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Der Westen liefert hoch subventionierte, billige Geflügelprodukte nach Afrika. Die Brust bleibt in Europa, die Beine für die Afrikaner. Ghana importiert fast 300.000 Tonnen Hühnchenfleisch pro Jahr. Die Produzenten dort kämpfen um ihre Existenz.
Auf dem großen Madina-Markt in Ghanas Hauptstadt Accra: Stände mit bunten Sonnenschirmen und kleine überdachte Holzbuden bilden ein Labyrinth von endlos langen Gassen. Ein Freiluft-Lebensmittelparadies. Frisches Gemüse wird hier verkauft, Obst, Fisch, vor allem aber Fleisch. Metzger mit langen Beilen zerteilen Lammschultern, Rinderhüften und Schweinefüße. Fleisch „Made in Ghana“, die Kunden schwören darauf. Aber: Beim Geflügel sei das anders, sagt Gladys Klu vom Metzgerladen „Goodness and Mercy“.
„Hühnchen aus Ghana gibt es einfach nicht auf dem Markt. Und die Leute wollen einfach das Importfleisch, so ist das eben. Ich verkaufe da 200 bis 400 Kartons in der Woche. Ich würde ja auch gerne das lokale Hühnchen verkaufen, aber das ist viel teurer und außerdem kaum zu bekommen!“
Schon vor einigen Jahren haben wir Gladys hier befragt. Geändert hat sich seitdem nur, dass sie noch deutlich mehr Importgeflügel verkauft als damals – pro Woche insgesamt rund 600 Kilo tiefgekühlte Hühnerbeine, Hühnerfüße und Hühnerflügel. In einer Theke tauen einige Pakete vor sich hin, das Tauwasser tropft in kleinen Rinnsalen an den Glasscheiben runter. Kein Wunder, bei über 40 Grad im Schatten und ständigen Stromausfällen.
Quelle: Deutschlandfunk Kultur