Donald Trump geht jetzt den Weg über Gerichte, um eine Neuauszählung in einigen US-Bundesstaaten zu erzwingen. Seiner Meinung nach ist es dort zu Wahlfälschungen gekommen, die ihn die Mehrheit gekostet haben. Die Faktenlage ist schwer überschaubar, aber es könnte ja vielleicht sogar etwas an diesen Vorwürfen stimmen. Aber auch nur vielleicht.
Bei dieser Gelegenheit muss aber auch die Wahrheit über die allgemeine Entrechtung der von Wählern aufgezeigt werden Vor allem über Entrechtung der Afroamerikaner und der Latinos muss gesprochen werden. Viele dieser Menschen dürfen ihr Wahlrecht nicht ausüben.
Die Geschichte der USA, die Zahl der Wahlberechtigten zu beschränken, geht auf die Kolonien zurück – und diese Geschichte hat die schwarze Bevölkerung immer überproportional benachteiligt.
Bis 2016 wurden schätzungsweise 6 Millionen Menschen aufgrund einer Verurteilung wegen irgendwelcher Verbrechens entrechtet. Diese Zahl hat in den letzten Jahrzehnten dramatisch zugenommen, da die Bevölkerung die unter irgendeiner strafrechtlicher Kontrolle steht stark zugenommen hat. Schätzungsweise eine Millionen Menschen wurden 1976 entrechtet, und 2010 sollen es bereits fast 6 Millionen Menschen sein. Ungefähr 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung im Wahlalter in den USA – 1 von 40 Erwachsenen – sind aufgrund einer gegenwärtigen oder früheren Verurteilung wegen eines Verbrechens nicht berechtigt wählen zu gehen.
All das rückt Trumps lautes Gerede über den Wahlbetrug in ein völlig anderes Licht.
Afroamerikaner lehnen Trump überwiegend ab, obwohl er behauptet, mehr für die schwarze Gemeinschaft getan zu haben als irgendjemand seit Abraham Lincoln.
Die meisten der Afroamerikaner wussten, dass Trump sie in dem Moment, in dem er sie für nutzlos für seine politische Agenda hielt, beiseite drücken würde, so wie er es bei jedem tut, der ihm im Weg steht. Indem Trump vor Gericht geht, will er vielleicht erneut Millionen von afroamerikanischen Wählern entrechten.
Aber sie realisieren auch, das Joe Biden einer der treibenden Kräfte war, die den Anteil von Afroamerikanern und Latinos in US-Gefängnissen in die Höhe getrieben haben. Biden trägt eine große Mitverantwortung, dass der Anteil von Afroamerikanern in US-Gefängnissen, oft mit drakonischer Härte für den Besitz von Drogen bestraft, überproportional hoch ist.
Afroamerikaner machen ein Drittel aller rund 2,2 Millionen Gefängnisinsassen aus. Gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil werden demnach fünf Mal mehr Afroamerikaner als Weiße inhaftiert.
Und jeder dritte afroamerikanische Mann wird statistisch gesehen in seiner Lebenszeit einmal im Gefängnis landen, aber nur jeder 17. weiße männliche Amerikaner.
Und Schwarze erhalten für das gleiche Verbrechen fast 20 Prozent höhere Haftstrafen als Weiße.