Russlands UN-Botschafter Tschurkin tot – Zitate des Diplomaten

https://de.sputniknews.com/politik/20170220314627009-tschurkin-tod-beste-zitate/

20.02.2017

Der Botschafter Russlands bei den Vereinten Nationen, Witali Tschurkin, ist am Montag im 65. Lebensjahr in New York plötzlich gestorben. Der herausragende Diplomat ist durch seine scharfen Äußerungen zu diversen politischen Problemen bekannt. Nachstehend einige markante Zitate Tschurkins:

„Wozu haben Sie Flugzeuge in die Zone geleitet, wo Kampfhandlungen geführt wurden? Die Passagiere der malaysischen Boeing konnten nicht wissen, dass es bei Ihnen einen bewaffneten Konflikt gibt. Auch die malaysischen Luftfahrtbehörden konnten letztendlich nichts von Ihrem bewaffneten Konflikt wissen. Aber Sie wussten das bestens. Warum haben Sie das getan? Aus Gier oder aus anderen Erwägungen heraus? Warum haben Sie Aufzeichnungen der Gespräche Ihrer militärischen Fluglotsen bislang nicht vorgelegt? Das ist Straflosigkeit. Haben Sie jemanden dafür bestraft, Herr Klimkin? Wurde jemand in der Ukraine dafür bestraft?“ (Tschurkin im Juli 2015 in einer Sitzung des Weltsicherheitsrates in einem Kommentar zu Äußerungen des ukrainischen Außenministers Pawel Klimkin, der Russland den Boeing-Absturz und die Unterstützung der Volkswehr im Donbass ein weiteres Mal zur Last legte).

„Ich weiß nicht, von welcher Stelle Sie zu tanzen beginnen. Aber unsere Verhandlungen werden zu einem weiten Themenkreis geführt und nicht von Kiew diktiert.“ (Tschurkin im Mai 2014 in einer UN-Sitzung zur Äußerung eines ukrainischen Vertreters, wonach die Frage der Rückgabe der Krim offen bleibt und „wir von dieser Stelle aus tanzen werden“.)

„Das, was im Weltsicherheitsrat im August 2014 geschah, erinnert mich an das ‚Königreich der Zerrspiegel‘, denn einige Ratsmitglieder waren nicht daran interessiert (zu wissen), dass im Osten der Ukraine friedliche Einwohner sterben und dass sich dort eine humanitäre Katastrophe anbahnt. Aber sie waren darüber besorgt, dass Russland Menschen, die beschossen werden, humanitäre Hilfe erweist.“ (Tschurkin im August 2014 in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates in einer Diskussion zur Ukraine-Krise.)

“Was meine Weigerung betrifft, die ‚Komfortzone zu verlassen‘, wie Sie sagten, so haben Sie völlig recht. Nach acht Sitzungen des UN-Sicherheitsrates zur Situation in der Ukraine und auf der Krim (sechs davon fanden vor laufenden Fernsehkameras statt) fühle ich mich wirklich recht komfortabel, weil die Wahrheit allmählich ans Licht kommt. Wenn Sie darauf anspielen, dass ich unbequeme Fragen nicht beantworten will, so sollten Sie sich daran erinnern, dass ich im Jahr 1983 in der Nationalen Kathedrale in Washington gesprochen hatte. Dies geschah zwei Wochen nach dem Abschuss eines südkoreanischen Verkehrsflugzeuges. Dann machte ich Aussagen im Mai 1986 im US-Kongress, nach der Havarie im AKW Tschernobyl, ganz zu schweigen von Hunderten weiteren Auftritten in Medien und Livesendungen. Also kann ich jedem erklären, was es bedeutet, ‚die Komfortzone zu verlassen‘“. (Tschurkin im März 2014 zur Äußerung der CNN-Journalistin Christiane Amanpour, die ihm vorwarf, ein Interview mit ihr zu verweigern.)

„In diesem Zusammenhang muss daran erinnert werden, dass in der Verfassung der Vereinigten Staaten solche bemerkenswerten historischen Worte stehen: ‚Wir, das Volk‘… Das Volk der Krim hat seinen Willen beim Referendum durchaus konkret geäußert.“ (Tschurkin am 2. Februar 2017 in einer Sitzung des Weltsicherheitsrates zur Erklärung seiner US-amerikanischen Kollegin Nikki Haley, wonach die Krim ukrainisch ist und an Kiew zurückgegeben werden muss.)

„Bringen Sie die Malwinen zurück, bringen Sie Gibraltar zurück, bringen Sie den von Ihnen konservierten Teil Zyperns zurück, bringen Sie den Chagos-Archipel im Indischen Ozean zurück, den Sie in einen riesigen Militärstützpunkt verwandelt haben. Dann dürfte Ihr Gewissen möglicherweise reiner werden und Sie würden auch andere Themen ansprechen können.“ (Tschurkin am 2. Februar 2017 im Weltsicherheitsrat zu Anschuldigungen des britischen Vertreters Matthew Rycroft, die Ukraine-Krise verursacht zu haben.)

„Bräuchten wir eine Predigt, würden wir in die Kirche gehen, bräuchten wir Gedichte, würden wir ins Theater gehen … Legen Sie bitte wenigsten einen Beweis vor oder belassen Sie Ihre Erzählungen für einen Roman, den Sie möglicherweise künftig verfassen werden.“ (Tschurkin am 27. Oktober 2016 zu Äußerungen von UN-Vizegeneralsekretär Stephen O’Brien, der Russland Bombardements in Syrien zur Last legte und dabei aus einem Gedicht des schottischen Dichters Robert Burns zitierte.)

„Ich kann Ihnen versichern, sehr geehrte Kollegen, und ich glaube, dass sich mehrere darüber im Klaren sind: Wäre Nadeschda Sawtschenko unter ähnlichen Bedingungen nicht in Russland, sondern in den USA festgenommen worden, wäre ihr Schicksal prädestiniert und traurig gewesen. Sie hätte diese Welt nie wieder sehen können.“ (Tschurkin am 6. März 2015 zur Verurteilung der ukrainischen Kampfpilotin Sawtschenko in Russland, der Moskau Beihilfe zum Mord an zwei russischen Reportern im Donbass zur Last gelegt hatte.)

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