Oskar Lafontaine: Angst vor dem Atomtod? Verdrängt!

Vor ein paar Tagen wurde Ungeheuerliches enthüllt: Die Journalisten Bob Woodward und Robert Costa haben in ihrem Buch „Peril“ („Gefahr“) aufgeschrieben, was US-Generalstabschef Mark Milley unternommen hat, um Donald Trump davon abzuhalten, die Welt in Brand zu setzen. Aus Angst vor unüberlegten Handlungen Trumps hat er zweimal den chinesischen General Li Zuocheng angerufen, um ihm zu versichern, dass die Vereinigten Staaten China nicht angreifen würden. Er habe zudem seine Kommandeure angewiesen, zunächst ihn zu informieren, falls Trump einen Atomschlag anordne.

Diese Nachricht eines drohenden atomaren Infernos hätte die gesamte Welt alarmieren müssen. Auf dem gesamten Globus hätte es Demonstrationen für atomare Abrüstung geben müssen. Aber nichts passierte.

Die Feststellung des Philosophen Günther Anders, dass die Menschheit heute Dinge herstellt, von denen sie keine Vorstellung mehr hat, wird auf dramatische Art und Weise bestätigt. Die Menschheit kann sich nicht wirklich vorstellen, was ein atomares Inferno bedeutet. Und sie kann sich offenbar nicht wirklich vorstellen, dass ein Verrückter irgendwo auf den Knopf drücken könnte. Weithin unbekannte Helden haben bislang die Welt gerettet. So hat der russische Oberst Petrov 1983 einen Atomkrieg verhindert, weil er auf eigene Verantwortung einen durch einen technischen Defekt gemeldeten Angriff der USA mit Atomwaffen als Fehlalarm einstufte, statt einen atomaren Gegenschlag auszuführen. Auch der höchste US-Militär Mike Milley ist ein Held unserer Zeit. Wollte er doch sicherstellen, dass Trump nicht aus Wut über seine verlorene Wahl einen Atomschlag anordnet. Dass auch Technik versagen kann, dass eine Atombombe durch technisches Versagen eingesetzt wird, kann niemand ausschließen.

Auch der laufende Wahlkampf zeigt, dass sich die Menschen „das Unvorstellbare“, was ihnen droht, nicht mehr vorstellen können. Die atomare Aufrüstung geht weiter, Verrückte können an die Macht kommen, und Technik kann immer wieder versagen. Aber statt gegen die atomare Bedrohung und für ihre Beseitigung zu kämpfen, reden wir nur noch über das Virus und über CO2. Und unsere außen- und verteidigungspolitischen „Experten“ faseln über die „atomare Teilhabe“, weil sie zu dumm sind, zu begreifen, dass russische oder demnächst chinesische Atomraketen auf das Atombomben-Depot in Büchel und andere Militäreinrichtungen der USA in Deutschland programmiert sein müssen.

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