Das rechte und AFD-nahe Compact-Magazin von Jürgen Elsässer dämonisiert die Wehrmachtsausstellung von Jan Philipp Reemtsma als angebliche Schmäh-Austellung.

Im Compact Magazin von Jürgen Elssässer heisst es „Höhepunkt der Geschichtslügen war die Verteufelung des deutschen Soldaten in der sogenannten Wehrmachtsausstellung des Tabak-Millionärs Reemtsma.“

Unter dem Titel „Auf ewig schuldig? COMPACT räumt auf mit den „Geschichtslügen gegen Deutschland“ wird die Schuld der Deutschen relativiert. Insbesondere was die Rolle der Deutschen Wehrmacht im 2. Weltkrieg angeht. LINK

Die Ausstellung von Jan Philipp Reemtsma trug den Titel „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“

In einem Artikel mit dem Titel „Ein Bild lügt mehr als tausend Worte,“ heisst es zu den Verbrechen der deutschen Wehrmacht u.a. LINK

„Den Gefangenen wurde ein nach der Prozessordnung zulässiges Standgerichtsverfahren gemacht. 18 verhaftete Personen wurden zum Tode verurteilt. Handelte es sich um ehemalige Soldaten der serbischen Armee, wurden sie erschossen. Gehängt wurden dagegen diejenigen, die als Zivilisten geschossen hatten.

War es ein Kriegsverbrechen? Eindeutig nein. Den das Standgericht und die anschließende Hinrichtung war von der Haager Landkriegsordnung gedeckt, das nur die Hinrichtung von Kriegsgefangenen verbietet. Und als Kriegsgefangener galt hiernach nur jemand, der auch als Angehöriger einer kriegführenden Partei, beispielsweise durch Uniformen, zu erkennen gewesen ist, das war hier nicht der Fall.“

Tatsache ist auch, dass im Balkanfeldzug der Deutschen Wehrmacht auch viele jugoslawische Juden ermordet wurden. Ab Mitte 1941 wurden einige kroatische Juden in eigenen Lagern des Ustascha-Regimes umgebracht, andere wurden ab August 1942 auf deutsches Drängen hin in das KZ Auschwitz deportiert. In Serbien dagegen war der Holocaust weitgehend ein Verbrechen der Wehrmacht. Nachdem ab Anfang Oktober 1941 die Kämpfe mit Partisanen- und Tschetnik-Einheiten erheblich zugenommen hatten, begann sie unter dem Befehl des Kommandierenden Generals General der Infanterie Franz Böhme, zumeist jüdische Zivilisten nach dem Sühnebefehl des OKW als Vergeltungsmaßnahme für die Angriffe zu erschießen. Dadurch war Serbien nach Estland das zweite besetzte Land, das als „judenfrei“ bezeichnet werden konnte.

Die Wehrmachtsausstellung von Jan Philipp Reemtsma bot die Einzelthemen auf Stellwänden mit Schriftstücken und zeitgenössischen, meist privaten und oft illegal aufgenommenen Fotografien ehemaliger Wehrmachtssoldaten dar. Die Herkunft der Dokumente war bei ihnen jeweils angegeben. Sie standen unter thematischen Überschriften wie „Verbrecherische Befehle der Wehrmachtsführung“, davon unterschieden „Verbrecherische Befehle vor Ort“. Andere Kapitel lauteten: „Ein ganz normaler Krieg“, „Die Todgeweihten“ oder „Verlorene Siege“.

Stellwände waren im Ausstellungsraum so zusammengestellt, dass sie ein Eisernes Kreuz darstellten. An den Außenseiten wurden unter der Überschrift „Sprache der Gewalt“ verschiedene Propagandatexte aus den Jahren 1930/32 gezeigt, die den Krieg, Deutschland und das deutsche Soldatentum verherrlichten. Weitere Außenseiten zeigten den „Alltag des Verbrechens“ mit Zitaten aus Feldpostbriefen und Geständnissen deutscher Soldaten in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Die Innenwände zeigten Fotografien von Ausschreitungen gegen sowjetische Juden, das Leben von Kriegsgefangenen, Deportationen und Vertreibungen von Zivilisten.

Die Darbietung kombinierte die Fotografien der Verbrechen mit Dokumenten der vorausgegangenen Befehle und der nachfolgenden Leichenverbrennung, Aktenvernichtung, Urkundenfälschung und Verdrängung nach dem Krieg. Dies sollte zeigen, dass die NS-Ideologie ihr Ziel, sowohl die dazu bestimmten Kriegsgegner als auch die Erinnerung an sie und die Verbrechen an ihnen auszulöschen, in den ersten Nachkriegsjahren teilweise erreichte.

Die Absicht, die Wehrmachtsausstellung zu zeigen, löste schon kurz nach der Eröffnung der Ausstellung in vielen Städten anhaltende Konflikte aus. Während die Gegner sie als pauschale Verleumdung aller Wehrmachtsangehörigen und darüber hinaus der deutschen Soldaten sahen, begrüßten die Befürworter sie als notwendige Aufklärung über ein dunkles Kapitel der deutschen Vergangenheit. Oft verteilten sich Gegner und Befürworter entlang parteipolitischen Frontlinien.

Rechtsextremisten begleiteten die Ausstellung mit zahlreichen öffentlichen Protesten, Gegenpropaganda, Anschlägen und Anschlagsversuchen. Bei der Eröffnung am 10. Januar 1997 in Karlsruhe demonstrierten etwa 30 Angehörige der Republikaner, der NPD und der „Jungen Nationaldemokraten“ (JN) unter der Parole „Der deutsche Soldat: Ehrlich, anständig, treu! – Schluß mit der antideutschen Hetze!“ Der JN-Vertreter Michael Wendland kündete fortlaufende Aufmärsche gegen die „volksverhetzende, antideutsche Schandausstellung“ an allen weiteren Ausstellungsorten an. Andere Neonazi-Gruppen verbreiteten seinen Aufruf im Mailboxsystem des Thule-Netzes. Auch der Gründer der rechtsextremen „Deutschlandbewegung“ Alfred Mechtersheimer mobilisierte gegen die „Anti-Wehrmacht-Ausstellung“. Sein „Bündnis 97“ verleumdete sie in Flugblättern als „Wanderzirkus“. Der Unterzeichner Andreas Gregor Wick war in den 1990er Jahren auch im „Studienzentrum Weikersheim“ aktiv.

Am 24. Februar 1997 folgten etwa 300 Gegner, darunter Skinheads, dem Aufruf eines „Anti-Diffamierungs-Komitees“ und protestierten vor dem Münchner Rathaus gegen die Ausstellung, die am Folgetag beginnen sollte. Am 1. März 1997 demonstrierten 5000 von NPD und JN mobilisierte Neonazis in der Münchner Innenstadt; dies war eine der größten rechtsextremen Demonstrationen seit 1945 in Deutschland. Die gewünschte Route zur Feldherrnhalle wurde ihnen verboten. Die Polizei verhinderte nur knapp ein Aufeinandertreffen mit Demonstranten des Gegenbündnisses, die die erlaubte Route blockierten.

Quellen: Wikipedia u.a.m.

siehe auch:
Das rechte und AFD-nahe Compact-Magazin von Jürgen Elsässer behauptet Berichte über den deutschen Massenmord an den Herero in Namibia seien „antideutsche Propaganda“.

https://cooptv.wordpress.com/2023/03/30/das-rechte-compact-magazin-von-jurgen-elsasser-behauptet-berichte-uber-den-deutschen-massenmord-an-den-herero-in-namibia-seien-antideutsche-propaganda/