Das Feindbild „RT“ ist wieder da. Die Corona-Krise liefert einen willkommenen Anlass, die alten Vorwürfe gegen RT Deutsch neu zu beleben. Eine Medienwissenschaftlerin sticht dabei besonders hervor. Niemand hinterfragt ihre Aussagen – bis jetzt.
von Wladislaw Sankin
Es liegt in der Natur der Sache, dass die Selbsteinschätzung kein objektives Kriterium ist. Deshalb können zahlreiche Klarstellungen, die RT Deutsch in all den Jahren zu aus unserer Sicht erfundenen Vorwürfen veröffentlicht hat, natürlich in Zweifel gezogen werden. Dasselbe gilt allerdings für die Vorwürfe selbst. Es soll deshalb wieder einmal offen darüber diskutiert werden. Vor der Corona-Kulisse steht der Vorwurf, RT führe nach „Vorgaben der russischen Regierung“ einen Informationskrieg gegen Deutschland, wieder in Raum. Dieser scheint wie in den Vorjahren wieder zum Politikum zu werden oder zumindest zu einer neuen Dauerkampagne in den Medien auszuarten.
Eine freie Journalistin, Dr. Susanne Spahn, hat in den letzten Jahren besonders viele Artikel zu diesem Thema geschrieben und Auftritte auf Podiumsdiskussionen absolviert. Nun bereitet sie eine neue Studie zu Desinformationspraktiken russischer Medien in Deutschland vor. Ihre jüngste diesbezügliche Studie aus dem Jahr 2018 haben wir in einer Gegendarstellung bereits ausführlich auseinandergenommen und die Vorwürfe widerlegt.
In Zeiten der Corona-Krise ist die Historikerin und Russlandexpertin wieder gefragt – zumindest bei der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung. Am Mittwoch veranstaltete sie unter der Ägide der Stiftung ein Webinar mit 90 Teilnehmern unter dem Titel „Meinungsmache in digitalen Medien am Beispiel russischer Desinformation zu COVID-19“. Am Folgetag hat es eine weitere Web-Diskussion mit Politikern unter ihrer Teilnahme gegeben. Diese Konferenz war nicht weniger dramatisch betitelt: „Die Lüge geht viral: Russische Desinformationskampagnen in der Coronakrise“.
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