16.04.2019
An diesem Wochenende gibt es vielen deutschen Städten und Regionen wieder die Ostermärsche für Frieden und Abrüstung. In Berlin startet er am Samstag um 13 Uhr auf dem Rosa-Luxemburg-Platz. Wir sprachen mit Dr. Hartmut König, der die Demo als Redner und musikalisch begleiten wird.
Sie waren in der DDR Mitbegründer der Singegruppe „Oktoberklub“ und Kulturpolitiker. Zu Ostern starten in vielen deutschen Städten und Regionen wieder Ostermärsche, in Berlin am Ostersonnabend um 13 Uhr auf dem traditionsreichen Rosa-Luxemburg-Platz zwischen Volksbühne und Kino Babylon. Halten Sie das noch für zeitgemäß?
Zeitgemäß waren die Ostermärsche immer, und sie sind es heute – leider – unvermindert. Was in den fünfziger Jahren mit den britischen Aldermaston Marches begann und bald auch in der alten BRD gegen Adenauers Aufrüstungspläne, gegen perverse Neutronenbombenfantasien oder gegen den NATO-Beschluss zur Stationierung atomarer Kurz- und Mittelstreckenraketen die Straßen füllte, war aus Angst geborener Widerstand und massenhaft mahnende Vernunft. Der Krefelder Appell von 1980, der die Bundesregierung aufforderte, ihre Zustimmung zur Stationierung von Pershing-II-Raketen und Marschflugkörpern in Mitteleuropa zu annullieren, war binnen drei Jahren von vier Millionen Menschen unterzeichnet worden. Heute beunruhigen uns ein nicht weniger irrationales, dabei diabolisch modernisiertes Wettrüsten und die zu seiner Legitimierung herbeigeführten internationalen Konfliktverschärfungen. Die NATO-verordneten Russland-Schelten sind ein Teil davon. Der INF-Vertrag tendiert zur Makulatur. Trump drängt auf ruinöse Militärausgaben. Ein Blick auf Saudi-Arabien bestätigt, dass Waffenexporte längst keine Moral mehr kennen. Die Menschheit sitzt am Kraterrand, und die Besonnenen befürchten die Eruption. Sie demonstrieren ihr Basta! auch bei Aktionen wie den Ostermärschen.
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