Archive for November 10th, 2019

10. November 2019

Bolivia: President Evo Morales Resigns Amid Right-Wing Coup (teleSUR)

https://www.telesurenglish.net/news/Bolivia-President-Evo-Morales-Resigns-Amid-Right-Wing-Coup-20191110-0006.html

10. November 2019

Putsch gegen Evo Bolivien: Staatsstreich vollzogen! Präsident Morales und Vizepräsident García Linera erklären Rücktritt, um Blutvergießen zu verhindern (junge Welt)

https://www.jungewelt.de/artikel/366479.bolivien-putsch-gegen-evo.html

In Bolivien haben Präsident Evo Morales und sein Stellvertreter Álvaro García Linera am Sonntag abend ihren Rücktritt erklärt. Sie beugten sich damit einer Aufforderung des Oberkommandos der Streitkräfte. Deren Chef William Kaiman hatte zur »Bewahrung der Stabilität« die Demission des Staatschefs verlangt.

Stunden zuvor hatte Morales am frühen Sonntag morgen (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz in El Alto Neuwahlen einberufen, nachdem er sich zuvor mit Vertretern verbündeter Gewerkschaften und Bewegungen beraten hatte. Der Präsident zog damit die Konsequenz aus der zuletzt eskalierenden Gewalt in dem südamerikanischen Land. Er wolle durch seine Entscheidung, den Urnengang vom 20. Oktober zu annullieren, den Frieden sichern und zu einer Entspannung der Lage beitragen, erklärte er.

Einen sofortigen Rücktritt schloss er zu diesem Zeitpunkt noch aus. Er sei bis zum 22. Januar 2020 gewählt und werde sein Amt bis dahin ausüben, unterstrich er im Gespräch mit dem Rundfunksender Panamericana. Denjenigen, die trotz der bevorstehenden Neuwahlen seine Demission verlangten, betrieben einen Staatsstreich. Er äußerte sich nicht dazu, ob er selbst noch einmal antreten wird. Oppositionsvertreter verlangten allerdings, Morales und seinen Vizepräsidenten Álvaro García Linera von einer erneuten Kandidatur auszuschließen.

Ab Freitag (Ortszeit) hatten sich Angehörige der Nationalpolizei in mehreren Städten gegen die Regierung erhoben. Auch in La Paz verweigerten die für den Schutz der Regierungsgebäude eingeteilten Beamten den Dienst. Militante Oppositionelle konnten ungehindert die Zentralen staatlicher Rundfunk- und Fernsehsender attackieren und deren Abschaltung erzwingen. Die Homepage des staatlichen Fernsehens Bolivia TV wurde vorübergehend gekapert und zeigte Parolen gegen die Regierung. Der Direktor einer gewerkschaftseigenen Radiostation wurde an einen Baum gefesselt und misshandelt. In Oruro wurde das Haus von Esther Morales, der Schwester des Staatschefs, in Brand gesetzt. Trotzdem kündigte die Armee an, nicht eingreifen zu wollen. Gerüchten zufolge wollten die Streitkräfte abwarten, wie viele Regierungsanhänger zur Unterstützung des Präsidenten auf die Straße gingen – und bei ausbleibender Mobilisierung selbst die Macht ergreifen.

Morales rief die Bevölkerung am Sonnabend auf, gewaltfrei die Demokratie und die verfassungsmäßige Ordnung zu verteidigen, und sprach von einem in Gang gesetzten Staatsstreich. Der antiimperialistische Staatenbund ALBA, dem Bolivien angehört, solidarisierte sich umgehend mit der Regierung und verurteilte den »Einsatz von Gewalt als politischer Waffe«. Venezuela und Kuba stellten sich demonstrativ hinter Morales, ebenso der gerade erst aus der Haft entlassene brasilianische Expräsident Luiz Inácio Lula da Silva.

Auslöser der Proteste war das offizielle Endergebnis der Wahlen vom 20. Oktober. Dem Obersten Wahlgericht (TSE) zufolge hatte Morales diese mit 47,08 Prozent der Stimmen gewonnen. Damit lag er mehr als zehn Punkte vor dem Zweitplazierten Carlos Mesa, womit er im ersten Durchgang gewählt war. Die Opposition hatte darauf gesetzt, Morales in eine Stichwahl zu zwingen, um ihn dann vereint zu schlagen.

Rückendeckung erhielten die Regierungsgegner von der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS). Diese veröffentlichte am Sonntag einen Bericht über die Wahlen, der technische Mängel auflistet. Die Überprüfung war von der bolivianischen Regierung beantragt worden. Allerdings hatten beide Seiten vereinbart, dass der Report zunächst den Behörden vorgelegt werden sollte. OAS-Chef Luis Almagro begründete den Bruch dieser Absprache mit der in Bolivien eingetretenen Situation. Zugleich machte er sich zum Sprachrohr der Opposition und verlangte die Annullierung der Wahlen.

10. November 2019

Novembertrommeln – Führende deutsche Politiker fordern aggressivere Außen- und Militärpolitik Berlins und der EU (german-foreign-policy.com)

Vor den morgigen öffentlichen Gelöbnissen der Bundeswehr fordern führende deutsche Politiker eine aggressivere Außen- und Militärpolitik Berlins und der EU. „Europa“ müsse dringend die „Sprache der Macht lernen“, fordert die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen; es gelte nicht zuletzt militärisch „eigene Muskeln“ aufzubauen. Außenminister Heiko Maas stellt die Schaffung eines „Europäischen Sicherheitsrates“ in Aussicht – unter Einbeziehung Großbritanniens, auf dessen Streitkräfte die angestrebte „Armee der Europäer“ nicht verzichten soll. Gleichzeitig werden neue milliardenschwere Rüstungsprojekte verabschiedet. So hat der Haushaltsausschuss des Bundestags Mittel von mehr als einer halben Milliarde Euro genehmigt, die unter anderem der NATO-„Speerspitze“ zugute kommen sollen. Das trifft auch auf die 80 Kampfpanzer des Typs Leopard 2A7V zu, die der Bundestags-Wehrausschuss beschaffen will – für rund eine Milliarde Euro. Um die Zustimmung für Auslandseinsätze der Bundeswehr zu erhöhen, ruft die Bundeskanzlerin zur Unterstützung der morgigen Gelöbnisse auf.

Weiterlesen
https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8101/

10. November 2019

A.M.O.K.-Parade (Anti-Militaristisches-Oberjubel-K.O.M.I.T.E.E) Berlin 10.11.2019

 

Sonntag, 10. November 2019
A.M.O.K.-Parade (Anti-Militaristisches-Oberjubel-K.O.M.I.T.E.E)
aus Anlass der öffentlichen Gelöbnisse vor dem Reichstag
und anderswo am (12. November)

vom Show-Room der Bundeswehr
Demo/Umzug zum Brandenburger Tor

In den Hauptrollen:
Angela Merkel
Annegret Kramp-Karrenbauer
Ursula von der Leyen
Vertreter der Rüstungsindustrie
Militärgeistlicher
Trauergäste

vom Show-Room der Bundeswehr
zum Brandenburger Tor

Musik:
Deutsche Waffen
von Normahl

Was juckt’s mich wenn ein Negerstamm krepiert,
weil eine deutsche Gasgranate explodiert,
was juckt’s mich wenn ein Araber verreckt,
weil in ihm eine deutsche Kugel steckt,
was juckt’s mich wenn die halbe Welt
über’n Jordan geht,
wenn’s mit unserer Wirtschaft nur nach oben geht.

Deutsche Waffen, deutsches Geld,
schaffen Ordnung in der Welt,
Deutsche Waffen, deutsches Geld,
schaffen Ordnung in der Welt.

Was juckt’s mich wenn da irgendwo
ein Kind nur Hunger hat,
dafür gibt’s auf ’nen deutschen Panzer
zehn Prozent Rabatt,
was juckt’s mich wer da unterdrückt
oder wer der Unterdrückte ist,
Hauptsache die Kohle stimmt
und die Partei die sich daran rausfrisst,
was juckt’s mich wenn die halbe Welt über’n Jordan geht
wenn’s mit uns’rer Wirtschaft steil nach oben geht

Deutsche Waffen, deutsches Geld,
schaffen Ordnung in der Welt,
Deutsche Waffen, deutsches Geld,
schaffen Ordnung in der Welt.

Und wenn uns das Gewissen plagt
und in der Zeitung schlimmes steht,
schicken wir doch Medikamente,
damit es weitergeht.

Deutsche Waffen, deutsches Geld,
schaffen Ordnung in der Welt,
Deutsche Waffen, deutsches Geld,
schaffen Ordnung in der Welt,
Deutsche Waffen, deutsches Geld,
morden mit in aller Welt.

10. November 2019

Erbitterter Machtkampf in Bolivien. Präsident Morales kündigt Rücktritt an

https://sptnkne.ws/AtHb

10. November 2019

Evo Morales Resigns From Bolivian Presidency Amid Calls From Military, Police

https://sptnkne.ws/AtGn

10. November 2019

Bolivia crisis: President Morales calls new elections after international audit but rejects resignation demands as ‘coup attempt’

https://on.rt.com/a512

10. November 2019

Mob in Bolivien treibt Bürgermeisterin durch die Straßen (Tagesspiegel)

https://www.tagesspiegel.de/politik/krawalle-nach-wahlen-haelt-an-mob-in-bolivien-treibt-buergermeisterin-durch-die-strassen/25205234.html

10. November 2019

#LulaLivre

10. November 2019

Proteste in Bolivien: Präsident Evo Morales ruft Neuwahl aus (RT Deutsch)

https://de.rt.com/20wb

10. November 2019

Erklärung von Noam Chomsky und Vijay Prashad zum andauernden Putschversuch in Bolivien – Solidarität mit Evo Morales und Bolivien

Declaración de Noam Chomsky y Vijay Prashad ante el intento de golpe de Estado en Bolivia

Wir sind gegen den Putsch.

In Bolivien findet ein Staatsstreich gegen die gewählte Regierung unter der Führung von Evo Morales statt. Die Polizeibehörden haben offen erklärt, dass sie bereit sind, faschistischen Milizgruppen den Angriff auf den Präsidentenpalast in La Paz zu gestatten. Die Situation ist sehr ernst.

Evo Morales hat die vier Hauptparteien eingeladen, sich zusammenzusetzen und über den Weg in die bolivianische Demokratie zu sprechen. Er hat die Einrichtung eines Dialogs gefordert, um die Rückkehr der Tage der Militärdiktaturen und der oligarchischen Regierungen zu verhindern. Morales hat die Vereinten Nationen, die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), den Vatikan und andere dazu aufgerufen, bei der Suche nach einem Ausweg aus dem Putsch behilflich zu sein.

Der Putsch wird von der bolivianischen Oligarchie befördert, die sich über die vierte Wahl ärgert, die ihre Parteien gegen die Sozialismus-Bewegung verlieren. Die Oligarchie hat die volle Unterstützung der Regierung der Vereinigten Staaten, die seit langem bestrebt ist, Evo Morales und seine Machtbewegung auszuschließen. Seit mehr als einem Jahrzehnt hat das Operations Center der US-Botschaft in La Paz zwei Pläne: Plan A, einen Staatsstreich und Plan B, den Mord an Morales. Es ist ein schwerwiegender Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen und gegen alle internationalen Verpflichtungen.

Wir sind mit dem bolivianischen Volk zusammen und wir sind gegen den Putsch. Wir hoffen, dass Sie in den nächsten Tagen allem widerstehen können, was gegen sie geplant ist.

Die Welt mit Evo. Wir auch.

10. November 2019

Bolivien: Präsident Evo Morales kündigt Neuwahlen an und ruft die Opposition auf die Gewalt zu beenden.

https://www.telesurtv.net/news/bolivia-evo-morales-nuevas-elecciones-generales-20191110-0012.html

Der Präsident Boliviens, Evo Morales , kündigte Neuwahlen ein und kündigte an, dass er alle Mitglieder des Obersten Wahlgerichts erneuern werde, als Maßnahmen zur Befriedung des Landes vor dem Angriff der rechten Opposition, die einen Putsch gegen das Land inszenierte.

Auf einer Pressekonferenz erklärte Morales, er habe beschlossen, „die gesamten Wahllokale des Obersten Wahlgerichts zu erneuern. In den folgenden Stunden werde die Plurinational Legislative Assembly im Einvernehmen mit allen politischen Kräften die Verfahren festlegen“.

Er wies auch darauf hin, dass „nationale Neuwahlen einberufen werden, die es dem bolivianischen Volk durch Abstimmung ermöglichen, seine neuen Autoritäten demokratisch zu wählen, indem neue politische Akteure einbezogen werden“.

„Schwestern und Brüder der Presse, an das bolivianische Volk, nach dieser Entscheidung, die wir getroffen haben, möchte ich Sie bitten, alle Spannungen abzubauen, wir alle haben die Pflicht, Bolivien zu befrieden“, sagte das Staatsoberhaupt, das die Wahlen des Landes gewonnen hat letzten 20. Oktober, welche die Opposition jedoch nicht anerkennt.

In einem von Morales als anhaltend bezeichneten Staatsstreich leitete die rechte Opposition vor den Wahlen einen systematischen Wahlkampf ein, um einen mutmaßlichen Wahlbetrug anzuprangern, den sie nie überprüfte, der jedoch landesweit eine Kampagne der Gewalt und Einschüchterung startete . 

In seiner Rede während der Presskonferenz forderte der bolivianische Präsident „Respekt zwischen den Familien, Respekt vor dem Privateigentum, Respekt vor den Behörden, Respekt vor allen sozialen Sektoren“.

„Alles, was wir in Bolivien haben, ist das Erbe des bolivianischen Volkes.. Deshalb meine Bitte an alle, ein friedliches Zusammenleben zu gewährleisten und die Beendigung der Gewalt zum Wohle aller zu garantieren „.

Die Gewalt verschärfte sich in den letzten Stunden, als Teile der Opposition die Medien, Privateigentum und Verwandte des Präsidenten angriffen. 

Darüber hinaus hat die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) entgegen den zuvor mit den bolivianischen Behörden getroffenen Vereinbarungen den Bericht über ihre Mission, in dem eine Prüfung des Wahlprozesses durchgeführt und die Durchführung von Neuwahlen empfohlen wurde, weiterentwickelt.

10. November 2019

Die Marginalisierung des Westens im Zusammenspiel mit seinem inneren Zerfall (RT Deutsch)

https://deutsch.rt.com/meinung/94468-marginalisierung-westens-im-zusammenspiel-mit/

Michail Gorbatschow sieht die Demokratie in Russland wachsen, sorgt sich aber um die Entwicklungen im Westen. Ein Blick auf den aktuellen Zustand zeigt, wie recht er hat. Vieles von dem, was die Menschen im Westen heute erleben, erinnert an das Russland der Jelzin-Zeit.

von Gert Ewen Ungar

Michail Gorbatschow gab anlässlich der Veröffentlichung seines neuen Buches „Was jetzt auf dem Spiel steht: Mein Aufruf für Frieden und Freiheit“ russischen Medien zahlreiche Interviews. Der Grundton all dieser Interviews ist Enttäuschung, vielleicht sogar Verbitterung über den Westen. Gleichzeitig bescheinigt Gorbatschow Russland eine zunehmend aufblühende demokratische Kultur. Davon hört man in deutschen Medien nichts, auch wenn Gorbatschow dem deutschen Mainstream der liebste russische Politiker ist.

Gorbatschow hat diese Zuneigung der Deutschen mit einer großen Abneigung seiner Landsleute gegen ihn erkauft. Würde man in Russland ein Ranking der unbeliebtesten Politiker aller Zeiten erstellen, würde Gorbatschow vermutlich den zweiten Platz belegen, vor ihm auf dem ersten Platz wäre dann Boris Jelzin, der Russland in einer Weise neoliberal umbaute, dass es in der Welt nichts Vergleichbares gab. Mit allen Folgen: Entstehen einer Oligarchenkaste, Sinken der Lebenserwartung, Wohnungsnot, unglaubliche Armut, Spaltung der Gesellschaft. Gorbatschow hat den Niedergang vorbereitet, der dann unter Jelzin tatsächlich stattfand, lässt sich eine verbreitete Meinung in Russland in etwa zusammenfassen.
(…)
Ganz generell ist es allerdings so, dass Russlands jüngste Geschichte uns Anlass zum Nachdenken sein sollte. Denn eine im Kern gleiche Wirtschaftspolitik wird zu den gleichen Ergebnissen führen. Was Jelzin in zehn Jahren geschafft hat, dauert bei uns etwas länger, weil die Widerstände etwas größer sind. Aber der Prozess des Zerfalls ist natürlich ähnlich, denn die ökonomischen Stellschrauben sind in ähnlicher Weise falsch gestellt. An der EU lässt sich das wunderbar sehen. Wenn man es denn sehen will. Die Systemmedien wollen dies nicht. Sie sehen zwar den Zerfall, wittern den Schuldigen aber woanders und verweigern eine Analyse.
(…)

Dieser extrem schlechte Journalismus, an dem die Republik und der Westen krankt, ist aber auch Ausdruck einer Verzweiflung, des Nicht-wahr-haben-Wollens des eigenen Abstiegs in die Bedeutungslosigkeit.

Denn faktisch entkoppelt und emanzipiert sich die Welt vom Westen. Es wird zunehmend unbedeutend, was hier passiert, was hier gedacht und getan wird. Mit jedem Wortbruch, mit jeder Sanktion ein bisschen mehr und ein bisschen schneller. Was für die USA im Moment noch mit Einschränkungen gilt, gilt für die EU und Deutschland aber allemal. Es ist dem aktuellen Journalismus und der Politik unmöglich, über diese Marginalisierung zu berichten, denn dann müssten sie die Grundannahmen, dass wir mit unserer Form der Demokratie, des Wirtschaftens, unseren Institutionen, unserer Außenpolitik, die ethisch, ökonomisch und wertepolitisch überlegenen und so dem Rest der Welt ein Maßstab sind, zumindest zur Debatte stellen. Dann würde sich zeigen, nein, wir sind nicht die Überlegenen, und Maßstab sind wir auch nicht mehr. Im Gegenteil.
(…)
Mit jeder Sanktion isoliert sich auch der Westen ein Stück weit selbst, zumal Länder wie Russland und China über die Technologien und Strukturen verfügen, Alternativen zu liefern, sich zu entkoppeln und an dieser Unabhängigkeit auch andere Länder teilhaben zu lassen, die der westlichen Bevormundung überdrüssig sind. Der Westen koppelt sich mit seinem Sanktionsregime eben auch immer selbst ab.
(…)
Es bedarf einer grundlegenden Analyse, wie all das passieren konnte. Man käme dann unweigerlich auf die neoliberale Wende zu sprechen – die Wiederholung der Politik, die unter Jelzin zum völligen Niedergang Russlands geführt hat. Doch weder Politik noch Medien sind dazu bereit, durch die sie prägende ideologische Einseitigkeit vermutlich dazu auch gar nicht in der Lage. Stattdessen wird der Aggression und Konfrontation das Wort geredet und schale Propagandasoße über die Zuschauer und Leser gegossen. Dies ist inzwischen deutlich fühlbar, ist ein Teil des merkwürdigen dumpfen Gefühls von „Weiter so“ und den Niedergang schönreden, das ist dieses Bleierne, was in Deutschland inzwischen so überdeutlich spürbar ist.
(…)

10. November 2019

USA/Rumänien – USA/Polen / Gegen Russland

Gegen den russischen Einfluss: Die USA, Rumänien und das Schwarze Meer
Von Prof. Dr. Anton Latzo
Zwei Weltkriege und der sogenannte Kalte Krieg haben für die Region des Schwarzen Meeres nicht so einschneidende Veränderungen gebracht, wie es in der kurzen Zeit nach der Niederlage des Sozialismus in Europa geschehen ist
Teil 1:  https://deutsch.rt.com/europa/94443-usa-rumanien-und-schwarze-meer-1/
Teil 2: https://deutsch.rt.com/europa/94463-usa-rumanien-und-schwarze-meer/

 

Polen als Schild und Stachel der USA gegen Russland
Von Prof. Dr. Anton Latzo
Das gegenwärtige Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Polen hat strategische, wirtschaftliche und politische, aktuelle und historische Wurzeln. Ihm liegen vor allem geostrategische Ziele der USA zugrunde, die sich insbesondere gegen Russland richten.
Teil 1https://deutsch.rt.com/meinung/91521-polen-als-schild-und-stachel/
Teil 2https://deutsch.rt.com/meinung/91525-polen-als-schild-und-stachel/

10. November 2019

„Schachmatt – Strategie einer Revolution oder Fallstudie der US-Politik“, arte-Dokumentation (2003) über Vorbereitung und Lenkung der Vorgänge durch westliche Geheimdienste, die 1989 zum Sturz des rumänischen Präsidenten Ceausescu führten.

Immer noch hochaktuell:
„Schachmatt – Strategie einer Revolution oder Fallstudie amerikanischer Politik“, 
eine arte-Dokumentation (2003, Länge 1 Stunde) über die Vorbereitung und Lenkung der Vorgänge durch westliche Geheimdienste, die 1989 zum Sturz des rumänischen Präsidenten Nicolae Ceausescu führten.
Siehe: 
https://www.youtube.com/watch?v=jR1eRtHNqpI

In der Dokumentation beschreiben ehemalige rumänische Dissidenten ihre Zusammenarbeit mit westlichen Geheimdiensten und ihre Rolle in deren Revolutions-Drehbuch.
Ebenso kommen westliche Geheimdienstler zu Wort. Hier als Niederschrift einige Auszüge:

Charles Cogan, CIA-Chef in Paris 1989:

„Es ist die Aufgabe der CIA mit allen Elementen in Kontakt zu stehen, das heißt mit der Regierung und der Opposition. Kontaktpersonen kommen oft aus der Opposition.“

„Wenn man den Grundstein für eine Aktion im Ausland legen will, muss man versuchen die Bevölkerung zu konditionieren. Daher ist Propaganda sehr wichtig. Man kann „schwarze Propaganda“ einsetzen, die scheinbar von einer einheimischen Dissidentengruppe stammt, aber in Wirklichkeit im Ausland fabriziert wurde. Man kann Sendungen ausstrahlen, die angeblich von einer Dissidentengruppe im Land stammen und das verstärkt wiederum die Bedeutung der Gruppe in den Augen der Bevölkerung.“

Besonders ausführlich beschreibt in dieser Dokumentation ein französischer Geheimdienstler das Drehbuch der „Revolution“. (Es ist offensichtlich das Drehbuch westlicher Geheimdienste für Regime-Change in Ländern, deren Regierungen sich nicht dem Diktat des Westens unterwerfen.)

Dominique Fonvielle, ehemaliger Führungsoffizier des französischen Geheimdienstes:

„Wie man eine Revolution organisiert? Ich meine, der erste Schritt ist, die gegnerischen Kräfte im gegebenen Land auszumachen. Es ist unerlässlich eine hochwirksame nachrichtendienstliche Operation einzuleiten, die feststellt welche Menschen genügend Glaubwürdigkeit und Einfluss besitzen, um die Bevölkerung zum Nachteil des führenden Regimes zu destabilisieren.“

„Zweitens; man muss eine wirksame Propagandaaktion von außen einleiten, die belegt, dass dieses Regime von allen gehasst wird, dass es am Rande der Nationen steht. Dass es kein Recht mehr hat, sich als liberalen Staat zu bezeichnen. Und man muss zeigen, dass die Oppositionsbewegungen, die hervortreten werden, legitim sind.“

„Der dritte Punkt wäre, den künftigen Staatschef vorzubereiten, denn man wird den Führer des alten Regimes ersetzen müssen. Man muss ihn vorbereiten, er muss auf natürliche Weise antreten. Das heißt, er muss einer der Verantwortlichen einer Oppositionsbewegung sein, oder er muss von den Oppositionsbewegungen allgemein akzeptiert sein. Es muss auch jemand sein, der sich nicht damit zufriedengibt, 20 Jahre lang im Exil gewesen zu sein, der dann mit ausländischen Lastwagen eintrifft oder im Flugzeug der Spezialeinheiten, die die ersten Aktionen zur Destabilisierung einleiten. Er muss glaubwürdig sein, sonst kann er nur schwer in Erscheinung treten. Folglich könnte er auch keine glaubwürdige Regierung einsetzen.“

„Die Umstände müssen vorbereitet werden und gegebenenfalls so verfälscht werden, dass sie es erlauben Revolutionen auszulösen. Also können diese Umstände extrem unterschiedlich sein. Der Nachrichtendienst wird mit Szenarien arbeiten, die ein Geschehen als glaubwürdig erscheinen lassen, die aber vollkommen gefälscht sind.“

Zum Einsatz von durch die Geheimdienste trainierten Spezialeinheiten und Scharfschützen erklärt er:
„Man wird das führende Regime dazu zwingen auf brutale Weise zu reagieren, damit die Opposition sich offenbart und die Massen sich in Bewegung setzen.“

„Solange die öffentliche Sicherheit zum Zeitpunkt einer solchen Revolution nicht voll gewährleistet ist, kann man sich nicht sicher sein die Bevölkerung voll und ganz in der Hand zu haben. Diese Scharfschützen werden den Terror aufrechterhalten, werden die Bevölkerung in einer Verfassung halten, die diese veranlasst zu glauben, dass der Diktator weiterhin eingreift. Also wird die Bevölkerung versuchen die Revolution noch mehr voranzutreiben, um die völlige Freiheit zu erlangen und um die vollständige Ausschaltung des Diktators zu erreichen. Man muss eine gewissen Unsicherheit aufrechterhalten, bis die neue Regierung etabliert ist.“
Zu den von Scharfschützen erschossenen Zivilisten meint er zynisch:
„Es muss Opfer geben, weil ohne Opfer eine Revolution niemals glaubwürdig ist.“

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