Dick Cheney: Revolutionär für die Superreichen – Ein bemerkenswerter neuer Film (Nachdenkseiten)


Tobias Riegel, 20. Februar 2019

Ein bemerkenswerter neuer Film porträtiert den „mächtigsten Vize-Präsidenten aller Zeiten“, Dick Cheney, als den eiskalten Zyniker, der er ist. Die wirkungsvolle und oscarnominierte Produktion „Vice – Der zweite Mann“ führt in die Abgründe der Bush-Ära zurück.

Es ist ein Strudel aus politischer Korruption, militärischer Skrupellosigkeit und persönlichem Machthunger: Man kann die laut einem neuen Hollywood-Film von einer Gruppe um Ex-US-Vizepräsident Dick Cheney verübten Kriegsverbrechen, Rechtsbeugungen und Schmutzkampagnen gar nicht aufzählen, so viele sind es: Dazu gehören unter anderem Angriffskriege, Folter, illegale Überwachung und Finanz-Deregulierungen.

„Vice – Der zweite Mann“ von Adam McKay (ab Donnerstag im Kino) ist ein Film über diese Abgründe – und über Masken: filmische und reale. Zum einen ist die optische Verwandlung des US-Schauspielers Christian Bale in den ehemaligen US-Vize-Präsidenten Cheney atemberaubend. Zum anderen verstand es wohl kaum ein Politiker ähnlich gut, seinen zynischen und zügellosen Charakter hinter der Maske des langweiligen Verwalters zu verstecken wie eben jener Dick Cheney. McKay stellt das Motto eines anonymen Verfassers voran: „Hütet euch vor dem schweigsamen Mann. Während andere sprechen, beobachtet er. Während andere handeln, plant er. Wenn die anderen ruhen, schlägt er zu.“

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