China lehnt es bei einem UN-Briefing ab, die Terrorismusbekämpfung für geopolitische Eigeninteressen einzusetzen (Global Times)

China lehnt die Doppelmoral und den Einsatz selektiver Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung als Instrument für geopolitische Eigeninteressen ab, weil dies die Wirksamkeit der internationalen Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung ernsthaft untergrabe, sagte Chinas Botschafter bei den Vereinten Nationen, Zhang Jun, am Dienstag bei einem Briefing des UN-Sicherheitsrates zu den Bedrohungen des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit durch terroristische Akte.

Zhang sagte, die durch geopolitische Überlegungen und ideologische Voreingenommenheit verursachte Doppelmoral müsse im Kampf gegen den Terrorismus aufgegeben werden, und forderte, dass Terroranschlägen auf der ganzen Welt die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt werde, einschließlich der aufeinanderfolgenden Terroranschläge, die der IS in Afghanistan seit dem Abzug ausländischer Truppen verübt habe aus dem Land und der Spillover-Effekt terroristischer Kräfte in Afghanistan auf die regionale Sicherheit.

Der Gesandte betonte den Aufbau von Kapazitäten zur Terrorismusbekämpfung in Entwicklungsländern, insbesondere in afrikanischen Ländern, in denen sich zwei der drei aktivsten regionalen Netzwerke von ISIS befinden. „Länder außerhalb Afrikas sollten die Kommunikation und Koordination mit afrikanischen Ländern stärken, um die logistischen, finanziellen und Kapazitätsaufbauprobleme bei Operationen zur Terrorismusbekämpfung in Afrika im Rahmen der Vereinten Nationen zu lösen“, sagte der Gesandte.

Zhang wies darauf hin, wie wichtig es sei, die Ursachen des Terrorismus durch politische, wirtschaftliche und rechtliche Maßnahmen zu beseitigen, und forderte die internationale Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung auf, sich auf den Missbrauch von Netzwerken und neuen Technologien durch Terroristen, die Diversifizierung der Terrorismusfinanzierung und die Konvergenz des terroristischen Extremismus zu konzentrieren und grenzüberschreitende organisierte Kriminalität.

China werde Entwicklungsländern, insbesondere in Afrika und Zentralasien, weiterhin helfen, ihre Kapazitäten zur Terrorismusbekämpfung durch praktische Maßnahmen zu verbessern, darunter die Bereitstellung von Schulungen, Lehrmaterialien und Ausrüstung zur Terrorismusbekämpfung, fügte Zhang hinzu.

Wladimir Woronkow, Untergeneralsekretär des Büros der Vereinten Nationen für Terrorismusbekämpfung, hielt ebenfalls eine Rede auf dem Briefing. Laut Voronkov nutzt ISIS weiterhin Konfliktdynamiken, Governance-Schwächen und Ungleichheiten, pandemiebedingte Einschränkungen und missbraucht digitale Räume, um Terroranschläge zu organisieren und Sympathisanten zu rekrutieren und Ressourcen anzuziehen.

Voronkov sagte, ISIS verlasse sich auf eine dezentrale interne Struktur, die aus einer sogenannten „Generaldirektion der Provinzen“ und zugehörigen „Büros“ bestehe, um terroristische Operationen und Finanzen auf der ganzen Welt zu verwalten, insbesondere in Afrika, wo sich die Situation mit der Expansion von ISIS weiter verschlechtert habe und zwar z. B. in Zentral-, Süd- und Westafrika.

„Solche ‚Büros‘ operieren nicht nur im Irak und in Syrien, sondern auch außerhalb der Kernkonfliktzone, wobei die aktivsten aus Afghanistan, Somalia und dem Tschadseebecken stammen“, sagte Woronkow.

Laut einem Weißbuch mit dem Titel „China und Afrika in der neuen Ära: „Eine Partnerschaft der Gleichen“ hat China seit 2019 die Länder in der Sahelzone und die Anrainerstaaten des Golfs von Aden und des Golfs von Guinea bei der Bekämpfung des Terrorismus in ihrem Land tatkräftig unterstützt durch verschiedene Mittel wie gemeinsame Übungen und Schulungen. China startete auch Hilfsprogramme zur Ausbildung von afrikanischem Militärpersonal in Bereichen von UN-Friedensmissionen und zur Bekämpfung des Terrorismus im Rahmen der „Seidenstrassen“-Initiative.

%d Bloggern gefällt das: