Highlights des Internationalen Uranium Film Festivals in Berlin 2018 – Gelbe Einstein-Trophäen für atome Filme und Persönlichkeiten

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Das 7. Internationale Film Festival in Berlin endete vergangenen Sonntag, 14. Oktober 2018 im Zeiss-Großplanetarium mit Filmemachern und Gästen aus Schottland, England, Japan, Portugal und den Marshall-Inseln. Das in der Welt einzigartig Filmfest zum Thema Atomkraft vergab in diesem Jahr in Berlin drei Filmpreise, einen Ehrenpreis und mehrere besondere Erwähnungen. Drei weitere Festivaltrophäen werden kommenden Dezember in Window Rock, der Hauptstadt der Navajo-Indianer vergeben. Dann nach Berlin wird das Festival von 29. November bis 12. Dezember auch im Südwesten der USA in Window Rock und fünf weiteren Städten stattfinden. Die Berliner Ausgabe des Internationalen Film Festivals zeigte in diesem Jahr vom 9. bis 14. Oktober im Zeiss-Großplanetarium sowie im Kino in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg mehr als 20 Filme rund um das brisante Thema Kernkraft von der Atombombe bis zum atomaren Müll.

Der „Gelbe Einstein“, die Trophäe des Uranium Film Festivals, ging in der Kategorie Kurzfilm in diesem Jahr an Anointed von Dan Lin mit Kathy Jetnil-Kijiner von den Marshall-Inseln.

„Der Fotograf und Filmemacher Dan Lin und die Poetin Kathy Jetnil-Kijiner verstehen es meisterhaft, Natur, Poesie und atomare Versuche zu vereinen. In ihrem ergreifenden Gedicht klagt Kathy Jetnil-Kijiner die Kernwaffentests der USA in den 1940er und 1950er Jahren und ihre katastrophalen Folgen für das Bikini-Atoll an. So wortgewaltig wie das Gedicht, so ergreifend sind die filmischen Aufnahmen, die Dan Lin von Bikini gemacht hat“, sagt Thomas Zandegiacomo Del Bel, Filmkurator und Medienwissenschaftler für das Uranium Film Festival. In Vertretung von Kathy Jetnil-Kijiner nahm die 16jährige Berlin Philippo von den Marshall-Inseln die Trphäe entgegen.

Mikel Iriarte und Laura Johnson aus England wiederum bekamen den Gelben Einstein für ihren Muppet-Animationsfilm FREDDY AND FUZMO FIX THE WORLD (FREDDY UND FUZMO REPARIEREN DIE WELT). „Freddy und Fuzmo reparieren die Welt ist schlicht eine gut gemachte, die Lachmuskeln stimulierende Muppet-Show zum Thema Atomkrieg und Atomare Gefahren. Dokumentarfilme über die oft deprimierenden Folgen von Uranbergbau und Atomindustrie sind wichtig, doch sie brauchen auch ein Gegengewicht zum schmunzeln und herzhaft lachen. Und das haben Mikel Iriarte und Laura Johnson und ihr Filmteam meisterhaft verstanden und umgesetzt“, so die Begründung der Festivaljury.

Der schottische Filmemacher Ramsay Cameron bekam die Festivaltrophäe für seinen Feature-Dokumentarfilm ONE HUNDRED YEARS OF URGEIRIÇA (Einhundert Jahre URGEIRIÇA). Gekonnt kombiniert Ramsay Cameron einzigartiges Archivmaterial und Augenzeugenberichte und bringt uns eine kuriose wie dramatische Geschichte aus dem äußersten Westen Europas näher, die bis heute nur den wenigsten bekannt war. Die Geschichte der portugiesische Uranmine Urgeirica, die nicht nur eine der ältesten Uranminen der Welt ist, sondern auch Uran für die Atombombenprogramme der USA und Großbritanniens lieferte. Es waren portugiesische Arbeiter, die radioaktives Erz für die ersten Atombomben sprichwörtlich mit Schaufel und Spaten und ohne jeglichen Strahlenschutz aus dem Boden gruben.

Eine Besondere Erwähnung gab es für den aus Japan angereisten japanischen Nachwuchsfilmemacher Takuya Moriyama. Sein erfrischender Dokumentarfilm UNSILENCED: Anti-Nuclear Movement in Turkey (UNSILENCED: Anti-Atom-Bewegung in der Türkei) zeigt eine bislang unbekannte, überraschende Seite der Türkei: Eine türkische Anti-Atomkraftbewegung ohne Schleier, und die kein Blatt vor den Mund nimmt.

Einen Ehrenpreis gab es für Antonio Minhoto aus Portugal. Er war Arbeiter in den Uran-Minen von URGEIRIÇA und setzt sich seit rund 20 Jahren für eine gerechte Entschädigung für die durch Uranbergbau erkrankten Minenarbeiter und ihre Familien sowie für die ökologische Sanierung und Sicherung der aufgegebenen Uranminen und radioaktiven Abraumhalden in der Region ein.

Ausgezeichnet wurden noch weitere Filme, doch die Preisübergabe wird erst im in Window Rock in den USA stattfinden, wo das Internationale Uranium Film Festival kommenden November zum zweiten Mal zu Gast sein wird.

Gelber Einstein, Publikumspreis für den besten Feature Dokumentarfilm:
ATOMIC HOMEFRONT von Rebecca Cammisa aus den USA,

Gelber Einstein, Jurypreis für die beste Art-Dokumentation:
DIGNITY AT A MONUMENTAL SCALE (WÜRDE IN EINER MONUMENTALEN DIMENSION) von Kelly Whalen aus den USA

Gelber Einstein, Nachwuchsfilmpreis für den Dokumentarfilm
URANIUM DERBY von Brittany Prater aus den USA.

Weitere Besondere Erwähnungen für:

Too Precious to Mine (Zu wertvoll für den Bergbau)
von Justin Clifton, USA.
The Safe Side of the Fence (Die sichere Seite des ZaunEs)
von Tony West, USA.
KUANNERSUIT / KVANEFJELD
von Lise Autogena und Joshua Portway, Dänemark, Großbritannien.
Uranium 238 – My Story
von Miodrag Miljkovic, Serbien.

Der Gelbe Einstein

Die Festivaltrophäe, der Gelbe Einstein“ ist eine Kreation des brasilianischen Abfallverwertungskünstlers Getúlio Damado, der im berühmten Künstlerviertel Santa Teresa in Rio de Janeiro lebt und arbeitet. Getúlio verwendet Abfälle, die er in den Straßen von Santa Teresa findet, sowie kaputte Uhren, um an die atomare Zerstörung von Hiroshima zu erinnern. Als die Atombombe über Hiroshima am 6. August 1945 explodierte, blieben die Uhren in Hiroshima exakt um 8:15 Uhr morgens stehen.

Über das Uranium Film Festival

Das ursprünglich 2010 in Rio de Janeiro gegründete Internationale Uranium Film Festival (IUFF) ist das weltweit bekannteste Filmfest, das sich der gesamten Atomaren Kette vom Uranbergbau bis zum nuklearen Abfall gewidmet hat. Hauptförderer des Berliner Uranium Film Festivals war auch ind diesem Jahr das Umweltbundesamt und das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Das Uranium Film Festival dankt insbesondere auch seinen Schirmherren in Berlin: MdB Klaus Mindrup, Jörg Sommer, Vorsitzender der Deutschen Umweltstiftung und Castingdirektor Uwe Bünker.

Kontakt und weitere Informationen

INTERNATIONALES FESTIVALBÜRO
International Uranium Film Festival
Rua Monte Alegre 356 / 301�Santa Teresa / Rio de Janeiro / RJ
CEP 20240-195 / Brasilien
www.uraniumfilmfestival.org

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