Venezuela – Die Intrige der deutschen Diplomatie mit der extremen Rechten Chiles (Nachdenkseiten)

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Auszug:
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Wie chilenische Medien berichteten, operierte Chiles Außenminister Roberto Ampuero als Keyperson des Empfangs im Luftfahrtterminal. Während der euphorischen Begrüßung Guaidós, der vom venezolanischen Geheimdienst SEBIN unbelästigt in die Empfangshalle trat, tippte Ampuero in sein Twitter-Profil:

„Volle Unterstützung für die Rückkehr Juan Guaidós. In den vergangenen Tagen haben wir zusammen mit meinem deutschen Kollegen Heiko Maas dahin gewirkt, dass Botschafter und diplomatische Vertreter aus Lateinamerika und Europa ihn am Flughafen empfangen würden. Ein Zeichen unserer Unterstützung für die Demokraten in Venezuela.”

Umgekehrt bedankte sich Guaidó später bei Botschafter Daniel Kriener mit einem Tweet und dem vielsagenden Satz: „Wir wissen doch, wer hier der einzige Unerwünschte ist”. Keinen Funken weiser, twitterte nun AA-Chef Heiko Maas zurück:„… Unsere Unterstützung für Guaidó ist ungebrochen. Botschafter Kriener leistet in Caracas, gerade in den letzten Tagen, hervorragende Arbeit”.

Die chilenische Internet-Zeitung Libero ging der Beziehung Maas-Ampuero auf den Grund und berichtete, dass der chilenische Außenminister mit seinem Kollegen Heiko Maas einen „sehr fließenden Dialog“ geführt hatte, insbesondere über die Ausarbeitung einer gemeinsamen Position Lateinamerikas, des Vereinigten Königreichs und der Europäischen Union (EU) gegenüber Venezuela.

Die EU hatte auf dem Venezuela-Dialog-Treffen von Ende Januar 2019 in Uruguay eine Kontaktgruppe aufgestellt, um mit der Aufforderung zu „freien Wahlen“ einen „friedlichen” und „demokratischen” Ausgang der Krise auszuhandeln. Doch nicht alle Länder des Blocks waren bereit, Guaidó als „amtierenden Präsidenten“ anzuerkennen. Also hatten Maas und Ampuero daran gearbeitet, die Gemeinsamkeiten der Kontaktgruppe und der Lima-Gruppe als Motor einer neuen Anti-Maduro- und Pro-Guaidó-Offensive zu nutzen.

Allerdings stehen Maas und Ampuero seit Mitte 2018 in enger, stiller Kooperation. Zur Ausfeilung ihrer Anti-Maduro-Strategie saßen sie zum ersten Mal am 18. Juli 2018 zusammen, als der Chilene am II. Treffen der EU-Minister mit Regierungsvertretern der Celac teilnahm und Maas seinen Kollegen festlich mit einer Dokumentensammlung über die deutsche Schule von Valparaíso empfing, an der Ampuero einst seine Lehrjahre begonnen hatte.