Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa: EU-Länder unfähig einer globalen Katastrophe, der Covid-19 Pandemie, entgegenzutreten.

Kommen wir zum Schluss zu den Impfstoffen zurück.

Das heißt, Sie wollen mit etwas Positivem abschließen?

Ja, natürlich. Das deutsche Gesundheitsministerium weigerte sich vor einiger Zeit, die Politisierung von Sputnik V zu bestätigen oder auszuschließen.

Das nennt sich „Grundhaltung“.

Ja. Glauben Sie noch immer an eine Möglichkeit, Vereinbarungen über die Impfstoffzulassung zu erzielen?

Ich glaube an Gott. Ich ziehe es vor, an die anderen Dinge nicht so sehr zu glauben, sondern darauf hinzuarbeiten, sie zu verwirklichen oder sie zu verhindern. Es ist keine Frage des Glaubens. Es ist eine Frage der Arbeit. Und es ist eine Frage der Analyse, der Pragmatik, der Suche nach dem Weg zum Ziel innerhalb der zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel. Wir waren vom ersten Tag an offen für einen Dialog, als die Entwicklung des Impfstoffs angekündigt wurde. Russland war das erste Land, das einen Impfstoff entwickelt hat. Und wir haben sofort umfassende Möglichkeiten zur Zusammenarbeit angeboten, vom Informationsaustausch über eine gemeinsame Forschung bis hin zur gemeinsamen Produktion in Zweit- und Drittländern. Das Angebot haben wir jedem gemacht. Doch es begann eine heftige Kampagne, auch die von Alexei Nawalny. Das ist in Deutschland wahrscheinlich kaum bekannt. Alexei Nawalny hat an die Russen appelliert und gesagt, dass die russische Regierung lügt und dass es keinen Impfstoff gibt. Ich denke, dass viele Menschen in Deutschland und im Westen, die seine Figur für politische Zwecke nutzen, leider auf ihn gehört haben. Und sie haben viele Unternehmen und Menschen dazu gebracht, auf ihn zu hören, indem sie ihn für eine wichtige Persönlichkeit ausgaben.

Es war ein spezieller Appell, dass es keinen Impfstoff gebe, dass die russische Regierung lüge, dass nicht einmal die WHO sich auf einen Deal mit Russland einlassen und bestätigen konnte, dass es diesen Impfstoff gibt. Sie können sich diesen Appell anhören, man kann ihn im Internet finden. Es gab also eine sehr weitreichende Kampagne gegen unseren Impfstoff und gegen das, was wir der Welt angeboten haben. Aber wir haben auch das überlebt. Leider haben viele Länder – auch die EU-Staaten – Zeit verloren. Die lateinamerikanischen Länder haben zum Beispiel keine Zeit verloren. Sie haben Selbstständigkeit und Willenskraft bewiesen. Sie haben begonnen, den Impfstoff zu kaufen und sie haben sogar mit der Produktion begonnen. Viele Länder haben den Impfstoff unter anderem in Form einer Erprobung erhalten, andere haben ihn sofort gekauft. Die EU bestraft sich also leider wieder selbst. Genau wie Prag es im Fall unserer Diplomaten gemacht hat.

Fairerweise muss man sagen, dass es in Deutschland Befürworter und Gegner von Sputnik V gibt. Die Zahl der Befürworter wächst natürlich. Es gibt Bestellungen aus Sachsen, und auch Bayern hat konkrete Investitionspläne. Wie stehen die Chancen, dass Sputnik irgendwann in Deutschland eingesetzt wird?

Anknüpfend an das, was Sie sagen: Ich kenne die Anfragen seitens der deutschen Bundesländer sehr gut. Und es gibt nicht nur Interesse, sondern auch konkrete Kaufabsichten. In Prozent kann ich es Ihnen nicht sagen, ich gehe da nicht so sehr ins Detail. Wir betreiben ja keine Handelsgeschäfte, das liegt in der Verantwortung des Direktinvestitionsfonds. Aber jener Sprung, den unser Impfstoff innerhalb von vier Monaten gemacht hat, spricht von einem enormen Interesse, und dieses Interesse kann nicht gestoppt werden. Eine andere Sache ist, seien wir ehrlich, dass die EU Zeit verloren hat. Die EU könnte sowohl bei den Impfungen als auch bei der Herstellung von Impfstoffen ganz vorne liegen. Aber dem ist nicht so. Warum? Weil ihnen aufgrund der Politisierung die Hände gebunden sind. EU-Beamte haben ihnen die Hände gebunden, sowohl den industriellen als auch den Handelsunternehmen, aber vor allem der Bevölkerung! Sie handelten nicht im Interesse ihrer eigenen Länder. Das ist die objektive Realität. Ich weiß nicht, ob man darüber in der EU sprechen darf, aber dies ist eine Tatsache. Genau wie die Tatsache, dass COVID-19 sowie das Jahr 2020 enorme Probleme in der EU und allgemein im Westen aufgedeckt haben: Die Unfähigkeit, einer globalen Katastrophe entgegenzutreten, wie sie die Welt noch nie erlebt hat.

Okay, die Welt hat den Stillstand des Flugverkehrs und die Grenzschließung in einem solchen Ausmaß wahrscheinlich noch nicht erlebt. Aber die Welt war auch schon früher mit Pandemien konfrontiert. Und es stellte sich heraus, dass jene Machthaber, die sich als internationale Machthaber bezeichnen, keine Machthaber sind. Das ist nur Wichtigtuerei. Es stellte sich heraus, dass vor allem die EU, Deutschland, Frankreich und viele weitere Länder – und auch die USA – der Welt kein Modell zur Pandemiebekämpfung anbieten konnten. Sie haben es leider nicht geschafft. Weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich noch in Bezug auf die Entwicklung und Einführung von Impfstoffen, wie es ein tatsächlicher Machthaber tun würde. Ich höre sehr oft aus Brüssel, dass die EU ein internationales Musterbeispiel sei. Dass die europäische Zivilisationsagenda Verbreitung finden sollte. Dass ihre Erfahrung von Land zu Land gehen sollte. Dass sich die restlichen Länder von den westlichen Werten leiten lassen sollten. Dass westliche Werte geschützt und bewahrt werden sollten. Dass sie – der Sonne gleich – das Licht der Welt seien. Als aber das Jahr 2020 kam, haben wir die „westlichen Werte“ in Aktion gesehen. Diese Werte, die dem Westen eine Führungsrolle garantieren sollen, gibt es nicht. Es gibt sie nicht. Dies ist ein Mythos, er gehört der Vergangenheit an. Das ist leider wahr

Auszug aus dem kompletten Interview von RT Deutsch:
https://de.rt.com/russland/116471-exklusiv-fur-rt-de-leser/