Rede von Nancy Larenas vom 16.1.2021 / Kundgebung Frente Unido América Latina Berlin

Von dieser Tribüne aus haben wir bereits im vergangenen Jahr berichtet, dass die durch das Coronavirus ausgelöste Krise die Angst vor dem Hungertod ausgelöst hat und gleichzeitig die Gewalt gegen Frauen und
Kinder in Lateinamerika und der Karibik zugenommen hat.

In Lateinamerika hungern Millionen von Menschen aufgrund von fehlendem Einkommen und wirtschaftlicher Ungleichheit. Millionen Lateinamerikaner verdienen ihr tägliches Brot mit Gelegenheitsjobs und informeller Arbeit auf der Straße, mehr als die Hälfte der lateinamerikanischen Arbeiter hat keinen festen Arbeitsplatz. Mit der Pandemie standen sie von heute auf morgen ohne Einkommen da.
Die Hilfe für die Hungernden sind sehr gering gewesen. Die Armut in der Region wird weiter dramatisch zunehmen, während die Ungleichheiten zwischen Arm und Reich weiter wachsen werden. Die Sterblichkeitsrate ist bei den Armen höher, weil sie keinen Zugang zu einem angemessenen staatlichen Gesundheitssystem haben.

Wir fordern soziale Gerechtigkeit, um die sozioökonomischen Auswirkungen von COVID-19 sofort anzugehen.

Am Dezember 2020, äußerte die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Befürchtung, dass sich unsere Völker in naher Zukunft gegen privilegierte Minderheiten erheben werden, wie sie es 2019 in Chile, Kolumbien und Ecuador getan haben, und die jüngsten Proteste in Peru und Guatemala würden zeigen, dass die Unruhen in der Region weitergehen, die jeden Moment ausbrechen könnten.

In der Tat, unsere Völker wollen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, wir haben genug gesagt!

Die Pandemie Covid-19 erreichte Ende Februar 2020 Lateinamerika und traf die Frauen und Mädchen der Region besonders hart. Maßnahmen zur Eindämmung und Linderung der gesundheitlichen Notlage verschärften die Ungleichheiten und legten eine weitere stille und endemische Pandemie frei: Gewalt gegen Frauen.

Ob mit oder ohne Pandemie, die meisten Situationen geschlechtsspezifischer Gewalt finden im privaten Bereich statt und werden von männlichen Partnern, Ex-Partnern oder Familienmitgliedern verübt. Deshalb hat der Quarantäne-Ruf die Alarme ausgelöst: Das Zuhause war der beste Zufluchtsort, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, aber für viele Frauen der unsicherste Ort.

Verbrechen sind eine tägliche Tragödie, jeden Tag werden neun Frauen ermordet. Darüber hinaus ist nach Daten der Vereinten Nationen in Argentinien, Mexiko, Kolumbien und anderen Ländern der Region die häusliche Gewalt gegen Frauen im Jahr 2020 um 30 bis 50 % gestiegen. Es ist ein Verbrechen, das die Menschenrechte verletzt, während die Regierungen schweigen!

Die Nationale Konföderation der indigenen Bäuerinnen Boliviens „Bartolina Sisa“ feierte ihr 41-jähriges Bestehen und überreichte Präsident Luis Arce während einer Zeremonie in der Stadt La Paz einen vom Exekutivkomitee und den Departementsfrauen ausgearbeiteten Vorschlag zur Reduzierung von Missbrauch und Gewalt gegen Frauen.

Angesichts dieser Verbrechen ruft UN-Women die Regierungen der Region, die internationale Zusammenarbeit, den humanitären Sektor, den Privatsektor und die Gesellschaft als Ganzes dazu auf, Maßnahmen zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder als zentralen Teil der Maßnahmen zur Bewältigung der aktuellen Notlage durch die Ausbreitung von VIDOC-19 zu priorisieren.
Wir fordern die gemeinsame Arbeit der Regierungen mit-Frauenorganisationen, indigenen Frauen, Landfrauen, vertriebenen Frauen, Flüchtlingen, Feministinnen und der spezialisierten Zivilgesellschaft sowie Menschenrechtsverteidigern bei der Verhinderung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen in der Reaktion auf COVID-19 und beim Wiederaufbau!

Wir fordern, dass die Menschenrechte von Frauen und Kindern respektiert werden!!!
WIR WERDEN SIEGEN!!

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