Genug mit den zynischen Verharmlosungen der Corona-Krise in den sozialen Medien! Internationale Solidarität ist das Gebot der Stunde!

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Ich respektiere es selbstverständlich als Recht auf freie Meinungsäußerung, wenn beispielsweise Mathias Bröckers in einem Kommentar zur Corona-Krise, der jetzt hier: auf dem Portal von KenFM veröffentlicht wurde, folgendermassen argumentiert:

„Alle diese Faktoren müssten berücksichtigt werden, wenn man auf Basis der Entwicklung in Italien brauchbare Prognosen über den Epidemie-Verlauf
in anderen Ländern aufstellen will. Das geschieht aber nicht, stattdessen werden von den Medien täglich nur neue Horrorzahlen über Leichenberge geliefert – die nicht wirklich etwas aussagen, weder über die Verbreitung des Virus noch über seine Gefährlichkeit“.

Und das Recht auf freie Meinungsäusserung muss selbstverständlich auch respektiert werden, wenn er sich auf einige Experten bezieht und schreibt:

„Und es gilt erst Recht, wenn die mittlerweile zahlreichen Kritiker dieser nicht auf sauberen Daten basierenden Prognosen Recht behalten, die wie der renommierte Mikrobiologe Professor Sucharit Bhakdi in seinem offenen Brief an Kanzlerin Merkel, Aufklärung und Richtigstellung der desolaten Datenbasis fordern. Und es gilt für alle Medien und Journalisten, die gerade in solchen Krisenzeiten gehalten sind, nicht als Propaganda-Soldaten offizielle Verlautbarungen nachzubeten, sondern die Aussagen und Aktionen der Herrschenden kritisch zu hinterfragen“.

Inzwischen gab es sogar eine „Hygiene-Demo von Verteidigern des Grundgesetzes und der dort verankerten Bewegungsfreiheit“.

Über die Kundgebung am vergangenen Samstag berichtete Ulli Gellerman von der Rationalgalerie und titelt folgendermassen: „Berliner Corona-Demo: Strafbar, aufgelöst, aber fröhlich“

„Ken Jebsen (KenFM) bot allen Teilnehmern das bewährte Mittel gegen wirklich alles an: „PROpaganda“ und wirkte auch sonst ganz vergnügt“.

Und das Recht auf freie Meinungsäusserung muss auch dann selbstverständlich respektiert werden, wenn Ken Jebsen in diesen Tagen der Krise immer wieder versucht ähnliche Argumente wie Mathias Bröckers zu bemühen. Und auch dann wenn er zugleich, neben ARD, ZDF und anderen auch die Tageszeitung junge Welt der „PROpaganda“ bezichtigt.

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Und hier ist mein Recht auf freie Meinungsäußerung:

Nämlich mein Recht solche Stellungnahmen als falsch und nahezu menschenverachtend zu bezeichnen. Dies vor allem vor dem Hintergrund von inzwischen sehr vielen Bildern der fatalen Folgen und Auswirkungen dieser Krise in vielen Ländern.

Wenn Mathias Bröckers schreibt es würden „von den Medien täglich nur neue Horrorzahlen über Leichenberge geliefert,“ will er dann all die Hilfsappelle von Krankenschwestern, Helfern und Ärzten in den Krisengebieten oder von provisorischen Leichenhallen nicht zur Kenntnis nehmen? Will er die Trauer von Angehörigen und Freunden der Schwerkranken und Verstorbenen nicht wahr haben?

Wie kann man in diesen Tagen so fatal verkennen, wie viele verschiedene Regierungen, Organisationen, Expertengruppen und einfache Bürger sich weltweit bemühen, diese Krise zu bewältigen? Wie kann man ausblenden, wie viele Staaten weltweit inzwischen rigorose Massnahmen gegen die Krise ergreifen? Wie kann man sich trotz all der Hilfsbemühungen, die weltweit bestehen, so weit ins Abseits begeben, so wenig Empathie für die Menschen, für die Betroffenen zeigen.

Die hier Angesprochenen berufen sich auf die Aussagen einer Gruppe von Medizinern und Experten. In welchem Größenverhältnis steht diese Gruppe mit ihren Einschätzungen der Lage zu den Aussagen und Handlungen all der Ärzte und Experten, die sich weltweit aktiv vor Ort und in den Intensivstationen der Krisengebiete engagieren?

Dieser Frage sollte man sich stellen, und zwar bevor man von allgemeiner Panikmache der Journalisten spricht und damit der Realität ausweicht. Zynisch ist es auch wenn das Verhalten eines Großteils der Bevölkerung, die sich an die Ausgangsbeschränkungen hält, von einigen in die Nähe von Duckmäusertum gerückt wird.

Ich verweise hier an dieser Stelle ausdrücklich auf die Erklärungen des russischen Präsidenten Vladimir Putin, hier übersetzt in der Tageszeitung junge Welt:

„Wir sehen, wie sich angesichts der Coronavirusepidemie die Situation in der Welt verschärft. In vielen Ländern wächst kontinuierlich die Zahl der Erkrankten. … Dank der im voraus getroffenen Maßnahmen gelingt es uns im allgemeinen, die breite und rasche Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Aber gemeinsam mit Ihnen müssen wir begreifen, dass Russland – allein schon auf Grund seiner geographischen Lage – die Bedrohung nicht abwehren kann. Entlang unserer Grenzen befinden sich Staaten, die bereits sehr ernst von der Epidemie betroffen sind. Es ist objektiv unmöglich, ihre Verbreitung in unserem Land zu blockieren“.

hier weiter zum kompletten Artikel:
https://www.jungewelt.de/artikel/375672.russland-sozialen-schutz-geben.html

weitere Beiträge zum Thema Corona-Krise hier:
https://cooptv.wordpress.com/category/corona/


Heinrich Bücker, Coop Anti-War Cafe Berlin