Lawrow-Interview zu Beziehungen USA-Russland und Ukraine: „Zum Tango braucht man zwei“ (RT Deutsch)

Der russische Außenminister Sergei Lawrow gab der russischen Zeitung Argumenty i Fakty ein Interview. RT Deutsch veröffentlicht einige der Fragen des Interviews. Thema sind die diplomatischen Beziehungen zu den USA und der Konflikt im Osten der Ukraine.

Herr Lawrow, ist in naher Zukunft eine Besserung der Beziehungen zwischen Russland und den USA zu erwarten?

In naher Zukunft wohl kaum. Die nicht durch uns angehäuften Probleme in den Beziehungen auszuräumen, wird nicht einfach sein. Denn der Aufbau von bilateralen Beziehungen ist ein beidseitiger Prozess, ein „Sich-aufeinander-Zubewegen“.

Unser Land ist zu einer solchen Zusammenarbeit bereit, wir haben darüber mehrmals gesprochen. Wir gehen davon aus, dass Russland und die USA eine besondere Verantwortung tragen. Wir sind die größten Atommächte, UN-Gründungsstaaten und ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates. Unsere Kooperation ist das Schlüsselelement in der Gewährleistung der Stabilität und der Vorhersagbarkeit der internationalen Angelegenheiten. Aber nicht alles hängt von uns ab: Wie man so sagt, braucht es zwei zum Tango.

Auf der amerikanischen Seite ist die Situation ziemlich verworren. Einerseits spricht Präsident Donald Trump über sein Interesse, „mit Russland gut auszukommen“. Allerdings teilen bei weitem nicht alle in Washington sein Vorhaben. Davon zeugen solche unfreundlichen Schritte, wie verschiedene haltlose Anschuldigungen gegen uns, die Einführung von Finanz- und Wirtschaftssanktionen, die Beschlagnahmung von diplomatischem Eigentum, Entführungen unserer Bürger in Drittländer, allgemein den außenpolitischen Interessen Russlands entgegenzuwirken, Versuche, sich in unsere inneren Angelegenheiten einzumischen. Es wird systemisch daran gearbeitet, praktisch alle Länder der Welt davon zu überzeugen, die Kontakte mit Russland zu reduzieren.

Viele amerikanische Politiker versuchen, einander beim Anheizen der Russophobie zu überbieten, und nutzen diesen Faktor für den innenpolitischen Kampf. Wir verstehen, dass sich dieser mit der sich nahenden Präsidentschaftswahl 2020 nur zuspitzen wird. Nichtsdestotrotz werden wir nicht aufgeben. Wir werden trotz Schwierigkeiten weiter nach Berührungspunkten mit den Amerikanern suchen.

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