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Kubanische Sanitätsbrigade trifft in Italien ein, um Kampf gegen Covid-19 zu unterstützen (granma.cu)

http://www.granma.cu/cuba-covid-19/2020-03-21/arribara-a-italia-brigada-medica-cubana-para-ayudar-a-combatir-el-covid-19-21-03-2020-15-03-33

Insgesamt 53 Ärzte und Krankenschwestern werden diesen Samstag aus Kuba anreisen, um in der Lombardei, Norditalien, beim Kampf gegen das neue Coronavirus Covid-19 Hilfe zu leisten, berichtete Radio Habana Cuba.

Die Entsendung des Personals erfolgt nach dem Hilfeersuchen dieser Region angesichts des Personalmangels in den bereits überfüllten Krankenhäusern, berichtete der regionale Gesundheitsberater Giulio Gallera. „Es handelt sich um hochspezialisiertes Personal, das bereits gegen Ebola gekämpft hat und weiß, wie diese Art von Krankheit zu behandeln ist“, kündigte Gallera an und fügte hinzu, dass sie „die Situation im Krankenhaus von Crema lindern werden“.

Der kubanische Botschafter in Italien, José Carlos Rodríguez Ruiz, bestätigte vor einigen Tagen die Bitte Galleras und dass Hilfe bei den zuständigen kubanischen Behörden angefordert wurde. Sie werden sich den zehn Ärzten aus China anschließen, die heute in Mailand eingetroffen sind und in das neue Feldkrankenhaus geschickt werden, das in Bergamo, der am stärksten von COVID-19 betroffenen Provinz Lombardei, gebaut werden soll. „Es ist uns gelungen, eine Gruppe von Ärzten zu gewinnen, um das Krankenhaus in Bergamo effizient und effektiv zu machen, dessen Bau gestern wegen Personalmangels gestoppt wurde“, erklärte der Präsident der Region Lombardei, Attilio Fontana.

China hat die Ankunft weiterer Experten und medizinischer Teams in den kommenden Tagen versprochen.Nach den heutigen Daten gab es allein in der Lombardei 209 Todesfälle, insgesamt also 2.168. Fontana kündigte auch an, dass er die Regierung zu strengeren Maßnahmen auffordern werde, nachdem die chinesische Delegation unter der Leitung des Vizepräsidenten des örtlichen Roten Kreuzes, Sun Shuopeng, erklärt hatte, die Maßnahmen seien seiner Meinung nach nicht streng genug. „Unsere chinesischen Gäste sind erstaunt zu sehen, wie viele Menschen auf der Straße sind, wie viele öffentliche Verkehrsmittel benutzen und wie wenige Masken tragen“, sagte Fontana.

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Bergamo: Die Stadt, in der die Totenglocken ständig läuten
Die Menschen ohne Angehörige sterben „wie die Hunde“, berichten Einwohner. Die Krematorien kommen nicht mehr nach. Italien zählt nun sogar schon mehr Corona-Tote als China. Die Region um Bergamo ist Europas Epizentrum der Krise – auch, weil Fehler begangen wurden.

Nicolas Facheris hat seit Tagen nicht mehr geschlafen, er arbeitet rund um die Uhr. Er ist Bestatter in dem Ort Madone in der Provinz Bergamo. „Am Montag hatte ich einen Nervenzusammenbruch“, berichtet er der Nachrichtenagentur Ansa. „Wir sehen kein Ende. Und wir leben in der Angst, dass das Telefon wieder klingelt.“
Auf Nachfrage, mit ihm persönlich zu sprechen, sagt er: „Ich habe jetzt leider keine Zeit.“

In Bergamo gibt es mehr als 4.300 erkannte Infizierte, so viele wie in keiner anderen Provinz in Italien. Der dpa sagt Gloria Zavatta, die Präsidentin der Hilfsorganisation Cesvi: „Alleine letzte Woche hatten wir in der Stadt Bergamo 300 Tote… Wir haben einen dramatischen psychologischen Stress.“ Die Familien könnten ihre Lieben im Krankenhaus nicht besuchen und sie auch nicht beim Sterben begleiten.

Das kommunale WLAN wurde abgestellt
Bürgermeister Giorgio Gori geht davon aus, dass viel mehr Menschen mit dem Virus infiziert sind. Und dass viel mehr an ihm gestorben sind, aber gar nicht im Krankenhaus behandelt werden konnten.
Er hat das kommunale WLAN abgestellt, damit sich die Leute nicht an diesen Plätzen versammeln. Er hat die Bürger ein ums andere Mal zum Zuhausebleiben aufgerufen. Er hat die Spielautomaten in den Tabakläden, die noch öffnen dürfen, geschlossen – damit die Menschen nicht aus Langeweile an Automaten zocken und sich gegenseitig anstecken. Es hat nichts genutzt.
„Die Öfen der Krematorien laufen ununterbrochen, Beerdigungen werden nicht mehr gefeiert, und wir machen jede halbe Stunde eine Bestattung. Es ist unvorstellbar“, sagte er der Zeitung La Repubblica.

Die Regierung in Rom hat zwar die unweit liegende Provinz Lodi gleich nach Bekanntwerden der ersten Fälle auch dort nach dem 21. Februar zur Sperrzone erklärt und das Gebiet abgeriegelt. Damit hat sich die Lage mittlerweile etwas stabilisiert. Doch Bergamo gehörte nicht zur „Zona Rossa“. Die Ansteckungszahlen explodierten wenig später förmlich.
Die Einwohner wurden erst im Zuge der landesweiten Sperren am 10. März unter Quarantäne gestellt, zu spät. Die Leichen mussten nun sogar in Kirchen deponiert werden. Die Lokalzeitung Eco di Bergamo hatte unlängst elf Seiten Todesanzeigen. Bürgermeister Gori ruft daher auch die Verantwortlichen im Ausland auf, nicht die gleichen Fehler wie in Italien zu machen. Das soll heißen: Nicht zu lange mit drastischen Sperrmaßnahmen warten!

Auch jetzt halten sich viele Italiener immer noch nicht an die rigiden Ausgangssperren
Ärzte in Bergamo schlugen schon Anfang März Alarm – so zum Beispiel Daniele Macchini mit einem Brandbrief auf Facebook. „Ich verstehe, dass es notwendig ist, keine Panik zu machen“, schrieb er. „Aber (…) wenn ich immer noch Menschen höre, die sich einen Dreck um die Empfehlungen scheren, und Menschen, die andere um sie herum versammeln und sich beschweren, dass sie nicht ins Fitnessstudio gehen oder Fußballturniere spielen können, dann erschaudere ich.“

Auch jetzt halten sich viele Italiener immer noch nicht an die rigiden Ausgangssperren, finden Ausreden, doch nach draußen zu gehen.
Der Arzt Stefano Fagiuoli vom Krankenhaus Papa Giovanni XXIII. in Bergamo richtet nun eine englische Video-Nachricht an die Welt. „Erste Botschaft: Bleibt zuhause.“ Die zweite: Das Krankenhaus sucht „verzweifelt“ Krankenschwestern, Pfleger und Ärzte. Einige haben sich aus China auf den Weg gemacht. Doch das reicht nicht. Außerdem ruft er zu Spenden auf, auch von Beatmungsgeräten und Schutzkleidung für das medizinische Personal. Schon der Regionalpräsident der Lombardei, Attilio Fontana, hatte gewarnt, dass es bald keine Möglichkeiten mehr für die Behandlung aller Patienten geben werde.

„Alle sterben wie die Hunde“, berichtet Roberta Zaninoni verzweifelt in einem Videoappell. Ihr Vater ist eines der Hunderten Opfer der Provinz Bergamo. „Er war nicht alt. Und er war nicht krank.“ Auch jüngere Menschen würden sterben. Sie hätte das alles auch am Anfang unterschätzt. Doch nun seien ironische Videos und Witze über das Virus nicht angebracht: „Hier hört man nur noch Sirenen der Ambulanzen und Totengeläut.“

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