Für was eigentlich steht Bernie Sanders? Er verurteilt den Putsch gegen Morales in Bolivien, aber bezeichnet Venezuelas Präsidenten Maduro als Tyrannen und Assad als Kriegsverbrecher, der zigtausende Syrer ermordet haben soll. Und wer ist Tulsi Gabbard?

Was genau sind die aussenpolitischen Positionen von Bernie Sanders? Einerseits verurteilt er den Putsch gegen Evo Morales aber bezeichnet Venezuelas Präsident Maduro als einem Tyrannen. Syriens Präsident Assad nennt er 2017 einen Kriegsverbrecher, der zigtausende Syrer ermordet habe und verurteilt Russland und den Iran wegen der Unterstützung der syrischen Regierung.

So sehr sich jeder derzeit einen US-Präsidentsschaftskandidat wünscht, der in der Lage ist, die Wiederwahl von Donald Trump bei den US-Wahlen im Herbst diese Jahres zu verhindern, so sehr muss man auch die Positionen der alternativer Kandidaten hinterfragen.

Bernie Sanders wird von vielen als die einzige Chance gesehen. Er steht für Ideen die sozialistisch klingen, er fordert eine Krankenversicherung für alle US-Bürger und eine Entmachtung der Milliardärsklasse, die in den USA die Politik und vor allem die Medien kontrollieren.

Diese Standpunkte muss man unterstützen und gutheissen und viele davon hat Bernie Sanders bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2016 vertreten. Darüberhinaus war in den letzten Wochen seines Wahlkampfs 2016 eine sehr interessante Frau in seiner
Kampagne präsent. Sie trat bei zahlreichen der Wahlkampfveranstaltungen von Bernie Sanders als seine Vorrednerin auf. Tulsi Gabard, eine US-Kongressabgeordnete aus Hawaii.

Tulsi Gabard Standpunkte hier kurz zusammenfasst:

„Was in Bolivien passiert ist, ist eindeutig ein Staatsstreich.“, schrieb Gabbard auf Twitter und warnte davor, was die Interventionisten in Washington erwartet.
„Die Vereinigten Staaten und andere Länder sollten sich nicht in das Streben des bolivianischen Volkes nach Selbstbestimmung und das Recht einmischen, ihre eigene Regierung zu wählen“

Oktober 2019:
US-Präsidentschaftskandidatin Gabbard: Al-Qaida Terroristen in Syrien waren US-Bodentruppen
youtube.com/watch?v=-d7BDr4OlFQ&feature=emb_title

In einem Interview erklärte Tulsi Gabbard, dass auch ein Krieg mit dem Iran „verheerend“ wäre, und fügte hinzu: „Ich weiß, wohin dieser Weg uns führt, und ich bin besorgt, weil das amerikanische Volk nicht darauf vorbereitet zu sein scheint, wie verheerend und teuer ein solcher Krieg wäre … Wir haben es also im Wesentlichen mit einem Krieg zu tun, der keine Frontlinien hat, wo das totale Chaos, das die ganze
Region verschlingt, sich nicht auf den Iran oder den Irak beschränkt, sondern sich auf Syrien und den Libanon sowie Israel in der gesamten Region erstreckt und uns in eine Situation bringt, in der wir im Irak über 4.000 meiner Brüder und Schwestern in Uniform verloren haben.“

Sie fragte weiter„Wie soll denn ein Krieg mit dem Iran dem besten Interesse des Volkes der USA diesen? Tatsache ist, dass er das nicht tut“, sagte Gabbard. „Es dient besser dem Interesse von Leuten wie [dem israelischen Premierminister Benjamin] Bibi Netanyahu und Saudi-Arabien, die versuchen, uns in diesen Krieg mit dem Iran zu zwingen.“

Eindeutig nicht ängstlich, die gesamte Politik des Establishments in Frage zu stellen, hatte Tulsi Gabbard zuvor ein Ende des „illegalen Krieges zum Sturz der syrischen Regierung“ gefordert und bemerkte auch, dass „der Krieg zum Sturz Assads kontraproduktiv ist, weil er in Wirklichkeit ISIS und anderen islamischen Extremistenhilft, ihr Ziel zu erreichen, die syrische Regierung von Assad zu stürzen und die Kontrolle über ganz Syrien zu übernehmen – was einfach das menschliche Leid in der Region vergrößern, die Flüchtlingskrise verschärfen und eine größere Bedrohung für die Welt darstellen wird“.

Tulsi Gabbard untermauerte ihre Worte mit Taten, indem sie im Jahr 2017 heimlich eine persönliche Reise nach Damaskus organisierte, um sich mit Präsident Bashar al-Assad zu treffen, und sagte, es sei wichtig, sich mit Gegnern zu treffen, „wenn man es ernst meint, den Frieden zu suchen“. Sie nahm eine eigene Einschätzung der Situation in Syrien vor und befürwortet nun den Abzug der US-Truppen aus dem Land sowie die
Beendigung der amerikanischen Interventionen für „Regimewechsel“ in der Region.

15. MAI 2019
Tulsi Gabbard spricht sich für Botschaftsbeschützer und für „Hände weg von Venezuela“ aus. In einer Pressekonferenz brachte sie ihre Besorgnis über die Misshandlung der Botschaftsbeschützer der Botschaft von Venezuela (Embassy Protection Collective) zum Ausdruck. Sie hat sich offen für die Protektoren der venezolanischen Botschaft oder besser gesagt „Friedenskrieger“ ausgesprochen.

Sie ist die auch die einzige Kandidatin, die sich in wichtigen Fragen für die Menschen einsetzte, wie zum Beispiel bei ihrer Ablehnung der Verhaftung von Julian Assange. Im Mai 2019 sprach sie sich gegen die Kriminalisierung von Julian Assange und von Edward Snowden aus. Prosecution would have a “chilling effect” on free press and whistleblowers. “It was a kind of a warning call, saying ‘Look what happened to this guy. It could happen to you.’ It could happen to any one of us,”
youtube.com/watch?v=028q8X5vNqg

Tulsi Gabbard ist auch der einzige Präsidentschaftskandidat von 2020, der sich 2016 für Standing Rock einsetzte, um die amerikanischen Ureinwohner beim Schutz des Wassers zu unterstützen. Die anderen Kandidaten kümmerten sich einfach nicht darum.

Als Soldat kenne ich die Kosten des Krieges – von meinen Brüdern und Schwestern in Uniform, ihren Familien und den Menschen in den Ländern, in denen wir eingreifen, deren Leben völlig zerstört ist. Während des letzten Irak-Krieges, der Invasion von Libyen  und des Syrien-Krieges haben wir die katastrophalen Auswirkungen amerikanischer Interventionen gesehen. Aber nicht nur diejenigen, die vom Kampf betroffen sind, zahlen den Preis – jeder einzelne Amerikaner zahlt den Preis für diese Kriege.

Meine Mission als Präsident wird es sein, verschwenderische und rücksichtslose Regimewechselkriege, den neuen Kalten Krieg und das atomare Wettrüsten zu beenden und eine Friedensdividende einzuführen, um die Billionen, die für diese Kriege ausgegeben werden würden, wieder zu investieren, um die Bedürfnisse der USA zu erfüllen, der Amerikaner.

Unsere Bedürfnisse sind groß. Um diese Billionen Dollar umzuleiten, müssen wir in allgemeine Gesundheitsfürsorge und Bildung, in Lösungen für den Klimawandel, in die Luft und in das Wasser für unsere Gemeinden investieren, die zerstörte Infrastruktur unserer Nation wieder aufbauen, in eine grüne Energiewirtschaft investieren und die soziale Sicherheit für Senioren schützen.

Die Verantwortlichen für unsere Außenpolitik – diejenigen, die Spannungen mit Russland, China und Nordkorea schaffen, die sich für einen Regimewechselkrieg in Syrien, Venezuela und dem Iran einsetzen, wissen es entweder nicht oder interessieren sich nicht für die wahren Kriegskosten und die sehr reale Bedrohung durch einen Atomkrieg in unserer heutigen Welt.

Um den Bedrohungen in einer global vernetzten Wirtschaft und als globale Gemeinschaft – einschließlich Atomkrieg, Klimawandel und globale Pandemien – wirksam begegnen zu können, müssen wir die Mentalität des Kalten Krieges überwinden, die eine Nation gegen eine andere Nation stellt. Dies ist ein versteinertes Denken des 20. Jahrhunderts, das nicht zu der Welt passt, in der wir heute leben. Wir befinden uns nicht mehr in einem Win-lose-Szenario – wir müssen uns sowohl militärisch als auch wirtschaftlich für einen Win-Win-Ansatz engagieren, der auf Kooperation für gegenseitige Sicherheit und Wohlstand basiert. Unabhängig von Partei
oder Label – Demokraten, Republikanern, Unabhängigen, Progressiven – müssen wir zusammenkommen, um in unserem außenpolitischen Ansatz eine grundlegende Veränderung herbeizuführen.

Deshalb kandidiere ich für das Amt des Präsidenten: um eine Friedensdividende einzuleiten, um die Regimewechsel-Kriege zu beenden, den neuen Kalten Krieg und das Atomwaffen-Wettrüsten zu beenden, die Billionen Dollar, die in diesen Kriegen
verschwendet werden, zu nehmen und sie dem amerikanischen Volk zurückzugeben. Mit dieser Friedensdividende können wir Medicare für alle zur Verfügung stellen, die soziale Sicherheit schützen, wir können unseren Schülern Zugang zu einer
erschwinglichen Bildung ermöglichen, wir können die zerstörte Infrastruktur unserer Nation wiederaufbauen und wir können Luft und Wasser schützen, um bessere Zukunft für alle Amerikaner zu schaffen.
youtube.com/watch?v=NpdYbJFh5Jo

Im April 2019
In einem Interview beim US-Sender MSNBC sprach sie üer ihre Ansicht zu einer möglichen militärischen Intervention in Venezuela. Gabbard sagte US-Präsident Donald Trump sei von „Neocon Kriegs-Falken“ umgeben, die einen Krieg mit Venezuela wollen, trotz der katastrophalen Auswirkungen auf Südamerika. „Diese Regierung und die neokonservativen Kriegsbefürworter im direktem Umfeld von Präsident Trump haben kein Geheimnis davon gemacht, was sie beabsichtigen, nämlich die Bemühungen des Regimewechsels sowohl in Venezuela als auch im Iran weiter voranzutreiben. Wir hören also diese Kriegstrommeln “, sagte Gabbard. „Milliarden unserer Steuern sowie das Leben und das Leid der Menschen und die Verwüstung in den Ländern, in denen wir diese Kriege geführt haben „, erklärte sie.

US-Kongressabgeordnete und US-Präsidentschaftskandidatin Tulsi Gabbard: USA hat kein Recht die Souveränität Venezuelas zu verletzen.
youtube.com/watch?v=Xm2YoNpKczM

„Die Vereinigten Staaten müssen sich aus Venezuela heraushalten, das venezolanische Volk soll seine Zukunft selbst bestimmen.“ Wir wollen nicht, dass andere Länder unsere Führer wählen – also müssen wir aufhören, deren Führer zu wählen „, twitterte die
US-Präsidentschaftskandidatin der Demokraten.

Im September 2018
„Die USA unterstützen einen interventionistischen Genozid-Krieg im Jemen.
therealnews.com/stories/rep-tulsi-gabbard-it-is-outrageous-that-the-us-is-supporting-a-genocidal-war-in-yemen

Unser Militär führt heute im Jemen weiterhin diesen interventionistischen Krieg zusammen mit Saudi-Arabien, ein Krieg der vom Kongress nicht genehmigt wurde. Genug ist genug. Die USA müssen ihre Unterstützung für Saudi-Arabien beenden und aufhören, interventionistische Kriege zu führen, die die Zerstörung, den Tod und das Leid auf der ganzen Welt erhöhen, unsere Ressourcen hier zu Hause vernichten und unsere eigene nationale Sicherheit bedrohen.

Zunächst einmal ist es absolut unerhört, dass die Vereinigten Staaten seit Jahren ihre Unterstützung für den Genozidkrieg Saudi-Arabiens im Jemen fortsetzen, der Tausende und Abertausende unschuldiger jemenitischer Menschen getötet und Massenmangel und Leiden, eine Cholera, verursacht hat. Diese Epidemie ist die schlimmste humanitäre Krise der Welt im Jemen, und alle machen ein Auge zu, während sie weiterhin saudische Flugzeuge tanken, sie mit Geheimdienstinformationen versorgen und ihnen die Bomben zur Verfügung stellen, die sie gegen jemenitische Zivilisten einsetzen.

Im Juni 2018 hielt Tulsi Gabbard eine erstaunliche Rede auf der Democratic Party State Convention in Waikoloa on Hawaiʻi Island –
Titel: Schluss mit den sinnlosen Interventionskriegen.
youtube.com/watch?v=aGoQPyE9OzU

 

Alle Artikel zu Tulsi Gabbard hier:
https://cooptv.wordpress.com/?s=tulsi+gabbard