

Die führenden kapitalistischen Staaten waren es über Jahrzehnte gewohnt, dass Wirtschaft und Politik der anderen sich nach den westlichen Interessen ausrichteten. Das war der politische Kern des Imperialismus. Dabei ging es in der Regel um die Öffnung der Märkte. Dort, wo es nicht funktionieren wollte mit der freiwilligen Marktöffnung, half man mit Kanonenbooten nach bis hin zum Einsatz von Truppen.

So entstand eine Vorstellung, die noch heute viele westliche Politiker verinnerlicht zu haben scheinen und deshalb als alternativlos ansehen: “Die einzige Sprache, die Putin versteht ist eine der Härte”(1), wie Norbert Röttgen beispielhaft für diese Haltung in der Auseinandersetzung um Nawalny und Nordstream2 feststellte.

Der Irrtum aber besteht auf westlicher Seite. Die Putins verstehen nur deshalb die Sprache der Härte, weil sie die einzige ist, die der Wertewesten zu sprechen versteht. Dass aber Druck in Form von Sanktionen immer weniger Erfolge bringt, wollen die Vertreter dieser These nicht erkennen und noch weniger wahrhaben.(2)

Im Gegensatz dazu steht das diplomatische Geschick Russlands, das auch andere Sprachen beherrscht. Ihm gelingt es im Nahen Osten mit allen Akteuren in den Konflikten um Syrien, Libyen und auch aktuell zwischen Armenien und Aserbaidschan im Gespräch zu bleiben und zu belastbaren Vereinbarungen zu kommen. Dies geschieht auf der Grundlage des Respekts gegenüber den Interessen der Gesprächspartner in der Sprache des Interessenausgleichs.

Auf diese Weise können Russland und auch China ihren eigenen Einfluss in der Welt immer weiter erfolgreich ausbauen. Sie wissen aus eigener Erfahrung, dass militärischer Druck an seine Grenzen stößt – besonders in Zeiten von Atomwaffen.

Ehemaliger Hoffnungsträger

Auffällig ist in der Politik des Wertewestens, dass seine Vertreter immer häufiger mit anderen Staaten in Konflikt geraten. Um den eigenen Willen durchzusetzen, greifen besonders die USA zunehmend zu Sanktionen. Während Russland und China die Beziehungen zu anderen Staaten ständig verbessern, verschlechtert sich das Verhältnis des Wertewestens zum Rest der Staatengemeinschaft. Das macht selbst nicht Halt vor dem eigenen Lager.

Es knirscht innerhalb der EU, zwischen den USA und der EU und seit einiger Zeit besonders innerhalb der NATO zwischen der Türkei und den anderen Staaten des Bündnisses. An diesem Zerwürfnis ist aus der Sicht der Meinungsmacher der anderen NATO-Staaten alleine die Türkei schuld. Kritische Worte zur eigenen Politik gegenüber dem Bündnispartner sind nicht zu hören. Nicht einmal die Annäherung der Türkei an Russland führt zu einem Überdenken der eigenen Politik.

Dabei hatte doch alles so gut begonnen mit Erdogan als dem neuen Mann in Ankara. In einem Rückblick beschreibt Jürgen Gottschlich, Türkei-Korrespondent der Tageszeitung, die Veränderungen in der türkischen Politik, mit denen Erdogan bereits im Jahr 2004 hatte aufwarten können: „In den zwei Jahren der Regierung Erdoğan sind mehr Reformen realisiert worden als in den 20 Jahren davor. Meinungsfreiheit und Null-Toleranz gegen Folter wurden proklamiert und gesetzlich verankert, kulturelle Rechte für die kurdische Minderheit garantiert und die Todesstrafe endgültig abgeschafft.… Im Gespräch kündigte er [Erdogan] damals an, er werde es schaffen, die Türkei in die Europäische Union zu führen.“ (3).

Zudem verfolgte er „einen Kurs, der viele auch westliche geprägte Intellektuelle begeisterte“ (4). Das war sogar ganz nach dem Geschmack des früheren Salon-Revoluzzers und später gut dotierten grünen Europa-Politikers Daniel Cohn-Bendit. Selbst er „zeigte sich von Erdogan angetan, er sah in ihm einen verwandten Geist im Widerstand.“(5). Viel Vorschuss also gerade von Kräften, die ihm heute Betrug an den westlichen, also ihren eigenen Idealen vorwerfen.

Nur eines aber hatten sie bei all der Idealisierung Erdogans und ihrer Verliebtheit in die eigenen Ideale nicht beachtet: die Wirklichkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse in der Türkei. Denn diese waren schwieriger als in den bereits höher entwickelten westlichen Gesellschaften. Waren die großen türkischen Städte weitgehend westlich geprägt durch eine moderne, gebildete Bevölkerung, lebten die meisten Türken jedoch noch immer in der Rückständigkeit und Armut ländlicher Verhältnisse. Es fehlte an Arbeitsplätzen, um für die schnell wachsende Bevölkerung eine Lebensgrundlage zu schaffen. Diese wird nicht satt von westlichen Idealen allein.

Entgegengesetzte Interessen

Deshalb war seit den 1960er Jahren der Ausbau der Beziehungen zur EU, früher EWG(Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) Schwerpunkt türkischer Politik. Ihr Ziel, das über all die Jahrzehnte und alle politischen Spannungen hinweg nie aus den Augen verloren wurde, war die Vollmitgliedschaft in der EU. Das wird auch aus dem oben erwähnten Zitat von Erdogan deutlich.

Die sich verschärfenden politischen Spannungen zwischen der Türkei und dem Westen im allgemeinen und der EU im besonderen haben ihren Ursprung in den unterschiedlichen Interessen der Türkei und der EU-Staaten. Die unterschiedlichen moralischen, politischen und rechtlichen Bedenken und Vorwürfe sind in erster Linie Vorwände, die die EU als Ablehnung des türkischen Wunsches nach Vollmitgliedschaft vortrugen.

Denn Menschenrechte und sonstige politisch-idealistischen Argumente spielen in den Erklärungen und Begründungen des Wertewestens nur dort eine Rolle, wo sie den eigenen Interessen dienen. Das wird besonders in dem weitgehend unkritischen Werben um die arabischen Monarchien deutlich, die weit entfernt sind von den rechtsstaatlichen Zuständen der Türkei, was Demokratie und Menschenrechte angeht. (6)

Die Türkei suchte in der EWG, später EU einen Absatzmarkt für ihre landwirtschaftlichen Produkte. Besonders in der Anfangszeit der gemeinsamen wirtschaftlichen Beziehungen waren sie aufgrund der gering entwickelten türkischen Wirtschaft die einzigen Exportprodukte des Landes. Des weiteren hoffte sie auf einen leichteren Zugang der eigenen Bevölkerung zu den Arbeitsmärkten in Europa. Zur Entwicklung der eigenen Wirtschaft setzte das Land auf Investitionen durch westliche Staaten.

In der Frage der Investitionen bestand ein gemeinsames Interesse zwischen der türkischen und europäischen Wirtschaftspolitik. Im diesem Bereich kam es in der Folgezeit deshalb auch nur selten zu unüberbrückbaren Konflikten zwischen den türkischen und europäischen Interessen. Sie ergänzten sich noch bis weit in die 2000er Jahre hinein. Denn das eigentliche Interesse der Europäer an der Türkei bestand im Export von Industrieprodukten und Kapital.

Dagegen hatten die europäischen Staaten zum Schutz der eigenen Bauern nur wenig Interesse an der Lieferung türkischer Agrarprodukte. Die EU verfügte doch selbst bereits über gewaltige Überschüsse in Form von Butterbergen sowie Milch- und Weinseen. Ihre Kühlhäuser waren voll mit den Fleischüberschüssen der europäischen Bauern.

Mit dem Auslaufen des deutschen Wirtschaftswunders und der zunehmenden Arbeitslosigkeit in den europäischen Industrienationen sank auch das Interesse in der europäischen Industrie an billigen Arbeitskräften aus der Türkei, die in der Regel nur wenig qualifiziert waren. Selbst die bereits in Deutschland lebenden Türken wäre man nur zu gerne losgeworden. „1983 beschloss die damalige schwarz-gelbe Koalition, allen arbeitslos gewordenen Türken eine Rückkehrprämie anzubieten“ (7).

Vor verschlossenen Toren

Während die Türkei über Jahrzehnte sich vergeblich bemüht hatte, Vollmitglied der EU zu werden, musste sie erleben, wie nach dem Untergang der Sowjetunion die ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes im Handumdrehen Vollmitglied wurden. Aus strategischen Gründen sollten die ehemaligen Ostblockstaaten schnellst möglich in die EU und auch die NATO eingemeindet und dem Einfluss Russlands entzogen zu werden.

Der Türkei wurde 1996 als Trostpflaster eine Zollunion eingeräumt und im Jahr 2005 Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union aufgenommen. Aber diese Verhandlungen scheiterten an der Zypernfrage, was abzusehen war, als das Thema Zypern überhaupt auf den Tisch kam. Es ist also nicht auszuschließen, dass damit schon von vorneherein die Sollbruchstelle eingebaut worden war, um die Verhandlungen scheitern zu lassen.

Wie anders ist zu erklären, dass man ein Jahr zuvor das im Verhältnis zur Türkei wirtschaftlich unbedeutende Zypern als Vollmitglied aufgenommen hatte. Denn „mit dem Beitritt Nikosias „importierte“ Brüssel den Inselkonflikt. Die Entwicklungen auf der Insel beeinflussen die türkisch-europäischen Beziehungen“ (8).

Den politisch Erfahrenen in Brüssel und anderen europäischen Hauptstädten hätte doch von vorneherein klar gewesen sein müssen, dass die Türkei niemals einer Anerkennung der zypriotischen Regierung zustimmen würde, mit der sie seit der Teilung des Landes 1974 in Konflikt lag. War die Bevorzugung der osteuropäischen Staaten gegenüber der Türkei aus den oben erwähnten strategischen Gründen noch nachvollziehbar, so gab es für die Vollmitgliedschaft Zyperns nur eine Erklärung: Der Beitritt der Türkei war zu diesem Zeitpunkt politisch und wirtschaftlich gar nicht mehr gewollt.

Denn mit der Vollmitgliedschaft der Türkei wäre diese mit ihren etwa 80 Millionen Bürgern neben Deutschland zu einem europäischen Schwergewicht geworden und Freizügigkeit für türkischen Arbeitskräfte innerhalb der EU hätte die Probleme am europäischen Arbeitsmarkt verschärft, die durch die Integration der osteuropäischen Staaten bereits erheblich zugenommen hatten.

Eigentlich hatte die EU mit dem Zollabkommen von 1996 die eigenen Interessen in Bezug auf die Türkei weitestgehend verwirklicht: Öffnung des türkischen Marktes für europäische Industrieprodukte und Kapital, keine Freizügigkeit für türkische Bürger in der EU und Schutz der eigenen Landwirtschaft vor türkischer Konkurrenz. Die Türkei bekam, was für sie wichtig war: westliches Kapital und Investitionen sowie einen begrenzten Zugang zum europäischen Agrarmarkt, mehr aber auch nicht.

Alleingelassen

Mit dem Syrienkrieg entstand ein neues Feld für weitere Spannungen, dieses Mal nicht nur zwischen der Türkei und der EU sondern auch mit den restlichen NATO-Partnern. Von Anfang an hatte die Türkei sich gegen Assad gestellt und Rebellen unterstützt, die ihn militärisch bekämpften. Aber sie griff auch aktiv in die Kämpfe ein, indem sie sich Gefechte mit der syrischen Luftwaffe lieferte.

Bald wurde jedoch deutlich, dass die Rebellen alleine die syrischen Streitkräfte nicht würden besiegen können. In den Jahren 2012 und 2013 kam es immer häufiger zu Konflikten zwischen dschihaddistischen und prowestlichen Gruppen innerhalb des Rebellenlagers, weil die Unterstützung des Westens hauptsächlich letzteren zufloss. Die Konflikte unter den Rebellen förderten ihren Zerfall und damit sanken die Aussichten auf einen Sieg über Assad. Der Druck vonseiten des Wertewestens auf die Türkei wuchs, sich stärker in dem Krieg zu engagieren.

Zwar schien die Türkei dazu bereit, wie sie es auch schon durch den Abschuss syrischer Flugzeuge unter Beweis gestellt hatte, aber sie wollte das Risiko nicht alleine tragen. Bereits im Jahre 2012 drängte sie die anderen NATO-Staaten zur Ausrufung des Bündnisfalls, der ihr die Unterstützung des gesamten Bündnisses sichern sollte. Aber dazu waren die Partner nicht bereit. Man ließ die Türkei alleine den Kampf gegen Assad führen und beschränkte sich auf die Unterstützung der Rebellen durch Geld, Waffen und Helfer, aber keine regulären Truppen.

Von da an ist das Verhalten der Türkei nicht mehr strategisch, also in einem Regime-Change in Syrien, zu verstehen, sondern taktisch, d.h. in der Wahrung der eigenen Interessen. Das schloss mit ein, zur Verwirklichung der eigenen Vorhaben Druck auf die NATO-Partner auszuüben. In diesem Zusammenhang sind besonders die Streitigkeiten um die Nutzung des Flughafen Incirlik durch NATO-Flugzeuge zu sehen, was zu deren Verlegung nach Jordanien und einer Schwächung der Luftüberwachung durch die NATO-Staaten führte.

Auch die spätere Unterstützung des Islamischen Staates durch die Türkei und die Bekämpfung der Kurden beziehungsweise das wiederholte Eindringen in kurdische Gebiete und deren Besetzung in Nordsyrien müssen im Rahmen dieses taktischen Verhaltens gesehen werden. Einerseits wollte man seine Interessen gegenüber den Kurden wahren. Andererseits aber sollte Druck ausgeübt werden auf die mit den Kurden verbündeten Amerikaner. Die Türkei zwang sie, sich zwischen den Kurden und dem NATO-Partner entscheiden.

Bisher haben sich die Amerikaner immer für die Interessen der Türken entschieden. Zwar hat diese Taktik zu Vorteilen für die Türkei zulasten der Kurden geführt, hat aber andererseits auch die Spannungen zwischen der Türkei und den USA erhöht und das Verhältnis zwischen den beiden verschlechtert.

Nicht erhörte Signale

Ein Höhepunkt im Zerwürfnis innerhalb des NATO-Bündnisses stellte die taktische Hinwendung der Türkei zu Russland und der Putschversuch von Teilen des türkischen Militärs im Jahre 2016 dar. Mit der Annäherung der Türkei an Russland war die Niederlage für den Westen eingeläutet. In dieser Lage hätte der Putsch gegen Erdogan eine Wende in der türkischen Politik gegenüber Russland und Assad bringen können.

Weil Erdogan aber im Gegensatz zu den Putschisten die breite Unterstützung der eigenen Bevölkerung hatte, schlug der Militärcoup fehl. Erdogan beschuldigte die USA und den Westen als Drahtzieher hinter der Erhebung, was nicht von der Hand zu weisen ist, wären doch gerade sie Nutznießer des Putsches gewesen (9). Diese Ereignisse vertieften den Riss zwischen den NATO-Partnern, zumal der Westen den Putsch kaum verurteilte.

Immer wieder gab es aber auch Signale besonders in Richtung EU, die ein Umlenken in der Politik gegenüber der Türkei möglich gemacht hätten. Besonders die Abkommen in der Flüchtlingsfrage hätte der EU zu verstehen geben müssen, dass die Türkei weiterhin die Nähe zur EU sucht. Denn eigentlich trägt sie in viel stärkerem Maße die Lasten der Flüchtlingsbewegungen, die durch die vom Wertewesten unterstützten Kriege in der Region verursacht werden.

Auch wenn die Türkei mit Russland inzwischen gute Beziehungen pflegt und auch die wirtschaftliche Verbindung ausgebaut hat, so ist es keineswegs der türkische Wunschpartner. Der liegt weiterhin im Westen. Selbst in den aktuellen Streitfragen um Libyen und die Gasbohrungen im Mittelmeer zeigt eigentlich die Türkei weit mehr politische Weitsicht als der Wertewesten.

So unterstützt sie in Libyen die Regierung Sarradsch, die auf Initiative des Westens eingesetzt worden war, von diesem aber keine Rückendeckung erhalten hatte, als General Haftar schon vor den Toren von Tripolis stand. Das türkische Engagement an Sarradschs Seite sicherte die westlichen Interessen in der Region maßgeblich auch gegenüber Russland, wozu der Westen selbst nicht in der Lage war (10).

Das eigene Interesse

Und selbst im Konflikt um die Gasbohrungen im Mittelmeer kommen „Signale der Entspannung aus der Türkei. Ankara hat im Erdgasstreit ein Forschungsschiff abgezogen und eine Hotline mit Athen eingerichtet“ (11). Solche Zeichen der Entspannung wurden von den Europäern kaum gewürdigt, noch weniger misst man in Brüssel den Interessen des NATO-Partners Bedeutung bei.

Denn: „Die Türkei hat zwar die längste Küste aller Mittelmeeranrainer, ist aber von der Ausbeutung der Bodenschätze weitgehend ausgeschlossen. Denn kleine griechische Inseln wie Kastellorizo, die nur zwei Kilometer vom türkischen Festland entfernt liegt, können auf Kosten der Türkei eine ausschließliche Wirtschaftszone beanspruchen“ (12).

Das internationale Recht ist auf der Seite Griechenlands, das auch kleinsten Inseln einen Festlandsockel von 200 Seemeilen als ausschließliche Wirtschaftszone verbrieft. Andererseits ist aber auch das Anliegen der Türkei nachvollziehbar, dessen eigener Festlandsockel von dem der griechischen Inseln in Sichtweite der eigenen Küste eingeschränkt wird.

Deswegen ist die unnachgiebige Haltung der EU gegenüber den türkischen Einwänden nicht nachvollziehbar. Aber anscheinend hat sich im Falle der Türkei wie auch im Verhältnis zu Russland die Feindseligkeit mittlerweile so sehr verselbständigt, dass vernünftige Politik und Regelungen nicht mehr vorstellbar sind und besonders im Wertewesten nur noch als Niederlage empfunden werden können.

Jedoch einen Vorteil hat diese Haltung des Wertewestens gegenüber der Türkei: Sie schwächt die NATO und vermindert damit die Gefahren, die von dem Bündnis für den Rest der Welt ausgehen. Solange sich die Konflikte im Bündnis und innerhalb des Wertewestens häufen, hat die Welt vor ihnen Ruhe. Das gilt ganz besonders für die Streitigkeiten in den USA.

Insofern ist die feindselige Haltung von NATO-Gegnern gegenüber der Türkei politisch unklug. Damit übernehmen sie unkritisch die Sichtweise des Mainstream, den sie sonst ablehnen. Anstatt einen eigenständigen und politischen Standpunkt zu entwickeln, lassen sie sich emotional einbinden. Man muss die Türkei und Erdogan nicht mögen, aber man sollte sie sachlich und besonders nach den eigenen Interessen beurteilen, und diese liegen nicht in einer Stärkung der NATO.

(1) Reuters vom 3.9.2020: Röttgen stellt die Erdgas-Frage

(2) Siehe dazu Rüdiger Rauls: Die Sanktionierten schlagen zurück

(3) TAZ vom 26.9.2018: Aufstieg von Recep Tayyip Erdogan

(4) ebenda

(5) ebenda

(6) siehe dazu Rüdiger Rauls: Das israelisch-arabische Komplott

(7) Zeit-online vom 2.8. 2013, Türken waren Kanzler Kohl fremd )

(8) Bundeszentrale für politische Bildung: Zypern und die türkisch-europäischen Beziehungen

(9) siehe dazu Rüdiger Rauls: Türkei: Vorwärts in die Vergangenheit

(10) siehe dazu Rüdiger Rauls: Geht die Nato am Mittelmeer baden?

(11) FAZ vom 6.10.20: Signale der Entspannung aus der Türkei

(12) ebenda

Rüdiger Rauls Buchveröffentlichungen:

Krieg um Syrien Buchbeschreibung

Wie funktioniert Geld? Buchbeschreibung

Kolonie Konzern Krieg – Stationen kapitalistischer Entwicklung Buchbeschreibung

Zukunft Sozialismus oder die Grenzen des Kapitalismus Buchbeschreibung

Die Entwicklung der frühen Gesellschaften-Die Geschichte Afghanistans Buchbeschreibung

Was braucht mein Kind? Buchbeschreibung

Späte Wahrheit (Prosa) Buchbeschreibung

Herausgeber von:

Imre Szabo: Die Hintermänner ( ein politischer Krimi) Buchbeschreibung

Imre Szabo: Die Unsichtbaren ( ein politischer Krimi) Buchbeschreibung

den Artikel hier als PDF lesen:
LINK

29. Oktober 2020

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu bewertet Situation an der Grenze des russisch-weißrussischen Unionsstaates zu Nato-Ländern

https://sptnkne.ws/EfQX


29. Oktober 2020

Auswärtiges Amt lehnt Putins Kompromissvorschlag wegen „Russlands INF-Ausstiegs“ ab – Moskau kontert


Das russische Außenministerium kritisiert die Stellungnahme des Auswärtigen Amtes, in der es sich mit der NATO solidarisiert. Russlands Initiativen zum INF-Vertrag seien „nicht vertrauenswürdig“, hieß es. Als Grund gilt Russlands angeblicher Ausstieg aus dem Abkommen.

weiterlesen hier:
https://de.rt.com/2bkj

28. Oktober 2020

Frieden mit Russland bleibt Deutschlands Pflicht (DIE LINKE. Kommunistische Plattform)

Erklärung des Bundessprecherrates der KPF

https://kpf.die-linke.de/erklaerungen/detail/frieden-mit-russland-bleibt-deutschlands-pflicht/

Am 16. September 2020 reichten die KPF, Cuba Sí und weitere 20 Antragstellerinnen und Antragsteller wie Wolfgang Gehrcke, Prof. Dr. Moritz Mebel, Prof. Dr. Hermann Klenner und Zaklin Nastic (MdB) den Antrag »Frieden mit Russland ist Deutschlands Pflicht« (G.10) an die 1. Tagung des 7. Parteitages vom 30. Oktober bis 1. November 2020 in Erfurt ein (siehe Antragsheft 2, Seite 35).

Seit dem 3. Oktober 2020 liegt der Ersetzungsantrag (EA) G.10 »Für Frieden in Europa und mit Russland« des Parteivorstands vor (siehe Beschluss 2020/167).

Hätten die Initiatorinnen und Initiatoren des EA einen Antrag anlässlich des 80. Jahrestages des Überfalls Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion einreichen wollen, so hätten sie das bis zum Antragsschluss am 17. September 2020 tun können und müssen. Doch ein solches politisches und zugleich ethisches Bedürfnis existierte offensichtlich nicht.

Worum geht es den Initiatorinnen und Initiatoren des EA-G.10 aller Wahrscheinlichkeit nach? Ersetzungsanträge sind ein beliebtes Mittel, um Anträge, denen möglichst nicht zugestimmt werden soll, nicht ablehnen zu müssen. Wenn nämlich ein Ersetzungsantrag, der naturgemäß zuerst abgestimmt werden muss, eine Mehrheit erhält, hat sich der eigentliche Antrag – im konkreten Fall unser G.10 – erledigt. Da genau dies offenkundig Ziel des EA-G.10 ist, soll hier auf Einzelheiten des Ersetzungsantrages gar nicht eingegangen werden. Jede und jeder kann die Anträge G.10 und den EA-G.10 miteinander vergleichen und ein eigenes Urteil fällen.

Als Initiatorinnen und Initiatoren des Antrages G.10 wollen abschließend noch einmal unterstreichen, worum es uns mit unserem Antrag geht:

  1. Wir finden, der 80. Jahrestag des Überfalls Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion erfordert dringend inhaltliche Positionen des Gedenkens, die der aktuellen Lage gerecht werden.
  2. Uns geht es also mit unserem Antrag nicht »nur« um die geschichtliche Erinnerung an ein Menschheitsverbrechen; an 27 Millionen Sowjetbürger, die dem faschistischen Vernichtungskrieg zum Opfer fielen. Wir wenden uns gleichermaßen gegen das Schüren einer erneuten, sich besonders gegen die russische Föderation richtenden Kriegsgefahr, die von der NATO im Schlepptau der in den USA Herrschenden ausgeht.

Unser Antrag G.10 »Frieden mit Russland ist Deutschlands Pflicht« ist wohldurchdacht und wir halten ihn selbstverständlich aufrecht.

28. Oktober 2020

Moskau nennt Reaktion des Westens auf Putins Vorschlag zum INF-Vertrag verantwortungslos (Sputniknews)

https://de.sputniknews.com/politik/20201028328285754-moskau-reaktion-westen-putin-vorschlag-inf-vertrag/
28.10.2020

28. Oktober 2020

Atombombenabwurf auf Deutschland als NATO-Übung zur „Verteidigung des Bündnisgebietes“ (RT Deutsch)

https://deutsch.rt.com/inland/108280-atombombenabwurf-auf-deutschland-als-nato-uebung-verteidigung/

28. Oktober 2020

„Historisches Urteil“: Deutsche Todesschwadronen begingen Völkermord in Russland (Sputniknews)

Dass ein deutsches Einsatzkommando russische Zivilisten in der Sowjetunion massenhaft hinrichtete, ist als Völkermord zu werten. So lautet der Beschluss eines Gerichts im Gebiet Nowgorod. Ein Historiker kommentiert die Gerichtsentscheidung im Sputnik-Gespräch:

hier weiter zum Artikel:
https://sptnkne.ws/EgFn

28. Oktober 2020

„Wir lehnen die Doppelstandards gegenüber Russland ab“ – im Gespräch mit Alexander Neu (diefreiheitsliebe.de)

https://diefreiheitsliebe.de/politik/wir-lehnen-die-doppelstandards-gegenueber-russland-ab-im-gespraech-mit-alexander-neu/
28. Oktober 2020

„Überall Leichen“: Video aus Russland zeigt überfülltes Leichenhaus – Behörden bestätigen Problem – Zahl der Leichen mit steigenden Todesfällen vor dem Hintergrund der Corona-Fälle in der Region. (RT)

https://de.rt.com/2bi3

27. Oktober 2020

Im Wortlaut: Erklärung Wladimir Putins über weitere Schritte zur Deeskalation der Lage in Europa unter den Bedingungen der Beendigung des INF-Vertrags – Übersetzung Thomas Röper

Deutsche Medien haben den Vorschlag – der im Interesse der europäischen Länder, also auch Deutschlands liegt – weitestgehend unterschlagen. Thomas Röper hat auf seinem Blog den Bericht des russischen Fernsehens übersetzt:

Beginn der Übersetzung:

Russland schlägt den NATO-Ländern vor, die Zukunft der Sicherheitsarchitektur auf Paritätsbasis festzulegen. Das geht aus der Erklärung Wladimir Putins hervor, die er heute veröffentlicht hat. Der Inhalt ist einfach. Nachdem der Vertrag über Kurz- und Mittelstreckenraketen wegen der Kündigung durch die Vereinigten Staaten aufgehört hat zu existieren, stationiert unser Land keine Raketen auf europäischem Territorium, im Gegenzug für analoge Aktionen der Allianz.

Der Vertrag war ein wichtiges Element der internationalen Sicherheit und strategischen Stabilität. Er spielte eine besondere Rolle bei der Aufrechterhaltung der Berechenbarkeit und Zurückhaltung im Bereich der Raketen im europäischen Raum. Es geht um den Vertrag über das Verbot von Kurz- und Mittelstreckenraketen (INF-Vertrag), der von den Vereinigten Staaten gekündigt wurde.

„Wir betrachten den Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem INF-Vertrag, wodurch der Vertrag seine Gültigkeit verloren hat, als einen schweren Fehler, der die Risiken erhöht, einen Raketenwettlauf zu entfesseln, das Konfrontationspotenzial zu erhöhen und in Richtung einer unkontrollierten Eskalation zu rutschen. Angesichts der unerbittlichen Spannungen zwischen der NATO und Russland sind neue Bedrohungen für die gesamteuropäische Sicherheit offensichtlich“, sagte Wladimir Putin in einer Erklärung.

Um die negativen Folgen des Zusammenbruchs des INF-Vertrages zu minimieren, hat Russland eine Reihe von Vorschlägen vorbereitet. Erstens bekräftigt Moskau sein Bekenntnis zum Moratorium unseres Landes für die Stationierung von landgestützten Kurz- und Mittelstreckenraketen, solange keine solchen US-Waffen in den betroffenen Regionen auftauchen. Die NATO wird aufgefordert, ein ähnliches Moratorium zu erklären. Zweitens schlägt Russland zur Behebung gegenseitiger Bedenken vor, spezifische Optionen für gegenseitige Überprüfungsmaßnahmen in Betracht zu ziehen.

„Insbesondere könnten wir über Verifikationsmaßnahmen für Aegis-Ashore-Systeme mit MK41-Startsystemen an US- und NATO-Stützpunkten in Europa sowie über die 9M729-Raketen in Einrichtungen der russischen Streitkräfte in der Region Kaliningrad sprechen. Ziel der Überprüfungstätigkeiten wäre es, das Fehlen bodengestützter Kurz- und Mittelstreckenraketen und anderer Waffen zu bestätigen, je nachdem, auf welche Merkmale und Klassifikationen die Parteien sich einigen können, gemeint ist die russische Rakete 9M729. Die Russische Föderation ist nach wie vor bereit, als Zeichen des guten Willens keine Stationierung von 9M729-Raketen auf dem europäischen Teil des Landes durchzuführen, allerdings nur unter der Bedingung, dass die NATO-Länder ausschließen, Waffen, die zuvor nach dem INF-Vertrag verboten waren, in Europa zu stationieren“, schlägt Präsident Putin vor.

Die Aegis Ashore, die in der Erklärung erwähnt wird, ist die Bodenversion der US-Raketenabwehr des US-Verteidigungsministeriums. Dabei handelt es sich um eine vierstöckige Stahlkonstruktion, die normalerweise auf Kriegsschiffen eingebaut ist. Im Inneren befinden sich die elektronische Ausrüstung, sowie die eine Vorrichtung für den vertikalen Start vom Typ MK41 von Lenkraketen. Das erste europäische Land, in dem ein solches System an Land stationiert wurde, war Rumänien. Es folgten Arbeiten daran in Polen. Deshalb stehen die Schritte, die der russische Präsident heute zur Deeskalation vorgeschlagen hat, in direktem Zusammenhang mit der Sicherheit des gesamten Kontinents.

„Sie wissen, dass der Präsident eine Erklärung zu zusätzlichen Schritten zur Deeskalation in Europa unter den Bedingungen der Beendigung des INF-Vertrages abgegeben hat. Das ist ein wichtiges Dokument. Präsident Putin hat die Linie einer solchen Multivector-Deeskalation konsequent fortgesetzt. Im Rahmen des NEW START-Vertrags und des Open-Skies-Vertrages werden jetzt Anstrengungen auf Expertenebene unternommen. In dieser Hinsicht ist die Arbeit an strategischer Stabilität im Gange, die Substanz ist äußerst komplex“, sagte Dmitri Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten.

Es ist nicht das erste Mal, dass der russische Präsident die Partner auffordert, über globale Sicherheit zu sprechen. Zunächst zog sich Washington aus dem ABM-Vertrag zurück. Dann kam das Abkommen über Kurz- und Mittelstreckenraketen. Jetzt drohen die USA, den Open-Skies-Vertrag aufzugeben. Am vergangenen Donnerstag betonte Wladimir Putin bei einem Treffen mit den Teilnehmern des internationalen Valdai-Discussions-Club, dass wir versuchen sollten, einen Kompromiss zu finden, und die Welt nicht durch ein neues Wettrüsten in Gefahr bringen sollten.

„Als wir über diese Fragen verhandelt haben, haben wir doch alle Probleme berücksichtigt. Nur eines wurde nicht berücksichtigt, nämlich das, was Russland als Reaktion auf den Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem ABM-Vertrag entwickelt hat. Das – nämlich unsere neuesten Systeme von Präzisions-Hyperschallwaffen – war eine Reaktion auf den Ausstieg der USA aus dem ABM-Vertrag. Ja, die USA haben solche Systeme noch nicht, genau wie andere Länder, obwohl alle daran arbeiten, und eines Tages werden sie sie auch haben. Und uns wird gesagt, Sie haben es gehört: „Ihr habt das jetzt, wir haben es noch nicht, also muss es mit einbezogen werden.“ Nun, wir haben nichts dagegen, lasst uns das mit einbeziehen. Sowohl die Anzahl der Trägersysteme, als auch die Zahl der Sprengköpfe. Wir haben nichts dagegen. Aber welche Wahl haben wir? Der Vertrag läuft im Februar aus. Und was ich vorgeschlagen habe, ist eine sehr einfache Sache, es liegt auf der Hand. Nichts würde geschehen, wenn wir den Vertrag um ein Jahr verlängern, diesen bestehenden Vertrag, ohne irgendwelche Vorbedingungen. Und in der Zwischenzeit können wir über alle Fragen sprechen, die uns und den Amerikanern Sorgen bereiten. Wir würden zusammenarbeiten und nach Lösungen suchen.Denn worin besteht der Trick? Schließlich haben wir bisher in der Sache noch kaum geredet. Unsere Partner haben, um es ganz offen zu sagen, dieses direkte, inhaltliche und fachliche Gespräch gescheut“, erklärte Putin.

Und Russland ist bereit zu solchen Gesprächen. Das zeigt die fortgesetzte Zusammenarbeit zwischen Moskau und Washington in Schlüsselfragen der globalen Sicherheit, trotz der zahlreichen Widersprüche der beiden Länder.

„Wir arbeiten mit den Vereinigten Staaten, trotz unserer vielen Widersprüche an so vielen Fronten, zusammen. Schließlich wird die Zusammenarbeit auf der Ebene der Geheimdienste fortgesetzt. Unsere Zusammenarbeit zur Deeskalation in Syrien ist bekannt. Und auf der operativen Ebene, auf der Ebene der Führung unserer militärischen Einheiten, wurde ein sehr guter Arbeitskontakt hergestellt. Unter anderem geben uns die Amerikaner Anti-Terror-Informationen. Sie geben sie an uns weiter und haben das schon wiederholt getan, dafür habe ich dem derzeitigen Präsidenten gedankt, denn die diesbezüglichen Informationen aus Amerika haben uns geholfen, Terroranschläge auf dem Territorium der Russischen Föderation zu verhindern. Wir wiederum versuchen, dasselbe zu tun. Wir haben ein solches Abkommen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, mit dem derzeitigen Staatsoberhaupt, dass, wenn eine Seite solche Informationen bekommt, sie geteilt werden. Und in diesem Sinne helfen Sie einander“, fügte der russische Staatschef hinzu.

Das Glaubwürdigkeitsdefizit muss verringert werden. Die regionale und globale Stabilität muss gestärkt werden. Und auch die Risiken von Missverständnissen und Meinungsverschiedenheiten müssen reduziert werden. In der heutigen Erklärung des Präsidenten werden entscheidende Aufgaben skizziert. Nur wenn die gelöst werden, kann man sicher sein kann, dass „eine Welt ohne den INF-Vertrag“ zwar nicht mehr dieselbe ist, aber sicher bleiben wird.

Ende der Übersetzung

27. Oktober 2020

Russlands Präsident Putin unterstreicht nochmals, sich aus medizinischen Gründen persönlich für eine Ausreise von Nawalny nach Berlin eingesetzt zu haben.

Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte jetzt, er habe persönlich eingegriffen, um sicherzustellen, dass Aleksej Nawalny zur Behandlung in dem Berliner Krankenhaus Charite nach Deutschland evakuiert werden konnte.

Am 22. Oktober sagte Putin weiter, dass wenn die russischen Behörden Nawalny tatsächlich hätte töten wollen, Moskau es nie erlaubt hätte, dass Nawalny nach Berlin ausgeflogen worden wäre.

Nawalny hat den russischen Präsidenten seit seiner Genesung in Berlin wiederholt für seine angebliche Vergiftung verantwortlich gemacht – eine Behauptung, die Moskau entschieden zurückweist.

Moskau widersetzt sich auch dem internationalen Druck, strafrechtliche Ermittlungen einzuleiten, und beschuldigt den Westen, eine Desinformationskampagne über den Fall Navalny zu betreiben.

Bei einem Treffen des Valdai Club in Moskau erklärte Russlands Präsident, er habe die Staatsanwälte angewiesen zu erlauben dass Navalny das Land verlassen durfte.

„Es gab Reisebeschränkungen gegen ihn im Zusammenhang mit einer gerichtlichen Untersuchung und einem Strafverfahren“ gegen Nawalny , sagte Putin.

Nawalny war am 20. August auf einem Flug von Sibirien nach Moskau krank geworden.

Am 22. September wurde Nawalny aus dem Berliner Krankenhaus Charite entlassen, wo er insgesamt 32 Tage verbracht hatte.

Zuletzt hatte die Europäische Union und Großbritannien gegen 6 russische Beamte, die angeblich im Verdacht stehen, für den „Anschlag“ auf Navalny verantwortlich zu sein, Sanktionen und Einreiseverbote erlassen.

27. Oktober 2020

„EU will sich über Gesetz stellen“ – Lawrow über Sanktionen im Fall Nawalny (Sputniknews)

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27. Oktober 2020

Heiko Maas‘ Gastbeitrag vor US-Wahlen: „Wir teilen den Glauben an Demokratie, Freiheit und Würde“ (RT)

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27. Oktober 2020

Nach Putins Appell zum Moratorium für Kurz- und Mittelstreckenraketen in Europa: Berlin kommentiert. Man will sich Einschätzung des Nato-Generalsekretärs Stoltenberg anschließen, der zuvor gesagt habe, dass Russlands Aussagen nicht glaubwürdig seien. (Sputniknews)

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27. Oktober 2020

Russlands Präsident Wladimir Putin: Rede zur 17. Plenarsitzung des Valdai Clubs

Russlands Präsident Wladimir Putin : Guten Tag, Kollegen, Freunde,

Teilnehmer der 17. Plenarsitzung des Valdai Clubs,

Damen und Herren,

Ich möchte Sie alle zu unserem traditionellen Jahrestreffen begrüßen. Diesmal treffen wir uns in einem ungewöhnlichen Format. Wir sind Videokonferenzen. Aber ich kann sehen, dass auch Leute im Raum sind. Natürlich nicht so viele wie gewöhnlich, aber es sind trotzdem Leute anwesend, und anscheinend haben Sie eine persönliche Diskussion geführt, und ich freue mich, dass Sie dies getan haben.

Wir sind uns sicher bewusst, dass die Coronavirus-Epidemie die öffentlichen, geschäftlichen und internationalen Angelegenheiten ernsthaft beeinträchtigt hat. Mehr als das – es hat den routinemäßigen Lebensrhythmus aller beeinflusst.

Fast alle Länder mussten verschiedene Beschränkungen auferlegen, und große öffentliche Versammlungen wurden weitgehend abgesagt. Dieses Jahr war auch für Ihren Club eine Herausforderung. Am wichtigsten ist jedoch, dass Sie weiterarbeiten. Mit Hilfe der Remote-Technologie führen Sie hitzige und bedeutungsvolle Debatten, diskutieren Dinge und ziehen neue Experten hinzu, die ihre Meinungen teilen und interessante, manchmal sogar gegensätzliche Ansichten zu aktuellen Entwicklungen präsentieren. Ein solcher Austausch ist natürlich sehr wichtig und nützlich, da die Welt vor so vielen Herausforderungen steht, die gelöst werden müssen.

Daher müssen wir noch verstehen, wie sich die Epidemie auf die Gegenwart und Zukunft der Menschheit ausgewirkt hat und auch weiterhin auswirken wird. Angesichts dieser gefährlichen Bedrohung versucht die internationale Gemeinschaft, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen und sich selbst zu mobilisieren. Einige Dinge werden bereits als gemeinsame Anstrengungen unternommen, aber ich möchte sofort darauf hinweisen, dass dies nur ein Bruchteil dessen ist, was angesichts dieser gewaltigen gemeinsamen Herausforderung getan werden muss. Diese verpassten Gelegenheiten sind auch Gegenstand einer offenen internationalen Diskussion.

Seit Beginn der Pandemie in Russland haben wir uns darauf konzentriert, Leben zu erhalten und die Sicherheit unserer Bevölkerung als unsere Schlüsselwerte zu gewährleisten. Dies war eine informierte Entscheidung, die von unserer Kultur und unseren spirituellen Traditionen sowie unserer komplexen, manchmal dramatischen Geschichte diktiert wurde. Wenn wir an die großen demografischen Verluste zurückdenken, die wir im 20. Jahrhundert erlitten haben, hatten wir keine andere Wahl, als für jeden Menschen und die Zukunft jeder russischen Familie zu kämpfen.

Deshalb haben wir unser Bestes getan, um die Gesundheit und das Leben unserer Menschen zu erhalten, Eltern und Kindern sowie Senioren und Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, zu helfen, die Beschäftigung so weit wie möglich aufrechtzuerhalten und den Schaden für die Wirtschaft so gering wie möglich zu halten. Millionen von Unternehmern zu unterstützen, die Klein- oder Familienunternehmen führen.

Vielleicht verfolgen Sie, wie alle anderen auch, die täglichen Aktualisierungen der Pandemie auf der ganzen Welt genau. Leider hat sich das Coronavirus nicht zurückgezogen und stellt immer noch eine große Bedrohung dar. Wahrscheinlich verstärkt dieser beunruhigende Hintergrund das Gefühl, wie viele Menschen glauben, dass eine ganz neue Ära bevorsteht und dass wir nicht nur kurz vor dramatischen Veränderungen stehen, sondern eine Ära tektonischer Veränderungen in allen Lebensbereichen.

Wir sehen die schnelle, exponentielle Entwicklung der Prozesse, die wir zuvor im Valdai Club wiederholt diskutiert haben. So sprachen wir vor sechs Jahren, 2014, über dieses Thema, als wir das Thema Die Weltordnung diskutierten: Neue Regeln oder ein Spiel ohne Regeln. Also, was passiert jetzt? Bedauerlicherweise wird das Spiel ohne Regeln immer schrecklicher und scheint manchmal eine vollendete Tatsache zu sein.

Die Pandemie hat uns daran erinnert, wie zerbrechlich das menschliche Leben ist. Es war schwer vorstellbar, dass in unserem technologisch fortgeschrittenen 21. Jahrhundert selbst in den wohlhabendsten und wohlhabendsten Ländern die Menschen vor einer scheinbar nicht so tödlichen Infektion und keiner so schrecklichen Bedrohung schutzlos sein könnten. Aber das Leben hat gezeigt, dass nicht alles auf das Niveau der Medizin mit einigen seiner fantastischen Errungenschaften hinausläuft. Es stellte sich heraus, dass die Organisation und Zugänglichkeit des öffentlichen Gesundheitssystems nicht weniger und in dieser Situation wahrscheinlich viel wichtiger sind.

Die Werte gegenseitige Unterstützung, Dienst und Selbstaufopferung erwiesen sich als am wichtigsten. Dies gilt auch für die Verantwortung, Gelassenheit und Ehrlichkeit der Behörden, ihre Bereitschaft, die Anforderungen der Gesellschaft zu erfüllen, und gleichzeitig eine klare und fundierte Erklärung der Logik und Kohärenz der verabschiedeten Maßnahmen, um dies nicht zu tun Erlaube der Angst, die Gesellschaft zu unterwerfen und zu spalten, aber im Gegenteil, sie mit Zuversicht zu erfüllen, dass wir gemeinsam alle Prüfungen überwinden werden, egal wie schwierig sie auch sein mögen.

Der Kampf gegen die Coronavirus-Bedrohung hat gezeigt, dass nur ein lebensfähiger Staat in einer Krise effektiv handeln kann – entgegen der Argumentation derer, die behaupten, dass die Rolle des Staates in der globalen Welt abnimmt und in Zukunft vollständig ersetzt wird mit einigen anderen Formen der sozialen Organisation. Ja, das ist möglich. In ferner Zukunft kann sich alles ändern. Veränderungen sind überall um uns herum, aber heute spielen die Rolle und die Bedeutung des Staates eine Rolle.

Wir haben einen starken Staat immer als Grundvoraussetzung für die Entwicklung Russlands angesehen. Und wir haben wieder gesehen, dass wir Recht hatten, indem wir die staatlichen Institutionen nach ihrem Niedergang akribisch wiederherstellten und stärkten und in den neunziger Jahren manchmal vollständig zerstörten.

Dann ist die Frage: Was ist ein starker Staat? Was sind ihre Stärken? Auf keinen Fall totale Kontrolle oder harte Strafverfolgung. Nicht durch private Initiative oder bürgerschaftliches Engagement vereitelt. Nicht einmal die Macht seiner Streitkräfte oder sein hohes Verteidigungspotential. Ich denke jedoch, dass Sie erkennen, wie wichtig diese spezielle Komponente für Russland angesichts ihrer Geografie und der Bandbreite geopolitischer Herausforderungen ist. Und es gibt auch unsere historische Verantwortung als ständiges Mitglied des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, die globale Stabilität zu gewährleisten.

Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass das, was einen Staat stark macht, in erster Linie das Vertrauen seiner Bürger in ihn ist. Das ist die Stärke eines Staates. Menschen sind die Kraftquelle, das wissen wir alle. Und dieses Rezept beinhaltet nicht nur, zum Wahllokal zu gehen und abzustimmen, es impliziert die Bereitschaft der Menschen, eine breite Autorität an ihre gewählte Regierung zu delegieren, um den Staat, seine Körperschaften, Beamten als ihre Vertreter zu sehen – diejenigen, die damit beauftragt sind Entscheidungen, die aber auch die volle Verantwortung für die Erfüllung ihrer Pflichten tragen.

Diese Art von Zustand kann beliebig eingerichtet werden. Wenn ich „auf irgendeine Weise“ sage, meine ich, dass das, was Sie Ihr politisches System nennen, unerheblich ist. Jedes Land hat seine eigene politische Kultur, Traditionen und seine eigene Vision von ihrer Entwicklung. Der Versuch, die Agenda eines anderen blind nachzuahmen, ist sinnlos und schädlich. Die Hauptsache ist, dass Staat und Gesellschaft in Harmonie sind.

Und natürlich ist Vertrauen die solide Grundlage für die kreative Arbeit von Staat und Gesellschaft. Nur gemeinsam können sie ein optimales Gleichgewicht zwischen Freiheit und Sicherheitsgarantien finden.

Wieder einmal war ich in den schwierigsten Momenten der Pandemie stolz und, um ehrlich zu sein, stolz auf Russland, unsere Bürger, auf ihre Bereitschaft, einander den Rücken zu kehren. Und natürlich bin ich zuallererst stolz auf unsere Ärzte, Krankenschwestern und Krankenwagenarbeiter – ausnahmslos alle, auf die sich das nationale Gesundheitssystem stützt.

Ich glaube, dass die Zivilgesellschaft eine Schlüsselrolle in der Zukunft Russlands spielen wird. Wir möchten also, dass die Stimme unserer Bürger entscheidend ist und dass konstruktive Vorschläge und Anfragen von verschiedenen sozialen Kräften umgesetzt werden.

Dies wirft die Frage auf: Wie entsteht diese Handlungsaufforderung? Wessen Stimme sollte der Staat beachten? Woher weiß es, ob es wirklich die Stimme der Menschen ist und nicht einige Botschaften hinter den Kulissen oder sogar jemandes Vokalschreien, die überhaupt nichts mit unseren Menschen zu tun haben und die manchmal hysterisch werden?

Gelegentlich versucht jemand, eigennützige Interessen einer kleinen sozialen Gruppe oder sogar externer Kräfte durch eine echte öffentliche Anfrage zu ersetzen.

Echte Demokratie und Zivilgesellschaft können nicht „importiert“ werden. Ich habe so oft gesagt. Sie können kein Produkt der Aktivitäten ausländischer „Gratulanten“ sein, selbst wenn sie „das Beste für uns wollen“. Theoretisch ist dies wahrscheinlich möglich. Aber ehrlich gesagt habe ich so etwas noch nicht gesehen und glaube nicht viel daran. Wir sehen, wie solche importierten Demokratiemodelle funktionieren. Sie sind nichts weiter als eine Hülle oder eine Front mit nichts dahinter, sogar ein Anschein von Souveränität. Menschen in den Ländern, in denen solche Systeme umgesetzt wurden, wurden nie nach ihrer Meinung gefragt, und ihre jeweiligen Führer sind bloße Vasallen. Bekanntlich entscheidet der Oberherr über alles für den Vasallen. Um es noch einmal zu wiederholen: Nur die Bürger eines bestimmten Landes können ihr öffentliches Interesse bestimmen.

Wir in Russland haben eine ziemlich lange Zeit durchgemacht, in der ausländische Gelder die Hauptquelle für die Gründung und Finanzierung von Nichtregierungsorganisationen waren. Natürlich verfolgten nicht alle von ihnen eigennützige oder schlechte Ziele oder wollten die Situation in unserem Land destabilisieren, sich in unsere inneren Angelegenheiten einmischen oder die Innen- und manchmal Außenpolitik Russlands in ihrem eigenen Interesse beeinflussen. Natürlich nicht.

Es gab aufrichtige Enthusiasten unter unabhängigen Bürgerorganisationen (es gibt sie), denen wir zweifellos dankbar sind. Trotzdem blieben sie größtenteils Fremde und spiegelten letztendlich eher die Ansichten und Interessen ihrer ausländischen Treuhänder als die der russischen Bürger wider. Mit einem Wort, sie waren ein Werkzeug mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen.

Eine starke, freie und unabhängige Zivilgesellschaft ist per Definition national orientiert und souverän. Es wächst aus der Tiefe des Lebens der Menschen und kann verschiedene Formen und Richtungen annehmen. Aber es ist ein kulturelles Phänomen, eine Tradition eines bestimmten Landes, nicht das Produkt eines abstrakten „transnationalen Geistes“, hinter dem die Interessen anderer Menschen stehen.

Die Pflicht des Staates besteht darin, öffentliche Initiativen zu unterstützen und ihnen neue Möglichkeiten zu eröffnen. Genau das machen wir. Ich halte diese Angelegenheit für die wichtigste für die Regierungsagenda in den kommenden Jahrzehnten – unabhängig davon, wer genau Positionen in dieser Regierung innehat. Dies ist die Garantie für die souveräne, fortschreitende Entwicklung Russlands, für echte Kontinuität in seiner Vorwärtsbewegung und für unsere Fähigkeit, auf globale Herausforderungen zu reagieren.

Kolleginnen und Kollegen, Sie sind sich der vielen akuten Probleme und Kontroversen bewusst, die sich in modernen internationalen Angelegenheiten angesammelt haben, sogar zu viele. Seit sich das Modell der internationalen Beziehungen des Kalten Krieges, das auf seine Weise stabil und vorhersehbar war, zu ändern begann (ich sage nicht, dass ich es vermisse, ich tue es mit Sicherheit nicht), hat sich die Welt mehrmals verändert. Die Dinge gingen tatsächlich so schnell, dass diejenigen, die normalerweise als politische Eliten bezeichnet werden, einfach nicht die Zeit hatten oder vielleicht ein starkes Interesse oder die Fähigkeit hatten, zu analysieren, was wirklich vor sich ging.

Einige Länder rannten hastig los, um den Kuchen zu teilen, meistens um ein größeres Stück zu ergattern und die Vorteile zu nutzen, die das Ende der kalten Konfrontation mit sich brachte. Andere suchten verzweifelt nach Möglichkeiten, sich um jeden Preis an die Veränderungen anzupassen. Und einige Länder – ehrlich gesagt erinnern wir uns an unsere eigene traurige Erfahrung – haben nur ums Überleben gekämpft, um als ein einziges Land und auch als Gegenstand der globalen Politik zu überleben.

In der Zwischenzeit lässt uns die Zeit zunehmend und eindringlich in Frage stellen, was der Menschheit bevorsteht, wie die neue Weltordnung aussehen sollte oder zumindest ein Anschein von einer, und ob wir informierte Schritte nach vorne machen, unsere Schritte koordinieren oder blind stolpern werden Jeder von uns verlässt sich nur auf sich.

In dem jüngsten Bericht des Valdai Club, Ihres Clubs, heißt es: „… in einem grundlegend veränderten internationalen Umfeld sind die Institutionen selbst eher ein Hindernis für den Aufbau eines Beziehungssystems geworden, das der neuen Ära entspricht, als eine Garantie für globale Stabilität und Verwaltbarkeit. ” Die Autoren glauben, dass wir uns in einer Welt befinden, in der einzelne Staaten oder Staatengruppen viel unabhängiger agieren werden, während traditionelle internationale Organisationen ihre Bedeutung verlieren werden.

Dies möchte ich in diesem Zusammenhang sagen. Natürlich ist klar, was dieser Position zugrunde liegt. Tatsächlich wurde die Weltordnung der Nachkriegszeit von drei siegreichen Ländern errichtet: der Sowjetunion, den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Die Rolle Großbritanniens hat sich seitdem geändert. Die Sowjetunion existiert nicht mehr, während einige versuchen, Russland insgesamt zu entlassen.

Ich versichere Ihnen, liebe Freunde, dass wir unsere Möglichkeiten objektiv bewerten: unser intellektuelles, territoriales, wirtschaftliches und militärisches Potenzial. Ich beziehe mich auf unsere aktuellen Optionen, unser Gesamtpotential. Wenn ich dieses Land festige und mir anschaue, was in der Welt passiert, möchte ich denjenigen, die immer noch darauf warten, dass die Stärke Russlands allmählich nachlässt, sagen, dass wir uns bei Ihrer Beerdigung nur erkälten.

Als Staatsoberhaupt, das direkt in einem Umfeld arbeitet, das Sie und Ihre Kollegen aus einer fachlichen Position heraus beschreiben, kann ich der Annahme nicht zustimmen, dass bestehende internationale Strukturen vollständig wieder aufgebaut, wenn nicht als veraltet und vollständig abgebaut abgetan werden müssen. Im Gegenteil, es ist wichtig, die grundlegenden Mechanismen zur Aufrechterhaltung der internationalen Sicherheit beizubehalten, die sich als wirksam erwiesen haben. Dies ist die UNO, der Sicherheitsrat und das Vetorecht der ständigen Mitglieder. Ich habe kürzlich auf der UN-Generalversammlung darüber gesprochen. Soweit ich weiß, findet diese Position – die Wahrung der Grundlagen der nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffenen internationalen Ordnung – weltweit breite Unterstützung.

Ich glaube jedoch, dass die Idee, die institutionelle Anordnung der Weltpolitik anzupassen, zumindest eine Diskussion wert ist, schon allein deshalb, weil sich die Korrelation von Kräften, Möglichkeiten und Positionen von Staaten, wie ich bereits sagte, insbesondere in den letzten 30 bis 40 Jahren ernsthaft geändert hat Jahre.

Wie ich bereits sagte, ist die Sowjetunion nicht mehr da. Aber da ist Russland. In Bezug auf sein wirtschaftliches Gewicht und seinen politischen Einfluss bewegt sich China schnell in Richtung Supermachtstatus. Deutschland bewegt sich in die gleiche Richtung, und die Bundesrepublik Deutschland ist zu einem wichtigen Akteur in der internationalen Zusammenarbeit geworden. Gleichzeitig hat sich die Rolle Großbritanniens und Frankreichs in internationalen Angelegenheiten erheblich verändert. Die Vereinigten Staaten, die irgendwann die internationale Bühne absolut dominierten, können kaum noch Ausnahmefälle behaupten. Brauchen die Vereinigten Staaten diesen Ausnahmezustand im Allgemeinen? Natürlich sind Kraftpakete wie Brasilien, Südafrika und einige andere Länder viel einflussreicher geworden.

In der Tat erfüllen bei weitem nicht alle internationalen Organisationen ihre Aufgaben und Aufgaben effektiv. Als unparteiische Schiedsrichter bezeichnet, handeln sie oft auf der Grundlage ideologischer Vorurteile, fallen unter den starken Einfluss anderer Staaten und werden zu Werkzeugen in ihren Händen. Jonglierverfahren, Manipulation von Vorrechten und Autorität, voreingenommene Ansätze, insbesondere bei Konflikten mit rivalisierenden Mächten oder Staatengruppen, sind leider gängige Praxis geworden.

Die Tatsache, dass maßgebliche internationale Organisationen, die den egoistischen Interessen eines Menschen folgen, in politisierte Kampagnen gegen bestimmte Führer und Länder einbezogen werden, ist traurig. Dieser Ansatz diskreditiert diese Institutionen nur und führt sie zum Niedergang und verschärft die Weltordnungskrise.

Auf der anderen Seite gibt es positive Entwicklungen, wenn sich eine Gruppe interessierter Staaten zusammenschließt, um bestimmte Probleme zu lösen, wie beispielsweise die Shanghai Cooperation Organization, die seit fast 20 Jahren zur Beilegung territorialer Streitigkeiten und zur Stärkung der Stabilität in Zentral-Eurasien beiträgt und prägt einen einzigartigen Geist der Partnerschaft in diesem Teil der Welt.

Oder zum Beispiel das Astana-Format, das maßgeblich dazu beigetragen hat, den politischen und diplomatischen Prozess in Bezug auf Syrien aus einer tiefen Sackgasse zu bringen. Gleiches gilt für die OPEC Plus, ein wirksames, wenn auch sehr komplexes Instrument zur Stabilisierung der globalen Ölmärkte.

In einer fragmentierten Welt ist dieser Ansatz oft produktiver. Entscheidend dabei ist jedoch, dass dieser Ansatz neben der Lösung spezifischer Probleme auch der multilateralen Diplomatie neues Leben einhauchen kann. Das ist wichtig. Es ist aber auch offensichtlich, dass wir nicht auf einen gemeinsamen, universellen Rahmen für internationale Angelegenheiten verzichten können. Unabhängig davon, welche Interessengruppen, Verbände oder Ad-hoc-Allianzen wir jetzt oder in Zukunft bilden, können wir nicht auf einen gemeinsamen Rahmen verzichten.

Multilateralismus sollte nicht als totale Inklusivität verstanden werden, sondern als die Notwendigkeit, die Parteien einzubeziehen, die wirklich an der Lösung eines Problems interessiert sind. Und natürlich, wenn äußere Kräfte grob und schamlos in einen Prozess eingreifen, der eine Gruppe von Akteuren betrifft, die perfekt in der Lage sind, sich untereinander zu einigen, kann daraus nichts Gutes werden. Und sie tun dies ausschließlich, um ihren Ehrgeiz, ihre Macht und ihren Einfluss zur Schau zu stellen. Sie tun dies, um einen Anteil am Boden zu haben, um alle zu übertreffen, aber um keinen positiven Beitrag zu leisten oder um zur Lösung der Situation beizutragen.

Auch inmitten der gegenwärtigen Fragmentierung der internationalen Angelegenheiten gibt es Herausforderungen, die mehr erfordern als nur die kombinierte Kapazität einiger weniger Staaten, selbst sehr einflussreicher Staaten. Probleme dieser Größenordnung erfordern globale Aufmerksamkeit.

Internationale Stabilität, Sicherheit, Terrorismusbekämpfung und Lösung dringender regionaler Konflikte gehören sicherlich dazu. ebenso wie die Förderung der globalen Wirtschaftsentwicklung, die Bekämpfung der Armut und die Ausweitung der Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Letzteres ist heute besonders relevant.

Ich habe letzten Monat auf der UN-Generalversammlung ausführlich über diese Herausforderungen gesprochen. Um sie zu erreichen, muss langfristig und systematisch zusammengearbeitet werden.

Es gibt jedoch allgemeinere Überlegungen, die buchstäblich jeden betreffen, und ich möchte sie ausführlicher erörtern.

Viele von uns haben als Kinder den kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry gelesen und erinnern sich daran, was die Hauptfigur gesagt hat: „Es ist eine Frage der Disziplin. Wenn Sie jeden Morgen mit dem Waschen und Anziehen fertig sind, müssen Sie Ihren Planeten pflegen. … Es ist eine sehr mühsame Arbeit, aber sehr einfach. “

Ich bin sicher, dass wir diese „mühsame Arbeit“ fortsetzen müssen, wenn wir unser gemeinsames Zuhause für zukünftige Generationen erhalten wollen. Wir müssen unseren Planeten pflegen.

Das Thema Umweltschutz ist seit langem ein fester Bestandteil der globalen Agenda. Aber ich würde es allgemeiner ansprechen, auch eine wichtige Aufgabe zu diskutieren, die Praxis des ungezügelten und unbegrenzten Konsums – Überkonsum – zugunsten einer vernünftigen und vernünftigen Genügsamkeit aufzugeben, wenn Sie nicht nur für heute leben, sondern auch an morgen denken.

Wir sagen oft, dass die Natur extrem anfällig für menschliche Aktivitäten ist. Insbesondere wenn die Nutzung natürlicher Ressourcen eine globale Dimension annimmt. Die Menschheit ist jedoch nicht sicher vor Naturkatastrophen, von denen viele das Ergebnis anthropogener Eingriffe sind. Übrigens glauben einige Wissenschaftler, dass die jüngsten Ausbrüche gefährlicher Krankheiten eine Reaktion auf diese Störung sind. Deshalb ist es so wichtig, harmonische Beziehungen zwischen Mensch und Natur zu entwickeln.

Die Spannungen haben einen kritischen Punkt erreicht. Wir können dies im Klimawandel sehen. Dieses Problem erfordert praktisches Handeln und viel mehr Aufmerksamkeit von unserer Seite. Es hat lange aufgehört, die Domäne abstrakter wissenschaftlicher Interessen zu sein, betrifft aber jetzt fast jeden Bewohner des Planeten Erde. Die polaren Eiskappen und der Permafrost schmelzen aufgrund der globalen Erwärmung. Nach Schätzungen von Experten werden Geschwindigkeit und Umfang dieses Prozesses in den nächsten Jahrzehnten zunehmen.

Es ist eine große Herausforderung für die Welt, für die gesamte Menschheit, einschließlich für uns, für Russland, wo der Permafrost 65 Prozent unseres Staatsgebiets einnimmt. Solche Veränderungen können die biologische Vielfalt irreparabel schädigen, sich äußerst nachteilig auf Wirtschaft und Infrastruktur auswirken und eine direkte Bedrohung für die Menschen darstellen.

Sie wissen vielleicht, dass dies für uns sehr wichtig ist. Es betrifft Pipelinesysteme, auf Permafrost gebaute Wohnviertel und so weiter. Wenn bis 2100 bis zu 25 Prozent der oberflächennahen Permafrostschichten, die etwa drei oder vier Meter hoch sind, schmelzen, werden wir den Effekt sehr stark spüren. Darüber hinaus könnte das Problem sehr schnell zu einer Krise führen. Eine Art Kettenreaktion ist möglich, da das Schmelzen des Permafrosts die Methanemissionen stimuliert, was zu einem Treibhauseffekt führen kann, der 28-mal (sic!) Größer ist als im Fall von Kohlendioxid. Mit anderen Worten, die Temperatur auf dem Planeten wird weiter steigen, der Permafrost wird weiter schmelzen und die Methanemissionen werden weiter steigen. Die Situation wird sich drehen. Wollen wir, dass die Erde wie die Venus wird, eine heiße, trockener und lebloser Planet? Ich möchte Sie daran erinnern, dass die Erde eine durchschnittliche Oberflächentemperatur von 14 ° C hat, während sie auf der Venus 462 ° C beträgt.

Ein anderes Thema, ganz anders. Ich möchte ein paar Worte zu einem anderen Thema sagen. Vergessen wir nicht, dass es auf der Erde nicht mehr nur geografische Kontinente gibt. Ein fast endloser digitaler Raum nimmt auf dem Planeten Gestalt an und die Menschen meistern ihn jedes Jahr mit zunehmender Geschwindigkeit.

Die durch das Coronavirus erzwungenen Einschränkungen haben nur die Entwicklung der Remote-E-Technologie gefördert. Heute ist die Kommunikation über das Internet zu einem universellen Aktivposten geworden. Es ist darauf zu achten, dass diese Infrastruktur und der gesamte Cyberspace einwandfrei und sicher funktionieren.

Fernarbeit ist daher nicht nur eine erzwungene Vorsichtsmaßnahme während einer Pandemie. Dies wird eine neue Form der Organisation von Arbeit, Beschäftigung, sozialer Zusammenarbeit und einfach menschlicher Kommunikation. Diese Veränderungen sind mit der Entwicklung des technologischen Fortschritts unvermeidlich. Diese jüngste Wende hat diese Prozesse lediglich beschleunigt. Jeder schätzt die Möglichkeiten und Annehmlichkeiten, die neue Technologien bieten.

Aber natürlich gibt es auch eine Kehrseite – eine wachsende Bedrohung für alle digitalen Systeme. Ja, der Cyberspace ist eine grundlegend neue Umgebung, in der es im Allgemeinen nie allgemein anerkannte Regeln gegeben hat. Die Technologie ist der Gesetzgebung und damit der gerichtlichen Kontrolle einfach vorausgegangen. Gleichzeitig ist dies ein sehr spezifischer Bereich, in dem das Thema Vertrauen besonders dringend ist.

Ich denke, dass wir an dieser Stelle zu unserer historischen Erfahrung zurückkehren müssen. Was meine ich? Ich möchte daran erinnern, dass der etablierte Begriff der „vertrauensbildenden Maßnahmen“ während des Kalten Krieges existierte. Es galt für die Beziehungen zwischen der UdSSR und den USA sowie zwischen dem Warschauer Pakt und der NATO, dh für militärpolitische Beziehungen.

Lassen Sie mich jedoch betonen, dass Wettbewerb jetzt normalerweise einen „hybriden“ Charakter hat. Es betrifft alle Bereiche, auch diejenigen, die gerade Gestalt annehmen. Deshalb ist es notwendig, in vielen Bereichen Vertrauen aufzubauen.

In diesem Sinne kann der Cyberspace als Ort für die Erprobung dieser Maßnahmen dienen, da einst die Rüstungskontrolle den Weg für ein höheres Vertrauen in die Welt insgesamt ebnete.

Offensichtlich ist es sehr schwierig, ein erforderliches „Maßnahmenpaket“ in diesem Bereich, dem Cyberspace, zu erstellen. Es ist jedoch notwendig, damit zu beginnen. Dies muss jetzt getan werden.

Wie Sie vielleicht wissen, fördert Russland aktiv bilaterale und multilaterale Cybersicherheitsabkommen. Wir haben bei den Vereinten Nationen zwei Konventionsentwürfe zu diesem Thema eingereicht und eine entsprechende offene Arbeitsgruppe eingerichtet.

Kürzlich habe ich vorgeschlagen, eine umfassende Diskussion über internationale Fragen der Cybersicherheit mit den Vereinigten Staaten zu beginnen. Wir sind uns bewusst, dass sich die Politiker in den USA aufgrund des Wahlkampfs jetzt auf andere Dinge konzentrieren müssen. Wir hoffen jedoch, dass die nächste Regierung, wie auch immer, auf unsere Einladung reagiert, eine Diskussion über dieses Thema zu beginnen, genau wie andere Punkte auf der russisch-amerikanischen Agenda wie die globale Sicherheit, die Zukunft des Vertrags über die strategische Rüstungsreduzierung und eine Reihe anderer Probleme.

Wie Sie wissen, haben viele wichtige Angelegenheiten den Punkt erreicht, an dem offene Gespräche erforderlich sind, und wir sind bereit für eine konstruktive Diskussion auf gleicher Augenhöhe.

Natürlich sind die Zeiten, in denen alle wichtigen internationalen Angelegenheiten von im Wesentlichen nur Moskau und Washington diskutiert und gelöst wurden, längst vorbei und für die Ewigkeit verloren. Wir sehen jedoch die Einrichtung eines bilateralen Dialogs, in diesem Fall über Cybersicherheit, als einen wichtigen Schritt in Richtung einer viel breiteren Diskussion, an der viele andere Länder und Organisationen beteiligt sind. Sollten sich die Vereinigten Staaten dafür entscheiden, nicht an dieser Arbeit teilzunehmen, was bedauerlich wäre, werden wir weiterhin bereit sein, mit allen interessierten Partnern zusammenzuarbeiten, was hoffentlich nicht fehlen wird.

Ich möchte auf einen weiteren wichtigen Aspekt hinweisen. Wir leben in einer Zeit spürbarer internationaler Schocks und Krisen. Natürlich sind wir an sie gewöhnt, insbesondere an die Generationen, die während des Kalten Krieges lebten, geschweige denn an den Zweiten Weltkrieg, für den es nicht nur eine Erinnerung, sondern ein Teil ihres Lebens ist.

Es ist interessant, dass die Menschheit ein sehr hohes Maß an technologischer und sozioökonomischer Entwicklung erreicht hat und gleichzeitig dem Verlust oder der Erosion moralischer Werte und Bezugspunkte ausgesetzt ist, das Gefühl, dass Existenz keine Bedeutung mehr hat und, wenn Sie so wollen, das Die Mission der Menschheit auf dem Planeten Erde ist verloren gegangen.

Diese Krise kann nicht durch diplomatische Verhandlungen oder eine große internationale Konferenz beigelegt werden. Es erfordert eine Überarbeitung unserer Prioritäten und ein Überdenken unserer Ziele. Und jeder muss zu Hause beginnen, jeder Einzelne, jede Gemeinschaft und jeder Staat, und erst dann auf eine globale Konfiguration hinarbeiten.

Die COVID-19-Pandemie, mit der wir uns alle in diesem Jahr befasst haben, kann als Ausgangspunkt für eine solche Transformation dienen. Wir müssen unsere Prioritäten sowieso neu bewerten. Vertrauen Sie mir, wir werden es früher oder später wirklich tun müssen. Wir alle sind uns dessen bewusst. Daher stimme ich voll und ganz denen zu, die sagen, dass es besser wäre, diesen Prozess jetzt zu beginnen.

Ich erwähnte die Geschichte und die älteren Generationen, die aus einem bestimmten Grund alle Prüfungen des letzten Jahrhunderts durchlaufen haben. Alles, worüber wir heute sprechen, wird bald in die Verantwortung junger Menschen fallen. Junge Menschen werden sich mit all den Problemen befassen müssen, die ich erwähnt und die Sie heute besprochen haben. Wenn wir über Russland sprechen, müssen die jungen Bürger, die noch erwachsen sind und Erfahrungen sammeln, dies bereits im 21. Jahrhundert tun. Sie sind diejenigen, die sich neuen und wahrscheinlich noch schwierigeren Herausforderungen stellen müssen.

Sie haben ihre eigenen Ansichten über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Aber ich glaube, dass unsere Mitarbeiter immer ihre besten Eigenschaften behalten werden: Patriotismus, Standhaftigkeit, Kreativität, harte Arbeit, Teamgeist und die Fähigkeit, die Welt zu überraschen, indem sie Lösungen für die schwierigsten und sogar scheinbar unlösbaren Probleme finden.

Freunde, Kollegen,

Ich habe heute eine Vielzahl verschiedener Themen angesprochen. Natürlich möchte ich glauben, dass die internationale Gemeinschaft trotz aller gegenwärtigen Schwierigkeiten in der Lage sein wird, sich zusammenzuschließen, um nicht imaginäre, sondern sehr reale Probleme zu bekämpfen, und dass wir letztendlich Erfolg haben werden. Schließlich liegt es in unserer Macht, keine egoistischen, gierigen, gedankenlosen und verschwenderischen Konsumenten mehr zu sein. Einige mögen sich fragen, ob dies eine Utopie ist, ein Wunschtraum.

Natürlich ist es leicht zu fragen, ob dies überhaupt möglich ist, wenn man bedenkt, was manche Menschen tun und sagen. Ich glaube jedoch an Vernunft und gegenseitiges Verständnis, oder zumindest hoffe ich stark, dass sie sich durchsetzen werden. Wir müssen nur unsere Augen öffnen, uns umschauen und sehen, dass Land, Luft und Wasser unser gemeinsames Erbe von oben sind, und wir müssen lernen, sie zu schätzen, genauso wie wir jedes menschliche Leben schätzen müssen, das kostbar ist. Dies ist der einzige Weg vorwärts in dieser komplizierten und schönen Welt. Ich möchte nicht, dass sich die Fehler der Vergangenheit wiederholen.

Vielen Dank.