31. Oktober 2024
https://news.cgtn.com/news/2024-10-31/Lebanon-Israel-could-agree-to-ceasefire-within-days-two-sides-say-1y90o0vEkhy/p.html
Der staatliche israelische Fernsehsender Kan TV News enthüllte am Mittwoch die Existenz eines Dokuments, bei dem es sich angeblich um den von den USA vorgeschlagenen Entwurf eines Abkommens zwischen Israel und dem Libanon zur Beendigung der derzeitigen Zusammenstöße zwischen Israel und der Hisbollah handeln soll.
Unter Berufung auf hochrangige israelische Beamte sagte der Sender, das Kriegskabinett sei mit dem Entwurf, der vom US-Gesandten Amos Hochstein ausgearbeitet und Israel vorgelegt wurde, zufrieden und seine Chancen auf Annahme seien hoch.
Dem Entwurf zufolge muss Israel seine Truppen innerhalb von sieben Tagen nach der Unterzeichnung des Abkommens aus dem Südlibanon abziehen. Die Überwachung erfolgt durch die USA und ein weiteres Land.
Innerhalb von 60 Tagen müsse der Libanon sämtliche inoffiziellen Militärgruppen im Südlibanon entwaffnen und den Verkauf und die Produktion von Waffen auf seinem Territorium überwachen, damit diese nicht in die Hände der Hisbollah oder anderer bewaffneter Gruppen gelangen, heißt es in dem Entwurf.
Die libanesische Armee und die Interimstruppe der Vereinten Nationen im Libanon (UNIFIL) werden die einzigen Streitkräfte im Südlibanon sein, hieß es darin.
Die Vereinigten Staaten werden gemeinsam mit anderen noch zu bestimmenden internationalen Gremien und Ländern die Umsetzung des Abkommens überwachen und haben die Möglichkeit, wirtschaftliche und diplomatische Sanktionen zu verhängen, um seine Umsetzung sicherzustellen.
Unterdessen äußerte der libanesische Premierminister Najib Mikati die Hoffnung auf einen Waffenstillstand mit Israel in den kommenden Tagen.
Mikati sagte, er habe nicht geglaubt, dass ein Abkommen vor den US-Präsidentschaftswahlen am Dienstag möglich sei. Doch nach einem Gespräch am Mittwoch mit Hochstein, der am Donnerstag nach Israel reisen sollte, sei er optimistischer geworden.
„Unser Ziel ist es, den Libanon zu schützen und die israelische Aggression zu stoppen. Ich habe den UN-Gesandten Amos Hochstein kontaktiert, der auf dem Weg in die Region ist“, sagte Mikati in einem Fernsehinterview mit dem lokalen Fernsehsender al-Jadeed.
Frankreich verurteilt die jüngsten israelischen Angriffe
Frankreich hat am Mittwoch den israelischen Angriff auf ein Gebäude in Beit Lahia im Norden des Gazastreifens am 29. Oktober aufs Schärfste verurteilt. Bei dem Angriff wurden rund 100 Menschen getötet, darunter Frauen und Kinder.
„Frankreich verurteilt außerdem die jüngsten israelischen Angriffe auf Krankenhäuser im Norden der Enklave, für die ein Evakuierungsbefehl gilt und in denen Patienten in kritischem Zustand untergebracht sind“, hieß es in einer Pressemitteilung des französischen Ministeriums für Europa und auswärtige Angelegenheiten.
Das Ministerium betonte, dass die Belagerung des nördlichen Gazastreifens unverzüglich aufgehoben werden müsse, und forderte die Wiedereröffnung aller Grenzübergänge sowie die sichere, massive und ungehinderte Lieferung humanitärer Hilfe.
Frankreich drückte am Dienstag sein tiefes Bedauern über die Verabschiedung zweier Gesetze durch das israelische Parlament aus, die dem Hilfswerk der Vereinten Nationen für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) die Tätigkeit in Israel verbieten würden.
Frankreich bekräftigte zudem seine Unterstützung für das UNRWA und alle UN-Agenturen, die vor Ort arbeiten, um der palästinensischen Bevölkerung zu helfen.
Israel greift historische Stadt an
Der israelische Einsatz gegen die schwer bewaffnete Hisbollah im Libanon wurde am Mittwoch weiter ausgeweitet, als die israelische Armee schwere Luftangriffe auf die für ihre römischen Tempel berühmte Stadt Baalbek im Osten des Landes sowie auf umliegende Dörfer startete, teilten Sicherheitsquellen Reuters mit.
Zehntausende Libanesen, darunter viele, die aus anderen Gebieten in Baalbek Schutz gesucht hatten, flohen nach einer israelischen Evakuierungswarnung.
Bilal Raad, Regionalchef des libanesischen Zivilschutzes, sprach von einem chaotischen Szenario. „Die ganze Stadt ist in Panik und versucht herauszufinden, wohin sie gehen soll. Es gibt einen riesigen Verkehrsstau“, sagte er vor dem Bombardement.
Das libanesische Gesundheitsministerium teilte mit, bei israelischen Angriffen auf zwei Städte in der Region Baalbek seien am Mittwoch 19 Menschen getötet worden.
Es hieß, seit Oktober 2023 seien bei Israels Militärkampagne im Libanon 2.822 Menschen getötet worden. Mehr als 1,2 Millionen Menschen wurden vertrieben.
Nach den Luftangriffen erklärte das israelische Militär, es habe Treibstoffdepots der Hisbollah in der Region Bekaa-Tal angegriffen.
(Mit Input von Agenturen)
Gefällt mir Wird geladen …