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US-Präsident Donald Trump verkündet den Abzug der völkerrechtswidrig in Syrien stationierten US-Truppen.  Die Kriegermeute heult wütend auf – von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Die Verbündeten zeigten sich überrascht: Vor einer Woche verkündete US-Präsident Donald Trump den Abzug der völkerrechtswidrig in Syrien stationierten US-Truppen. In ihrer Berichterstattung dazu unterschlägt die Tagesschau wichtige Fakten.

von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam, 28.12.2018

Die USA ziehen aus Nordsyrien ab. Man sollte meinen, Präsident Trumps Twitter-Mitteilung hätte ein Feuerwerk von Nachfragen und Zusatzinformationen im Ersten Deutschen Fernsehen gezündet. Stattdessen fand bei ARD-aktuell eine Rallye in Nachrichtenvermeidung statt – unter Großeinsatz von Schwätzern. Man sollte meinen, die Aussicht auf eine politische Lösung für Syrien wäre von zustimmenden Kommentaren umrahmt, „…der Völkerverständigung dienend“ (Programmauftrag laut Rundfunkstaatsvertrag).

Stattdessen ballerte die Tagesschau das Dum(m)-Dum(m)-Geschoss der deutschen Außenpolitik aufs Publikum, den Minister Heiko Maas. Man sollte weiterhin meinen, der ARD-Qualitätsjournalismus werde die Fragen stellen und beantworten lassen, die mit der deutschen Beteiligung an dem völkerrechtswidrigen Bombenkrieg der westlichen Koalition einhergehen. Stattdessen gab es nur Verlautbarungsjournalismus im Sinne der deutschen Stahlhelm-Fraktionen.

Lakonisch meldete die Tagesschau am 19. Dezember in ihrer Hauptausgabe um 20 Uhr an dritter Stelle des Nachrichtenprogramms: „Die USA haben damit begonnen, ihre Truppen aus Syrien abzuziehen. Das bestätigte eine Sprecherin des Weißen Hauses. Aus Regierungskreisen verlautete, die 2.000 amerikanischen Soldaten sollten in den kommenden drei Monaten zurückgeholt werden. Präsident Trump teilte per Twitter mit, der sogenannte Islamische Staat in Syrien sei inzwischen geschlagen. Deshalb gebe es keinen Grund mehr, amerikanische Truppen im Land zu lassen.“

Washington-Korrespondent Stefan Niemann durfte im anschließenden Reporterbericht noch anmerken: „Trump betrachtet die Militärmission in Syrien als erfüllt … Rund 2.000 Soldaten waren dort zuletzt noch stationiert, offiziell als Berater und Ausbilder der demokratischen Kräfte Syriens, einem Bündnis, in dem vor allem Kurden-Milizen im Kampf gegen den IS organisiert sind. … (Trump) sieht den Einsatz als sinnlos und teuer an. Die Mehrheit der Bürger dürfte dem Präsidenten zustimmen, die Amerikaner gelten als kriegsmüde.“

Das war´s für ARD-aktuell zunächst, am Tag der geopolitisch bedeutsamen Ankündigung Trumps. Nichts weiter? Haben die teuren ARD-Studios in Berlin und Moskau Rückfragen an die dortigen Regierungen gerichtet, Stellungnahme erbeten? Nein. Was hätten sie erfahren und berichten können? Von unserem Außenminister-Darsteller Heiko Maas allerdings nichts. Der war nämlich, wie der Deutschlandfunk meldete, von Trumps Entschluss vollkommen „überrascht“. Obwohl Trump seine Rückzugsabsichten schon vor vielen Monaten öffentlich bekundet hatte.

Wir wollen hier nicht weiter erörtern, wozu Deutschland ein Außenministerium mit Botschaften in aller Welt finanziert, wenn dessen Chef nicht mal in der Lage ist, sich auf dem Laufenden zu halten. Bleiben wir bei unserem Leisten, bei der Kritik am Nachrichtenangebot der ARD-aktuell. Die lieferte in ihrem Internet-Portal tags darauf alles, was das Kriegerherz begehrt. Unter dem Titel „Reaktionen auf Syrien-Abzug: Kritik von allen Seiten“ stand da zu lesen (Auszüge):
Hier weiterlesen: https://deutsch.rt.com/meinung/81693-dr-gniffkes-macht-um-acht/