Skandal um Kolumbiens US-Botschafter:
Ein geleaktes Gespräch zwischen dem Botschafter Kolumbiens in den USA und der Außenministerin des Landes enthüllt die Strategien zur Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas. Der Botschafter wurde mittlerweile zurückberufen und rechtfertigt seine Aussagen.
Die Bemühungen Kolumbiens, sich in die inneren Angelegenheiten Venezuelas einzumischen, waren eines der zentralen Themen des kürzlich stattgefundenen Gesprächs zwischen dem Botschafter Kolumbiens in den USA, Francisco Santos, und seiner neuen Vorgesetzten, Außenministerin Claudia Blum. Nach der Veröffentlichung dieser Audioaufnahme, die anscheinend vergangene Woche in einer Cafeteria in Washington aufgenommen wurde, berief der kolumbianische Präsident Iván Duque Botschafter Santos zurück in die Hauptstadt Bogotá.
„Kolumbien hat keine Zukunft“ – solange Maduro in Venezuela an der Macht ist
Ab Minute zehn des fast halbstündigen Dialogs spricht Santos das Thema Venezuela an und nennt es das zweitwichtigste „Thema“ auf der nationalen Agenda. Die Sache mit Guaidó steht still“, beklagen sich sowohl der Botschafter als auch die Außenministerin. „Aber ich glaube, das wird sich ändern“, fügt Santos sofort hinzu und gibt Einblicke in weitere Hintergründe zu den Einmischungen in Venezuela:
Es gab hier mehrere Köpfe, die Venezuela auf verschiedene Weise behandelt haben. Die Sache mit TIAR [Interamerikanischer Vertrag über gegenseitige Unterstützung] wollte das Außenministerium, aber nicht das Weiße Haus. Ich weiß nicht, wann sich die Politik im Weißen Haus geändert hat. Aber hier sind sie sich nach wie vor nicht einig.
Zur gegenwärtigen Haltung von US-Präsident Donald Trump sagt Santos:
„Trump wird sich nicht in Venezuela einmischen.“
Worüber sich der Botschafter besorgt zeigt, denn, „Kolumbien hat keine Zukunft“, wenn der Präsident Venezuelas, Nicolás Maduro, „nicht verschwindet“. „Wenn dieser Herr nicht verschwindet, macht er uns das Leben unmöglich“, warnt Santos.“
Hier weiterlesen https://deutsch.rt.com/amerika/94937-kolumbiens-us-botschafter-dinge-erfinden-gegen-venezuela/
https://deutsch.rt.com/amerika/94974-trotz-guaidos-aufruf-zu-massenprotesten-teilnehmerzahlen-sinken-wie-popularitaet/ 23.11.2019
Trotz Guaidós Aufruf zu Massenprotesten – Teilnehmerzahlen sinken ebenso wie seine Popularität
(…) Stell dir vor, es ist Massenprotest, und kaum jemand geht hin. Der selbst ernannte Interimspräsident Venezuelas Juan Guaidó hatte am vergangenen Samstag Anhänger zu permanenten Kundgebungen gegen den eigentlichen Präsidenten des Landes Nicolás Maduro aufgerufen. Gerade mal einige hundert Studenten erschienen laut Reuters. Kundgebungen von Lehrern und Krankenschwestern zu Beginn der Woche interessierten anscheinend ebenfalls nur eine geringe Zahl von Venezolanern und endeten schnell.
Guaidós Popularität ist einer Umfrage von Datanalisis zufolge im November auf 42,1 Prozent gesunken.
Ein Berater von Guaidó bestätigte gegenüber Reuters, dass der Rückhalt geringer als zu Beginn des Jahres sei, sagte aber, dass die Bemühungen Teil einer schrittweisen Strategie zum Aufbau von Demonstrationen nach einer Pause von mehreren Monaten seien.
Wir glauben, dass die Gesamtbilanz positiv ist. Wir setzen Straßenmobilisierungen fort, die ein grundlegendes Element des Drucks gegen die Diktatur sind. Doch landesweite Kundgebungen am 16. November brachten nur recht wenige Menschen auf die Straßen.
https://deutsch.rt.com/amerika/94969-massenproteste-und-unruhen-in-kolumbien/
Massenproteste und Unruhen in Kolumbien
In immer mehr Ländern Lateinamerikas beginnen erhebliche Teile der Bevölkerung auf die Straße zu gehen. Neuster Unruheherd ist Kolumbien. Dort wuchs ein seit Anfang Oktober angekündigter Streik zu einem landesweiten Protest mit 400.000 Teilnehmern
In der Hauptstadt Bogota kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Regierung setzte die Armee ein, um laut eigenen Angaben strategisch wichtige Gebäude zu schützen.
Wie viele andere Staaten der Region, führt auch die rechte Regierung Kolumbiens neoliberale Reformen durch. Zudem ist es um den internen kolumbianischen Friedensprozess offenbar nicht gut bestellt. Inspiriert von den Protesten in Ecuador und Bolivien gehen nun auch die Kolumbianer auf die Straße. (Video anm Endes des Artikels)
