Aufsteiger im Kriegstaumel – Akteure der Grünen (Nachdenkseiten)

  1. Januar 2019

Viele Akteure der Grünen haben in stalinistischen oder maoistischen Kaderorganisationen ihre politische Prägung erhalten. Andere kamen aus einem sich radikal gebärdenden “Sponti”-Milieu. Einem prominenten Prototypen, dem ehemaligen Außenminister Joseph „Joschka“ Fischer, wurde kürzlich gleich zweimal ein Forum geboten – im „SZ-Magazin“ und, wirklich erschreckend, im „greenpeace-magazin“: Hier durfte Fischer sein Profil als Schoßhund von Mächtigen und Darsteller „moderner“ Politik weiter kultivieren. Von Michael Ewert.

Es ist nicht weiter verwunderlich, dass ein Organ wie das SZ-Magazin ein langes Gespräch mit einem notorischen Cheerleaderkriegerischer Veranstaltungen wie Joschka Fischer bringt (die Ziele unserer Großmedien sind wohlbekannt). Doch der Einfall, praktisch zeitgleich in ein Heft von greenpeace-magazin mit dem Schwerpunktthema „Frieden“ ein so wohlwollendes Interview mit einem Politiker und Geschäftsmann zu packen, der jahrzehntelang aktiv beteiligt war, Konfrontationen und Kriege möglich zu machen, überrascht und lässt tief blicken — bis in die trüben Rinnsale mit Wohlfühlästheten wie Grüne, Kipping-Riexinger-Flügel der Linken oder #unteilbar, die dank einer systematischen Abwehr tieferer Analysen jenen Zentren der Macht, die uns ruinieren, nicht einmal ansatzweise nahekommen.

Die Fragestellungen der beider Interviewer waren nicht einmal notdürftig verkleidete Stichworte für die übliche Litanei gemäß der orthodoxen Propagandamuster. Einer der Souffleure schreibt (kurz gegoogelt) für die Welt, Schwerpunktthema der anderen sind offenbar Bienen. In beiden Kreisen mag es ein gut gehütetes Geheimnis sein, wie akkurat bereits der Krieg gegen Jugoslawien vorbereitet war.

In den Medien las man nichts über den Einsatz von Al-Qaida- und sonstigen Terroristen, um Angst und Schrecken unter der muslimischen wie (insbesondere) nichtmuslimischen Bevölkerung zu verbreiten. Alle Kanäle waren prall gefüllt mit Gräueltaten der Serben wie die Errichtung eines KZs, dessen „Häftlinge“ sich außerhalb des Zauns befanden. Ein Schaudern durchlief die „westliche Wertegemeinschaft“. Fragen wurden nicht gestellt. Ungeprüft wurde insbesondere von Fischer, damals Außenminister, und, sehr verdienstvoll, auch der sich gerade bellizistisch mausernden taz das „Massaker von Racak“ vom 15. Januar 1999 in die Öffentlichkeit getragen.

Der grüne Außenminister und der Jugoslawienkrieg
Später hat nicht nur eine finnische Kommission keinerlei Hinweise dafür gefunden (wohl aber für den Trick, Sinti und Roma oder serbische Zivilisten und Soldaten über den Kamm nützlicher Totenzahlen mitgeschert zu haben). Generell ließen britische Geheimdienste keinen Zweifel daran, dass die kosovarische UCK den Tod von wesentlich mehr Zivilisten zu verantworten hatte als die serbische Armee. Aber der Westen hatte andere Probleme, nachdem Jugoslawien Weltbankkredite mit den damit verbundenen „Strukturauflagen“ abgelehnt hatte und die Einbeziehung einer strategisch wichtigen Position in das US-amerikanische Einflussgebiet vorgesehen war.

Letzte Hürde für ein Losschlagen (die Bomber waren abflugbereit) war die „Konferenz“ von Rambouillet in Frankreich, von deren Ultimaten später Henry Kissinger sagte, sie seien unannehmbar gewesen. Als Schoßhund der Mitorganisatorin eines Völkermords an der irakischen Bevölkerung, Madeleine Albright, trug Fischer wesentlich Verantwortung für diese Schmierenkomödie. Es war ein imperiales Diktat, das ohne die Kollaboration westeuropäischer, insbesondere deutscher „Progressiver“ nicht möglich gewesen wäre. Es ging nicht um eine friedliche Lösung eines sicher auch von Slobodan Milosovic forcierten zivilisatorischen Desasters.

Serbien war bereit, alle Bedingungen für eine effektive Überwachung des Kosovos durch internationale, auch bewaffnete Organe zu akzeptieren. Jetzt verlangte der Westen zusätzlich für ganz Serbien-Montenegro absolute Bewegungsfreiheit von NATO-Einheiten, die von keiner einheimischen Autorität zur Rechenschaft gezogen werden dürften. Damit hätte Jugoslawien, das schon Slowenien, Makedonien und Kroatien verloren hatte, seine restliche Souveränität preisgegeben und ein „Abkommen“ akzeptiert, das dem von München 1938 ähnelte. Es implizierte sogar die Öffnung des jugoslawischen Marktes, ein bemerkenswerter Punkt zur Befriedigung der Bedürfnisse des kosovarischen Volkes. Erwartungsgemäß beugte sich Belgrad nicht, weshalb am Morgen, nachdem die serbische Delegation abgereist war, „zurückgeschossen“ werden konnte.[1]

Die Grünen: Progressive Sturmtruppen neoliberaler Despotie
Fischer ist kein Mörder. Fischer ist einer jener Ehrenmänner, die am Schreibtisch sitzen. Unter seiner Ägide sind die Grünen zu den progressiven Sturmtruppen neoliberaler Despotie geworden.
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