Jürgen Todenhöfer: Wegen jungen Jüdinnen wie der 18-jährigen Maya gebe ich den Glauben nicht auf, dass es eines Tages Gerechtigkeit für Palästina geben wird. Maya verweigert den Wehrdienst in der israelischen Armee.

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Liebe Freunde, wegen jungen Jüdinnen wie der 18-jährigen Maya gebe ich den Glauben nicht auf, dass es eines Tages Gerechtigkeit für Palästina geben wird. Maya verweigert den Wehrdienst in der israelischen Armee. Erhobenen Hauptes ging sie ins Gefängnis, weil sie nicht in einer „Besatzungsarmee“ dienen wollte. Weil sie ein Herz für ihr Land hat, aber auch für die Palästinenser. Ich verneige mich vor ihr. Sie tut mehr für ihr Land als jeder Todesschütze. Euer JT

Hier ist Mayas Begründung:

„Mein Herz ist bei meinen palästinensischen Freunden, die in Furcht und dauernder Unsicherheit leben. Mein Herz ist bei palästinensischen Kindern, die in Gewahrsam genommen werden, weg von ihren Eltern, skandalöser Behandlung unterworfen, die ihre Menschenwürde zerschlägt. Mein Herz ist bei allen unschuldigen Zivilisten, die getötet wurden, weil sie gewaltlos für ihre Freiheit demonstrierten. Ich protestiere gegen das Erniedrigen von Leuten, die frei leben möchten und jeden Tag Checkpoints passieren müssen. Ich protestiere gegen Kriegsverbrechen, die sang- und klanglos unter der Oberfläche begangen werden. In Solidarität mit meinen palästinensischen Freunden und ihren gewaltfreien Aktionen, greife auch ich – eine Israelin – zu gewaltfreier Aktion, um für Frieden zu werben und die Besatzung zu beenden. Ich kann nicht Teil einer Armee sein, die die grundlegenden Menschenrechte meiner palästinensischen Brüder und Schwestern verletzt.

Jahrzehnte der Beherrschung eines anderen Volkes gefährden die Sicherheit des Staats Israel. Als Frau, die dieses Land liebt, dessen Land und Leute ein Teil von mir sind, kann ich mich nicht am Aufrechterhalten dieses Zustands beteiligen. Es ist mir klar, dass unsere Realität es erforderlich macht, ein Militär zu haben, das daran arbeitet, uns gegen reale Bedrohungen zu schützen. Jedoch gleichzeitig brauchen wir auch Menschen, die daran arbeiten, dass wir eine kriegsfreie Realität bekommen. Handlungen zur Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts und Beendigung der Besatzung sind im besten Interesse aller Bewohner dieses Lands – Juden, Muslimen und Christen.“