26. Mai 2017

Selbstmordanschlag in Manchester: Die offizielle Darstellung gerät ins Wanken (wsws.org)

26. Mai 2017

Die Behauptung der britischen Premierministerin Theresa May, der Selbstmordattentäter von Manchester Salman Ramadan Abedi sei dem Geheimdienst nur „bis zu einem gewissen Punkt“ bekannt gewesen, wurde in weniger als 24 Stunden als Lüge entlarvt.

Aussagen von Abedis Bekannten und eine Reihe von Leaks aus dem amerikanischen und französischen Geheimdienst machen deutlich, dass der 22-Jährige bei den Geheimdiensten als ernsthafte Gefahr für die öffentliche Sicherheit bekannt war. Bei seinem Anschlag auf dem Konzert von Ariana Grande in der Manchester Arena am Montagabend riss er 22 Menschen mit in den Tod.

Der britische Geheimdienst wurde bereits vor fünf Jahren gewarnt, Abedi sei ein potenzieller Selbstmordattentäter. Laut der BBC hatten während seiner Studienzeit zwei seiner Freunde die Polizei angerufen, weil sie befürchteten, „er würde Terrorismus unterstützen“. Zudem soll er die Ansicht geäußert haben, „Selbstmordattentäter zu sein, wäre in Ordnung“.

Der NBC-Reporter Richard Engel twitterte, ein amerikanischer Geheimdienstler hätte der Presse erklärt, Abedis Familie habe die britischen Sicherheitsbehörden gewarnt, dass er „gefährlich“ sei.

Der französische Innenminister Gerard Collomb enthüllte, dass Abedi „nachweislich“ Kontakte zum Islamischen Staat hatte. Er erklärte außerdem, der britische und französische Geheimdienst hätten über Informationen verfügt, laut denen Abedi erst vor kurzem von einem Aufenthalt in Syrien zurückgekehrt sei.

Die britische Innenministerin Amber Rudd und das Büro von May warfen den amerikanischen Geheimdiensten vor, ihre Leaks würden die „operative Integrität“ der Ermittlungen gegen Abedi schädigen. In Wirklichkeit befürchten sie, dass die Enthüllungen ihre Bemühungen, jede Kritik an der offiziellen Darstellung des Anschlags als „Verschwörungstheorie“ darzustellen, unterlaufen könnten.

Die derzeitigen Ereignisse folgen einem wohlbekannten Muster. Schon kurz nach solchen Gräueltaten stellt sich heraus, dass die Täter den Sicherheits- und Geheimdiensten bekannt waren. Allerdings konnten sie ihnen jedes Mal aus nie erklärten Gründen „durch die Lappen gehen.“ Doch die behaupteten Fehler und Pannen sind unglaubwürdig. Die einzige plausible Erklärung ist, dass diese Personen von Kräften innerhalb des Staates geschützt werden.

Aus politischer Sicht ist die Ursache dieser Gräueltaten klar. Sie gehen zurück auf die katastrophalen Kriege, die seit der Auflösung der Sowjetunion 1991 und bis zum heutigen Tag geführt werden – im ehemaligen Jugoslawien, in Afghanistan, dem Irak, Libyen und Syrien. Das Ergebnis ist eine politische und soziale Katastrophe, die den Nährboden für das Anwachsen von terroristischen Organisationen und Individuen bildet.

Von entscheidender Bedeutung ist, dass die Verantwortlichen für die mörderischen Anschläge in Großbritannien, Frankreich, den USA und anderen Ländern das Produkt reaktionärer Terrornetzwerke sind, die eng mit den imperialistischen Kriegen für einen Regimewechsel verbunden sind.

Abedi folgt mit seinen Reisen nach Libyen und Syrien und seinen Kontakten zu islamistischen Terrororganisationen dem Beispiel zahlreicher früherer Attentäter. Die religiösen Terrororganisationen, mit denen sie sich einlassen, wurden von den Westmächten finanziert, bewaffnet und für ihre Zwecke benutzt. Er stammt aus einem Teil von Manchester, der beispielhaft dafür ist, wie der britische Imperialismus islamistische Terrorgruppen für seine Operationen im Ausland einsetzt.

Im Stadtteil Whalley Range, ganz in der Nähe von Abedis Wohnung, war jahrelang eine Gruppe von Mitgliedern der Libyschen Islamischen Kampfgruppe aktiv. Im Gegenzug zu ihrer Opposition gegen das Gaddafi-Regime konnten sie ungehindert Kämpfer rekrutieren. Ihr Anführer Abd al-Baset Azzouz war dort aktiv, bis er 2014 nach Libyen reiste. Es heißt, er sei ein Experte für die Herstellung von Bomben gewesen und kontrollierte 200 bis 300 Aufständische.

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http://www.wsws.org/de/articles/2017/05/26/brit-m26.html

26. Mai 2017

Keiser Report: ‚Criminal Organisation Deutsche Bank‘

In this episode of the Keiser Report, Max and Stacy discuss Deutsche Bank: International criminal organisation. So says the judges presiding over the case of the collapse of the world’s oldest bank at the hands of some deadly derivatives.

26. Mai 2017

Anti-Terror-Experten aus den USA äusserten bereits 2011 Befürchtungen, Terroristen könnten von einem möglichen politischen Vakuum nach Gaddafis Sturz profitieren.

„Erbitterte Auseinandersetzungen zwischen (Gaddafis) Sicherheitskräften und den islamischen Guerillas mit Dutzenden Toten auf beiden Seiten fanden im September 1995 in Bengasi statt. Nach wochenlangen harten Kämpfen erklärte die Libyan Islamic Fighting Group (LIFG) mit einem Kommuniqué formell ihre Existenz und nannte dabei Gaddafis Regierung ein „abtrünniges Regime, das wider den Glauben an Gott den Allmächtigen gelästert“ habe und erklärte den Sturz dieses Regimes zur „ersten Pflicht nach dem Glauben an Gott.“ Dies und folgende Kommuniqués der LIFG wurden von libyschen Afghanen veröffentlicht, denen in Großbritannien politisches Asyl gewährt worden war … . Die Verwicklung der britischen Regierung in die Kampagne der LIFG gegen Gaddafi bleibt Gegenstand äußerst kontroverser Diskussionen. Von der nächsten großen Operation der LIFG, einem fehlgeschlagenen Attentat auf Gaddafi im Februar 1996, bei dem mehrere seiner Leibwächter starben, wurde später gesagt, sie sei mit 160.000 Dollar vom britischen Geheimdienst finanziert worden, so Ex-MI5-Beamter David Shayler. Seine Anschuldigungen wurden zwar nicht von unabhängiger Seite bestätigt. Dennoch ist klar, dass Großbritannien es der LIFG gestattete, auf britischem Territorium einen Stützpunkt zu betreiben, von wo aus logistische Unterstützung und Spendengelder organisiert wurden. Allerdings scheint die Finanzierung durch Bin Laden von erheblich größerer Bedeutung gewesen zu sein. Einem Bericht zufolge erhielt die LIFG von dem saudischen Terroristen-Drahtzieher bis zu 50.000 Dollar für jeden seiner im Kampf gefallenen Streiter.“ (Gary Gambill, „The Islamic Fighting Group (LIFG), Jamestown Foundation,“ Terrorism Monitor, May 5, 2005,; citing Al-Hayat (London))

„Amerikaner, Briten und Franzosen finden sich (zum Sturz Gaddhafis) als Waffenbrüder der rebellischen Islamic Fighting Group wieder, dem radikalsten Element im Al-Qaedas Netzwerk. Außenministerin Hillary Clinton gestand in einer Kongressanhörung die Risiken dieser unheiligen Allianz ein. Sie sagte, dass die libysche Opposition wahrscheinlich anti-amerikanischer eingestellt ist als Muammar Gaddafi. Ein Jahrzehnt zuvor endete exakt dieses Trugbild einer westlich-islamischen Partnerschaft im Kosovo, in Bosnien und Tschetschenien abrupt mit den Angriffen vom 11. September.“

Quelle: https://www.hintergrund.de/politik/welt/wer-sind-die-libyschen-freiheitskaempfer-und-ihre-goenner/

Es gibt auch Enthüllungen zweier ehemaligen Geheimagenten, David Shayler vom britischen Inlandsgeheimdienst MI5 und Richard Tomlinson vom Auslandsgeheimdienst MI6, die daraufhin auf Befehl der britischen Regierung in Frankreich bzw. Neuseeland verhaftet wurden. Shayler und Tomlinson hatten aufgedeckt, daß die britische Geheimdienstabteilung SIS (Secret Intelligence Services) in London ansässige islamische Terroristen gezielt finanziert und unterstützt habe: Sie sollten im Februar 1996 Libyens Staatschef Gaddafi ermorden. Der damalige Außenminister Malcolm Rifkind habe das Mordkomplott gebilligt.

Shayler gab der britischen Zeitung Daily Mail am 1. August – einen Tag vor seiner Verhaftung – in Frankreich ein Interview. Er habe herausgefunden, sagte er dort, daß der SIS Gelder an „libysche islamische Extremistengruppen“ fließen ließ, die einen fehlgeschlagenen Bombenanschlag auf Gaddafi durchführten. Bei dem Attentat kamen mehrere Unbeteiligte ums Leben. Nachdem Stimmen in England laut geworden waren, die eine Untersuchung des Falles forderten, wurde vom BBC am 5. August ein Interview mit Shayler ausgestrahlt. In dem zunächst zurückgehaltenen und dann vom britischen Außenministerium erheblich zensierten Interview, erklärte Shayler, die Regierung in London habe einer libyschen Islamisten-Gruppe 160.000 Dollar gegeben, damit sie Gaddafi töteten. „Wir haben 100000 Pfund für die Ermordung eines ausländischen Staatschefs bezahlt. Abgesehen von der Tatsache, daß für dieses Geld unschuldige Menschen getötet wurden, weil die Bombe zum falschen Zeitpunkt explodierte, erfüllt dies den verwerflichen Tatbestand der Finanzierung des internationalen Terrorismus,“ so Shayler in BBC. Shaylers Aussage zufolge wurde der Terroranschlag vom MI6 geplant und finanziert. Angeblich wurde das Geld einem arabischen MI6-Agenten in Libyen übergeben, der den Anschlag planen und ausführen sollte.

26. Mai 2017

Manchester attacker had links to NATO proxies in Libya

Counterterror raids continue across the UK after Monday’s terrorist attack in Manchester. More about the attacker’s identity has come to light: The son of Libyan immigrants, he spent time in his parents‘ country and may have been radicalized by the same anti-Qaddafi milieu that MI5 encouraged and supported during NATO’s 2011 incursion. RT America’s Alexey Yaroshevsky has the details. Then, investigative journalist Max Blumenthal joins RT America’s Ashlee Banks to discuss how the West enabled the very terror groups that continue to wreak havoc.

 

Did British Officials Train Manchester Attacker as “Moderate Rebel” in Syria? 

25. Mai 2017

Am 25. 2. 2011 warnte Gaddafi in zwei Telefongesprächen Tony Blair vor islamistischen Attacken, wenn die NATO ihn mit einem Angriffskrieg entfernt.

Am 25. Februar 2011 hat Muammar Gaddafi in zwei Telefongesprächen Tony Blair vor islamistischen Attacken gewarnt, wenn die NATO ihn mit einem Angriffskrieg entfernt. Blair war nämlich seit 2007 der Sondergesandte des Nahost-Quartetts, bestehend aus Vereinigten Staaten, Russland, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen. Gaddafi gab eine „prophetische“ Warnung an Blair, die Dschihadisten werden Europa angreifen, wenn er sie nicht mehr bekämpft und aufhält.

Im ersten Anruf um 11:15 Uhr sagte Gaddafi zu Blair: „Die Dschihadisten wollen das ganze Mittelmeer kontrollieren und sie werden Europa angreifen.“

Der Vater des Attentäter von Manchester war ein radikaler Islamist, der deswegen in Libyen unter Gaddafi im Gefängnis sass und danach als „politischer Flüchtling“ in England Aufnahme fand. Er ging nach Libyen zurück und als „Dank“ hat der Sohn des „Schutzsuchenden“, Salman Abedi, jetzt 22 Menschen mit einer Nagelbombe bei einem Ariana-Grande-Konzert in den Tod gerissen und 120 verletzt, der aus Libyen nach England eingereist war. Vater Ramadan Abedi und jüngerer Bruder Hashem Abedi sind jetzt in Tripoli wegen terroristischer Aktivitäten verhaftet worden. Der Islamische Staat hat sich mittlerweile zu der Terrorattacke bekannt.

Im Anruf, der eine halbe Stunde dauerte, betonte Gaddafi, er verteidige Libyen nur vor den Kämpfer der Al-Kaida. Die Al-Kaida war nämlich der Vorläufer und danach drangen der Islamische Staat und die ISIS in Libyen ein. Waffen und Geld bekamen die Terroristen von Saudi-Arabien und Qatar, genau wie auch in Syrien, denn sie wollen alle Konkurrenten im Öl- und Gasgeschäft ausschalten plus ihre pervertierte Version des Islam verbreiten.

„Wir bekämpfen sie nicht, sie greifen uns an“, sagte er. „Ich möchte ihnen die Wahrheit mitteilen. Die Situation ist gar nicht schwer zu verstehen. Die Geschichte ist einfach diese: Eine Organisation hat Schläferzellen in Nordafrika installiert, genannt die Al-Kaida-Organisation in Nordafrika … diese Schläferzellen in Libyen sind ähnlich wie die schlummernden Zellen in Amerika vor 9/11.“

„Sie haben erreicht sich Waffen zu besorgen und terrorisieren die Menschen. Die Bevölkerung kann ihr Zuhause nicht mehr verlassen. Es ist eine dschihadistische Situation. Sie haben Waffen und terrorisieren die Menschen auf den Strassen.“

Im zweiten Anrufe etwa vier Stunden später sagte Gaddafi zu Blair: „Ich muss die Bevölkerung bewaffnen und für einen Kampf vorbereiten. Die Libyer werden sonst sterben. Schaden wird den Anrainerstaaten des Mittelmeer passieren, sowie Europa und der ganze Welt. Diese bewaffneten Gruppen nutzen die Situation (in Libyen) als Begründung – und wir müssen sie bekämpfen.“

Blair forderte Gaddafi auf zurückzutreten und aus Tripoli zu verschwinden. „Wenn sie einen sicheren Ort haben dann sollten sie dort hingehen, denn das wird nicht friedlich enden und es muss eine Veränderung geben dessen Prozess wir managen werden.“ Das war eine klare Drohung des Westen an Gaddafi, entweder er tritt freiwillig zurück oder er wird gewaltsam entfernt.

Quelle: Schall und Rauch

Den ganzen Artikel lesen:
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2017/05/gaddafi-warnte-europa-2011-vor.html

25. Mai 2017

Repressivere Gesetze in Japan beschlossen

Tokio. Die rechtskonservative japanische Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe hat am Dienstag einen Gesetzentwurf gegen die Planung schwerer Straftaten im Parlament gegen den Widerstand der Opposition verabschiedet. Anschließend muss die Regelung noch durchs Oberhaus, wo die Regierung ebenfalls die Mehrheit hat. Kritiker fürchten, dass das Gesetz den Weg zum Überwachungsstaat ebnet. (dpa/jW)

25. Mai 2017

Lynchmob in Caracas Venezuela: Militante Regierungsgegner setzen auf Eskalation. Hunderttausende demonstrieren statt dessen beim »Marsch für den Frieden« (junge Welt)

https://www.jungewelt.de/artikel/311235.lynchmob-in-caracas.html

Das Szenario in Venezuela weckt Erinnerungen an den Maidan. Am Wochenende jagten maskierte Regierungsgegner in Caracas einen jungen Mann, den sie offenbar für einen »Chavisten« hielten, durch die Straßen, übergossen ihn mit Benzin und zündeten ihn an. Der 21jährige Orlando José Figuera, der in einem Video als lebende Fackel zu sehen ist, erlitt schwerste Verbrennungen. Präsident Nikolás Maduro zeigte sich am Sonntag in seiner wöchentlichen Fernsehsendung »Los domingos con Maduro« alarmiert. Die Regierung sei besorgt über eine zunehmende faschistische Strömung innerhalb der rechten Oppositionsparteien. Maduro forderte die Bevölkerung auf, dem »Hass und der Intoleranz« der Rechten entgegenzutreten. Am gestrigen Dienstag beteiligten sich landesweit Hunderttausende an einem »Marsch für den Frieden«, zu dem Maduro aufgerufen hatte.

Die Contras setzen allerdings weiter auf Eskalation. Nachdem auf den Protestdemonstrationen zunächst vor allem Steine und Molotowcocktails geworfen wurden, greifen rechte Aktivisten mittlerweile gezielt Hilfs- und Versorgungseinrichtungen an. Ende letzter Woche hatten militante Gruppen in der von deutschen Einwanderern gegründeten Stadt Colonia Tovar gewütet, unter anderem einen Krankenwagen in Brand gesteckt und sechs Feuerwehrleute verletzt. In der Nacht zum Montag gingen bei einem Angriff auf das Verkehrsunternehmen »Transbolívar« 51 Autobusse in Flammen auf.

Die seit gut 50 Tagen laufenden Aktionen der rechten Opposition, die mit dem Ruf nach Neuwahlen den gewählten linken Präsidenten Nikolás Maduro stürzen will, erhalten zwar keinen weiteren Zulauf mehr, werden aber zunehmend brutaler. Zum »50. Aktionstag« hatte das Oppositionsbündnis »Tisch der demokratischen Einheit« (MUD) unter dem Motto »Wir sind Millionen« am Sonnabend zu Massenprotesten aufgerufen. Gefolgt waren dem Aufruf nicht einmal ein Fünftel der erhofften Teilnehmer. Oppositionspolitiker Henrique Capriles, der für diesen Tag »mehr Schlagkraft« angekündigt hatte, versuchte daraufhin, mit einem Teil der Demonstranten auf einer nicht angemeldeten und nicht genehmigten Route zum Innenministerium im Zentrum der Hauptstadt vorzustoßen. Das Onlineportal tagesschau.de – Maidan lässt grüßen – berichtete verständnisvoll, die »Oppositionsanhänger« seien mit »Stöcken und Steinen bewaffnet« gewesen, um sich gegen die Polizei »zur Wehr zu setzen«. Einwohner der Hauptstadt berichten dagegen von »paramilitärisch organisierten Gruppen, die gezielt Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften suchen und dabei Tote in Kauf« nehmen. Die bisherige Bilanz beläuft sich auf mehr als 60 Todesopfer und über 900 Verletzte.

Mit dem gestrigen »Marsch für den Frieden« warb die Regierung erneut um Unterstützung für die Einberufung einer Verfassungsgebenden Versammlung (Asamblea Nacional Constituyente, ANC), in der Präsident Maduro die einzige Möglichkeit sieht, Gewalt und Terror im Land zu beenden. Der Leiter der Kommission zur Vorbereitung dieser Versammlung, Venezuelas früherer Vizepräsident Elías Jaua, berichtete am Montag, dass zahlreiche Gruppen der Zivilgesellschaft in den letzten Wochen bereits den Dialog über deren Inhalte aufgenommen haben. Jaua appellierte an den MUD und andere Oppositionelle, Vorschläge für eine friedliche Lösung einzubringen. Zugleich forderte er die Generalstaatsanwaltschaft auf, Straftaten aufzuklären und weitere Gewaltaufrufe rechter Kräfte zu verfolgen.

25. Mai 2017

Zur Querfrontdebatte über Medien, Friedensinitiativen und Kontaktschuld

Am vorletzten Wochenende im Juni findet in der Nähe von Berlin das Pax Terra Festival statt, ein Treffen von Friedensaktivisten. Seit Wochen findet vorwiegend in den sozialen Medien eine heftige Auseinandersetzung um das Festival, seine Organisatoren und um die Teilnehmer statt. Auch wir stimmen mit den Ansichten einiger der teilnehmenden Gruppen nicht überein.

Wir möchten aber hiermit dennoch auf das Festival aufmerksam machen und gleichzeitig Stellung nehmen zu den Auseinandersetzungen, die eng verwoben sind mit den Debatten um die Entwicklungen alternativer Medien und der Friedensbewegung, Es geht dabei die sogenannte Querfrontdebatte.

Wir haben als Coop Antikriegscafe Berlin mit einer Gruppe von Freunden bereits 2008, also vor neun Jahren ein Friedensfestival in Berlin organisiert das zeitgleich zum Beginn der Rede des damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Obama vor der Siegessäule begann. Auch damals gab es massivste Versuche das Freigeist-Festival zu sabotieren um es zu verhindern. Die Veranstalter des YAAM Clubs standen aber zu uns. Auch 2009, im Jahr danach konnten wir am selben Ort ein weiteres Friedensfestival durchführen. Freilichtkino, Diskussionen, Livebands, eine kleine politische Ausstellung, eine Graffiti-Aktion und Stände verschiedener Initiativen. Die Tageszeitungen Neues Deutschland, und die junge Welt und viele andere unterstützen die beiden Festivals. Besucher, Teilnehmer und die Gastgeber im YAAM waren durchweg positiv beeindruckt.

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Im wesentlichen machten sich schon damals, so wie auch heute die massiven Einwände gegen bestimmte Veranstaltungen, Demonstrationen, Proteste und Filmvorführungen immer wieder fest an der sogenannten Kontaktschuld, d.h. eine Teilnahme oder Unterstützung soll politisch nicht korrekt sein, oder anders formuliert „rechtsoffen“ sein, weil sich bestimmte Gruppen, Organisationen oder Personen unter den Teilnehmern befinden, die wiederum in irgendeiner Weise mit missliebigen Personen in Kontakt zu bringen sind.

Es entspricht aber inzwischen der Realität, dass es in der gesamten als alternativ zu bezeichnenden Medienlandschaft und in der Friedensbewegung des deutschsprachigen Raums, bis auf einige ganz wenige Ausnahmen, fast kaum noch ein Netzwerk gibt, das man, wenn man politisch vollkommenen „korrekten“ Maßstäben folgen wollte, als nicht zumindest leicht von „Kontaktschuld“ betroffen bezeichnen könnte. Fast alle Gruppen sind zu irgendeinem Zeitpunkt oder bei irgendeiner Begebenheit mit einer Kontaktschuld aufgefallen.

Als Konsequenz könnte man sich nun entweder dogmatisch nur auf die als völlig „sauber“ zu bezeichnenden Medien oder Veranstaltungen beziehen und ausschließlich mit Personen aus ihrem Umfeld kooperieren oder aber angesichts der zunehmenden Kriegsgefahr teilweise auch auf interessante, wichtige Interviews, Videos, Nachrichtenbeiträge, Veranstaltungen hinweisen, die teilweise aus einem weniger lupenreinem Umfeld stammen.

Tatsächlich würde dies aber nur der gesamten Antikriegsbewegung in den Arm fallen und vor allem die Meinungsvielfalt und Diskussionskultur innerhalb der Bewegungen immer weiter einschränken.

Viel naheliegender wäre es deshalb unserer Meinung nach, Diskussionsrunden zu organisieren zu denen Teilnehmer eingeladen werden könnten, die sich in wesentlichen Standpunkten im Widerspruch befinden, um diese Debatten dann öffentlich zugänglich zu machen. Formate wie beispielsweise die Nachdenkseiten, Weltnetz.TV oder Hintergrund könnten vielleicht etwas derartiges veranstalten.

Denn Diskussionen werden bislang fast ausschließlich nur über Bande geführt, in den sozialen Netzwerken oder in Artikeln oder Videobeiträgen. Eine kontroverse öffentliche Diskussion könnte überaus hilfreich sein und die auch unserer Meinung nach notwendige Abgrenzung und Kritik gegenüber einzelnen Personen, Webseiten und Standpunkten viel glaubhafter und transparenter werden lassen.

Es muss endlich offen diskutiert werden, warum Webseiten wie beispielsweise Nuoviso, Querdenken TV, Klagemauer TV und andere neben wichtigen friedenspolitischen Fragen gleichzeitig auch überaus abstruse Inhalte verbreiten. Es kommen immer wieder sogar Personen zu Wort, die erheblich dem rechten Spektrum zuneigen. Politisch linke Positionen werden teils vehement abgelehnt und bisweilen werden linke Bewegungen pauschal als tendenziell faschistisch bezeichnet. Darüber hinaus werden in einigen Beiträgen Rechtsradikale und Neonazis als fast ausschließlich vom Verfassungsschutz gesteuerte Gruppen charakterisiert.

Mit dem Ex-Verfassungsschützer Helmut Roewer, Hagen Grell, Jürgen Elsässer, Gerhard Wisnewski, mit dem inzwischen verstorbenem Udo Ulfkotte und etlichen anderen finden oder fanden sich umstrittene Interviewpartner auf Medien-Plattformen, die so wiederum mit achtbaren Initiativen in Verbindung gebracht werden können, um dann diskreditiert zu werden.

Plattformen wie die Tageszeitung junge Welt und etliche andere traditionell linke Medien und Organisationen finden sich mit vielen Standpunkten naturgemäß nicht zurecht und stimmen so in den zunehmend lauter werdenden Chor dogmatischer Gegner einer sogenannten „Querfront“ ein. Vielleicht wären sie sogar bereit in offener und kontroverser Diskussion unliebige Standpunkte direkt anzugehen.

Wir vermuten sogar durchaus eine Strategie hinter diesen kontraproduktiven Vermengungen, die deshalb von kompetenten Analytikern kontrovers und öffentlich debattiert werden sollten.

Deshalb jedoch die gesamte alternative Medienlandschaft einschließlich der Friedensbewegung pauschal in Haftung zu nehmen, indem man Kontaktschuld als Argument vorschiebt, kommt politischem Selbstmord oder zunehmender Isolation gleich.

Ein gutes Beispiel hierfür scheint uns auch die kontroverse Debatte um die Medienplattform Russia Today zu sein. Russia Today ist eine Plattform, die in englischer, spanischer, arabischer, deutscher, französischer und russischer Sprache weltweit in mehr als 100 Ländern sendet, Korrespondentenbüros auf der ganzen Welt betreibt und von über 700 Millionen Menschen gesehen werden soll. Der YouTube-Kanal von Russia Today überschritt als erster News-Kanal die Milliardengrenze und steht mittlerweile bei weit über drei Milliarden Aufrufen. CNN erreicht vergleichsweise nur einen Bruchteil davon.

In Deutschland, Frankreich, Großbritannien und vor allen in den USA wird im Rahmen einer massiven Medienkampagne gegen Russia Today behauptet, der staatlich finanzierte Sender sei vornehmlich eine Plattform für Rechte und Verschwörungstheorien gegen die USA und die EU. Der Sender soll angeblich gefährliche Tendenzen aufweisen und es gibt Bemühungen den Betrieb einzuschränken.

Eine unumstrittene aber sehr wenig berichtete Tatsache ist jedoch, dass nicht nur Persönlichkeiten wie der WikiLeaks-Gründer Julian Assange und der legendäre US-Moderator Larry King u.a. Sendungen auf Russia Today moderieren, sondern darüber hinaus zahlreiche internationale Politiker und Persönlichkeiten sowie zahlreiche Vertreter von angesehenen Organisationen und politischen Parteien Interviews bei Russia Today gegeben haben.

Mit ähnlich fadenscheinigen Argumenten von Kontaktschuld wie gegen die sogenannte „Querfront“ alternativer Medien und Antikriegs-Netzwerke hierzulande, wird also auch gegen die internationale Medienplattform Russia Today vorgegangen.

Noch besteht das Recht auf freien Meinungsäußerung und Meinungsbildung. Wir sind insofern der Überzeugung, das es der derzeitigen politischen Lage geschuldet ist sich möglichst umfassend zu informieren.

Tatsächlich muss man feststellen, dass bestimmte Themen in den westlichen Mainstream-Medien entweder nur unzureichend oder teilweise auch bewusst falsch dargestellt werden. Dies gilt vor allem mit Bezug auf die Zusammenhänge des Konflikts gegenüber Rußland, den Konfikt in der Ukraine und den Krieg in Syrien und im Yemen. Aber es trifft auch für andere Themenbereiche der Außen- und Innenpolitik zu.

Wir empfehlen deshalb, sich über die herkömmlichen Medien hinaus, umfassender zu informieren. Dazu hier ein Link zu einer Seite mit unseren Empfehlungen.

Jeweils am Freitagabend findet im COOP Anti-War Cafe eine Jam-Session unter dem Titel Soundstrike NO-WAR-ART – Frieden mit Russland statt.

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25. Mai 2017

18+ House of Cards: „Wir unterwerfen uns dem Terror nicht, wir sind die Quelle des Terrors!“ – Fiktion oder Realität?

25. Mai 2017

Historiker u. Autor Wolfgang Effenberger über die erste Auslandsreise von US-Präsident Donald Trump – Teufel und Beelzebub? Trump und der Islam

 

Laut Papst Franziskus, den Trump gerade besucht hat,  ist eine Art dritter Weltkrieg im Gang. Mit vielen Verrenkungen arbeitet Trump wahrscheinlich an der Zurückdrängung dieser fatalen, nicht zuletzt gegen Russland gerichteten Entwicklung.

http://pwlasowa.blogspot.ch/2017/05/trump-und-der-islam-teufel-und.html

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