26. Juli 2014

Das Heucheln der westlichen Liebhaber von Sanktionen ll Springstein Blog

http://springstein.blogspot.de/2014/07/das-heucheln-der-westlichen-liebhaber.html

Das Heucheln der westlichen Liebhaber von Sanktionen

Die westliche Politik und deren mediale Begleitmusik im Fall Ukraine und im Fall Gaza zeigen, wie verlogen beides ist

Im Zuge des Krieges in der Ostukraine drehen die westlichen Politiker, allen voran die der USA, begleitet von ihren medialen Lakaien, immer weiter an der Sanktionsspirale gegen Russland. Das führt zwar keinen Krieg in der Ostukraine und auch keinen gegen die Ukraine, auch wenn das die Kiewer Putschisten von westlichen Gnaden wie Arsenij Jazenjuk und Petro Poroschenko wie im Fieberwahn immer wieder fantasieren. Selbst eine russische Schuld für die Katastrophe des Absturzes des malaysischen Verkehrsflugzeuges MH 17 über der Ostukraine kann nicht bewiesen werden. Doch als wären sie nicht minder im Fieberwahn beschließen die politischen Führungen westlicher Länder, angeführt von US-Präsident Barack Obama, weiter eine neue Sanktion nach der anderen, weil sie behaupten, Russland und dessen Präsident Wladimir Putin müssen bestraft werden wegen des Krieges in der Ostukraine und der unblutigen Rückkehr der Krim zu Russland udn wegen der Flugzeugkatastrophe. Dass der Befehl zum Krieg in der Ostukraine aus Kiew kam, bestätigt in Washington, wen kümmert das da schon.

Doch wo sind all die westlichen Sanktionsliebhaber angesichts der Verbrechen, die die herrschenden Kreise ihres Ziehkindes Israel derzeit in Gaza begehen? Nichts anderes wird dort begangen. Die israelische Armee bombardiert Krankenhäuser und Schulen, treibt die Menschen in Gaza in die Flucht, macht deren elendes Leben noch elender und hoffnungsloser und erklärt auch noch die Opfer für selbst schuld. “Die Zahl der getöteten Palästinenser stieg auf 825, unter den Opfern sind mindestens 150 Kinder. 5240 Menschen wurden verletzt.” Diese Bilanz nach 18 Tagen des aktuellen israelischen Krieges gegen Gaza ist am 26. Juli 2014 in der jungen Welt zu lesen. Wem das nicht reicht, der sollte den Bericht des norwegischen Arztes Mads Gilbert lesen, der vom Middle East Monitor am 20. Juli 2014 veröffentlicht wurde. Die israelische Regierung leistet es sich sogar, einen vermeintlichen Waffenstillstandsplan des US-Außenminister John Kerry abzulehnen. Doch hat jemand auch nur einen ganz leisen Ansatz gehört, dass irgendein Politiker der Staaten, die anderen immer wieder die Menschenrechte, Demokratie und Freiheit predigen und auch herbeibomben, auch nur mal in einem Nebensatz gefragt hat, ob diese israelischen Verbrechen nicht vielleicht ein Sanktion wert wären? Oder dass gar Unterstützer und Finanziers in Washington, in der Regierung und den zionistischen Lobbykreisen, eben für diese Unterstützung bestraft werden müssten, weil sie den Krieg der israelischen Kriegstreiber, Brandstifter und Verbrecher absichern helfen, unterstützen, finanzieren und rechtfertigen, weil sie moralische Mitschuld am dem tragen, was derzeit in Gaza passiert?

Liegt es vielleicht daran, dass aus westlichen Hauptstädten im Fall Gaza kein Ruf nach Sanktionen zu hören ist, dass die westlichen Regierungen dann solche gegen sich selbst fordern und beschliessen müssten? Was ist mit dem Rest der “internationalen Gemeinschaft”, die sonst immer herhalten muss? Als der UN-Menschenrechtsrat am 23. Juli 2014 mehrheitlich beschloss, das israelische Vorgehen in Gaza untersuchen zu lassen, stimmten die USA dagegen und die Vertreter der EU-Staaten enthielten sich. Waren deren Regierungen vielleicht grad wieder zu beschäftigt mit ihren Sanktionen gegen Russland, dass sie nicht mitbekamen, dass es um die Menschenrechte der Menschen in Gaza geht? War es nur ein Versehen?

Übrigens: Auslöser des jetzigen israelischen Krieges gegen Gaza sind nicht die Raketen verschiedener Gruppen, die von Gaza aus abgefeuert werden. Sie sind erneut nur Vorwand. Es ist die Annäherung von Fatah und Hamas, die kurze Zeit zuvor bekannt wurde. “Dem Ausbruch der Feindseligkeiten war eine ganze Kette von Ereignissen vorangegangen, die auch die israelische Regierung in keinem guten Licht dastehen lassen. Alles begann mit der Vereidigung der neu geschaffenen palästinensischen Einheitsregierung am 2. Juni. Sie sollte die jahrelange blutige Fehde zwischen Fatah und Hamas beenden und den palästinensischen Kampf um Selbstbestimmung stärken. Zu Israels Entsetzen signalisierten die USA und Europa ihre Bereitschaft, mit der aus Experten bestehenden Regierung zusammenzuarbeiten.” Das schrieb Bettina Marx in einem Kommentar auf der Website der Deutschen Welle am 14. Juli 2014. Eine neue Einigkeit der Palästinenser, die zuerst ihnen selbst nutzen würde, wird von den herrschenden Kreisen Israels und ihrer Unterstützer als Bedrohung empfunden. Diese Annäherung zwischen den beiden großen palästinensischen Organisationen hat dieser Krieg nicht beenden können, wie eine Meldung zeigt: “Eine der wichtigsten Entscheidungen der letzten Tage ist im Bombenlärm von Gaza völlig untergegangen: in einer sensationellen Entscheidung hat der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, einen Fatah-Mann zum Gouverneur von Gaza bestimmt – und die Hamas hat zugestimmt. Abdallah Al-Frangi ist in Deutschland das vielleicht bekannteste “Gesicht” Palästinas.” Al-Frangi war viele Jahre PLO-Vertreter in der Bundesrepublik. “An dem Tag, an dem ich mein Amt antrat, begann der Krieg”, wird er zitiert. Er kennt zumindest die heuchlerische westliche Politik. Vielleicht kann er gerade deshalb etwas erreichen. Ob er Hoffnung nach Gaza, zu den Menschen in einem “Land ohne Hoffnung” (Bettina Marx) bringen kann? Ich wünsche es ihm und den Menschen dort, deren Menschenrechte derzeit von israelischen Bomben mit westlicher politischer und medialer Unterstützung nicht nur verletzt, sondern pulverisiert werden.

26. Juli 2014

An open letter for the people in Gaza ll Paola Manduca, Iain Chalmers, Derek Summerfield, Mads Gilbert, Swee Ang, on behalf of 24 signatories

http://www.thelancet.com/gaza-letter-2014

“We are doctors and scientists, who spend our lives developing means to care and protect health and lives. We are also informed people; we teach the ethics of our professions, together with the knowledge and practice of it. We all have worked in and known the situation of Gaza for years.

On the basis of our ethics and practice, we are denouncing what we witness in the aggression of Gaza by Israel.

We ask our colleagues, old and young professionals, to denounce this Israeli aggression. We challenge the perversity of a propaganda that justifies the creation of an emergency to masquerade a massacre, a so-called “defensive aggression”. In reality it is a ruthless assault of unlimited duration, extent, and intensity. We wish to report the facts as we see them and their implications on the lives of the people.

We are appalled by the military onslaught on civilians in Gaza under the guise of punishing terrorists. This is the third large scale military assault on Gaza since 2008. Each time the death toll is borne mainly by innocent people in Gaza, especially women and children under the unacceptable pretext of Israel eradicating political parties and resistance to the occupation and siege they impose.

This action also terrifies those who are not directly hit, and wounds the soul, mind, and resilience of the young generation. Our condemnation and disgust are further compounded by the denial and prohibition for Gaza to receive external help and supplies to alleviate the dire circumstances.

The blockade on Gaza has tightened further since last year and this has worsened the toll on Gaza’s population. In Gaza, people suffer from hunger, thirst, pollution, shortage of medicines, electricity, and any means to get an income, not only by being bombed and shelled. Power crisis, gasoline shortage, water and food scarcity, sewage outflow and ever decreasing resources are disasters caused directly and indirectly by the siege…”

• Read the Letter in full

http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2814%2961044-8/fulltext

• Full list of signatories

http://download.thelancet.com/flatcontentassets/pdfs/S0140673614610448_appendix.pdf

26. Juli 2014

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Netanjahu ll Jürgen Todenhöfer

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Netanjahu,
darf ich Ihnen mitten im Krieg ein paar Fragen stellen? Als Deutscher, der weiß, dass die Generation seiner Vorfahren den Juden Unverzeihliches angetan hat, der das Existenzrecht Israels akzeptiert und der Antisemitismus wie jede Form von Rassismus für eine Schande hält.

Haben Sie sich schon mal vorgestellt, wie es wäre, wenn Sie nicht in Tel Aviv, sondern in Gaza auf die Welt gekommen wären? Sie hätten dann nicht die besten Schulen und Universitäten der USA besuchen können, sondern wahrscheinlich nur die bescheideneren Schulen und Universitäten von Gaza und im Westjordanland. Auch Ihre Enkel hätten kaum dem Elend von Gaza entfliehen können. Stattdessen hätten sie in den letzten sechs Jahren drei grauenvolle Kriege erlebt und viele Schulfreunde durch israelische Bomben verloren.

Wären Sie auch in Gaza Politiker geworden? Dann säßen Sie jetzt vielleicht wie 23 gewählte palästinensische Abgeordnete in israelischen Gefängnissen. Im Ofer-Gefängnis bei Ramallah oder im Hadarim-Gefängnis im Norden von Israel. Für Palästinenser ist es riskant, sich politisch zu betätigen. Unterstellen wir daher, Sie wären ein angesehener Landwirt geworden und hätten begonnen Blumen zu züchten. Sie hätten harte Zeiten durchlebt. Wegen der von Israel verhängten Blockade könnten Sie nur noch drei Prozent der früheren Blumenmenge exportieren. Die gesamte Wirtschaft Gazas liegt am Boden. Sie hätten fast alle Mitarbeiter entlassen müssen. Die wären jetzt arbeitslos – wie mehr als die Hälfte der arbeitsfähigen Bewohner von Gaza. Und müssten von der UNO durchgefüttert werden. 80 Prozent der Bevölkerung erhalten alle drei Monate Essensrationen wie damals die Iraker unter den vom Westen betriebenen Sanktionen. So erhält eine achtköpfige Familie, um überleben zu können, von der UNO alle drei Monate : 103 Kilo Weizen, 4,70 Liter Speiseöl, fünf Kilo Zucker, 1,5 Kilo Milchpulver sowie etwa Dosenfleisch. Für acht Personen!

Da Sie Ihre Familie von den paar Blumen, die Sie noch verkaufen würden, nicht ernähren könnten, hätten sie sich mit einem Ihrer Brüder, der Fischer ist, zusammen getan. Allerdings wäre dieser auch in großen Schwierigkeiten. Israel hat den palästinensischen Fischern entgegen internationalem Recht verboten, außerhalb einer 3-Seemeilenzone zu fischen. Dadurch gehen den Fischern von Gaza 85 Prozent der Fischgründe verloren. Wer diese Grenze überschreitet, wird von der israelischen Kriegsmarine beschossen. Ein Freund Ihres Bruders hat es gewagt. Er kehrte nie mehr zurück. Wie ein Dutzend anderer palästinensischer Fischer in den letzten 5 Jahren.

Auch sonst wäre Ihr Leben in Gaza beschwerlich. Vor allem wenn Israel wieder einmal – wie seit einigen Tagen – seine Stromlieferungen einstellt und gleich noch das Elektrizitätswerk von Gaza bombardiert. Wie gestern. Und daraufhin auch die Wasserversorgung zusammenbricht, weil die palästinensischen Wasserpumpen mit Strom betrieben werden. Gaza ist zur Zeit ohne Strom und Wasser. Nichts geht mehr. Das Trinkwasser ist verseucht, das Abwassersystem zusammen-gebrochen. Wichtige Medikamente für Ihre Familie gäbe es schon seit längerem nicht mehr. Die Folgen wären auch für Ihre Familie verheerend. Wie für alle palästinensischen Familien.

Für einen die eigene Freiheit liebenden Menschen wie Sie wäre es sicher hart, Ihre winzige Heimat Gaza seit 2007 über den israelischen Grenzübergang Erez nur noch in medizinischen Notfällen und über den ägyptischen Grenzübergang Rafah nur dann verlassen zu können, wenn er ausnahmsweise einmal geöffnet ist. Was in den letzten Jahren selten der Fall war. Ich stand in Rafah auch schon stundenlang vor verschlossenen Toren. Sie würden im größten Freiluftgefängnis der Welt leben. Im Osten eingeschlossen durch militärische Todesstreifen, Stacheldraht und Betonmauern, im Westen zur Seeseite durch die Geschütze der israelischen Kriegsmarine. Die einzige Möglichkeit, alte Freunde in Ägypten wenigstens gelegentlich wieder zu treffen, war in den letzten Jahren, wie ein Maulwurf durch einen der vielen Erdtunnel ins ägyptische Rafah zu krabbeln. Für viel Geld. Für einen stolzen Mann wie Sie wäre das zwar demütigend, aber was macht man nicht alles für die eigene Freiheit? Doch die neue ägyptische Regierung hat auch diesen letzten Fluchtweg in die Freiheit verrammelt. Zur Freude Israels. Ohne Bodentruppen einzusetzen übrigens. Die haben viele der Tunnel einfach geflutet.

So bliebe Ihnen in diesen Tagen nur noch der Blick über das weite Meer, der noch immer wunderbar ist. Wenn man sich die israelischen Kriegsschiffe am Horizont wegdenkt. Und es bliebe der Traum von Freiheit. Vom Frieden, den Sie und Ihre palästinensische Familie lediglich vom Hörensagen kennen würden. Nur die Gedanken wären frei. In Ihren Gedanken und in Ihren Träumen könnten sie noch immer erleben, was Israels Regierung Ihnen als Palästinenser vorenthält.

Was würden Sie als Bürger von Gaza von Israels Ministerpräsident Netanjahu halten, dem Sie einen Großteil Ihres Leids verdanken? Wären Sie in diesen Tagen des israelischen Dauerbombardements Anhänger der gemäßigten Fatah, die seit Jahrzehnten durch Verhandlungen das Schicksal der Palästinenser zu verbessern sucht? Oder der radikalen, streng konservativen Hamas, die mit teilweise selbst gebastelten Raketen dilettantisch und in inakzeptabler Weise versucht, wenigstens ein paar Rechte der Palästinenser durchzusetzen. Oder hätten Sie wie viele Palästinenser von der Politik einfach die Nase voll. Weil der aktuelle israelische Ministerpräsident, der zufällig Ihren Namen trägt, den Palästinensern ohnehin nie gestatten wird, einen eigenen lebensfähigen und gleichberechtigten palästinensischen Staat aufzubauen? Und der nächste auch nicht. Ich befürchte, Sie würden mit der härtesten der sogenannten palästinensischen Terrorbewegungen, dem ‘Islamischen Jihad’ sympathisieren. Sie lassen sich ja nur selten von jemandem an Härte übertreffen. Doch wer weiß?

Stellen Sie sich vor, die Bomben der israelischen F16 Kampfjets hätten vor einigen Tagen auch Ihr Haus dem Erdboden gleich gemacht. Sie hätten dadurch wie unzählige Bewohner von Gaza zahlreiche Tote und Verletzte in Ihrer Familie zu beklagen und Ihren gesamten Besitz verloren. Eines der überlebenden, schwer verletzten Kinder im Shifa-Krankenhaus von Gaza, die kleine Maria, wäre Ihre Enkelin. Maria, an deren Krankenbett ich letzte Woche lange stand, hätte bei der Zerstörung Ihres Hauses schwere Verletzungen erlitten. Ein israelischer Raketensplitter steckt noch immer in ihrem Kopf. Durch die Schrecken der Bombennacht hat sie die Sprache verloren. Niemand in Gaza kann sie operieren. In den Krankenhäusern fehlt es an allem. Der israelische Ministerpräsident, der Ihren Namen trägt, interessiert sich nicht für die Krankenhäuser der Palästinenser. Er denkt nie an die Kinder von Gaza.

Wie würden Sie reagieren, wenn Sie aus den Nachrichten erfahren würden, dass Israel nun auch noch das Shifa-Krankenhaus bombardieren will, in dem Ihre schwerverletzte Enkelin liegt. Angeblich hat die Hamas in den Kellern dieses größten Krankenhauses Gazas ihr Hauptquartier. Wir alle dachten doch, Israel habe die Hamas-Führung weitgehend ausgeschaltet. Die israelische Luftwaffe hat doch angeblich alle Häuser der Hamas zerstört – neben unzähligen Häusern von Zivilisten. Das war doch die Begründung für die wochenlangen mörderischen Bombardements.

Was würden Sie als ausgebombter Bürger von Gaza von diesem israelischen Ministerpräsidenten denken, der unablässig von den Raketen der Hamas und des ‘Islamischen Jihad’ redet, die in zwei Kriegswochen zwei israelische Zivilisten getötet und 10 verletzt haben? Was auch ich schrecklich finde. Mord bleibt Mord, egal wer ihn begeht. Leider sieht das der israelische Ministerpräsident anders. Ihm sind die 600 ermordeten und 4000 verletzten palästinensischen Zivilisten völlig gleichgültig. Selbst die vier palästinensischen Kinder, die beim Fußballspielen am Strand von israelischen Kriegsschiffen erschossen wurden, die Kinder, die beim Hühnerfüttern vom Dach ihres Hauses geschossen wurden oder die 9 jungen Fußballfans, die in einem Strandcafé beim WM-Spiel Argentinien : Holland von israelischen Raketen getötet wurden. Auch das Beschießen von Behindertenheimen, Krankenhäusern, Ambulanzen, Schulen, all das stört ihn nicht. Noch nie hat dieser israelische Ministerpräsident über ein getötetes palästinensisches Kind geweint. Stattdessen höhnt sein Botschafter in den USA, eigentlich verdienten die israelischen Truppen wegen ihrer ‘unvorstellbaren Zurückhaltung’ den Friedensnobelpreis. Seine Regierung begeht Kriegsverbrechen und er fordert den Friedensnobelpreis. Unglaublich, würden wahrscheinlich auch Sie denken.

Sehr geehrter Herr Netanjahu, was würden Sie als Palästinenser von diesem israelischen Ministerpräsidenten und seiner Politik halten, wenn Sie Bürger von Gaza wären? Von einem Politiker, dessen Volk vor allem in Europa Jahrtausende lang barbarisch behandelt wurde. Fast immer als Menschen zweiter Klasse. Wie ist es möglich, dass ein Politiker mit dieser tragischen Vorgeschichte seines Volkes nun die Bevölkerung von Gaza als Menschen dritter Klasse behandelt? Hatte der Vater des Staates Israel, Theodor Herzl, nicht einen Musterstaat der Toleranz versprochen? Und geschrieben: “Und fügt es sich, dass Andersgläubige, Andersnationale unter uns wohnen, so werden wir ihnen einen ehrenvollen Schutz und Rechtsgleichheit gewähren”. Wo in Palästina gibt es ehrenvollen Schutz und Rechtsgleichheit für die Palästinenser?

Sehr geehrter Herr Netanjahu, stellen Sie sich bitte wirklich einmal vor, Sie wären nicht in Tel Aviv, sondern in Gaza geboren! Nur einen Augenblick! Vielleicht würden Sie dann erkennen, dass in Gaza und im Westjordanland Menschen leben, die dieselben Träume haben wie die Bürger Israels. Sie, Herr Netanjahu, könnten mit einer Handvoll Menschlichkeit und Weitsicht wie Jitzchak Rabin ein echter Staatsmann werden. Läge das nicht auch im Interesse Ihres Landes? Israel wird in einer Welt von Feinden nicht überleben. Sondern nur in einer Welt von Freunden. Stellen Sie sich wenigstens einmal am Tag vor, sie seien in Gaza geboren und nicht in Tel Aviv!

Ihr Jürgen Todenhöfer

https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer?fref=nf

25. Juli 2014

Buchvorstellung “Euromaidan und Neonazis” Zehn Fragen und meine Entgegnung

Verfasst von: Milan Markez. Verfasst am: Fr, 25.07.2014 – 19:21.

Als Entegegnung auf diesen Artikel:

https://linksunten.indymedia.org/de/node/119183

In der Ostukraine herrscht bekanntermaßen Krieg, und ein wesentlicher Motor dieses Krieges ist Nationalismus. Die ultra-nationalistische Svoboda war an der Regierung beteiligt, die gestern zurückgetreten ist, und das Innenministerium hat ganz offiziell eine neue Spezialeinheit namens Azov geschaffen. Zur Veranschaulichung, hier deren Logo, mehr gibt’s bei google:
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Azov_Batallion_logo.jpg 

Auf facebook, VKontakte, youtube und twitter gab es Freudesbekundungen über die in Odessa und Lugansk ermordeten Ukrainer_innen, Frau Timoshenko äußerte öffentlich Vernichtungswünsche gegenüber der Bevölkerung im Osten, der neue Präsident schließt seine Reden mit dem Bandera-Gruß “Ruhm der Ukraine!” und der Verteidigungsminister versprach eine “Siegesparade im ukrainischen Sevastopol”, sprich: Krieg gegen Russland. Das halbe Land befindet sich in nationaler Hysterie und Euphorie, die gezielt von Medien und Staat mitgeschürt werden, ehemals als rechts-extrem geltende Parolen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und Hunderttausende skandieren nun ganz selbstverständlich “Ruhm der Nation, Tod den Feinden”, “Ukraina über alles”, usw – und ihr macht mich an, weil ich eine Buchpräsentation ermöglicht habe, wo es um ukrainischen Nationalismus ging?

Gleichzeitig schäumt die mediale Öffentlichkeit in Deutschland über vor Hetze gegen Russland, teilweise ist es richtige Kriegstreiberei. Ein solch aggressives deutsches “Sendungsbewusstsein” im Namen angeblich “zivilisatorischer” Werte hatten wir schon zwei Mal. Beide Male führte es zu Weltkriegen, die gerade im Osten Europas bestialisch gewütet haben. Hunderte ziviler Opfer des Beschusses von Großstädten im Osten der Ukraine durch Artillerie und aus Kampfjets sind den deutschen Medien kaum eine Zeile wert, ebensowenig die mehreren hunderttausend durch dieses militärische Vorgehen Vertriebenen. Statt dessen stimmen sie mit Inbrunst in das Geschrei ein, dass Putin der neue Hitler sei, eine Gefahr für Europa, dass die “Appeasement-Politik der EU” endlich aufhören und man Härte zeigen müsse, etcetera. Sie bringen täglich neue Versionen ein und derselben Story.

Und ihr reproduziert diesen bürgerlichen Scheiß, indem ihr “Kreml-Propaganda” und “russische Behörden” in direkten Zusammenhang mit neofaschistischen Organisationen bringt. Was wollt ihr damit ausdrücken? [Frage 1]

Noch dazu macht ihr meine “serbische” Herkunft zum Thema. Ohne mich zu kennen presst ihr mich in eine nationale Identität und versucht, mein Handeln daraus abzuleiten – DAS ist nationalistisches Denken.
Wie kommt ihr überhaupt darauf, dass ich “Serbe” sei? Und was spielt das für eine Rolle? Beide Fragen will ich näher erklärt haben. [Fragen 2 und 3]

Und in diesen Zeiten, wo es übelst nach Krieg aussieht, wo zufälligerweise auch noch die “deutsche Verantwortung” immer deutlicher thematisiert und offen für “militärische Optionen” geworben wird, und auch schon vereinzelt von einem Einsatz deutscher Soldaten in der Ukraine geredet wird – da habt ihr nichts besseres zu tun, als andere Linke zu diskreditieren, die sich gegen den (drohenden) Krieg engagieren? Ihr tut das auch noch ohne Inhalte! Nur anhand von Äußerlichkeiten!

Denn was bitte ist an dem Buch “Neonazis und Euromaidan” so verwerflich, dass ihr derartig intensiv damit beschäftigt seid, es schlecht zu machen? Auch dazu will ich eine Erklärung. Konkret zum Inhalt des Buches! [Frage 4]

Wir haben die ursprünglich geplante Veranstaltung abgesagt und betont, dass “eine explizit linke Veranstaltung zum Buch unangebracht” wäre, eben aufgrund der Kontroverse um die Autoren. Trotzdem halten wir ihr Buch für eine äußerst informative Studie zum Thema, und fanden es wichtig, dass sie ein breiteres Publikum erreicht. Dafür haben wir bewusst einen neuen Rahmen gesucht, und zwar gezielt das Russische Haus in Berlin. Also, wo ist jetzt das Problem? Konkret! [Frage 5]

Im Gegensatz zu euch haben wir die Autoren persönlich kennengelernt, sie direkt mit den Vorwürfen konfrontiert, und stundenlang mit denen geredet. Das Ergebnis war folgende Erklärung:
http://coopcafeberlin.de/ex/buchvorstellung/index.html  (lest es bitte)
Das ist der Text einer Rundmail, die wir an alle zuvor Eingeladenen rausgeschickt haben, mit der Bitte, es entsprechend weiterzuleiten. In dieser Rundmail gab es abschließend ein nicht veröffentlichtes persönliches PS von mir, unter anderem zu den Autoren:

“Kochetkov ist ein Profi des Polit-business, Technokrat, der sich schon seit über einem Jahrzehnt auf internationalem Parkett bewegt. Er war sichtlich irritiert ob der Anschuldigungen, erzählte von seiner oben geschilderten Vergangenheit, und das war’s.

Byshok war wesentlich gesprächiger und bekannte sich offen zu einer konservativen Einstellung. Er sagte es zwar nicht so, aber ich sage: rechts-konservativ. Zugleich, ich muss es so sagen, ein offener und tolerant auftretender Gesprächspartner, der sich gewählt und differenziert ausdrückt. Es ist nicht überraschend, dass Sergei von der Borotba die beiden schlicht für Bürgerliche hielt. Er hat sich zudem überzeugend von seiner Vergangenheit distanziert. Er ist kein Aussteiger im uns bekannten Sinn, der sich jetzt aktiv gegen rechte Strukturen einsetzt, sondern hat sich bloß von der Szene entfernt, studiert, und ist jetzt dabei Karriere zu machen. Vereinzelte persönliche Kontakte in die Szene gestand er von sich aus ein, betonte dabei aber den sich aus seiner Biografie ergebenden freundschaftlichen Charakter dieser Kontakte.”

Eure Anschuldigungen gegenüber Byshok, er sei Nazi, “untermauert” ihr nicht inhaltlich anhand persönlicher Aussagen von ihm, sondern ihr hangelt euch von seinen “Facebook-Freund*innen” über “Temnozor” und “Russkij Obraz” hin zu “Modus Agendi”. Allein sowas ist keine Aufklärungsarbeit von bedeutender Qualität, denn ihr nennt weder von Byshok über “Modus Agendi” (oder wo auch immer) verbreitete Inhalte, noch Einzelheiten zum konkreten Stellenwert dieser “Facebook-Freund*innen” in seinem Leben. Außerdem ist er laut Selbstaussage seit 2005 bzw. 2007 bei Temnozor und RO nicht mehr dabei, wir schreiben das Jahr 2014.

Ach ja, im von euch verlinkten “Schreiben” von 2008 wird Byshok kurz erwähnt, ja. Es geht darum, dass er als “Vertreter der RO” in einem “Brief an uns” erklärt habe, dass ein gewisser Oleg Kassin nicht zur RO gehöre – sehr aussagekräftig! Euer Link funktioniert übrigens nicht, hier, der funktioniert:
http://www.kavkazcenter.com/russ/content/2008/10/27/61817.shtml

Ein Artikel mit über 200 Zeilen, fünf davon haben mit Byshok zu tun. Mal ehrlich, wie lange habt ihr google durchforstet, um so eine nichtsagende Nachricht zu finden, die Byshok mit der RO im Jahre 2008 in Verbindung bringt? Oder lest ihr etwa regelmäßigkavkazcenter.com? [Fragen 6 und 7]

Damit alle verstehen, auf welches antifaschistische Frontblatt unsere Autor_innen sich zur Untermauerung ihres Vorwurfs berufen, dass Byshok über 2007 hinaus bei RO war, hier ein aktueller englischsprachiger Artikel:
http://www.kavkazcenter.com/eng/content/2014/07/24/19377.shtml
Titel: “Bloody Jews attacked school in southern Palestine Gaza and butchered 15 Muslim children”. Schaut euch auf der Seite ruhig mal ein wenig um…

Und wie gesagt, wir schreiben 2014, nicht 2008. Ich hab Byshok vor kurzem persönlich kennengelernt, und ja, er ist rechts-konservativ. Na und? Er ist kein Faschist, kein Nazi, er vertritt durchaus Werte wie Respekt, Toleranz und Menschlichkeit. Wenn ihr meint, so etwas könnten Rechte nicht, bitteschön, ich seh’s anders. Macht euch mal eins klar, wir haben die beiden vor vollendete Tatsachen gestellt: “Es gibt keine Buchpräsentation, weil es heißt, ihr seid Nazis.” Punkt. Die Art, wie sie damit umgegangen sind, wie sie mit uns umgegangen sind, wie sie offen und ehrlich auf die Vorwürfe reagiert und sich dazu geäußert haben – all sowas spielt für mich eine entscheidende Rolle, wenn ich einen Menschen beurteile.

Und Byshok hat sich nun einmal die Arbeit gemacht, Aspekte des ukrainischen Nationalismus näher zu untersuchen, und ein – trotz einiger Mängel – lesenswertes und informatives Buch geschrieben. Wenn ihr was Besseres zum Thema kennt, lasst es mich wissen.

Und was Kochetkov angeht: Ihr behauptet, er behauptet. Eure obigen Anschuldigungen stehen gegen sein “Stimmt nicht, ich bin seit Mitte der 90er nicht mehr in solchen Strukturen aktiv.”
- was sollen wir da jetzt machen? Euch einfach glauben, weil ihr so gut informiert daherschreibt? Nicht eine eurer Aussagen belegt Kochetkovs Engagement bei der RNE über die 90er hinaus. Unbelegt bleibt auch seine angebliche Involviertheit bei euren sonstigen, durchaus interessanten Ausführungen zur extremen Rechten in Russland. Ihr behauptet einfach, Kochetkov sei “seit Anfang der 90er ein RNEshik und neofaschistischer Netzwerker” und habe mit der CIS-EMO “seine nationalistische Arbeit institutionalisiert”. Als Beleg für letzteres führt ihr an, dass 2005 Luc Michel da mit aktiv war. Und bis wann bitte? Wer war noch alles für CIS-EMO aktiv? Warum nennt ihr nicht auch Ján Čarnogurský und Leszek Miller, zum Beispiel? [Frage 8]

Ich hab mit dieser Organisation nichts zu tun und sehe es nicht als meine Aufgabe, diese zu verteidigen. Ebenso sind mir die beiden Autoren letzten Endes scheißegal.

Aber dass ich jetzt mit Klarnamen und öffentlich als möglicher Wegbereiter von angeblichen Nazis dargestellt werde, auch noch von Herr_Frau_Gruppe “Anonym”, das ist mir nicht scheißegal.

Es ging mir ausschließlich ums Buch und dessen Inhalt, und zwar vor dem konkreten und überaus aktuellen Hintergrund, dass der ukrainische Nationalismus in der deutschen Öffentlichkeit zu wenig Beachtung findet bzw. gar als nicht-existent weggeredet wird. Letzte Tage erst wieder von Claus Kleber im heute-journal.

Auch da schlagt ihr in dieselbe Kerbe wie die Bürgerlichen, wenn ihr schreibt, dass 2013/14 die CIS-EMO Byshoks letzte vier Bücher veröffentlicht hat, die (bis auf das zu Navalnyj) “immer die Symphatisant*innen von Stepan Bandera und die vermeintliche nationalistische Hegemonie in der Ukraine” zum Thema haben. Wollt ihr sagen, das Erbe von Stepan Bandera spielt keine Rolle in der derzeitigen Ukraine? Und dass der ukrainische Nationalismus angesichts von Krieg, Verfolgung politischer Gegner, staatlicher Anerkennung von Nazi-Milizen und hysterischer Russophobie nicht von hegemonialer Bedeutung für die derzeitige ukrainische Gesellschaft sei? [Frage 9]

Abgesehen davon hat Byshok im Grunde nur zwei Bücher geschrieben:
- 2013: „Illjuzija Svobody. Kuda vedut Ukrainu novye Banderovcy“ (Illusion der Freiheit. Wohin führen die neuen Bandera Symphatisanten die Ukraine)
- 2014: „Naval’nyj. Chelovek, kotoryj ukral les“ (Naval’nyj. Der Mensch, der den Wald gestohlen hat)

Der Inhalt des erstgenannten Buchs wurde recycled, um die Maidan-Bewegung erweitert, und wurde so zum “dritten Buch”:
„Evromajdan imeni Stepana Bandery. Ot demokratii k diktatury“ (Der Euromaidan unter dem Banner Stepan Banderas. Von der Demokratie zur Diktatur)

Welches dann für’s westliche Publikum in gekürzter Version auf Englisch übersetzt wurde, “viertes Buch”:
„Neonazis & Euromaidan. From democracy to dictatorship“

Das hat also nichts mit einer von euch angedeuteten Obsession zu tun, sondern erklärt sich aus der Aktualität des Themas und der Tatsache, dass “Illusion Svoboda” von März 2013 genau dieses Thema behandelte, und schon damals einige der derzeitigen Ereignisse und Mechanismen in der Ukraine vorhersagte.

Und meine letzte Frage [Frage 10]: Wer seid ihr?

Denn ich find’s milde gesagt äußerst unsolidarisch, dass ihr mich aus der Anonymität heraus unter meinem Klarnamen öffentlich mit Dreck bewerft.

25. Juli 2014

Junge Welt ll Opfer sind selbst schuld Israel bombardiert Schulen und Krankenhäuser – und macht die Palästinenser für die getöteten Zivilisten verantwortlich

http://www.jungewelt.de/2014/07-26/042.php

26.07.2014 / Titel / Seite 1Inhalt

Von Karin Leukefeld

Israel hat am Freitag den 18. Tag in Folge seine Offensive gegen den Gazastreifen fortgesetzt. Auch der Raketenbeschuß israelischen Territoriums von palästinensischem Gebiet aus ging weiter. Die Zahl der getöteten Palästinenser stieg auf 825, unter den Opfern sind mindestens 150 Kinder. 5240 Menschen wurden verletzt. Die israelische Armee meldete am Freitag den Tod eines weiteren Soldaten. Die Zahl der getöteten Israelis stieg damit seit Beginn der Offensive auf 36. Drei von ihnen waren Zivilisten – ebenso wie 80 Prozent der palästinensischen Opfer. Ein zweieinhalbjähriger Junge starb am späten Donnerstag abend, als eine israelische Granate das Mohammad-Al-Durra-Krankenhaus in Gaza-Stadt traf. Ibrahim Al-Sheikh Omar, der wegen schwerer Verletzungen auf der Intensivstation des Krankenhauses gelegen hatte, wurde von Granatsplittern getroffen und war sofort tot. 30 Personen wurden bei dem Angriff verletzt.

Am Donnerstag nachmittag waren 15 Menschen getötet worden, als die israelische Armee eine Schule der Vereinten Nationen angriff, in der 800 Personen Schutz gesucht hatten. Man müsse den Vorfall »untersuchen«, erwiderte General Micky Edelstein, der die israelische Bodenoffensive in Gaza befehligt, auf Kritik daran. Die palästinensischen Kampfverbände »benutzen zivile Infrastruktur und internationale Symbole als menschliche Schutzschilde«, so Edelstein. Mit diesem Argument haben Sprecher der israelischen Armee schon wiederholt gezielte Angriffe auf Schulen, Moscheen, Wohn- und Krankenhäuser gerechtfertigt. Diese Orte seien Waffenlager der Hamas. Somit sei die Organisation für den Tod der palästinensischen Zivilbevölkerung verantwortlich, heißt es in Israel.

Der UN-Menschenrechtsrat hat bereits am Mittwoch in einer Dringlichkeitssitzung die Bildung einer Untersuchungskommission beschlossen, um mögliche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch die israelischen Streitkräfte während der aktuellen Gaza-Offensive zu untersuchen. 29 der 47 Mitglieder des Gremiums stimmten für die Entschließung, die der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu anschließend als »Travestie« verhöhnte. Die USA stimmten gegen die Entscheidung, Deutschland und andere EU-Staaten enthielten sich. US-Außenminister John Kerry sagte derweil seine Unterstützung für einen von Ägypten vorgelegten Waffenstillstandsvorschlag zu. Um Verhandlungen in Gang zu bringen, sollten eine Woche lang die Waffen ruhen. Ausgenommen davon seien jedoch Angriffe der israelischen Armee auf Tunnelanlagen und Raketenabschußrampen. Es ist unwahrscheinlich, daß die Hamas sich darauf einlassen wird. Sie fordert ein Ende der Blockade des Gazastreifens. Auch das israelische Sicherheitskabinett, das am Freitag über den Vorschlag beriet, lenkte nicht ein. Der israelische Rundfunk berichtete vielmehr, die Armee sei angewiesen worden, sich kommende Woche auf eine »echte Ausweitung« der Offensive vorzubereiten.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat am Donnerstag das von ihr verhängte Flugverbot nach Israel aufgehoben. Dagegen verlängerte die Lufthansa am Freitag ihren Stopp aller Verbindungen nach Israel um weitere 24 Stunden. Am Freitag waren erneut drei Raketen auf den Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv abgeschossen worden. Die Verantwortung dafür übernahmen die Al-Qassam-Brigaden der Hamas. Schaden richteten die Geschosse nicht an, sie wurden vom israelischen Raketenabwehrschirm abgefangen.

25. Juli 2014

Junge Welt ll Der Schwarze Kanal: Lausige Enten Von Arnold Schölzel

http://www.jungewelt.de/2014/07-26/009.php

26.07.2014 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)Inhalt

Rußland leide unter Realitätsverlust, greift Jan Fleischhauer auf Spiegel online am Dienstag ein Wort der Kanzlerin auf. Die hatte irgendwann gesagt, Wladimir Putin lebe in einer anderen Welt. Fleischhauer nimmt die russischen Reaktionen auf den Absturz der malaysischen Passagiermaschine, deren Abschuß für ihn feststeht, zum Anlaß, um das Staatsoberhaupt und den Vielvölkerstaat insgesamt zu hoffnungslosen Fällen zu erklären: »Der Präsident leidet an wahnhaftem Wirklichkeitsverlust – und mit ihm das ganze Land.« Solche Fern- und Pauschaldiagnosen für etwa 144 Millionen Menschen und 83 staatliche Untergliederungen eines Landes sind im Land eines Gustl Mollath, den Gutachter ohne Begutachtung wegen der Wahnvorstellung, es gebe Schwarzgeld, in die Psychiatrie geschickt haben, nichts Ungewöhnliches. Politisch sind Merkels und Fleischhauers Äußerungen Ausfluß neuer strategischer Ambitionen auf die Unterjochung und Aufteilung Rußlands, ideologisch setzt der Spiegel-Autor die Rede vom slawischen Untermenschen mit anderen Vokabeln fort. Merkel und Fleischhauer bilden ein ideales Paar in der Kombination von politischer (und militärischer) Irrationalität und Scharfmacherei vom Propagandaschreibtisch aus.

Dort wird das, was Nachrichtenagenturen an »Tatsachen« zuliefern, zu ärztlichen Diagnosen wie denen Fleischhauers verdichtet. Hier zwei Beispiele aus der vergangenen Woche.

Am Donnerstag berichtete dpa um 12.47 Uhr unter der Überschrift »Parlamentsmehrheit in der Ukraine aufgelöst – Neuwahlen geplant« u.a.: »Im Parlament war es zuletzt zu tumultartigen Szenen unter Beteiligung der Kommunisten gekommen. Parlamentschef Alexander Turtschinow löste die Fraktion der Kommunisten auf. Zudem haben die Behörden ein Verfahren zum Verbot der Kommunistischen Partei eingeleitet.« Der Sachverhalt: Einen Tag zuvor hatten Swoboda-Abgeordnete die sofortige Entfernung des Vorsitzenden der Kommunistischen Partei der Ukraine, Pjotr Simonenko, aus dem Parlament gefordert, weil er für Waffenstillstand und Friedensverhandlungen in der Ostukraine plädiert hatte. Als Turtschinow unter Hinweis auf die Geschäftsordnung das ablehnte, ging die Bande auf Simonenko los und versuchte, ihn aus dem Saal zu prügeln – was Turtschinow regungslos hinnahm. Die »Beteiligung der Kommunisten« war so wahr wie die Meldung, daß seit 2001 in Afghanistan kriegsartige Zustände unter Beteiligung von Afghanen herrschen.

Um 15.33 Uhr wiederholte dpa die drei Sätze mit einer Ergänzung: »Zuletzt kam es dort zu tumultartigen Szenen unter Beteiligung der Kommunisten. Parlamentschef Alexander Turtschinow löste die Fraktion der Kommunisten daraufhin auf.« Aus der lausigen Fälschung war eine prächtige Ente geworden. Das wäre nicht weiter von Belang, aber um 15.47 Uhr wurde die Meldung wiederholt – mit dem Hinweis »Korrektur (Berichtigung: Wort entfernt)«. Das »daraufhin« war weg, das »unter Beteiligung von Kommunisten« blieb. Die Ente wurde wieder zur Laus.

Zweites Beispiel. »Exklusiv« titelte Reuters am Mittwoch um 19.49 Uhr: »Rebellenkommandeur in Ukraine – Wir hatten Buk-Raketen«. Wenige Stunden später erklärte der Betreffende in einem Interview, er habe »keine Kenntnis, daß die Aufständischen eine solche Waffe besitzen«. Er habe allerdings »mit einem Journalisten eines westlichen Mediums verschiedene Möglichkeiten für den Abschuß der malaysischen Passagiermaschine« durchgesprochen. Das hinderte Reuters nicht daran, die nachweisliche Fälschung – es existiert eine Videoaufnahme des Interviews mit dem Widerstandskämpfer – am Donnerstag um 13.54 Uhr erneut zu verbreiten.

Vorm klaren Horizont solchen, von keiner Wahnvorstellung getrübten »Materials« hebt sich »Rußlands Realitätsverlust« um so dunkler ab: Bundesdeutsche Präzision gegen Halluzinationen. Fleischhauer: »Die entscheidende Frage ist, ob Putin diese Realität anerkennt und rational agiert – oder ob er längst in einer anderen Realität gefangen ist. Wenn wir Pech haben, müssen wir Hilfe in der klinischen Psychologie suchen statt in der Diplomatie. (…) Aber wie befreit man einen Staat von seinen Zwangsideen?«

Er vergaß zu fragen: Wie befreit man die Deutschen, ihre Regierungschefs und ihre Fleischhauers von der wiederkehrenden Zwangsidee, den russischen Staat »befreien« zu müssen?

25. Juli 2014

Neues Deutschland ll Zufällig noch ein Wrackteil entdeckt Stimmt die These von einem Raketentreffer, muss es Trümmer der Waffe geben. Doch wer hat sie?

Schlamperei im Kriegsgebiet. Ermittler haben mehr als eine Woche nach dem Absturz des Malaysia-Airlines-Flugzeugs in der Ostukraine ein neues großes Wrackteil sowie weitere Leichen gefunden.

http://www.neues-deutschland.de/artikel/940353.zufaellig-noch-ein-wrackteil-entdeckt.html

25. Juli 2014

Kriegshetze über Leichen Abschuß einer Iran-Air-Passagiermaschine 1988 war für US-Präsident »Zwischenfall in Kriegszeiten« ll Mumia Abu-Jamal

http://www.jungewelt.de/2014/07-26/021.php

Derzeit sind die Ätherwellen voll mit Gerede über »Kriegsverbrechen« und Sanktionen gegen Rußland. Ein Falke aus dem US-Kongreß tönte sogar laut herum, daß Präsident Wladimir Putin »Blut an seinen Händen hat«. Anlaß ist die furchtbare Katastrophe des Passagierflugzeugs der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH-17. Es geht jetzt überhaupt nicht darum, das Ereignis und die realen Verluste herunterzuspielen, aber wir sollten uns genau ansehen, wie leicht es den imperialen Medien fällt, in einen Jargon der Kriegshetze zu verfallen, und wie schnell sie mit Schuldzuweisungen bei der Hand sind. Das ist die richtige Gemengelage, in der die hohen Tiere des Militärs mit den Konzernmedien wie Pech und Schwefel zusammenhalten und gern dem Krieg das Wort reden.

Wer erinnert sich noch an den Airbus A300 der Iran Air, der am 3. Juli 1988 über der Straße von Hormus vom Himmel geschossen und völlig zerfetzt wurde? Linienflug IR-655 war in Teheran mit dem Ziel Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten gestartet. 275 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder wurden bei diesem barbarischen Akt über dem Persischen Golf getötet. Getroffen worden war die Passagiermaschine von zwei Flugabwehrraketen vom Typ SAM-2, die von einem US-Kriegsschiff, dem Kreuzer USS Vincennes, abgefeuert worden waren. Frage: Hat damals jemand den Vorwurf erhoben, da sei ein »Kriegsverbrechen« geschehen? Wurde US-Präsident Ronald Reagan dafür verantwortlich gemacht? Im Gegenteil: US-Vizepräsident George Herbert W. Bush lehnte es vor den Vereinten Nationen ab, sich im Namen der USA für den Abschuß zu entschuldigen und verteidigte ihn als »Zwischenfall in Kriegszeiten«. Die Besatzung der USS Vincennes habe »angemessen gehandelt«, sagte Bush. (Im Ersten Golfkrieg von 1980 bis 1988 war die 5. US-Flotte zur Sicherung der Öltankerroute im Persischen Golf eingesetzt; d. Red.).

Um das noch einmal deutlich zu machen: Das war nicht der Akt einer nichtstaatlichen, inoffiziellen und schlecht trainierten Miliz, wie sie jetzt ohne Beweise von den USA für den Abschuß von Flug MH-17 über der Ukraine verantwortlich gemacht wird. Nein, den Abschuß der regulären Passagiermaschine hatte die US-Marine zu verantworten. Die Offiziere auf der USS Vincennes wollen den Airbus »irrtümlich als einen feindlichen iranischen Kampfjet F-14 Tomcat identifiziert haben«, so damals die offizielle Erklärung des Pentagon. Wie bitte? 290 Männer, Frauen und Kinder »aus Versehen« in Stücke gerissen? Kein Kriegsverbrechen? Nein, bloß ein »Irrtum«!

Übersetzung: Jürgen Heiser

25. Juli 2014

Erklärung zu Gaza von Preisträgern des “Alternativen Nobelpreises”

http://www.rightlivelihood.org/gaza-declaration.html

Als Träger des Right Livelihood Award, bekannt als „Alternativer Nobelpreis“, verurteilen wir vehement die Tötung hunderter Kinder und unschuldiger Zivilisten in Gaza durch die israelischen Verteidigungskräfte, das wahllose Abfeuern von Raketen durch die Hamas gegen israelische Zivilisten und wir beklagen das nicht endende Leiden der Bevölkerung Gazas.

 Während Bomben und Kugeln sowohl Zivilisten als auch medizinisches Personal in einer Spirale von Gewalt und Hoffnungslosigkeit töten und verwunden, ist Gaza Engpässen in der Versorgung mit Wasser und Elektrizität, Krankenhäusern, Ärzten und Medizin ausgesetzt. Etwa 24% aller, die in Gaza ihr Leben in Folge der israelischen Bombardierung und militärischen Invasion verloren, sind Kinder.

 Allerdings liegt die Verantwortung für diese Tode nicht allein bei den israelischen Soldaten, den Hamas-Kämpfern und deren Regierungen. Auch andere Regierungen sind entweder direkt oder indirekt verantwortlich, sei es durch Waffenhandel, militärischen Rat und Schweigen. Diese Länder sowie die Vereinigten Nationen scheinen nicht aus der Vergangenheit gelernt zu haben. Unterdessen – der schnell wachsenden Gewalt in Gaza zum Trotz – bewegen sich die Verhandlungen unglaublich langsam voran und werden von eigennützigen Interessen aus Ländern behindert, die keinerlei Blutvergießen in diesem Konflikt ausgesetzt sind. Dialog und Verhandlungen können nicht durch Militärgewalt ersetzt werden. Rache bringt bloß Rache hervor und Blutvergießen bloß weiteres Blutvergießen.

 Niemand wird die Szenen von zerrissenen Schulbüchern auf Gazas Straßen und die zerstörten Leben der Kinder, die sie benutzten, vergessen, die vor einigen Tagen durch die Medien gingen. Ihre kleinen Körper verstreut neben Büchern, die niemals mehr benutzt werden sollen, malen ein tragisches Bild beispielloser Grausamkeit. Niemand hat das Recht, ihre Leben zu beenden oder die Leben jener Kinder zu bedrohen, die noch überleben. Sie sind auch unsere Kinder.

 In diesem Zusammenhang unterstützen wir die herausragende und mutige Arbeit, Entschlossenheit und Beharrlichkeit – unter dem Donner der Bomben – unseres Mitpreisträgers Raji Sourani (RLA 2013, Palästina) und seiner Kollegen vom Palestinian Centre for Human Rights in Gaza, die die Tötung von unschuldigen Zivilisten und die Fortsetzung eines schmutzigen nicht-erklärten Krieges, der gegen die Prinzipien des Humanitären Völkerrechts geführt wird, anprangern. Wir wollen außerdem unsere tiefste Bewunderung ausdrücken für die Arbeit der israelischen Friedensorganisation Gush Shalom (RLA 2001) und für die unglaublichen Anstrengungen des medizinischen Personals, das momentan in Gaza operiert und deren Arbeit ohne Unterlass von unseren Freunden von Physicians For Human Rights-Israel (RLA 2010) hervorgehoben wird. Sie halten weiterhin die Fackel der Humanität hoch, obwohl sie selbst der unmenschlichen Kriegsmaschinerie ausgesetzt sind.

 Als Preisträger des Right Livelihood Award drängen wir die Vereinten Nationen, die Europäische Union und regionale Körperschaften wie die Arabische Liga und die Organisation Amerikanischer Staaten sowie Länder auf der ganzen Welt ihre Stimmen zu vereinen, diese inakzeptablen Menschenrechtsverletzungen zu verurteilen, einen sofortigen Waffenstillstand zu fordern, das Ende der Blockade von Gaza, und auf einen Beginn neuer Friedensgespräche zu drängen. Und sämtliche Aktivitäten einzustellen, die diesen Konflikt verlängern, ein Friedensabkommen verhindern und die sich bekriegenden Parteien mit Waffen versorgen. Wenn wir nicht schnell handeln, werden weitere Kinder und unschuldige Menschen in den kommenden Tagen, in den kommenden Stunden, in den kommenden Minuten, in den kommenden Sekunden sterben.

Unterzeichner:

Dr. Ibrahim Abouleish, Founder, SEKEM, Egypt (RLA 2003)

Swami Agnivesh, India (RLA 2004)

Dr. Martin Almada, Paraguay (RLA 2002)

Uri Avnery, Founder, Gush Shalom, Israel (RLA 2001)  

Dipal Barua, Former Managing Director, Grameen Shakti, now at Bright Green Energy Foundation, Bangladesh (RLA 2007)

Nnimmo Bassey, Health of Mother Earth Foundation, Nigeria (RLA 2010)

Andras Biro, Hungary (RLA 2005)

Citizens’ Coalition for Economic Justice, South Korea (RLA 2003)

Dr. Tony Clarke, Executive Director, Polaris Institute, Canada (RLA 2005)

Comissão Pastoral da Terra (CPT), Brasil (RLA 1991)

Prof. Dr. Anwar Fazal, Director, Right Livelihood College, Malaysia (RLA 1982)

Prof. Dr. Johan Galtung, Norway (RLA 1987)

Dr. Juan E. Garcés, Spain (RLA 1999)

Dr. Inge Genefke, Denmark (RLA 1988)

Gush Shalom, Israel (RLA 2001)

Dr. Monika Hauser, Founder, Medica Mondiale, Germany (RLA 2008)

Dr. Hans Herren, Founder of Biovision Foundation, Switzerland (RLA 2013)

Dr. SM Mohamed Idris, Sahabat Alam Malaysia, Consumers Association of Penang and the Third World Network, Malaysia (RLA 1988)

Bishop Erwin Kräutler, Brazil (RLA 2010)

Dr. Katarina Kruhonja, Center for Peace, Nonviolence and Human Rights-Osijek, Croatia (RLA 1998)

Felicia Langer, Israel/Germany (RLA 1990)

Birsel Lemke, Turkey (RLA 2000)

Helen Mack Chang, Fundación Myrna Mack, Guatemala (RLA 1992)

Dr. Ruchama Marton, Founder and President, Physicians for Human Rights, Israel (RLA 2010)

Prof Dr. h.c. (mult.) Manfred Max-Neef, Director, Economics Institute, Universidad Austral de Chile, Chile (RLA 1983)

Prof. Dr. Raúl A. Montenegro, President, Fundación para la defensa del ambiente, Argentina (RLA 2004)

Dr. Frances Moore Lappé, Co-Founder, Small Planet Institute, USA (RLA 1987)

Jacqueline Moudeina, Chad (RLA 2011)

Helena Norberg-Hodge, Founder and Director, International Society for Ecology & Culture, United Kingdom (RLA 1986)

Juan Pablo Orrego, President, Ecosistemas, Chile (RLA 1998)

Medha Patkar, Narmada Bachao Andolan, India (RLA 1991)

 P K Ravindran, Kerala Sastra Sahitya Parishad, India (RLA 1996)

Fernando Rendón, Co-Founder and Director, International Poetry Festival of Medellín, Colombia (RLA 2006)

Dr. Sima Samar, Chairperson, Afghanistan Independent Human Rights Commission, Afghanistan (RLA 2012)

Dr. Vandana Shiva, Naydanya, India (RLA 1993)  

Prof. Michael Succow, Founder, Michael Succow Foundation for Nature Conservation, Germany, (RLA 1997)

Suciwati, widow of Munir, KontraS, Indonesia (RLA 2000)  

Dr. Hanumappa Sudarshan, Karuna Trust & VGKK, India (RLA 1994)  

The Kvinna Till Kvinna Foundation, Sweden (RLA 2002)

Shrikrishna Upadhyay, Executive Chairman, Support Activities for Poor Producers of Nepal, Nepal (RLA 2010)  

Prof. Dr. Theo van Boven, The Netherlands (RLA 1985)

Martín von Hildebrand, Founder and Director, Fundación GAIA Amazonas, Colombia (RLA 1999)

Dr. Paul F. Walker, Director, Environmental Security and Sustainability, Green Cross International, USA  (RLA 2013)

Alyn Ware, Global Coordinator, Parliamentarians for Nuclear Nonproliferation and Disarmament, New Zealand/Switzerland (RLA 2009)

Chico Whitaker Ferreira, Brazil (RLA 2006)

Alla Yaroshinskaya, Russia (RLA 1992)

Angie Zelter, Trident Ploughshares, United Kingdom (RLA 2001)

25. Juli 2014

[RT] NATO Poland base may be prepared for blitz against Russia

 
NATO’s Europe commander advocates stockpiling a base in Poland with enough weapons, ammunition and other supplies to support a rapid deployment of thousands of troops against Russia, British media reported.
http://rt.com/news/175292-nato-poland-supply-base/
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