Archive for September 14th, 2020

14. September 2020

China und Russland: Aufruf zu internationaler Zusammenarbeit (junge Welt)

China und Russland gemeinsam gegen »Mentalität des Kalten Krieges« und die »Verschärfung des Wettbewerbs zwischen Großmächten«

https://www.jungewelt.de/artikel/386297.russland-und-china-aufruf-zu-internationaler-zusammenarbeit.html

14. September 2020

IPPNW Online-Hearing „Kampfdrohnen für die Bundeswehr?“ – Berlin, 16.9. um 17 Uhr



Die humanitären Folgen von Kampfdrohnen sind gravierend und erfordern eine umfangreiche öffentliche Diskussion über die völkerrechtlichen, verfassungsrechtlichen und ethischen Bedenken bezüglich ihres Einsatzes durch die Bundeswehr. Die vom Bundesverteidigungsministerium im Mai begonnene Debatte über die Bewaffnung der geleasten Drohnen war überwiegend von Menschen aus dem Umfeld der Bundeswehr geprägt und hatte dadurch eine erhebliche Schlagseite.

Angesichts weiterhin ungeklärter ethischer Fragen und völkerrechtlicher Bedenken brauchen wir als Gesellschaft aber eine breite Auseinandersetzung darüber, ob wir diesen Aufrüstungsschritt und seine weitreichenden Folgen wirklich wollen. In der Debatte fehlen Stimmen von vielen Organisationen der Zivilgesellschaft, die sich schon seit Jahren mit dem Thema auseinandersetzen.

Aus diesen Gründen lädt ein breites Bündnis der Zivilgesellschaft zu militärischen Drohnen am 16. September 2020 um 17 Uhr zu einer öffentlichen Online-Debatte über die Bewaffnung der Bundeswehr-Drohnen ein.

17 Uhr
Stimmen aus der Zivilgesellschaft:

Einführung: Reiner Braun (International Peace Bureau)
Moderation: Angelika Wilmen (IPPNW)

  •     Susanne Grabenhorst (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges)
  •     Claudia Haydt (Informationsstelle Militarisierung)
  •     Hans-Jörg Kreowski (Forum InformatikerInnen für Frieden)
  •     Elsa Rassbach (Drohnenkampagne)
  •     Andreas Schüller (European Center for Constitutional and Human Rights)

    anschließend Fragerunde

18 Uhr Politiker*innenrunde

  •     Karl-Heinz Brunner, MdB (SPD)
  •     Andrej Hunko, MdB (Die Linke)
  •     Katja Keul, MdB (Grüne)

    anschließend Diskussion

Anmeldung:
Eine Anmeldung zu dem Online-Hearing ist erforderlich. Bitte melden Sich sich verbindlich an unter https://www.ippnw.de/index.php?id=915. Die Einwahldaten werden Ihnen dann rechtzeitig vorab zugesendet.

**********************
Angelika Wilmen
Pressesprecherin
Koordinatorin der Öffentlichkeitsarbeit
IPPNW – Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/
Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.
Körtestr. 10
10967 Berlin
Tel. 030 / 69 80 74 15
Fax 030/ 6938166
Email: wilmen@ippnw.de
Web: www.ippnw.de

14. September 2020

Neu entdeckte Biomoleküle können alle Coronaviren unterdrücken – russische Forscher

https://de.sputniknews.com/panorama/20200914327936975-neu-entdeckte-biomolekuele-koennen-alle-coronaviren-unterdruecken-russische-forscher/
14.9.2020
Forscher aus der Moskauer Hochschule für Wirtschaft (HSE) haben microRNA-Moleküle entdeckt, die die Replikation aller menschlichen Coronaviren, einschließlich SARS-CoV-2, unterdrücken können. Die Ergebnisse der Studie haben die Wissenschaftler in der Zeitschrift PeerJ veröffentlicht.

Demnach gibt es sieben menschliche Coronaviren. Vier davon – HCoV-OC43, HCoV-NL63, HCoV-HKU1 und HCoV-229E – seien weit verbreitet und würden sich als Erkältung zeigen. Drei weitere Viren – MERS-CoV, SARS-CoV und SARS-CoV-2 – verursachen lebensbedrohliche atypische Lungenentzündung und andere Komplikationen.

Wissenschaftler der HSE-Fakultät für Biologie und Biotechnologie unter der Leitung von Stepan Nersisyan und Alexander Tonevitsky haben vier Familien menschlicher microRNAs ( kleiner RNAs, die für die Regulierung der Genexpression verantwortlich sind) identifiziert , die Bindungsstellen für all diese Viren aufweisen.

Wenn das Virus in eine gesunde Zelle gerate, beginne es aktiv mit intrazellulären Biomolekülen zu interagieren, auch mit microRNAs, die möglicherweise die Virusreplikation unterdrücken können. Durch die Bindung an virale RNA zerstören sie diese. Ein starker Angriff von microRNAs könne die Ausbreitung des Virus stoppen, aber bei schwacher Wechselwirkung auch dessen Replikation verlangsamen.

Das letztere Szenario sei für den Erreger vorteilhaft, da es ermögliche, eine schnelle Immunantwort in der Zelle zu vermeiden.

Einige Viren akkumulieren sogar gezielt Bindungsstellen für Wirts-microRNAs. Das werde zu ihrem Vorteil: Viren mit einer großen Anzahl von Bindungsstellen überleben und vermehren sich besser, was zu ihrer evolutionären Dominanz führe.

Die Forscher analysierten die Wechselwirkungen des Virus mit microRNAs in den Lungen von mit SARS-CoV infizierten Mäusen, und stellten fest, dass die Infektion zu einer achtfachen Erhöhung der Expression des hsa-miR-21-3p-Moleküls führte. Dieselbe microRNA habe ein großes Potenzial zur Unterdrückung aller menschlichen Coronaviren.

Die Wissenschaftler fragten sich jedoch, warum das Virus während des Mutationsprozesses die Bindungsstellen mit diesem Molekül, das während der Immunantwort auf seine Zerstörung abziele, in seiner RNA nicht eliminierte.

„Wir sehen im Gegenteil, dass das Virus sie während der Evolution in seinem Genom akkumuliert. Unsere Forschung zeigt, dass solche Stellen in allen menschlichen Coronaviren vorhanden sind und keine signifikanten Mutationen durchmachen. Wir gehen davon aus, dass das Virus auf diese Weise diese microRNA verwendet, um seine Replikation bei frühen Stadien der Infektion zu verlangsamen, um eine aktive Immunantwort zu verzögern“, sagte Stepan Nersisjan in einer Pressemitteilung der Universität.

In der nächsten Phase wollen die Wissenschaftler, ihre Annahmen experimentell testen um festzustellen, ob die künstliche Einführung oder Entfernung von microRNAs die Vermehrung des Virus verhindern könne.

Die Forscher hoffen, dass die von ihnen entdeckten microRNAs in Zukunft zur Entwicklung neuer Medikamente und Methoden zur Behandlung von Coronavirus-Infektionen verwendet werden können.

14. September 2020

Auszug aus dem Telefonat zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (russische-botschaft.ru/de)

https://russische-botschaft.ru/de/2020/09/14/auszug-aus-dem-telefonat-zwischen-russlands-praesident-wladimir-putin-und-frankreichs-praesident-emmanuel-macron/

September 14, 2020

Auf Initiative der französischen Seite telefonierte Wladimir Putin mit dem Präsidenten der französischen Republik Emmanuel Macron.  

Es fand ein ausführlicher Meinungsaustausch zur Situation rund um den Fall Nawalny statt. Wladimir Putin wies darauf hin, dass in diesem Kontext vorgebrachte, haltlose, jeglicher Grundlage entbehrende Vorwürfe gegen die russische Seite fehl am Platz sind. Es wurde betont, dass zur Klärung wirklicher Umstände des Vorgangs die biologischen Materialien, die anhand von Alexey Nawalnys Proben erstellten offiziellen Befunde von den deutschen Fachleuten an Russland übergeben werden müssen sowie eine Zusammenarbeit mit den russischen Ärzten aufzunehmen ist. 

Man hat sich darauf verständigt, zur Bestimmung der Parameter einer möglichen Kooperation mit den europäischen Partnern in dieser Frage beizutragen.

14. September 2020

China: USA sind „Zerstörer des Weltfriedens“ (Popular Resistance)

HINWEIS: Alles, was man tun muss, ist die Fakten zu betrachten, dass China, während die Vereinigten Staaten den Wirtschaftskrieg und die militärische Aggression auf der ganzen Welt eskalieren, vielen Nationen Hilfe und Solidarität bietet, um zu sehen, wer der Angreifer ist. Die Vereinigten Staaten versuchen, das gesamte Spektrum über China zu dominieren, einschließlich des Informationskriegs, der China als „autoritäre Diktatur“ bezeichnet. Wir haben die Verantwortung, das durchzusehen. – MF

China: US Is ‘Destroyer Of World Peace’

Ein Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums sagte am Sonntag, dass die USA der „Zerstörer des Weltfriedens“ seien, während er einen Pentagon-Bericht über Pekings militärische Ziele kritisierte.

Die Associated Press berichtete, dass Oberst Wu Qian den Anfang dieses Monats veröffentlichten Bericht des Verteidigungsministeriums  als „mutwillige Verzerrung“ der Absichten seiner Nation bezeichnete.   

„Langjährige Beweise zeigen, dass die USA das Zentrum regionaler Unruhen, der Verstoß gegen die internationale Ordnung und der Zerstörer des Weltfriedens sind“, sagte er und bemerkte die US-Aktionen im Irak, in Syrien, Libyen und anderen Ländern zum Nachrichtendienst.

„Anstatt über sich selbst nachzudenken, haben die USA einen sogenannten Bericht veröffentlicht, in dem falsche Kommentare zu Chinas normaler Verteidigung und militärischem Aufbau abgegeben wurden“, fügte er hinzu. „Wir fordern die USA auf, Chinas nationale Verteidigung und den militärischen Aufbau objektiv und rational zu betrachten, keine falschen Aussagen und damit verbundenen Berichte mehr zu machen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die gesunde Entwicklung der bilateralen militärischen Beziehungen zu gewährleisten.“

Das Pentagon sagte in seinem Jahresbericht an den Kongress, dass Chinas Ziele „schwerwiegende Auswirkungen auf die nationalen Interessen der USA und die Sicherheit der auf internationalen Regeln basierenden Ordnung haben werden“, stellte der AP fest.

„Sicherlich werden viele Faktoren bestimmen, wie sich dieser Kurs entwickelt“, heißt es in dem Bericht. „Sicher ist, dass (die regierende Kommunistische Partei) einen strategischen Endzustand hat, auf den sie hinarbeitet, der, wenn er erreicht wird und die damit einhergehende militärische Modernisierung nicht angegangen wird, schwerwiegende Auswirkungen auf die nationalen Interessen der USA und die Sicherheit der internationalen Regeln haben wird -basierte Bestellung. „

Die jüngsten Kommentare kommen angesichts der sich verschlechternden Beziehungen zwischen den USA und China.

Die Trump-Regierung hat Peking für die Verbreitung von COVID-19 verantwortlich gemacht, und die beiden Länder haben sich wegen Handel, geistigem Eigentum, Menschenrechtsverletzungen und chinesischen Ansprüchen im Südchinesischen Meer und Pekings Einführung eines nationalen Sicherheitsgesetzes über Hongkong gestritten.

Außenminister Mike Pompeo kündigte letzte Woche neue Beschränkungen der Freizügigkeit für chinesische Diplomaten in den USA an. China kündigte dann  Beschränkungen für das Personal der US-Botschaft und der Konsulate auf dem chinesischen Festland und in Hongkong an, eine direkte Reaktion auf die Schritte der USA.     

Im Juli ordneten die USA die Schließung des chinesischen Konsulats in Houston und die Ausweisung seiner Diplomaten an. Peking revanchierte sich mit der Schließung des US-Konsulats in Chengdu.

14. September 2020

Verhandeln in Beirut (junge Welt)

USA behindern mit neuen Sanktionen Regierungsbildung im Libanon. Premier Adib unter Druck Frankreichs
Von Karin Leukefeld, Damaskus

https://www.jungewelt.de/artikel/386296.libanon-verhandeln-in-beirut.html
14.9.2020

14. September 2020

WHICH WAY ? Berlin Bulletin – September 13 2020 – by Victor Grossman

https://victorgrossmansberlinbulletin.wordpress.com/2020/09/13/which-way/

14. September 2020

„Nowitschok“ – politisch folgenlos? – von Petra Erler

https://das-blaettchen.de/2020/09/nowitschok-politisch-folgenlos-54160.html

In der ZEIT war unter der Überschrift „Deutsch-russiche Beziehung: vergiftet“ zu lesen, dass das Speziallabor der Bundeswehr bei Alexei Nawalny sowie einer Wasserflasche eine „neuartige Weiterentwicklung der Chemiewaffe Nowitschok“ identifiziert habe, „eine Variante, die die Welt bis zu diesem Anschlag nicht kannte“, „bösartiger und tödlicher als alle bekannten Ableger der Nowitschok-Familie“. Weiter stand dort, dass diese „neue Nowitschok-Variante langsamer wirken (soll) als die bisher bekannten“.

Nehmen wir mal an, diese Meldung würde stimmen. Dann stellt sich die Frage, wie es dem deutschen Speziallabor, einem Referenzlabor innerhalb der Chemiewaffenkonvention (OPCW), gelang, ein bis dato unbekanntes Gift zu entdecken und innerhalb weniger Tage über alle Eigenschaften genau Bescheid zu wissen? Das wäre nur möglich, wenn es (oder seine Partnerlabore) längst im Besitz dieses weiterentwickelten „Nowitschok“-Giftes waren und hinreichend Zeit hatten, alle Eigenschaften gründlich zu erforschen. Denn man kann nur ein Gift identifizieren, dessen Parameter man bereits kennt. Nur dann lässt es sich auch erforschen. Sonst bleibt es die unsichtbare schwarze Katze in einem schwarzen Raum, wie der ehemalige sowjetische Chemiewaffenforscher und Mitentwickler der „Nowitschoks“, Wladimir Uglew, einst das Erkenntnisdilemma beschrieb.

Zur Erinnerung: Diese Frage spielte bereits im Skripal-Fall eine Rolle und damals musste das britische Chemiewaffenlabor Porton Down einräumen, dass es im Besitz von „Nowitschoks“, darunter A 234, der mutmaßlichen Anschlagswaffe war. Dieser Bruch der OPCW-Konvention hat damals niemanden empört, weil sich alle politische Energie auf Russland richtete. Heute ist das etwas anders, denn in der Folge des Skripal-Falls wurden Gifte der Familie „Nowitschok“ im November 2019 ausdrücklich in die OPCW-Liste der verbotenen Substanzen aufgenommen. Es ist deshalb notwendig, dass die Bundesregierung unverzüglich den Verdacht ausräumt, ein „Nowitschok“ verschwiegen zu haben.

Alle öffentlich zugänglichen Forschungen zu „Nowitschoks“ verweisen darauf, wie wenig bisher über diese Gifte bekannt ist. Dennoch gibt es zu den „Nowitschok-Giften“ einige öffentlich zugängliche, wissenschaftlich belegte Erkenntnisse. Das Herz aller „Nowitschok“-Gifte ist eine Phosphor-Stickstoff-Verbindung, während das Zentrum eines VX-Giftes aus einer Phosphor-Sauerstoffverbindung geformt ist. Beide Gifte attackieren das gleiche menschliche Enzym AcHE und hemmen es.

Durch den grundlegend anderen chemischen Aufbau ist ein „Nowitschok-Gift“ jedoch sehr viel bösartiger als VX. Es attackiert nicht nur ein Enzym des zentralen Nervensystems, sondern stört auch das periphere Nervensystem. Nach allen bekannten wissenschaftlichen Aussagen sind „Nowitschok“-Gifte therapieresistent, gibt es kein Gegenmittel gegen die Zerstörungswirkung eines „Nowitschok“. Atropin lindert nur Vergiftungssymptome, kann aber die Giftwirkung nicht unterbinden.

„Nowitschocks“ vereinen die Fähigkeit, bereits in geringen Dosen tödlich zu sein mit der Fähigkeit, sich blitzartig im menschlichen Körper in einer Weise einzunisten, die nicht mehr umgekehrt werden kann. Der amerikanische Chemiewaffenforscher James W. Poarch beschrieb A 234 als ebenso giftig wie VX und so therapieresistent wie Soman. In einer Studie, die vom Skripal-Fall inspiriert wurde, kam der schwedische Verfasser zum Schluss, dass die Giftigkeit von Nowitschok A 234 übertrieben wurde, in einer zweiten Studie wurden die Erkenntnisse von Poarch bestätigt. Beide Studien arbeiteten mit Computersimulationen.

Das Design eines „Nowitschok“-Giftes ist unter Chemiewaffenaspekten äußerst effizient: Es tötet preisgünstig und schädigt nachhaltig. Unter politischen und moralischen Gesichtspunkten ist es das Scheußlichste, was die Nervengiftforschung bisher bekanntermaßen hervorbrachte.

Nach den Aussagen in der ZEIT, wäre ein weiterentwickeltes „Nowitschok“ nunmehr eine noch effizientere Killermaschine, allerdings eine, die ihre eigenen Fähigkeiten nicht ausschöpfen will. Mögen die Chemiker entscheiden, ob ein solches Gift überhaupt ein „Nowitschok“ sein kann. Mögen die Chemiewaffenexperten sprechen und entscheiden, ob das Design eines solchen Giftes irgendeinen Sinn ergibt. Denn es ist hohe Zeit, dass diese Experten den Mund aufmachen und der Öffentlichkeit alles sagen, was sie über Nervengifte der neuen Generation, also die „Nowitschoks“, wissen, damit keine weitere Mythenbildung passiert.

Die Öffentlichkeit muss erfahren, dass alle Nervengifte, egal welchen Namen sie tragen, ein „Standardprogramm“ der Zerstörung im menschlichen Körper in Gang setzen. Sie sollten offenlegen, dass es für jedes Gift eine tödliche Dosis gibt, die sich auf ein bestimmtes Körpergewicht bezieht. Eine 100 Prozent tödliche Dosis ist immer tödlich, eine 50 Prozent tödliche Dosis überleben 50 Prozent einer beliebig zusammengesetzten Gruppe. Die jeweilige Giftmenge bestimmt, wann sich welche Symptome in welcher Schwere äußern. Bei einer 100 Prozent tödlichen Dosis ist das Opfer innerhalb weniger Minuten tot.

Sie sollten auch hinzufügen, wie das allermeiste Wissen über Nervengifte erworben wurde. Es gab Menschenversuche, mit Freiwilligen, aber auch heimliche. Jede Menge Tiere wurde ebenfalls zu Opfern. Anlässlich des Skripal-Falls veröffentlichte die Daily Mail am 7. März 2018 ein Video, in dem der jämmerliche Tod einer Ziege innerhalb von 2 Minuten durch ein Nervengift dokumentiert und kommentiert wurde. Es ist immer noch online.

So sollte und darf niemand vor die Hunde gehen. Deshalb ist das Verbot dieser Gifte und im weiteren Sinne aller Chemiewaffen auch so wichtig. Nicht zu vergessen: Auch Umweltkatastrophen gehören zur bisherigen Chemiewaffenforschungsbilanz.

Ein weiterentwickeltes „Nowitschok“, wie der ZEIT-Artikel unterstellt, würde auch bedeuten, dass es einen schwerwiegenden Bruch der Chemiewaffenkonvention gegeben hat, denn die Entwicklung von Nervengiften ist strengstens verboten. Die OPCW verfügt über Kontrollmöglichkeiten, um zu überprüfen, was in den wichtigsten Chemiewaffenlaboren der Welt los ist, aber niemand scheint daran Interesse zu haben. Das hat der Chemiewaffenexperte Jonathan Tucker schon 2007 gerügt. Auch der Skripal-Fall führte nicht zu mehr Transparenz. So kann und darf das nicht weitergehen.

14. September 2020

Fall Nawalny: Drei Labore erbringen Nachweis eines Nervenkampstoffes aus Nowitschok-Gruppe – Regierungssprecher Seibert (Sputniknews)

https://sptnkne.ws/DCYu

14. September 2020

Wo ist die „Nowitschok-Flasche“? Unstimmigkeiten im Fall Nawalny mehren sich (RT)

https://de.rt.com/2a4x

14. September 2020

Kinderbuchautor*innen lesen für die Kinder von Moria vor dem Bundesministerium des Inneren

  • Freitag, 18.09.2020
  • Zeit: 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr
  • Ort: Vor dem Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat, Ingeborg-Drewitz-Allee (an der Kehre), neben dem Südeingang, 10557 Berlin

Mit einer öffentlichen Lesung am 18.9.2020 vor dem Bundesinnenministerium fordern deutsche Kinderbuchautor*innen von Horst Seehofer, sofort den Weg frei zu machen für die Aufnahme aller Kinder und ihrer Familien aus dem zerstörten Lager Moria. Kinder leben dort nun buchstäblich auf der Straße. Die AutorInnen lesen symbolisch für diese Kinder, um die Politik an ihre Verantwortung zu erinnern, sie zu schützen und in Sicherheit zu bringen. Anlass ist auch der Weltkindertag am 20.9.2020.

Freitag, 18.9.2020

Zeit: 14.00 Uhr

Vor dem Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat, neben dem Südeingang, Ingeborg-Drewitz-Allee (an der Kehre)

Julia Boehme, Autorin u.a. der „Conni“- und „Tafiti“-Bücher: „Wir müssen helfen, auch wenn sonst niemand mitzieht. Weil die anderen ohne unsere Hilfe verloren sind. Wir sprechen hier von Kindern, die ohne Bildung und unter den widrigsten Umständen in Moria dahinvegetieren.“

Maike Harel, Autorin u.a. von „Monty, Castor und der Findelfuchs“: „In Deutschland hoffen wir, dass jedes Kind mit einer schönen Gute-Nacht-Geschichte ins Bett gehen kann. Aber mitten in Europa haben die Kinder in Moria weder vernünftige Betten, noch ein richtiges Dach über dem Kopf – und nun haben sie gar nichts mehr. Dass wir solche Zustände zulassen, ist für uns alle beschämend.“

Laura Lichtblau, Autorin u.a. von „Schwarzpulver“: „Ich beteilige mich an dieser Aktion, weil die Zustände in den Flüchtlingscamps unhaltbar sind. Unsere Regierung muss endlich handeln und mehr Geflüchtete in Deutschland aufnehmen. Es hätte längst passieren müssen, nach dem Brand im Flüchtlingscamp Moria eilt es aber umso mehr.“

Rike Reiniger, Autorin u.a. von „Wolfsliebe“: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Wenn das nicht für die Schwächsten gilt, haben wir unsere Werte verloren.“  

Martin Verg, ehemaliger Chefredakteur von „GEOlino“, wird aus dem von ihm herausgegebenen und mitverfassten Buch „Gestern war noch Krieg. Die Zeit um 1945 in Erzählungen und Sachtexten“ lesen: „Können wir bitte endlich aus der Geschichte lernen? Auch Deutsche waren schon Opfer von Flucht und Vertreibung, 14 Millionen mussten nach dem Krieg ihre Heimat verlassen. Auch die brauchten Hilfe – und haben sie zum Glück bekommen.“

Es werden lesen:

  • Julia Boehme aus „Tafiti und das große Feuer“
  • Beate Dölling aus „Der Sommer, in dem wir alle über Bord gingen“
  • Maike Harel aus „Monty, Castor und der Findelfuchs“
  • Laura Lichtblau aus „Kamilla – Große Aufregung in Meisenhüttenstadt“
  • Rike Reiniger aus „Wolfsliebe“
  • Martin Verg aus „Gestern war noch Krieg. Die Zeit um 1945 in Erzählungen und Sachtexten“
  • Helin (14) aus einer Kurzgeschichte

Die Lesung ist geeignet für Kinder ab 10 Jahre, der erste Teil auch für Jüngere. Organisiert wird die Aktion von der Initiative „Eltern ohne Grenzen“ und den NaturFreunden Berlin. Die Lesung ist angemeldet, und es werden die Hygienevorschriften und Abstände eingehalten. Bitte eine Maske mitbringen.

Informationen zu den Autor*innen:

Julia Boehme, 1966 geboren in Bremen, lebt in Berlin und hat als Kinderbuchautorin über 200 Bücher geschrieben, u.a. die Bestseller-Reihe „Conni“, „Tafiti“, „Das kleine Muffelmonster“ etc.

Beate Dölling lebt in Berlin und ist Autorin zahlreicher Kinder- und Jugendromane, die mehrfach ausgezeichnet wurden. Außerdem schreibt sie für das Deutschlandradio Geschichten und Hörspiele und gibt Schreibworkshops. www.beatedoelling.com

Maike Harel hat vor ihrer Tätigkeit als Kinderbuchautorin mehrere Jahre für eine Hilfsorganisation für geflüchtete Menschen in Israel gearbeitet. Sie liest aus ihrem Buch „Monty, Castor und der Findelfuchs“, in dem drei Wildtiere ihr Glück in der Stadt suchen und von den dort lebenden Stadtfüchsen angefeindet werden. www.maikeharel.de

Laura Lichtblau lebt als freie Autorin der Lyrik und der Prosa in Berlin. Im Juli 2020 erschien ihr Debütroman Schwarzpulver bei C.H.Beck. Vorlesen wird sie aus ihrem Kinderbuch „Kamilla – Große Aufregung in Meisenhüttenstadt“, das 2017 beim Arena Kinderbuchverlag erschien.

Rike Reiniger schreibt hauptsächlich Theaterstücke und manchmal auch Geschichten. Sie liest aus ihrem Kinderbuch „Wolfsliebe“, das mit dem Mannheimer Feuergriffel ausgezeichnet wurde. Darin geht es um die Flucht einer Wölfin und ihre Suche nach einem neuen Land.

Martin Verg ist Journalist, Autor und Moderator. Nach mehr als zehn Jahren als Chefredakteur der Kinderzeitschrift GEOlino schreibt er inzwischen vor allem und am liebsten Bücher für junge Leserinnen und Leser.

Helin (14), Schülerin aus Neukölln, kam durch einen Workshop des Friedrich-Bödecker-Kreises zum Schreiben. Sie hat speziell für diese Lesung eine Kurzgeschichte verfasst.