Archive for September 5th, 2021

5. September 2021

Hat Spike Lee seinen Film über den 11. September 2001 nach massive Kritik tatsächlich von „Verschwörungstheorien“ gereinigt?

Eine neue Version der letzten Episode über den 11. September wurde von Spike Lee um 30 Minuten gekürzt und soll jetzt keine Interviews mehr mit Mitgliedern von Architects and Engineers for 9/11 Truth beinhalten.

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5. September 2021

»Peking muss rasiert werden« Vor 120 Jahren wird das »Boxerprotokoll« unterzeichnet, mit dem der Imperialismus, allem voran der deutsche, die Chinesen für die Niederschlagung ihres Aufstands zahlen ließ (junge Welt)

https://www.jungewelt.de/artikel/409750.kolonialismus-peking-muss-rasiert-werden.html

5. September 2021

EU-Kriegskoalitionen der Willigen (german-foreign-policy.com)

Berlin und Brüssel suchen die Niederlage des Westens in Afghanistan zum forcierten Aufbau einer neuen EU-Eingreiftruppe zu nutzen. Man habe gegen die US-Entscheidung zum Abzug vom Hindukusch „kaum Widerstand“ geleistet, weil man nicht über ausreichende eigene militärische „Fähigkeiten“ verfüge, moniert Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Man könne nur „gewinnen“, wenn die EU stärker werde sowie „auf Augenhöhe mit den USA“ gelange. Bereits zuvor hatte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell in einem Medienbeitrag gefordert, neben „militärischen Schlüsselfähigkeiten“ müsse die Union vor allem eine besonders schlagkräftige Eingreiftruppe („initial entry force“) aufbauen. Aktuell ist in der EU von einer mindestens 5.000 Soldaten starken Einheit die Rede, die sich am Vorbild der NATO-„Speerspitze“ orientiert; eine Aufstockung auf bis zu 20.000 Militärs wird ebenfalls diskutiert. Eine Entscheidung darüber könnte im November fallen. Widerstand leisten inbesondere US-nahe EU-Mitgliedstaaten in Ost- und Südosteuropa.

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https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8694/

5. September 2021

#Unteilbar Demonstration / Friedensblock: Coop Anti-War Cafe Berlin #aufstehen gegen Krieg #WorldBeyondWar 4.9.2021

Im Januar dieses Jahres ist der UN-Atomwaffenverbotsvertrag in Kraft getreten

90 Staaten haben den Vertrag bisher unterzeichnet und weit über 50 Staaten haben ihn ratifiziert. Der Vertrag verbietet die Entwicklung, die Produktion, den Test, den Erwerb, die Lagerung und den Transport, die Stationierung und den Einsatz von Atomwaffen sowie die Drohung mit diesen.

In Zusammenarbeit mit dem internationalen Netzwerk World Beyond War und Roger Waters (Pink Floyd) und Attac Berlin organisieren wir eine Kampagne, um auf das Inkrafttreten des Vertrags aufmerksam zu machen.

Die erste Serie von 10 Werbetafeln wurde im Februar 2021 aufgestellt. Die zweite Serie im Mai 2021.

Die dritte Serie von 10 Werbetafeln an der attac Berlin beteiligt kann man jetzt in Berlin sehen vor den Bundestagswahlen. Die Banner sind 356 x 252 groß.

Der Atomwaffenverbotsvertrag wird von der deutschen und globalen Friedensbewegung unterstützt.

Über 100 Städte, Gemeinden und Landkreise in Deutschland und aller Welt haben sich einem Appell zur Unterstützung des Vertrags angeschlossen.

Vier Bundesländer haben beschlossen, den Vertrag zu unterstützen bzw. die Bundesregierung aufzufordern, ihm beizutreten:

Bremen, Bremische Bürgerschaft
Berlin, Berliner Abgeordnetenhaus
Rheinland-Pfalz, Landtag
Hamburg, Hamburgische Bürgerschaft

Deutschland ist NATO-Mitglied und lagert ca. 20 US-Atomwaffen in Büchel. Im Rahmen der „nuklearen Teilhabe“ der NATO stellt Deutschland Trägerflugzeuge und deutsche Piloten für den Ernstfall des Atomwaffeneinsatzes zur Verfügung. Geübt wird jedes Jahr bei der Militärübung „Steadfast Noon“

Neun Atomwaffenstaaten, und 30 atomar abhängige NATO-Staaten weigern sich, dem Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten.

Um ihre globale Vorherrschaft durchzusetzen versuchen die USA und die NATO China und Russland mit atomwaffenfähigen Raketen einzukreisen, und der größte Militäretat in der Geschichte der USA mit über 700 Milliarden Dollar und die jetzt teils massiv erhöhten Rüstungsetats einiger NATO-Staaten sind klare Belege dafür. Außerdem wurden gegen viele Staaten Sanktionen verhängt.

Obama, Trump und jetzt auch Biden setzen alle auf eine Doktrin der sogenannten „strategischen Konkurrenz“ und zugleich auf die Entwicklung kleinerer sogenannter einsatzfähiger Atomwaffen.

Die USA haben im 2. Weltkrieg als erste und einzige Macht Atomwaffen eingesetzt – gegen Japan. Danach haben sie Pläne zur Auslöschung zahlreicher Städte in der Sowjetunion ausgearbeitet. Auch China war im atomaren Fadenkreuz des Pentagon.

Während des Koreakriegs spielte US-Präsident Truman mit der Idee Atomwaffen einzusetzen. Dann allerdings entliess er den Oberbefehlshaber McArthur, als dieser offen den Einsatz forderte´´´´

US-Militärs planten auch Atomwaffeneinsätze im Vietnamkrieg, gegen Nordvietnam.

Im Rahmen einer – nicht UN-mandatierten und insoweit völkerrechtswidrigen – NATO-Operation wurde 1999 auf Gebieten Ex-Jugoslawiens (Kosovo, Serbien, Montenegro, vorher Bosnien-Herzegowina) hochgiftige Uranmunition eingesetzt. Depleted uranium – DU). Chemisch hochtoxisch und radiologisch führt dies zu schweren Gesundheits- und Umweltbelastungen, zu Krebs und Genveränderungen. Viele Fälle von mißgebildeten Kindern und Fehlgeburten sind dokumentiert.

Auch im Irakkrieg kam zu massivem Einsatz von giftiger Uranmunition – Dokumentarfilme dazu gab es auch im deutschen Fernsehen wie beispielsweise beim Weltspiegel.

Und auch in Afghanistan kam diese Waffe zum Einsatz. Auch hier Nachweise über zahlreiche Krebsfälle und viele schreckliche Mißbildungen bei Neugeborenen. Viele sprechen von der heimlichen Atombombe.

Im von mir 2005 gegründeten Antikriegscafe vertrete ich die Aufstehen Basisgruppe Berlin Mitte, bin Mitglied im Deutschen Friedensrat und vertrete die internationale Antikriegsbewegung World Beyond War – Eine Welt jenseits von Krieg in Berlin. Diese Bewegung hat weltweit zahlreiche Vertretungen in Europa, Asien, Afrika, Australien, den USA.

Über 80.000 Personen und 500 Organisationen aus fast 190 Ländern haben

die Grundsatzerklärung von World Beyond War unterzeichnet.

Diese lautet: „Wir verpflichten uns dazu, uns für gewaltfreie Bemühungen zu engagieren und diese zu unterstützen, mit dem Ziel, alle Kriege und Kriegsvorbereitungen zu beenden und einen nachhaltigen und gerechten Frieden zu schaffen.“

Unser besonderer Dank gilt auch Roger Waters, der unser Plakat mitfinanziert und die Aktion angedacht hat. Er ist einer der wenigen Künstler, die sich sozial und gegen Kriege einsetzt. Zur Zeit unterstützt er Julian Assange, nimmt an Veranstaltungen teil und unterstützt die fortschrittlichen Kräfte Lateinamerika in Bolivien, Ekuador, Chile, Venezuela, Cuba.. All dies teilt er über Twitter mit seinen 300.000 Followers. Er ist aktiv für Palästina , gibt Interviews und nimmt an Internet-Konferenzen teil.

Die Konzerte von Roger beinhalten immer politische Aussagen und sind legendär auch wegen den Auftritten von politischen Aktivisten.

Warum ist es so überaus wichtig all dies und auch Roger Waters zu erwähnen? Auf dieser Kundgebung?

Deshalb weil es so wichtig ist uns nicht teilen zu lassen! Unteilbar zu sein! Entgegen der alten Strategie der Herrschenden: Teile und herrsche

Wir und damit meine ich mich und meine politischen Freunde stehen auf der Seite der antiimperialistischen Kräfte, die eine multipolare Welt als mögliche Zukunft sehen.

Wir demonstrieren seit 2 Jahren für die progressiven Bewegungen und Regierungen in Lateinamerika! An jedem Wochenende

Wir verstehen uns als Sympathisanten der Blockfreien Bewegung oder der Non Aligned Nations. Ein Bündnis ursprünglich gegründet um 1960,

Die politische Basis der Blockfreien war zunächsts eine Politik der friedlichen Koexistenz, der Unabhängigkeit gegenüber den Großmächten und Bündnissen in Ost und West und der Unterstützung der nationalen Unabhängigkeitsbewegungen – vor allem in der Dritten Welt.“

Jetzt umfasst das Bündnis 120 Länder und es wird ausdrücklich von Russland und China unterstützt.

Dieses Bündnis ist aber vielen kaum bekannt. Es wird kaum darüber berichtet. In der Realität aber repräsentiert es die Mehrheit der Menschheit. Es basiert auf dem Grundsatz der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten und auf Kooperation statt Konfrontation.

Die Präsidentin der UN-Generalversammlung Maria Fernanda Espinosa, erklärte während der letzten Konferenz dieses Staatenbündnisses in Caracas im Jahr 2019, dass die Bewegung der Blockfreien den Respekt vor der Souveränität, das Recht auf Selbstbestimmung, internationale Solidarität und Frieden und Entwicklung für alle Menschen weiterhin vehement verteidigen muss.

Die Bewegung der Blockfreien sei von wesentlicher Bedeutung, um auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu reagieren: Beseitigung der Armut, Verringerung der Ungleichheit, Schutz der Umwelt und Gewährleistung der Gesundheit, Bildung und menschenwürdigen Arbeit aller Menschen.

Die Präsidentin der UN-Generalversammlung erklärte in eine per Video übertragenen Rede, beide Organisationen die UN-Generalversammlung und das Bündnis der Blockfreien seien sich darin einig, den Frieden zu wahren und Konflikte zu verhindern, und den Dialog, die Zusammenarbeit und faire Lösungen für alle zu fördern.

Sicher, nicht alle Mitgliedsstaaten des Bündnisses sind perfekt, an einigen kann, darf und muss man sogar massive Kritik üben. Aber dennoch meine ich auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen, wenn ich diese Bewegung grundsätzlich unterstütze.

Kritik an Teilaspekten der Politik einzelner Mitgliedsstaaten ist notwendig, nur sollte dies nicht von der positiven Einschätzung der immensen Bedeutung dieses Bündnisses ablenken.

Voraussetzungen für die Mitgliedschaft in der Bewegung der Blockfreien decken sich mit den wichtigsten Grundsätzen der Vereinten Nationen. :

#Die Anerkennung der grundlegenden Menschenrechte sowie Ziele und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen.

#Respekt für die Souveränität und die territoriale Integrität aller Nationen.

#Anerkennung der Bewegungen für die nationale Unabhängigkeit.

#Die Anerkennung der Gleichheit von Menschen aller ethnischen Herkunft und der Gleichheit aller Völker.

#Enthaltung von Intervention oder Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes.

#Die Achtung des Rechtes jeder Nation, sich einzeln oder gemeinsam, entsprechend und im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen zu verteidigen.

#Verzicht auf Anwendung oder Androhung von Aggression oder die Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines anderen Landes.

#Abwicklung und Beilegung aller internationalen Streitigkeiten durch friedliche Mittel, in Übereinstimmung mit der Charta der Vereinten Nationen.#Förderung der gegenseitigen Interessen und der Zusammenarbeit.

#Die Achtung vor dem Völkerrecht und dessen internationalen Verpflichtungen.

Darüberhinaus lehnen die 120 Mitgliedsländer der Bewegung der Blockfreien Staaten die Verwendung von Sanktionen und einseitigen Maßnahmen gegen souveräne Nationen ab.

Heute ist die Bewegung der Blockfreien nach den Vereinten Nationen das zweitgrößte multilaterale Gremium der Welt und setzt sich als Bündnis für die Stärkung der internationalen Sicherheit und Selbstbestimmung ein.

2020 hat das Gipfeltreffen der Blockfreien-Bewegung (Non-Aligned Movement, NAM) virtuell und unter dem Motto „Vereint gegen Covid-19“ stattgefunden.

COVID-19 hat gezeigt, dass es eine globale Herausforderung darstellt. Die Krankheit macht keine Unterschiede zwischen Grenzen, Ideologien oder dem Stand der Entwicklung. Deswegen muss die Antwort darauf global und gemeinschaftlich sein und die politischen Differenzen überwinden.

Die Pandemie verschärft die dringenden Probleme eines Planeten, der von tiefer Ungleichheit heimgesucht wird, auf dem 600 Millionen Menschen in extremer Armut leben und auf dem fast die Hälfte der Bevölkerung keinen Zugang zu den grundlegenden gesundheitlichen Dienstleistungen hat.

In diesem schwierigen Szenario greifen die USA und Allierten den Multilateralismus an und diskreditieren zu Unrecht die Rolle internationaler Organisationen, insbesondere die der Weltgesundheitsorganisation.

Progressive Bewegungen werden jetzt auch durch die einflussreichen Mediennetzwerke Russlands, Chinas und Lateinamerikas unterstützt. So können zunehmend Vertreter der Antikriegsbewegung und anderer sozialer Bewegungen weltweit Gehör finden.
Und wir danken insbesondere auch der Tageszeitung junge Welt, die heute hier vertreten ist.

All diese Entwicklungen sollten von progressiven und linken Bewegungen zur Kenntnis genommen werden. Und in diesem Sinne könnten sich auch Politiker in der Partei DIE LINKE, in der SPD oder der Grünen positionieren. Zumindest an der Basis dieser Parteien. Denn eins ist klar: Wer die Einmischungspolitik, der Regimechangepolitik, der Interventionen und der immensen Aggression des Westens kritisiert und sich für weltweite Kooperation anstelle von Konfrontation einsetzt, vertritt die Interessen der Mehrheit der Menschheit. Selbst wenn wir hier nur wenige sind. Dies zu erkennen wird immer wichtiger vor dem Hintergrund der zunehmenden ökologischen Krisen und der ständig wachsenden Kriegsgefahr.

In diesem Sinne sollten wir uns zur Losung dieser Kundgebung bekennen:

UNTEILBAR!

Anette Henßler für Attac-Berlin #Unteilbar #Antikrieg Friedensblock 4. September 2021
https://youtu.be/7VWYs4iZaWY

Luisa Mayer für Linksjugend Solid Berlin #Unteilbar Demo Friedensblock 4.9.21 #Frieden #Sozialismus
https://youtu.be/mSagXDYVvW0

Elsa Rassbach für die Drohnen-Kampagne #Unteilbar #Antikrieg Friedensblock #Berlin 4. September 2021
https://youtu.be/zdw2You9_OA

Roylan Tolay für #DIDF-Berlin #Unteilbar Friedensblock #Berlin 4.9.2021 #Frieden und #Sozialismus
https://youtu.be/EbKWPWm8p0M

5. September 2021

Pressebriefing der Sprecherin des Außenministeriums Russlands, Maria Sacharowa zur Kampagne gegen den RT-Ableger in Deutschland – 2.9. 2021 in Moskau

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Der Kommentar der Sprechers des Deutschen Journalistenverbands, Hendrik Zörner, über die Weigerung der Behörden des Herzogtums Luxemburg, eine Sendelizenz der deutschen Version des russischen TV-Senders RT zu erteilen, ist schockierend. Es handelt sich nicht um einen Leiter einer politischen Partei mit eigener, ausschließlich politisierter Agenda hat, nicht um einen Untergrund-Anführer einer nationalistischen Bewegung, sondern um den Pressesprecher des Deutschen Journalistenverbands. Der Sprecher der größten Gewerkschaft der deutschen Medien begrüßte diesen Beschluss eines Nachbarstaates in einer Weise, die allen Normen der Berufsethik und allgemeinen Anstands widerspricht.

Ich möchte Phrasen und Ausdrücke anführen, die der Sprecher des Deutschen Journalistenverbands Hendrik Zörner benutzte. Zörner sagte das nicht als Privatperson, sondern im Namen des Verbandes. Er nannte es einen „Sieg für den Rundfunk, den Journalismus und alle Fernsehzuschauer“, dass den deutschen Zuschauern der Zugang zu Informationen des dort populären russischen Medienbetreibers verwehrt wird. Das heißt also, dass er einen weiteren Akt der Zensur, Angriffs auf die Meinungsfreiheit in seinem Land – Deutschland, das den Respekt der Meinungsfreiheit ständig hervorhebt, sich um Journalisten kümmert, „gesegnet“ hat. Wir sind schockiert. Der Widerspruch liegt auf der Hand.

Man kann möglichst viel darüber sagen, dass ein bestimmtes Medium nicht gefällt, doch damit es nicht gefällt, sollte es Fakten geben, die beweisen, dass es den Bestimmungen und Normen, nach denen Medien betrieben werden sollen, nicht entspricht. Das ist keine Frage des Geschmacks bzw. politischer Ansichten, die mit denen anderer Journalisten übereinstimmen müssen. Das ist eine Frage der Übereinstimmung der Tätigkeit der Medien mit der inneren Gesetzgebung des Landes und internationalen Verpflichtungen des Staates. Ihre (ich wende mich an den Deutschen Journalistenverband) persönlichen Ansichten, Bevorzugungen, Weltanschauungen spielen in diesem Fall keine Rolle. Führen Sie konkrete Fakten an, warum Ihnen als Journalisten der TV-Sender RT nicht gefällt? Vielleicht weil er populärer als viele Medien Ihres Verbandes ist? Banale Eifersucht? Man sollte sich in der Gewalt haben, Kräfte mobilisieren, vorwärts schreiten, Konkurrenzfähigkeit beweisen statt am Rockzipfel des Regierungsvertreters zu zerren und nur dadurch den Konkurrenzkampf zu gewinnen.

Solche Erklärungen, die veranlassen, die Kompetenz ihres Urhebers anzuzweifeln, werden von Herrn Zörner nicht zum ersten Mal gemacht. Ich würde ein Beispiel einer weiteren odiösen Aussage anführen, die nicht an das Publikum, sondern an die Kollegen aus internationalen Organisationen gerichtet war, die diese Äußerungen selbst nicht finden, um sie zu bewerten.

Ich bitte die OSZE-Beauftragte für Medienfreiheit, Teresa Ribeiro, diese Aussage des Sprechers des Deutschen Journalistenverbands zu bewerten. „Wer für RT arbeitet, hat sich vom kritischen und unabhängigen Journalismus verabschiedet“. Zörner ist sogar darüber besorgt, dass RT im Internet ist. Anscheinend ist der russische Sender in seiner Vorstellung die größte Bedrohung, die vom digitalen Raum ausgeht.

Gewöhnlich fixieren wir Angriffe gegen Medien seitens Machtzweige in verschiedenen Ländern, doch Deutschland ist in diesem Sinne ein einmaliges Land. Wie sehen, wie deutsche Journalisten gegen ihre  Kollegen hetzen. Wenn sie russische Journalisten nicht als ihre Kollegen bezeichnen, ist es das Problem nicht der russischen Journalisten. Das sind Probleme der deutschen Korrespondenten, deutscher Medien, ihrer Verbände und de facto Berlins. Es ist so, dass es in einem demokratischen Land, das sich als freiheitsliebend bezeichnet, Menschen gibt, die über Ressourcen des Einflusses auf die öffentliche Meinung verfügen. Sie nutzen unzulässige Methoden, darunter Hetze und direkte Beleidigungen gegen die Medienvertreter. Wenn es Fakten, Angaben bzw. Materialien gibt, die davon zeugen, dass deutsche Journalisten Gründe haben, aus beruflichen Gründen den Sender RT nicht zu mögen, mögen sie das vorlegen. Wenn es diese nicht gibt, sollten sie mit ihrem Beruf im Einklang stehen. Sie sollen Journalisten und keine Propagandisten sein.

Es sollte hervorgehoben werden, dass die Rhetorik des Deutschen Journalistenverbandes aus Sicht der allgemeinen Atmosphäre der Verleumdung und Hetze anschaulich ist, die um RT in Deutschland auf Initiative der lokalen Behörden trotz des jüngsten Dementis der Bundeskanzlerin Angela Merkel gezielt entfacht wird. Deutsche Offizielle verweigern den für RT tätigen Journalisten öffentlich das Recht, Journalisten genannt zu werden. Es werden Hindernisse für normale Bankdienstleistungen für die deutsche Redaktion des TV-Senders bereitet. Uns wird zugesichert, dass offizielle Behörden damit nichts zu tun haben, doch wir haben andere Informationen. Es werden Materialien veröffentlicht, die den Ruf der russischen Journalisten verunglimpfen. Das alles findet in einem Staat statt, der für die Medien- und Meinungsfreiheit als unantastbaren Wert und Eckpfeiler der demokratischen und pluralistischen Gesellschaft eintritt.

Auch die Umstände, unter denen der Antrag von RT von den Behörden Luxemburgs behandelt wurde, lösen logische Fragen aus. Im Medienraum erschienen Mitteilungen über Konsultationen der Dienste Luxemburgs und Deutschlands unter Heranziehung der Sicherheitsdienste beider Länder, auf deren Inhalt die Erklärungen deutscher Beamten, die in Form eines unverhohlenen Drucks erfolgten, indirekt hinwiesen.

Die schlecht getarnte Aggression gegenüber dem TV-Sender RT sorgte bereits für Reflexe, als wäre gegenüber den Medien russischer Herkunft alles erlaubt. Ein Beispiel dafür ist das Ignorieren der angeblich angesehenen Zeitung „Die Welt“ der Auflagen der deutschen Justiz. Bereits am 17. August hatte die Zeitung auf Gerichtsbeschluss von Berlin und Frankfurt am Main verleumderisches Material über TV-Sender RT zu löschen. Trotz der Vorstellungen über die deutsche Gesetzestreue wurde das bislang immer noch nicht gemacht. Die Antwort auf die Frage „Warum?“ ist offensichtlich – es wurde eine entsprechende Atmosphäre geschaffen. Medien und Vertreter der Behörden gehen koordiniert vor.

Vor diesem Hintergrund ist die stillschweigende Reaktion profilierter internationaler Organisationen kennzeichnend. Wir haben heute ausreichend Materialien vorgelegt, damit die OSZE Interesse daran zeigt, was da mit dem TV-Sender RT in Deutschland vor sich geht. Wir können bei Bedarf auch weitere Materialien bereitstellen. Es ist die Zeit gekommen, auf solche eklatante Verletzungen der Medienfreiheit zu reagieren. Wir erwarten von diesen Strukturen die durch ihr Mandat vorgesehene adäquate Reaktion. Es wird nicht gelingen, einfach zu schweigen, wir werden daran erinnern. Wir rufen die deutschen Behörden beharrlich dazu auf, mit der Beeinträchtigung der Rechte der russischen Medien und Journalisten aufzuhören und die adäquate Erfüllung der internationalen Verpflichtungen im Bereich Meinungspluralismus wiederaufzunehmen. Wenn sie so sehr an der Situation in Russland interessiert sind, wollen wir, dass sie auch mit so viel Elan auf die Situation unmittelbar in Deutschland aufmerksam werden. Es gibt viele Probleme, mit denen man sich befassen sollte, einschließlich der Meinungsfreiheit.

5. September 2021

Strategische Partnerschaft Russland-China: Vom Kontinent über die Meere (RT DE)

https://de.rt.com/meinung/123438-russisch-chinesische-strategische-partnerschaft-vom/

5. September 2021

»Kollateralschäden« in Kabul: Nach verheerendem Anschlag in afghanischer Hauptstadt: Starben Zivilisten durch Schüsse von US-Marines? (junge Welt)

https://www.jungewelt.de/artikel/409722.krieg-in-afghanistan-kollateralsch%C3%A4den-in-kabul.html

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