Mobilmachung von Ärzten und Pflegern zur Unterstützung der Kollegen in den Hotspots, rasche Errichtung provisorischer Krankenhäuser, massenhafte Tests – das sind Chinas wertvollste Erfahrungen im Umgang mit der Corona-Infektion. Einen weiteren, wohl den wichtigsten Faktor gibt es aber noch – einen für die USA unvorstellbaren: kostenlose medizinische Versorgung der allermeisten COVID-19-Patienten.
…….auch der chinesische Staat übernimmt nicht alle Krankheitskosten seiner eineinhalb Milliarden Bürger.
Laut Gesetz steht jedem Bürger in China eine medizinische Grundversorgung zu, deren Kosten der Arbeitgeber übernimmt. Wer Extraleistungen möchte, muss sich zusätzlich privatversichern. Genaue Zahlen liegen dazu nicht vor, aber der Staat fördert die Entwicklung dieses Systems.
Erst die Heilung – dann das Geld
Nach offiziellen Angaben der chinesischen Gesundheitsbehörde kostet die Behandlung eines Coronavirus-Patienten im Durchschnitt umgerechnet rund 2.800 Euro. Die Genesung eines Schwerkranken erfordert umgerechnet an die 19.500 Euro. Die Schwerstkranken – die sind laut der Gesundheitsbehörde eine absolute Ausnahme – benötigen eine Behandlung, die über 150.000 Euro kosten kann. Bis zum 6. April hat der chinesische Staat für die Behandlung aller Coronavirus-Infizierten in den 31 Provinzen umgerechnet 195 Millionen Euro ausgegeben, wie die Gesundheitsbehörde bekanntgibt. Die Angaben sind allerdings noch nicht abschließend.
Was die chinesische Öffentlichkeit jedoch viel mehr beunruhigte und bewegte, war die Frage danach, wer die Kosten im Einzelnen trägt. Im Januar hatten die staatlichen Stellen erklärt, die Versorgung aller COVID-19-Patienten werde kostenfrei erfolgen.
Das Gesundheitsministerium der Provinz Hubei (dort liegt die Stadt Wuhan) erklärt eigens, alle Behandlungskosten würden als Rückerstattung von den Krankenkassen und staatlichen Stellen übernommen. „Alle am Coronavirus erkrankten Patienten erhalten Auszahlungen“, versicherte ein Sprecher der Gesundheitsschutzbehörde. Dabei soll der Arbeitgeberbeitrag zur Krankenversicherung der Arbeitnehmer schrittweise steuerlich entlastet werden.
Die chinesische Staatsbank erlässt Spezialbonds im Wert von umgerechnet 1,8 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von einem Jahr. Auch Direktkredite vergibt die Bank: im Januar etwa umgerechnet 259 Millionen Euro an die Stadt Wuhan.
Kurzum: Erst Heilen, dann die Versicherungs- und Finanzierungsfeinheiten klären – dieser Grundsatz der chinesischen Regierung hat sich auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie offensichtlich bewährt.
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