Offener Brief an die Fernsehredaktionen von ARD (rbb) und ZDF (Berlin-direkt) – von Dr. Diether Dehm (MdB Die Linke) Dr. Alexander Neu (MdB Die Linke) Zaklin Nastic (MdB Die Linke) Jochem Visser (Parteivorstand Die Linke, Berlin) Dr. Alexander King (Linke-Bezirksvorsitzender Berlin Tempelhof-Schöneberg)

Wie der Zufall so spielt, gab es in unmittelbarem Anschluss an den „ausverkauften“, mit unserem Führungspersonal äußerst harmonisch durchgeführten Jahresauftakt der Bundestagsfraktion und nach einer umjubelten Abschlussrede von Sahra Wagenknecht gleich zwei etwa gleichzeitige, gleichgeifernde Beiträge in ARD und ZDF. Darum schreiben wir hier gleichlautend an die zuständigen Redaktionen von ARD und ZDF.

Es mag Sie ja wütend machen, aus welchen Quellen auch immer, erfahren haben zu müssen, dass sich die Linke in ihren wesentlichen Gremien in den allermeisten Fragen umfänglich auf große Konsensualität – und dies auch ins äußere Erscheinungsbild zu bringen – geeinigt hat. Innerlinken Streit mögen Sie mehr.

Gleichwohl sollte Sie Ihr Ärger nicht dazu verleiten, so hasserfüllt tief unter die journalistischen Standards greifend Ihren Frust an Sahra Wagenknecht auszulassen. Sie waren sich am 13.1. abends nicht einmal zu schade:

 

    • die Frisur von Sahra Wagenknecht in den politischen Fokus zu rücken,
    • dazu mit dem Wort „nationalsozial“ zu hantieren und
  • einen sogenannten Historiker Piper mit Fernsehwerbezeit für sein Buch zu locken, wenn dieser nur bitte in esoterischen Spekulationen davon fantasierte, was Rosa Luxemburg heute anderes als Sahra Wagenknecht gedacht oder nicht gedacht haben würde.

So sah sich Herr Piper via posthumer Seeleneinblicke ausreichend zur Aussage qualifiziert, Rosa Luxemburg hätte nie, wie Sahra Wagenknecht, in einer Gelbweste vor dem Kanzler-Sitz für Frieden, bessere Löhne und Renten protestiert. Irrtümlich scheinen Sie, sowie der von Ihnen verwendete „Historiker“, sich öffentlich in der Nachfolge der ermordeten Rosa Luxemburg zu wähnen, bzw. verkaufen zu wollen. Mit Ihren Beiträgen hingegen haben Sie sich eher in die Tradition jener Kräfte gerückt, die seit dem Hotel „Eden“ vor 100 Jahren jeden Protest jedes Linken gegen jeden deutschen Kanzler „zu mindern“ versucht haben.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Dr. Diether Dehm (MdB Die Linke)
Dr. Alexander Neu (MdB Die Linke)
Zaklin Nastic (MdB Die Linke)
Jochem Visser (Parteivorstand Die Linke, Berlin)
Dr. Alexander King (Linke-Bezirksvorsitzender Berlin Tempelhof-Schöneberg)

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