Isolieren und destabilisieren: Der Krieg der Medien gegen Syrien (RT Deutsch)

Nahezu täglich präsentieren deutsche Medien neue Skandale zu Syrien und seinem Präsidenten Baschar al-Assad. Mit ihren Diffamierungskampagnen tragen sie ihren Teil zur Schlacht gegen das Land bei. Eine Schlacht, die schon lange anhält und von Washington geführt wird.

von Karin Leukefeld

„Trump, Erdogan und Putin bereiten den Sturz von Assad vor“, „Die Allianz zwischen Assad und Putin bröckelt“, „Staatsfolter in Syrien – Assads Handlanger vor deutschem Gericht“, „Assads zerstörtes Reich“, „Fassbomben auf Schulen“, „Assad-Regime soll gezielt Kliniken angegriffen haben“, „Risse in der Herrscherclique“, „Familienkrieg in Damaskus“ oder „Assads gegen Makhlufs“ – so lauten einige der Schlagzeilen deutscher Medien in den vergangenen Wochen.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad tut demnach alles, um an der Macht zu bleiben. Er bringt das eigene Volk um und lässt Gefangene systematisch foltern. Er soll sich mit seinem Cousin streiten, und während die Bevölkerung verhungert, führt Assad Krieg in der eigenen Familie. Auch auf seine Verbündeten soll er sich nicht mehr verlassen können, wegen seiner Gier nach Macht soll er selbst in Moskau in Ungnade gefallen sein. Glaubt man den Schlagzeilen, steht der syrische Präsident mit dem Rücken gleichzeitig an der Wand und am Pranger und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann sich das syrische Volk, seine Familie oder die Geheimdienste gegen ihn erheben werden.

Die Lage in Syrien ist dramatisch. Der Krieg hat Gesellschaft und Wirtschaft schwer geschädigt, der drohende Ausbruch einer Pandemie droht das Gesundheitssystem zu überwältigen. Die verordnete Schließung des öffentlichen Lebens hat die Arbeitslosigkeit und damit auch Hunger und Leid verstärkt. Die Preise steigen, der Wert der syrischen Lira sinkt, politische Veränderungen und die Freilassung von Gefangenen kommen kaum voran. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Neun Jahre herrscht der Krieg in Syrien, einseitig verhängte Wirtschaftssanktionen der EU und der USA verschärfen die wirtschaftliche Lage und seit 2012 wird Syrien der Zugang zu den nationalen Ressourcen Öl, Gas, Weizen und Wasser im Nordosten des Landes durch US-Truppen, Söldner und mit ihnen verbundene lokale bewaffnete Kräfte verweigert. Sollte im Sommer das von den USA angekündigte CAESAR-Gesetz, das angeblich „für den Schutz der Zivilisten“ von US-Präsident Donald Trump unterzeichnet wurde, in Kraft treten, werden nicht nur die Syrer, sondern alle von den USA bestraft, die Handel in oder mit Syrien und „dem Assad-Regime“ treiben. Egal ob es um Medikamente, medizinische Geräte, Weizen, Öl oder Ersatzteile geht – Washington will bestimmen, was nach Syrien geliefert werden darf und was nicht.

Doch darum geht es den Autoren oben genannter Artikel nicht. Sie verbreiten Gerüchte und Behauptungen zumeist namenloser Quellen, die von der Leserschaft kaum überprüft werden können. Westliche Verantwortung für den Krieg in Syrien und seine Folgen werden nicht erwähnt oder hinterfragt, sondern mit einer medialen Verleumdungs- und Diffamierungskampagne zugeschüttet. Die Medienkampagne gegen Syrien ist Teil eines machtpolitischen Prinzips, mit dem Syrien als Staat unterworfen oder zerstört werden soll.

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