Archive for Februar 11th, 2021

11. Februar 2021

Deutsche Welle antwortet dem Außenminister von Venezuela, Jorge Arreaza: „Wir sind immer offen für den Dialog. Der beste Weg, um die Position der Regierung widerzuspiegeln, ist ein Interview. Und das haben wir wiederholt angefordert.“

Sehr geehrter Herr Minister Arreaza Montserrat,

danke für Ihr Schreiben, das wir mit leichtem Befremden zur Kenntnis genommen haben.
Sie unterstellen der DW in der Tonalität einer Anklage, dass wir angeblich „mit ideologischem Bekehrungseifer im Gewand einer journalistischen Analyse“ mit „Falschmeldungen und offener Propaganda“ eine „Redaktionslinie gegen Ihr Land zum Ausdruck bringen“.Diesen unhaltbaren Behauptungen muss ich entschieden widersprechen.

Fakt ist, dass die DW über Venezuela mit journalistischer Ausgewogenheit und Objektivität berichtet. Wir unterscheiden in unserer Berichterstattung zwischen Nachrichtenmeldungen, Autorenstücken und Kommentaren. Erstere geben ein aktuelles Geschehen ohne Hintergründe wieder und beziehen sich auf Meldungen anerkannter internationaler Nachrichtenagenturen, gegebenenfalls durch weitere Quellen ergänzt, z.B. Links zu erwähnten Dokumenten oder Organisationen.

Autorenstücke sind namentlich gekennzeichnet, für die Bereitstellung von zusätzlichen Hintergrundinformationen konzipiert und stützen sich vornehmlich auf eigene Recherchen, u.a. Gespräche mit Experten. Kommentare geben die persönliche Meinung der/s ebenfalls namentlich genannten Autors/in wieder und sind deshalb stets eindeutig als solche gekennzeichnet. Sie sind Ausdruck des universellen Rechts auf Meinungsfreiheit und können schon deshalb nicht „eine Haltung der Deutschen Welle“ reflektieren. Wenn Sie gelegentlich unsere Kommentare zur Politik der deutschen Bundesregierung lesen, wird Ihnen auffallen, wie breit das Meinungsspektrum ist und welche Bedeutung die Meinungsfreiheit für die DW hat.
Bei dem von Ihnen kritisierten Artikel vom 14. Januar handelt es sich um eine Nachrichtenmeldung, die Aussagen von Tamara Sujo bei einer von der Organisation Amerikanischer Staaten organisierten Pressekonferenz u.a. in Anwesenheit der Vizepräsidentin des EU-Parlaments wiedergibt. Sie monieren, dass in dieser Meldung keine anderen Stimmen und keine Angaben zu Sujos persönlicher Vorgeschichte auftauchen. Dies ist bei aktuellen Nachrichtenmeldungen nicht üblich, wie Sie z.B. auch an Nachrichtenmeldungen über Präsident Maduro sehen können, in denen weder Gegenmeinungen zu seinen Aussagen auftauchen noch erwähnt wird, dass er von zahlreichen Staaten, u.a. den USA, nicht als Staatsoberhaupt anerkannt wird.

Maduro reta a Guaidó a participar en próximos comicios | Las noticias y análisis más importantes en América Latina | DW | 05.02.2021 (https://www.dw.com/es/maduro-reta-a-guaid%C3%B3-a-participar-en-pr%C3%B3ximos-comicios/a-56462061)
Maduro acusa a Facebook de censurar videos sobre ″goticas milagrosas″ | Las noticias y análisis más importantes en América Latina | DW | 03.02.2021 (https://www.dw.com/es/maduro-acusa-a-facebook-de-censurar-videos-sobre-goticas-milagrosas/a-56435956)

Sie kritisieren außerdem, dass wir in einem Hintergrundstück eines Autors über die Probleme unabhängiger Medien in Venezuela den Präsidenten der Interamerikanischen Pressegesellschaft SIP zitieren, ohne ausführlich auf seine Biographie einzugehen, die ihm Ihrer Meinung nach kein Recht auf Äußerungen zu Venezuela gibt. Das wiederum ist Ihre persönliche Meinung, die aber nichts an der Funktion des zitierten Herrn ändert, und in dieser Funktion wird er zitiert. Zudem werfen Sie uns vor, in diesem Artikel nicht ausführlich auf die Hintergründe Ihrer Proteste gegen die britische Regierung wegen finanzieller Unterstützung privater Medien eingegangen zu sein. In der Tat sind wir Ihnen dankbar für die Bestätigung, dass Sie Ihren Protest nicht nur wegen des Gespräches mit der Pressegewerkschaft eingelegt haben, sondern dass es Ihnen tatsächlich um britische Finanzhilfen für unabhängige Medien in Venezuela ging. Dies werden wir in unserer künftigen Berichterstattung gerne berücksichtigen.

Zu guter Letzt kritisieren Sie den Meinungsartikel unseres Korrespondenten in Bogotá und werfen ihm eine unangemessene Rhetorik vor. Wie Sie wissen, gelten für Kommentare andere Regeln als für Berichte, daher sind sie entsprechend gekennzeichnet. Dass die darin zum Ausdruck gebrachte Meinung nicht allen Leser/innen gefällt, liegt in der Natur der Sache, deshalb möchte ich hier nicht im Einzelnen auf Ihre Angriffe gegen den Kollegen eingehen.

Sie sollten aber wissen, dass auch in unserer Redaktion die Meinungen der Kolleginnen und Kollegen durchaus unterschiedlich sind, und dass bei den lebhaften Diskussionen über das Für und Wider, das Pro und Contra immer wieder Ideen für weitere Artikel entstehen, die dann auch umgesetzt werden. So ist in der Folge des von Ihnen kritisierten Kommentars ein Hintergrundstück publiziert worden, das sich mit den Folgen der unterschiedlichen internationalen Sanktionen gegen Venezuela befasst:
Sanciones: ″Occidente perdió a Venezuela″ | Venezuela en DW | DW | 28.01.2021 (https://www.dw.com/es/sanciones-occidente-perdi%C3%B3-a-venezuela/a-56372349)

Auch die ebenfalls nicht einheitliche Meinung im Europaparlament dazu haben wir ausführlich einem Hintergrundstück dargestellt:
Bruselas y el rompecabezas de Venezuela | Las noticias y análisis más importantes en América Latina | DW | 21.01.2021 (https://www.dw.com/es/bruselas-y-el-rompecabezas-de-venezuela/a-56301403)
Ich finde es bedauerlich, dass Sie unsere täglichen Bemühungen um eine ausgewogene Berichterstattung nicht wahrnehmen und faktisch sogar konterkarieren. So ist, wie Sie sicherlich wissen, unserem Korrespondenten letzthin eine Akkreditierung für eine Berichterstattung über die Parlamentswahlen im Dezember verweigert worden. Auch auf unsere zahlreichen Anfragen für ein Interview mit Präsident Maduro haben wir über mehrere Jahre hinweg nie eine Antwort bekommen.

Wir würden weiterhin gerne auch die Position Ihrer Regierung aus erster Hand abbilden können. Deshalb bekräftige ich hiermit unser Interesse an einem ausführlichen TV-Interview mit Präsident Nicolás Maduro sowie vorsorglich schon jetzt an einer Akkreditierung unseres Korrespondenten für die bevorstehenden Regionalwahlen.

Haben Sie vielen Dank für Ihre Unterstützung. Ich sehe einer positiven Antwort entgegen.
Hochachtungsvoll

Christoph Jumpelt
Corporate Spokesperson
Directorate General

11. Februar 2021

Vorbereitung auf den Drohnenkrieg (german-foreign-policy.com)

(Eigener Bericht) – Die Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) erhöht den Druck zur Beschaffung von Kampfdrohnen. Solle die Bundeswehr „eine einsatzfähige Streitkraft bleiben“, die „auch gegen einen gut gerüsteten konventionellen Gegner bestehen“ könne, dann sei die Beschaffung von Kampfdrohnen „aus militärischer Perspektive … unabdingbar“, heißt es in einem aktuellen Arbeitspapier der BAKS. Der Autor des Papiers schließt dies aus einer Analyse des jüngsten Krieges um Bergkarabach, der laut Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer „der erste echte Drohnenkrieg der Geschichte“ war. Geführt wurde er maßgeblich mit türkischen Kampfdrohnen, deren Entwicklung und Produktion auch auf deutschen Exporten und deutschem Know-how beruhen. Das BAKS-Papier räumt nicht zuletzt mit der gern genutzten Propagandabehauptung auf, Kampfdrohnen dienten dem Schutz deutscher Soldaten; wie das Papier zeigt, beinhalten moderne Drohnenkriege einen „enormen Verlust an Mensch und Verschleiß an Material“ und fordern daher einen satten „Aufwuchs an Mensch und Material“: „Ein Schlüsselwort … ist Redundanz.“

Weiterlesen
https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8522/

11. Februar 2021

Antworten des russischen Außenministers Sergej Lawrow auf Fragen der Medien im Zusammenhang mit dem offenen Brief des schweizerischen Neurologen Kosak zur mutmaßlichen Vergiftung von Alexej Nawalny mit einem Nervengiftstoff.

LINK:
https://russische-botschaft.ru/de/2021/02/09/sergej-lawrow-spricht-mit-russischen-medien-ueber-nawalny-und-den-palast-von-gelendschik/

11. Februar 2021

»Manipulation und Instrumentalisierung« Netzwerk Cuba prangert verheerende Wirkung des Vorstandsbeschlusses der Linkspartei an (junge Welt)

https://www.jungewelt.de/artikel/396069.partei-die-linke-manipulation-und-instrumentalisierung.html

11. Februar 2021

Cubainformación TV – Konsequenzen eines ineffizientes kapitalistischen Systems: Armut, Hunger und Emigration, Covid-19 Krise, Regimechange, Polizeigewalt

Was ist das ineffiziente System, das Emigration erzeugt?

Übersetzung: Volker Hermsdorf

José Manzaneda, Koordinator von Cubainformación. – Im Januar wurde eine neue Karawane von sechstausend Menschen, die vor dem Elend, dem schlechten Gesundheitssystem und der Gewalt in Honduras in Richtung USA flohen, von der guatemaltekischen Polizei festgenommen und mit Tränengas attackiert (1). Dieses Land verzeichnet die höchste Rate an chronischer Unterernährung in ganz Lateinamerika (2).

Aber Sie werden nichts über „das ineffiziente kapitalistische System“ von Honduras oder Guatemala lesen. Allerdings, wenn es um Migranten aus Kuba geht, dann ja: „Sie versuchen, ein besseres Leben weit weg vom ineffizienten kommunistischen System zu finden“. So konnten wir im „Periódico Cubano“ lesen, einer der vielen digitalen Zeitungen, die vom Weißen Haus finanziert werden, in einem Artikel über den Tod eines Kubaners, der von der US-Grenzpatrouille erschossen wurde. Wo er übrigens beabsichtigte, um „politisches Asyl“ zu bitten (3).

Die venezolanische Regierung schickt wöchentlich 80 Tausend Liter Sauerstoff zur Versorgung von Patienten mit Covid-19 in die brasilianischen Bundesstaaten Roraima und Amazonas (4), wo bereits 211.000 Menschen gestorben sind (5). Wie viele Artikel haben Sie darüber gelesen? Aber erinnern Sie sich an das weltweite Medienspektakel und die Hunderte von Nachrichten über die angebliche „humanitäre Hilfe“ der USA für Venezuela, vor zwei Jahren (6)?

Die Nichtregierungs-Organisation Oxfam International prangert in ihrem Bericht „Das Ungleichheitsvirus“ an, dass die zehn reichsten Menschen der Welt während der Pandemie eine halbe Billion US-Dollar verdient haben, während extreme Armut und Arbeitslosigkeit, vor allem unter Frauen, stark ansteigen (7). Aber trotzdem haben Sie keine Sondersendung zu diesem Thema im Fernsehen gesehen? Nun ja, nur in Kuba, wo dem Thema zur besten Sendezeit mehr als eine Stunde gewidmet wurde (8).

Die globale Ungleichheit hat auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Covid-Impfstoffen. Die Bevölkerung der Europäischen Union hat zum Beispiel elfmal mehr Dosen als die Menschen in Afrika (9). Aber selbst dieses europäische Privileg wird der Macht der Unternehmen untergeordnet. Das Pharmaunternehmen AstraZeneca wird nur die Hälfte der 80 Millionen Dosen, zu denen es sich vertraglich verpflichtet hat, an die Europäische Union liefern (10), obwohl es 336 Millionen Euro europäische Subventionen erhalten hat (11). Der Grund: Es hat einen Teil seiner Produktion zu einem höheren Preis an das Vereinigte Königreich verkauft (12). Jetzt berichten wir Ihnen vom umgekehrten Fall. Kuba, ein armes Land mit einer blockierten Wirtschaft, könnte das erste sein, das in diesem Jahr seine gesamte Bevölkerung mit einem eigenen, zu 100 Prozent öffentlichen Impfstoff immunisiert (13). Aber sicher haben Sie auch keine Berichte über dieses Thema in den internationalen Medien gesehen?

Hätte der militärische Aufmarsch, sonst typisch für ein Land im Krieg, bei der Amtseinführung von Präsident Joe Biden in Venezuela stattgefunden, können wir uns die Schlagzeile vorstellen (14): „Nicolás Maduro festigt die Tyrannei und mobilisiert 22.000 Soldaten, um den Willen des Volkes zu unterdrücken“ (15).

Und wäre diese Frau, die die tausend Dollar für das Insulin ihres zuckerkranken Sohnes nicht bezahlen kann, eine Kubanerin und nicht US-Amerikanerin, würde man bereits von einer „Gesundheitskrise“ in Kuba sprechen (16). In dem Video nennt sie die Namen von Menschen, die gestorben sind, weil sie sich kein Insulin leisten konnten, dessen Preis sich in den letzten Jahren verdoppelt hat (17). Übrigens, wissen Sie, wer unter Donald Trump Gesundheitsminister war? Alex Azar, der Chef eines der Labore, die es vermarkten (18).

Die ukrainische Regierung hat drei Fernsehsender mit „pro-russischer“ Tendenz geschlossen, um „die nationale Sicherheit zu schützen“ (19) und weil sie „Propaganda“ machen – so lesen wir -, die „die Integration der Ukraine in die Europäische Union und die NATO behindert“ (20). Haben Sie von irgendeiner Verurteilung durch westliche Diplomaten gehört? Aber wenn die kubanische Regierung Medien kritisiert und einschränkt, die von den USA unterstützt werden, einem Land, das gegen die Insel einen brutalen Wirtschaftskrieg führt, heißt es natürlich: Havanna verletzt die Pressefreiheit (21).

Von fast dreitausend Beschwerden gegen Polizeieinsätze in Chile, bei denen 34 junge Menschen während der Proteste 2019 getötet wurden (22), gab es nur eine einzige Sanktion (23). Am 6. Februar wurde auch ein junger Künstler von Polizeibeamten erschossen (24). Im Jahr 2020 tötete das israelische Militär 27 Palästinenser, darunter sieben Minderjährige, und zerstörte 273 Häuser (25). Aber mit dem Wort „Repression“ wird in der internationalen Presse, vor allem Kuba belegt (26), weil dessen Kulturminister – man höre und staune – das Handy eines angeblichen „Journalisten“, der ihn damit belästigt hatte, zur Seite schlug. Ein „Journalist“ übrigens (27), der sein Gehalt durch Unterstützung der US-Regierung bezieht (28). Was für ein Zufall!

Grafik- und Videobearbeitung: Esther Jávega. Präsentation: Lázaro Oramas.

11. Februar 2021

Wutrede von EU-Politikerin wegen Nawalny: „Aber Assange darf man nicht erwähnen!“ (RT DE)

Am Dienstag debattierte das EU-Parlament in Brüssel darüber, dass der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell inmitten zunehmender Spannungen mit Russland wegen der Nawalny-Affäre Moskau besuchte. Eine irische Linken-Politikerin sorgte dabei für deutliche Worte.
Siehe: https://de.rt.com/kurzclips/113002-politikerin-wirft-eu-wegen-nawalny-heuchelei-vor-aber-assange-darf-man-nicht-erwaehnen/

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