2019 sagte Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine das Folgende über Stepan Bandera:
„Stepan Bandera ist für einen Teil der Ukrainer ein Held, und es ist normal und cool. Dies ist einer jener Menschen, die die Freiheit der Ukraine verteidigt haben. Aber ich denke, dass es nicht ganz richtig ist, wenn wir so viele Straßen und Brücken beim gleichen Namen nennen.“
Und hier Wolodymyr Selenskyj in einem anderen Interview:
https://www.facebook.com/coopcafe.berlin/videos/527178258824750
Auf dem Wikipedia-Portal heisst es (auszugsweise):
https://de.wikipedia.org/wiki/Stepan_Bandera
Er (Stepan Bandera) arbeitete mit der deutschen Wehrmacht zusammen, und die Milizen unter ihm übernahmen nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Lemberg teilweise die Polizeigewalt. Sie bereiteten unter anderem Verhaftungen und Massenerschießungen vor. Nachdem andere Mitglieder der OUN einen unabhängigen Staat ausriefen, erfolgte jedoch durch die Gestapo auch die vorübergehende Haft von Bandera im KZ Sachsenhausen, bei einer Behandlung als Ehrenhäftling mit besseren Haftbedingungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg floh Bandera nach Deutschland und wurde in der Sowjetunion in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Er wurde 1959 in München von einem KGB-Agenten ermordet.
Die Einordnung von Banderas Wirken und seiner Person ist in der Ukraine sehr umstritten. Im Osten des Landes, aber auch in Polen, Russland und Israel, gilt er überwiegend als NS-Kollaborateur und Kriegsverbrecher. Im Westen der Ukraine wird er hingegen von vielen Ukrainern als Nationalheld verehrt. Von einigen Faschismusforschern wie Per Anders Rudling und Grzegorz Rossoliński-Liebe wird er als „überzeugter Faschist“ bezeichnet.
Vor allem im Westen der Ukraine wird Bandera heute von breiteren Bevölkerungsschichten als Nationalheld verehrt, dort gibt es auch Hunderte nach ihm benannte Straßen, viele lebensgroße Statuen und Büsten, einige monumentale Denkmäler sowie mehrere Museen zu seinen Ehren. Die insbesondere in der Westukraine politisch erfolgreiche nationalistische Partei „Swoboda“ sowie die rechtsextreme Organisation Prawyj Sektor berufen sich ebenfalls auf Bandera. Die Anhänger des Fußballvereins Karpaty Lwiw zeigen bei Heimspielen ihres Vereins regelmäßig große Transparente mit seinem Konterfei.
Am 22. Januar 2010 verlieh der damalige ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko Bandera postum den Ehrentitel Held der Ukraine. Die damalige Ministerpräsidentin Julia Timoschenko von der Vaterlandspartei sprach Juschtschenko in dieser Angelegenheit ihre Unterstützung aus. Die polnische und russische Regierung sowie einige andere Institutionen protestierten gegen diese Ehrung. Das Europäische Parlament äußerte die Hoffnung, dass der neue Präsident der Ukraine diesen Präsidialerlass revidiere. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum verurteilte die Ehrung und wies darauf hin, dass Bandera Mitschuld am Tod von Tausenden Juden trage.
Im März 2010 kündigte der neue Präsident der Ukraine, Wiktor Janukowytsch, an, dass Juschtschenkos Erlass außer Kraft gesetzt werde. Im Januar 2011 wurden gerichtliche Entscheidungen, den Titel wieder abzuerkennen, schließlich rechtskräftig. Die Pressestelle des Blok Juliji Tymoschenko kritisierte die Gerichtsentscheidung als politisch. Die Aberkennung sei zudem ein Bruch von Wahlversprechen Janukowytschs.
Durch einen Beschluss des Kiewer Stadtparlaments vom Juli 2016 wurde der Moskauer Prospekt der Hauptstadt in Stepan-Bandera-Prospekt (Проспект Степана Бандери) umbenannt.
siehe auch:
Zu den absolut historischen Auftritten des ukrainischen Botschafters und bekennenden Verehrers des Nazi-Kollaborateurs Stepan Bandera im Deutschen Bundestag und im Berliner Abgeordnetenhaus. LINK
Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine hat am Grab des ukrainischen Faschisten Bandera in München Blumen niedergelegt und veröffentlichte sogar Bilder vom Grab. Jetzt stehende Ovationen im Bundestag und ständige TV-Auftritte. LINK
