
Das iranische Staatsfernsehen meldete jetzt, das Land habe die höchste Anzahl an täglichen Todesfällen durch das Coronavirus verzeichnet. Am Mittwoch wurden 239 neue Todesfälle gemeldet.
Die jüngste Zahl der Todesopfer brachte die Gesamtzahl der Todesfälle auf 27.658.
4.274 Patienten befinden sich derzeit im kritischen Zustand. Der Iran hat sowohl mit dem größten Ausbruch der Region als auch mit der höchsten Zahl von Todesfällen im Nahen Osten zu kämpfen.
Die Behörden führen die hohe Zahl der Todesopfer auf die rigorosen Sanktionen gegen ihr Land zurück, aber auch auf die weit verbreitete Missachtung von Gesundheitsmaßnahmen. Allerdings sind viele öffentliche Orte wie Cafés und Fitnessstudios geschlossen.
Laut Gesundheitsbehörden wurden rund 50 Prozent der Todesfälle in der Hauptstadt Teheran mit 10 Millionen Einwohnern verzeichnet.
Der Iran erlitt auch den ersten großen Ausbruch der Region, bei dem auch Spitzenpolitiker, Gesundheitsbeamte und religiöse Führer betroffen waren. Bereits im Mai war vom Tod mehrerer hoher Regierungsbeamter berichtet worden.
Der iranische Aussenminister erwähnte erst kürzlich in einem Interview, dass der Iran durch Covid-19 massiv getroffen worden sei und dass er persönlich die Schutzmaske ständig trage. So wie auch alle seine Mitarbeiter. Er erwähnte auch den Tod von Hossein Sheikholeslam, ein enger Berater und Freund, der an Coronavirus gestorben ist, ebenso wie andere hochrangige iranische Beamte, darunter Mohammad Mirmohammadi, Berater des Ayatollah Ali Khamenei.
Seitdem war Iran bemüht, die Ausbreitung des Virus in dieser Nation von 80 Millionen Menschen einzudämmen, und hatte das Virus zunächst erfolgreich ausgebremst. Aber ab Juni war erneut ein Anstieg der Fälle registriert worden.
Die ersten Fälle und Todesfälle von Corona wurden im Iran im Februar gemeldet – der erste Ausbruch der Viruserkrankung im Nahen Osten -, doch nur im Juni wurde bei den gemeldeten Fällen der höchste Anstieg innerhalb eines Tages verzeichnet. Die höchste tägliche Zahl der Todesopfer wurde im Juli gemeldet.
Bereits im April hatten über 250 iranische Künstler den Westen in einem Offenen Brief aufgefordert, etwas gegen die US-Sanktionen zu unternehmen, weil diese die Corona-Krise noch wesentlich verschärfe.
