„Die Zusammenarbeit von Wehrmacht, Gestapo und SS: Wege sowjetischer Kriegsgefangener in die KZ“ – Veranstaltung des Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst am 18. November

Den dritten Vortrag im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „Dimensionen eines Verbrechens. Sowjetische Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg“ wird Daria Kozlova, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Flossenbürg, zu folgendem Thema halten:

„Die Zusammenarbeit von Wehrmacht, Gestapo und SS: Wege sowjetischer Kriegsgefangener in die KZ“.

Nationalsozialistische Konzentrationslager dienten vor Beginn des Zweiten Weltkriegs der Kontrolle und Erziehung potenziell staatsfeindlicher Personen und damit aus Sicht der Nationalsozialisten dem Schutz der „Volksgemeinschaft“. Unterschiedliche politische Einstellungen, abweichendes Verhalten oder soziale Gründe konnten dazu führen, in sogenannte Schutz- oder Vorbeugungshaft genommen zu werden. Der Aufenthalt von Kriegsgefangenen in den KZ war ursprünglich nicht vorgesehen. Trotzdem gelangten nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion mehr als 100.000 männliche und eine nicht zu bestimmende Zahl weibliche Angehörige der Roten Armee in die KZ. Bei ihrer Ausbeutung, Bestrafung und Hinrichtung arbeiteten Wehrmacht, Gestapo und SS eng zusammen. Der Vortrag zeigt auf, wie den sowjetischen Gefangenen durch diese Kooperation ihr Status als Kriegsgefangene entzogen und internationale kriegsrechtliche Schutzbestimmungen ausgehebelt wurden – aus ideologischen, politischen und wirtschaftlichen Gründen.

Daria Kozlova ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Historischen Abteilung der Gedenkstätte Flossenbürg. Sie promoviert zudem zum Thema „Erinnerungskultur an den Zweiten Weltkrieg in der Ukraine nach 1991“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.Der Eintritt ist frei.

https://www.museum-karlshorst.de/

%d Bloggern gefällt das: