Kürzlich hat der chinesische Botschafter in Deutschland, Wu Ken, in einem Interview die folgende Geschichte erzählt:
„Vor nicht allzu langer Zeit hat Thomas Rabe, ein Arzt der Medizinischen Hochschule der Universität Heidelberg in Deutschland, die chinesische Botschaft um Hilfe gebeten, ob wir ein Medikament zur Verfügung stellen könnten, das in China hergestellt wird und in der Corona-Behandlung sehr erfolgsversprechende Ergebnisse erzielt hat. Nach Erhalt der Nachricht kontaktierte die Botschaft schnell die Regierung in China. Unter der Koordination des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie fand ich eine pharmazeutische Fabrik. Diese pharmazeutische Fabrik hatte von dieser Angelegenheit gehört. Unmittelbar sagte man zu, dass Medikamente kostenlos zur Verfügung gestellt würden. Inzwischen hat die Botschaft die Arzneimittelcharge nach Deutschland verschifft und bereits an Herrn Rabe weitergeleitet.“
Dieser Arzt war der Enkel von John Rabe. Während des Holocaust in Nanjing organisierte er zusammen mit anderen aufrechten internationalen Menschen eine internationale Sicherheitszone auf und brachte dort über 200.000 Chinesen unter. Er rettete das Leben dieser Chinesen. Das „Labe Diary“, das er später schrieb, ist den Chinesen bekannt. Der chinesische Botschafter in Deutschland Wu Ken sagte, dass diese Geschichte beweisen kann, dass die Menschen in China und Deutschland tatsächlich zwei Völker sind, die sich gegenseitig helfen, und dass diese Freundschaft zwischen den beiden Völkern tatsächlich eine wahre Darstellung ist, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.
John Rabe war ein deutscher Kaufmann, der wird wegen seiner humanitären Verdienste um die chinesische Zivilbevölkerung auch der „Oskar Schindler Chinas“ und „der gute Deutsche von Nanjing“ genant wird.
Rabe setzte sich während des Massakers von Nanking 1937/38 für die Errichtung einer Schutzzone ein, um der chinesischen Zivilbevölkerung Schutz vor den japanischen Soldaten zu bieten. Damit rettete er tatsächlich mehr als 200.000 Chinesen das Leben.
Nachdem die Stadt wenige Monate nach Ausbruch des japanisch-chinesischen Krieges am 12. Dezember 1937 eingenommen worden war, richteten die japanischen Truppen ein Blutbad an. Über mehr als acht Wochen hinweg kam es zu Massenexekutionen sowie systematischen Vergewaltigungen. Schätzungen gehen von etwa 300.000 Todesopfern aus. Bis heute werden die Verbrechen von Nanking von vielen Japanern und sogar vom Premier Abe geleugnet.
In Heidelberg eröffnete Thomas Rabe, ein Enkel von John Rabe, das John Rabe Kommunikationszentrum e.V. Das Zentrum ist wie das John-Rabe-Haus in Nanking ein Friedensinstitut, das einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung leisten soll. Thomas Rabe setzt sich im Rahmen der Völkerverständigung zwischen China und Japan als Friedensidee für eine Städtepartnerschaft zwischen Nanjing/China und Hiroshima/Japan ein. Im Garten des Hauses steht eine Bronzebüste von John Rabe, die 2005 von chinesischen Studenten in Deutschland gestiftet wurde.