Pressespiegel: Warum verlassen westliche Diplomaten Kiew (TASS)

https://tass.com/pressreview/1392615

Am 24. Januar hat das US-Außenministerium die Familien der US-Botschaftsangestellten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew aufgefordert, das Land zu verlassen. Auch die „freiwillige Ausreise von US-Direktangestellten“ wurde wegen der angeblich drohenden russischen Invasion genehmigt. Auch das britische Außenministerium kündigte einen Teilabzug von Diplomaten an. Der EU-Spitzendiplomat Josep Borrell erklärte jedoch, die EU habe keine Pläne, ihr diplomatisches Personal aus der Ukraine abzuziehen, schreibt Wedomosti.

Unterdessen berichtete die New York Times, US-Präsident Joe Biden habe mit Vertretern des Pentagons Optionen für die Entsendung zusätzlicher US-Truppen nach Osteuropa erörtert. Die NATO wiederum sagte, ihre Mitglieder würden mehr Kriegsschiffe und Flugzeuge an die Ostgrenze des Blocks schicken, um Russland einzudämmen und die Ukraine zu schützen. Außerdem hat die Ukraine über 80 Tonnen US-Waffen erhalten, wobei sich die zweite Militärhilfe auf insgesamt 200 Millionen Dollar beläuft.

Westliche Nationen verschärfen weiterhin die Spannungen in den Medien um die Ukraine, betonte Alexander Jermakow, Experte des russischen Rates für internationale Angelegenheiten. Die Streitkräfte, die die Nato in den Osten entsendet, sehen nicht nach einer schnellen Antwort auf die „russische Bedrohung“ aus. Außerdem, so der Experte, sei der Truppeneinsatz längst geplant gewesen und nun „versuche die Nato, ihn in die aktuelle Agenda einzupassen“. Da die Spannungen im Medienbereich eskalieren, wird Russland entsprechend reagieren, Erklärungen zu Provokationen abgeben, die vorbereitet werden, und den Westen für die Bewaffnung Kiews verantwortlich machen. Auch die Entsendung russischer Truppen nach Weißrussland für die Übungen „Union Resolve 2022“ zeige keine Vorbereitungen für eine Invasion, sondern sei ein Versuch, den Westen einzuschüchtern, betonte Jermakow.

Westliche Länder versuchen, die Spannungen in der Ukraine hoch zu halten, um Druck auf Russland auszuüben, bemerkte der Direktor der Franklin D. Roosevelt Foundation for United States Studies an der Moscow State University, Yury Rogulev. Die NATO-Drohungen mit einer militärischen Eskalation hält der Experte für ein mediales und politisches Projekt. Die Hauptgefahr für die Ukraine bestehe darin, dass westliche Waffenlieferungen Kiew eine Unterstützung vortäuschen, die das Land nicht erhalten werde, wenn es tatsächlich zu einer „russischen Aggression“ komme, betonte Rogulev.

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