Der Besuch des iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi in Peking soll die Beziehungen zwischen China und dem Iran vertiefen und die traditionelle Freundschaft festigen (Global Times)

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Auf Einladung des chinesischen Präsidenten Xi Jinping wird der iranische Präsident Ebrahim Raisi China von Dienstag bis Donnerstag einen Staatsbesuch abstatten, teilte die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, am Sonntag mit. 

Analysten sagten, dass Raisis erster Besuch in China seit seinem Amtsantritt im Jahr 2021 die umfassende strategische Partnerschaft zwischen China und dem Iran weiter umsetzen wird und die unerschütterliche Entschlossenheit der Raisi-Regierung zeigt, die Politik des „Blicks nach Osten“ zu fördern.

Irans „Blick nach Osten“-Politik bedeutete den Übergang von seiner Politik des negativen Ausgleichs und der Blockfreiheit zum Aufbau von Bündnissen mit nicht-westlichen Weltmächten, die ähnliche politische Strukturen wie der Iran haben, wie Russland und China. 

Laut IRNA, der offiziellen Nachrichtenagentur des Iran, sollen Delegationen beider Seiten „Kooperationsdokumente“ unterzeichnen. Raisi wird auch an Treffen mit chinesischen Geschäftsleuten und in China lebenden Iranern teilnehmen.

China sei Irans größter Handelspartner, sagte IRNA unter Berufung auf 10-Monats-Statistiken der iranischen Zollbehörden. Irans Exporte nach Peking beliefen sich auf 12,6 Milliarden Dollar, während es Waren im Wert von 12,7 Milliarden Dollar aus China importierte.

Die oberste Priorität von Raisis Besuch sollte diesmal sein, die umfassende strategische Partnerschaft zwischen China und dem Iran weiterzuentwickeln und das 25-jährige Kooperationsabkommen voranzutreiben und weiter umzusetzen, sagte Tang Zhichao, Nahost-Analyst an der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften die Global Times am Sonntag.

Der Iran und China haben starke wirtschaftliche Beziehungen, insbesondere in den Bereichen Energie, Transit, Landwirtschaft, Handel und Investitionen. 2021 unterzeichneten beide Länder einen auf 25 Jahre angelegten strategischen Kooperationspakt, der „politische, strategische und wirtschaftliche“ Komponenten enthalten soll.

Als sich der chinesische Vizepremier Hu Chunhua im Dezember 2022 mit Raisi in der iranischen Hauptstadt Teheran traf, betonte Raisi, dass der Iran unabhängig davon, wie sich die internationale und regionale Landschaft verändere, weiterhin fest entschlossen sein werde, die umfassende strategische Partnerschaft zwischen den beiden Ländern zu vertiefen.

Die beiden Seiten haben sich in mehreren hochrangigen Gesprächen Ziele gesetzt, aber die Fortschritte in den letzten Jahren haben sich aufgrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und der Veränderungen im Umfeld verzögert. Der Schlüsselpunkt von Raisis Besuch sei es, den Prozess voranzutreiben, da er für die Menschen auf beiden Seiten von Vorteil sei, betonte Tang.

Experten sagten auch, dass China und der Iran viele internationale Fragen von gemeinsamem Interesse haben, darunter Afghanistan, regionale Stabilität und Entwicklung, Klimawandel, regionale Sicherheit, Energiesicherheit und andere, die diskutiert werden müssen.

Dieser Besuch kann als eine sehr wichtige Verbesserung der Beziehungen zwischen China und dem Iran angesehen werden, sagte Zhu Yongbiao, Exekutivdirektor des Forschungszentrums für die Seidenstrasse an der Universität Lanzhou, gegenüber der Global Times.

„Die Zusammenarbeit im Rahmen der „Seidenstrassen“-Initiative und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit wird China und dem Iran mehr Raum für die Zusammenarbeit geben. Es ist absehbar, dass die Beziehungen zwischen China und dem Iran nach diesem Treffen in eine neue und höhere Phase eintreten werden“, sagte Zhu.