„Weiß nicht, wer von Nawalnys ‚Vergiftung‘ profitieren könnte“ – Kremlsprecher

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Kremlsprecher Dmitri Peskow hat die angebliche Vergiftung des russischen Regierungskritikers Alexej Nawalny, in die Moskau verwickelt sein soll, kommentiert – und Russlands Interesse an der Aufklärung des Falls betont.

Auf die Frage von Journalisten, ob es in Russland Personen und Kräfte gebe, die von einer „Vergiftung“ Nawalnys profitieren könnten, sagte Peskow: „Ich kann Ihnen die Frage, wer aus einer ‚Vergiftung‘ dieses Menschens Nutzen ziehen könnte, nicht beantworten. Ich glaube überhaupt nicht, dass davon jemand profitieren könnte –, wenn man die Situation einfach sachlich betrachtet. Das sollte wahrscheinlich auch der Ausgangspunkt sein“, sagte der Kremlsprecher.

In Bezug auf die Stellungnahme von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die am Mittwoch erklärte, Nawalny sei Opfer eines Verbrechens geworden und habe zum Schweigen gebracht werden sollen, verwies Peskow darauf, dass es diesbezüglich bislang kein Gespräch zwischen Merkel und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gegeben habe. „Bislang ist es zu keinem Kontakt zwischen dem Präsidenten und der Kanzlerin gekommen. Für die nächste Zeit stehen auch keine abgestimmten Kontakte an. Wie Sie wissen, telefonieren die beiden ziemlich oft miteinander, weshalb ein Telefonat zustande kommen wird, sobald eine der beiden Seiten darin Bedarf sieht“, erklärte Peskow.

Ferner machte er deutlich, es bestehe derzeit ein Mangel an Informationen hinsichtlich der Ursache für Merkels Behauptung, Nawalny sei vergiftet worden. Russland ist laut dem Kremlsprecher an der Aufklärung des Falls interessiert. „Wir wollen dies, dafür brauchen wir Informationen aus Deutschland. Diese Informationen stehen uns derzeit nicht zur Verfügung.“ „Sowohl der Kreml als auch unsere Ärzte und Spezialisten versuchen seit dem ersten Tag diese Situation aufzuklären. Und man müsste taub sein, um dies nicht wahrzunehmen“, fügte Peskow hinzu. Zuvor hatte Peskow bereits zur allseitigen Zusammenarbeit mit Deutschland im Fall Nawalny aufgerufen. Die russische Generalstaatsanwaltschaft hatte sich am 27. August an die deutschen Justizbehörden gerichtet und die zuständigen deutschen Ärzte um Informationen über die Behandlung sowie um Untersuchungsbefunde zum Patienten Nawalny gebeten. Vorwürfe gegen Moskau halte der Kreml für übereilt und unbegründet.