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Dieselgate-Skandalisierung: Stillgelegte deutsche Dieselautos werden zu Tausenden nach Afrika verschifft. Export von giftigen Kraftstoffen geringer Qualität verursacht dreimal mehr Todesfälle in Afrika als in Europa, den USA und Japan zusammen.

Die meisten afrikanischen Länder müssen zunaechts noch die Euro-4-Standards übernehmen, die 2006 in Europa gefordert wurden. Hohe Schwefelgehalte im Dieselkraftstoff sind Grund für extrem schlechte Luftqualität in vielen afrikanischen Metropolen.

Kraftstoffe, die hierzulande als illegaler Abfall eingestuft werden, werden nach Afrika exportiert. Abgesehen von einem Mangel an Raffinerien wird sauberer Diesel von einigen Regierungen als zu teuer angesehen. In den meisten afrikanischen Ländern werden Kraftstoffe mit einem Schwefelgehalt von 2 500 bis 10 000 ppm (parts per million) verwendet. Bei der Verbrennung stark schwefelhaltiger Brennstoffe entstehen Schwefeldioxid, ein bedeutender Luftschadstoff.

In acht Ländern Afrikas wurde der Schwefelgehalt in Dieselkraftstoffen analysiert. Ergebnis der Schwefelgehalt ist bis zu 378 Mal höher, als in Europa erlaubt. Zudem enthält er weitere gesundheitsschädigende Substanzen in Mengen, die in Europa ebenso verboten sind.

Die hohe Luftverschmutzung hat gravierende Folgen für die Gesundheit. Wird der Schwefelgehalt im Treibstoff nicht gesenkt, werden alleine im Jahr 2030 schätzungsweise 31‘000 Menschen in Afrika vorzeitig sterben. Das sind dreimal mehr Todesfälle durch verkehrsbedingte Luftverschmutzung als in Europa, den USA und Japan zusammen. Zudem werden unzählige Menschen deshalb an Herz-, Kreislauf- und Krebserkrankungen leiden.

Untersuchungen zeigen, dass von den jährlich 4,2 Millionen chronischen Atemwegserkrankungen fast 3,3 Millionen in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen auftreten. Dazu gehören Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen wie Schlaganfall und Asthma sowie ein erhöhtes Krebsrisiko.