Archive for Januar 5th, 2019

5. Januar 2019

»Macrons Politik hat Klassenkampf reaktiviert« Gespräch mit Luc Rouban. (junge Welt)

Gespräch mit Luc Rouban. Über den Protest der »Gelbwesten« in Frankreich, neoliberale »Reformen« des Präsidenten und die Enttäuschung seiner Wähler
Zum Interview: https://www.jungewelt.de/artikel/346625.kapitalismus-macrons-politik-hat-klassenkampf-reaktiviert.html

Auszüge:
(…) Er [Macron] hat den Klassenkampf reaktiviert. Die »Gelbwesten« sind allerdings ein Gegner, den er nicht einteilen kann in links, rechts, Mitte oder sonst irgendwie, sie haben keinen Sprecher, keinen Führer. Er hat hier die direkte Konfrontation mit dem Volk, dessen Attacke sich daher umgekehrt auch nur auf ihn persönlich konzentriert. (…)

(…) Wir hatten nie eine solch geschlossene, von der Oberklasse dominierte Politik wie unter ihm. Seine Entourage ist die klassischste Elite, die sich jemals um einen Präsidenten geschart hat, ein absolut elitäres Korps. Macron und seine Leute kommen nicht nur aus dem kulturellen Establishment, sondern auch aus der institutionellen Führungsschicht. Sie entspringen der Kaderschule, der École nationale d’administration (ENA). Von den Absolventen der ENA gehen jeweils 15 eines Jahrgangs per Order in die staatliche Finanzinspektion, eine ungeheuer mächtige Institution in Frankreich, in der auch Macron gedient hat, bevor er als Bankier ins Private wechselte. Sie sind eine Elite, die nach dem Staatsdienst als Generaldirektoren in den großen Unternehmen wiederzufinden sind. Sie handeln und denken mit einer Logik, die man auch in anderen korporell organisierten Institutionen findet. (…)

(…) Bürgerliche Eliten schicken ihre Nachkommen in die besten Wirtschaftsschulen, damit sie dort auf hohe Posten im kapitalistischen Betrieb vorbereitet werden. Die Ausbildung der Kinder und Heranwachsenden ist in der Tat nicht politisch oder kulturell geprägt, sondern erfolgt mit dem Ziel, privates Management großzuziehen, eine Evolution der Strategie des Finanzkapitalismus. Sie soll erlauben, zunächst hohe Funktionäre mit garantiertem Dienstwagen zu werden, das ist Ziel der ENA-Ausbildung; die Wirtschaftsschule in London oder Paris – nach der ENA – erlaubt es den Sprösslingen, sofort an die Spitze eines Unternehmens zu kommen. Der Vorsprung der Eliten bleibt und wird immer wieder erneuert. Es geht bei der Ausbildung darum, die Instrumente des Herrschens zur Verfügung zu stellen. (…)

5. Januar 2019

Offener Brief von Dr. Erika Kosse an Wladimir Putin und Sergej Lawrow zum Neuen Jahr 2019

Vorwort von „Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg“ zum untenstehenden Brief von Dr. Erika Kosse an Wladimir Putin und Sergej Lawrow zum Neuen Jahr 2019.
Dr. Erika Kosse ist seit der Existenz unseres Vereins „Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg“ unserem Verein sehr verbunden und war seither auch mehrmals auf unseren Antikriegsmahnwachen.
Bei dem Brief von Dr.Erika Kosse finden wir ausgezeichnet, dass sie von der Warte einer Christin die Position vieler Deutscher zu Russland und Putin sehr klar einschätzt.
Die Bitte um Gnade ist auch einsehbar. hatte doch Rußland bis vor Kurzem, quasi als Antwortreaktion auf die Erstschlagsdoktrin der NATO, seit 1999 aktuell, ebenso die Erstschlagvariante proklamiert, um einem Angriff zuvorzukommen.
Das aber hat Putin vor Kurzem klar ausgeschlossen, imndem er klipp und klar erklärte : „Der russische Staat wird kein Land als erster angreifen !“
Brigitte Queck i. A. der „Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg“


Berlin, 28.12. 2018

In großer Hochachtung:
Herr Präsident Russlands
Wladimir Putin!

In großer Hochachtung:
Herr Außenminister
Sergej Lawrow!

Obwohl als wenig bekannte Stimmen, wollen wir dennoch wagen, das Wort zu ergreifen:

als Deutsche, die in Opposition zur Politik der BRD und des „Westens“ stehen,

als Angehörige unseres gemeinsamen europäisch-christlichen Kulturkreises, die die weihnachtliche Botschaft vom „Frieden auf Erden“ durch Aufrüstung (gegen Russland!) verhöhnt und verloren sehen:

Wir sind entsetzt über die Verlogenheit eines angeblich in den Deutschen tief verwurzelten Feindbildes Russland. Wir wissen, dass die Behauptung, Russland sei der Aggressor – in Umkehrung der Fakten – propagandistisch genutzt wird zur Rechtfertigung der einkreisenden Bedrohung und zur Ausweitung des militärisch- industriellen Komplexes.

Wir verurteilen die ständig wiederholten und verschärften, inzwischen offen aggressiven Behauptungen, Anklagen und Handlungen gegen Russland als Irrsinn und Primitivität.

Wir bewundern die menschlich, geistig und strategisch überlegene Größe und Kraft russischer Politik.

Dass wir hierzulande noch das Leben haben und die Tage der Weihnacht und des Jahreswechsels traditionsgemäß begehen können, danken wir dieser Ihrer großartigen Diplomatie und Politik, die ja eine andere politische Kultur zur Voraussetzung hat, nämlich eine dialogische, politisch auf Verhandlung setzende.

Dieser gerade in diesen Tagen tief empfundene Dank soll gesagt sein und damit explizit werden und möge Sie erreichen.

Er ist konkret gemeint als Dank für unser, unserer Kinder, unserer heutigen Bevölkerung Leben, das Sie schützen, das aber die uns Regierenden aufs Spiel setzen: gegen sehr wohl besseres „Wissen“, in angsterfüllter Abhängigkeit vom imperialen Gebaren der USA (womit hier nicht Präsident Trump als stur genutzte

Projektionsfigur gemeint ist, sondern die bekannten Scharfmacher US-amerikanischer Allein- und Selbstherrlichkeit). Solche Politik riskiert unseren Untergang.

Im öffentlichen Diskurs wird in psychopathischer Manier das Gegenteil der Fakten behauptet, somit eine Pseudo-Realität suggeriert, eine unsere Welt auslöschende Gegen- und Scheinwelt zu etablieren versucht.

Russland hat einen Weg beschritten, der aus dem Untergangsszenario herausführen kann: weg von Konkurrenz und Aggression, hin zu Beziehung, Bindung, Vernetzung und Solidarität.

Wir bitten Sie um die damit möglich werdende Schonung, ja dieses Erbarmen mit unseren Menschen, unserem Land auch weiterhin.

In Dank und Bitte seien auch die russisch orthodoxe Kirche und ihre Gläubigen einbezogen, die niemals Hass und Rache zur Abwehr westlicher Überheblichkeit und Chuzpe aufgeboten haben, – trotz ihrer 27 Millionen Toten allein des Zweiten Weltkrieges: die nicht das überfallene Russland verschuldet hat!

Schmerzvoll
bittend und dankend
in großer Hochachtung

Dr. Erika Kosse,
Berlin, Dezember 2018

5. Januar 2019

Tschechische Supermärkte müssen unverkaufte Lebensmittel verschenken (RT Deutsch)

Das tschechische Verfassungsgericht hat ein Gesetz bestätigt, das Supermärkte dazu zwingt, unverkaufte Lebensmittel kostenlos an die Tafeln des Landes abzugeben. Das Spendenaufkommen der Tafeln hat sich seit Inkrafttreten des Gesetzes drastisch erhöht.

Das Spendenaufkommen der tschechischen Tafeln hat sich seit Inkrafttreten der Regelung drastisch erhöht. Im ersten Quartal 2018 erhielten sie fünfmal mehr Lebensmittelspenden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Diese Spenden sind willkommen, denn die Nachfrage ist hoch. Im Jahr 2017, also vor dem Inkrafttreten des Gesetzes, verteilten die tschechischen Tafeln 2.300 Tonnen Lebensmittel an 96.000 Bedürftige.

weiterlesen
https://deutsch.rt.com/europa/82063-tschechische-supermarkte-mussen-unverkaufliche-lebensmittel/

5. Januar 2019

74 Jahre nach Zweitem Weltkrieg: Japanischer Premierminister Abe will Friedensvertrag mit Russland

Er sagte gegenüber Journalisten, dass sie sich nach dem erneuten Zusammentreffen beider im November in Singapur darauf geeinigt hätten, die Verhandlungen auf der Grundlage einer gemeinsamen Erklärung von 1956 zu beschleunigen, in der Moskau sich bereit erklärte, die beiden kleineren Inseln der Inselkette im Falle des Zustandekommens eines Friedensvertrags Japan zu übergeben.

weiterlesen hier:

https://de.rt.com/1rbe

5. Januar 2019

Videoclip für die Gelbwesten macht Furore

Ein Videoclip für die Gelbwesten macht Furore
(Kurze Info von dp)

„Die Guten und die Bösen sind nicht unbedingt immer da, wo man sie normalerweise verortet“

Mit ihrem humoristischen Lied „Les Gentils, les Méchants“ – die Guten, die Bösen – macht die 28jährige französische Sängerin Marguerite derzeit Furore in Frankreich.
Einem Chanson von Michel Fugain über das nach-68iger Frankreich nachempfunden und auf die Gelbwesten angewandt, drehte sie den mitreißenden Videoclip am 1. Januar mit Familienmitgliedern auf einem Kreisverkehr in Irigny südlich von Lyon.
Der Videoclip wurde auf ihrem Facebook innerhalb von nur vier Tagen über 800,000 Mal angeklickt, wie Le Progrès berichtet.

Auf ihrem Facebook schrieb sie auch eine Widmung für Bernhard Henri-Lévy, dem Kriegshetzer und „neuen Philosophen“ der Pariser Salons und Konzernmedien, der – man konnte es von ihm gar nicht anders erwarten – die Gelbwesten verunglimpft und an Daniel Cohn-Bendit, dem „revolutionären Symbol des Mai 68“, der an der „Gewalt“ der Gelbwesten Anstoß nimmt. An ihn musste die Künstlerin denken, als sie die Zeile schrieb ‚Die Guten haben jetzt Angst vor den Kopfsteinpflastern der Bösen.‘

„Les Gentils, les Méchants“ –
Hier zum Videoclip auf YouTube
https://www.youtube.com/watch?v=cBiHJxGxz1g

Text des Liedes in deutscher Übersetzung:
Die Guten, die Bösen
„Wer nimmt das Taxi? Die Guten – Und wer bezahlt den Treibstoff? Die Bösen.
Wer labert im LCI *? Die Guten – Wer schreit vor Wut auf dem Champs [Elysée]? Die Bösen.
Wer spart Geld? Die Guten – Und wer ist knapp bei Kasse? Die Bösen.
ENA, Rothschild, Bercy **, das sind die Guten – Die kleinen Händler, die Bösen.
Es ist wie im Kasperltheater, eine permanente Show.
Ein Hoch auf Banken und das Parlament! Alle lachen drüber, keiner glaubt mehr dran, voilà….
Wen kannst du nicht leiden? Die Guten – Wer sind die 70 Prozent? Die Bösen.
Wer schießt mit Tränengasgranaten? Die Guten – Und wer ist im Visier? Die Bösen.
Achtundsechziger vollendet, die Guten haben jetzt Angst vor den Kopfsteinpflastern der Bösen.
Sie wollen Europa um jeden Preis, die Guten – Sie wollen ihre Kinder ernähren, die Bösen.
Die guten Bösen ! »

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* LCI: privater französischer Nachrichtensender
** ENA, Rothschild, Bercy: Metapher für Macron (wegen seiner Karriere: Studium an der Elitehochschule ENA, Investmentbanker der Rothschild-Bank, Minister für Wirtschaft und Finanzen – das Ministerium befindet sich im Pariser Stadtviertel Bercy)

5. Januar 2019

US-Rückzug aus Syrien: Die Krokodilstränen der Kriegstreiber (nachdenkseiten.de)

Tobias Riegel 04. Januar 2019

Der angekündigte Syrien-Rückzug der US-Armee ist überfällig und zu begrüßen – die mediale Reaktion darauf ist heuchlerisch und zynisch. Jene großen Medien, die die westliche Zerrüttung Syriens mit möglich gemacht haben, stemmen sich nun gegen eine Beendigung der eigens herbeigeführten Katastrophe. Von Tobias Riegel.

weiter:

https://www.nachdenkseiten.de/?p=48223

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