Übelste rechte Propaganda bei NuoViso: „Holocaust, deutsche Schuldkomplexe und eine versklavte deutsche Nation“

In den vergangenen Monaten wurde viel über Zielsetzungen und Strategien innerhalb der deutschen Linken und der Friedensbewegung diskutiert.
Dabei ging es vor allem um Fragen von Bündnisarbeit und gemeinsame Aktionen.

Teile der Friedensbewegung plädieren seit längerem für eine breitere Zusammenarbeit, während wiederum andere eindringlich vor der Gefahr von Rechtsoffenheit bestimmter Gruppen und Einzelpersonen warnen.

Das Coop Antikriegscafe distanziert sich, wie bereits in der Vergangenheit, ausdrücklich von den Netzwerken um NuoViso TV, Querdenken TV und Compact.

Am 4. Oktober 2018 wurde bei Nuoviso unter dem Format Neue Horizonte von dem verantwortlichen Redakteur und Moderator Götz Wittneben das folgende Interview ins Netz gestellt. Hier zu Dokumentationszwecken verlinkt:

Titel: Die versklavte Nation – Markus Mynarek
Einstündiges Interview über den Holocaust und deutsche Schuldkomplexe.

 

Der Autor Markus Mynarek sieht ein „verklavtes deutsches Volk“, das aufgrund einer angeblich ununterbrochenen Dämonisierung als Tätervolk leidet und sein Vaterland nicht zu lieben vermag. Die Deutschen sind Sklaven, kontrolliert von jüdischen Seilschaften und ihren Unterstützern.

Mynarek ist kein Holocaustleugner, er leugnet nur die Singularität und dies ist strafrechtlich nicht relevant. Er relativiert den Holocaust, indem er diesen und sogar Hitler relativiert, indem er den „sowjetischen Gulak und Maos Kulturrevolution“ als ein viel „größeres Verbrechen“ bezeichnet. Zur faschistischen Endlösung bemerkt er zynisch, dass diese an den Indianern „viel gründlicher“ fertiggebracht worden sei.

Er meint, dass so, wie die Tagesschau während der NSU-Affäre behauptet hätte, der Staat sei auf dem rechten Auge blind auch Parteien eine „linksextreme Sichtweise“ hätten.

Er sagt weiter fast wörtlich: „Denn diesen Mythos einer singulären geschichtlichen Schuld, in einer weltgeschichtlich noch nie dagewesen Lage jahrzehntelang zu etablieren, in Verbindung mit dem Kollektivschuld-Mythos und in Verbindung mit ungeheuren Aussagen gegen das eigene Volk …. das kann man schon als linksextrem bezeichnen.“

Autor Markus Mynarek meint weiterhin zu glauben, „dass man von einer antifaschistischen Staatsideologie sprechen kann und fährt dann fort zu behaupten, „dass die Tagesschau aus ihrem eigenem links fundamentalistischen Impuls heraus natürlich auch eine politische Desinformation in Deutschland betreibt.“

Später bezieht er sich dann in seiner Argumentation über eine aufgezwungene Kollektivschuld auf „ein sehr lustiges Zitat von Frederik Will, der ist lange tot und der für die National Zeitung geschrieben hat. Die Nationalzeitung ist eine rechtsextreme Wochenzeitung, bis 1999 identisch mit der  Deutsche Wochen-Zeitung, die seit 1964 Parteizeitung der NPD war und viele Beiträge zu geschichtsrevisionistischen Themen, u.a. dem Holocaust veröffentlichte.

Weiterhin bezieht sich der Buchautor Mynarek auf einen politischen Rundbrief des Buch-Verlags Roland Faksimile Bremen, der von Wieland Körner betrieben wird. Der
Verlag verlegt rechte Autoren und verkauft Bücher rechter Autoren antiquarisch.

Dann beklagt der Buchautor Mynarek den Umstand, dass der Volksverhetzungsparagraph zwar zugunsten der Ausländer und der Juden angewandt werden kann aber nicht zugunsten der Deutschen angewandt werden darf.“ Er sagt, dass dies „seitens rechter und patriotischer Kreise seit vielen Jahren beklagt wird und jetzt teilweise in der Politik bestätigt worden ist.“

Mynarek bezieht sich auch auf den Begriff eines umgekehrten Chauvinismus, der seiner Meinung nach von den etablierten Parteien vertreten wird, also ein seiner Meinung nach gegen sich selbst, gegen die Deutschen gerichtete Anti-Überlegenheitsideologie, also eine Unterlegenheitsideologie, die vom Schuldkomplex getragen ist. Diese wird ihm zufolge nicht vertreten von der AFD und der Pegida.

Damit haben wir ein weiteres Interview von Nuoviso, in dem der Referent sich klar auf rechte Standpunkte bezieht, auf rechte Autoren, Verlage, Bewegungen, sogar Pegida und AFD werden positiv konotiert.

Dies ist ein weiterer klarer Beweis für die Rechtsoffenheit der Plattform, alles gerechtfertigt und begründet unter dem Motto der „alternativen Meinungsvielfalt.“

Linke Bewegungen und Parteien werden als linksextrem zurückgewiesen. Sogar andere deutsche Parteien, mit denen vermutlich die SPD und die Grünen gemeint sein werden, werden als linksextrem bezeichnet. Der Holocaust wird relativiert, indem man immer wieder den „Schuldkomplex“ betont, und indem man den Holocaust in eine Reihe anderer historischen Ereignisse einreiht. Gleichzeitig bezieht man sich auf rechte oder rechtspopulistische Bewegungen, Autoren, Verlage, die den Holocaust teilweise natürlich weit umfangreicher, bis hin zur Plausibilität hinterfragen. Dies ist keine Holocaustleugnung, und ist deshalb strafrechtlich nicht relevant.

In den sozialen Medien, und in diesem Fall bei Youtube, lässt sich gleichzeitig an den sogenannten Likes und Kommentaren ablesen, woher der Wind weht.

Wie bei diesem sehr direkten Video, sehen wir auch bei anderen Beiträgen eine überwältigende Mehrheit von Unterstützern rechtsoffener Standpunkte. Wir können vorwiegend eine tiefe Abneigung gegen alles Linke aus den Kommentaren ablesen. Und in zahlreichen Kommentaren wird versucht, die Unterschiede zwischen rechts und links völlig zu verwischen.

Nun zur linken Perspektive: Es ist selbstverständlich völlig legitim, die israelische Politik und vor allem deren maßgeblichsten Unterstützer, die christlich-zionistischen Massenbewegungen in den USA und deren Lobby, sowie die AIPAC massiv zu kritisieren. Auch US-Präsident Trump ist maßgeblich in diese Netzwerke verstrickt. Viele Linke sind aus verschiedenen Ursachen ebenfalls in diesen Netzwerken verfangen. Auch sie sind zu kritisieren.

Linke Autoren wie Norman Finkelstein schreiben durchaus plausibel über eine sogenannte „Holocaust-Industrie.“ Andere linke und zum Teil jüdische Autoren, so wie auch Finkelstein, beklagen die permanenten Menschenrechtsverletzungen Israels in Gaza und der Westbank. Israels Politik gegenüber Syrien und die klar dokumentierte Unterstützung für Anti-Assad Terrormilizen in Syrien muss ein Ende haben.

Linke Politiker, Aktivisten, Journalisten und Künstler werden mit abstrusen Vorwürfen des Antisemitismus überzogen und durch wohlorganisierte Kampagnen dämonisiert. Dies geschieht in den USA, in Deutschland und derzeit insbesonders gegen Jeremy Corbyn, den Hoffnungsträger der britischen Linken. Dies ist zurückzuweisen.

Die Argumente und deren Sprachrohre in rechten Zusammenhängen sprechen eine völlig andere Sprache und sind daher abzulehnen. Jegliche Verbindung mit diesen Netzwerken ist abzulehnen.

Was ist überhaupt der Unterschied zwischen linken und rechten Positionen?

als linke Werte werden häufig genannt: Gleichheit, Gerechtigkeit, Nähe, Wärme, Formlosigkeit, Spontaneität, das Internationale und Kosmopolitische. In der Wirtschaft staatliche Planung, öffentliche Kontrolle, Freiheit bedeutet Freiheit von Not. Der Staat soll sich um soziale Sicherheit und Geborgenheit kümmern. Solidarität mit den Schwächeren. Radikale Linke lehnen teilweise die parlamentarische Demokratie ab.

und so werden rechte Werte umschrieben: Betonung der Unterschiede, Autorität, Distanz, geregelte Umgangsformen, Disziplin, das Nationale. Freiheit bedeutet Freiheit von staatlicher Gängelung und staatlichem Zwang; Privatwirtschaft und Wettbewerb, Anstrengung, Risikobereitschaft, Eigenaktivität. Soziale, ethnische, kulturelle Unterschiede zwischen den Menschen werden betont. Rechtsextrem: fremdenfeindliche Gesinnung bis hin zum menschenverachtenden Weltbild des Nationalsozialismus und des Faschismus als Vorbild.

Zur Verdeutlichung der Hintergründe hier ein Ausschnitt aus einer kürzlich auf Youtube veröffentlichten Diskussion (Google Hangout) – Anlass des Internetchats war es „das Kriegsbeil zu begraben“ und zwar anlässlich der Auseinandersetzungen um Robert Stein und seinen Auftritt beim ZDF.  Hier der Link zu ganzen Sendung mit :
Toni Mahoni/Frank Höfer/Boris Lauxtermann/Tom WhoKnows
http://bit.ly/2yIbjnn

 

In der Gesprächsrunde dabei sind Frank Höfer von Nuoviso, Boris Lauxtermann vom Kulturstudio und Toni Mahoni, der die Flacherde-Theorie vertritt, also behauptet, die Erde hätte nicht die Form einer Kugel. (https://youtu.be/OcOhHfF-6a4)

Im Verlauf der Sendung wird u.a. über den Holocaust gesprochen und über die Idee einer gemeinsamen Sendung, in der „offene“ Fragen zum Holocaust thematisiert werden sollten. Es soll um den Schuldkult gehen, dem entgegengetreten werden muss. Einige der Gäste reagieren an dieser Stelle verhalten, setzen das Gespräch jedoch fort und betonen den Wunsch auch weiterhin als alternative Medienportale gemeinsam zusammenzuarbeiten.

Es wird gelacht. Ein Teilnehmer meint sogar, man solle den Hammer (Holocaust) zum Schluss herausholen, nachdem man andere Themen zusammen angegangen ist. Die Öffentlichkeit sei noch nicht genügend vorbereitet auf so eine Keule. Frank Höfer von NuoViso verabschiedet sich dann wegen eines Termins vorzeitig aus der Runde mit den Worten: „Es wäre auf jeden Fall super wenn wir in Kontakt bleiben und das Ganze in Zukunft konstruktiv angehen.“
Einer der Teilnehmer regt an, dass auch Hagen Grell demnächst mal mit dabeisein sollte. (https://www.youtube.com/watch?v=1OHoLmyhXFU)

Wie kommt man überhaupt auf die Idee mit einem ja bereits bekannten und selbstbekennenden Anarchist und Flacherdler in einem Google Hangout zu diskutieren und gleichzeitig den Anspruch zu vertreten, die Öffentlichkeit aufklären zu wollen.? Bereits zuvor gab es übrigens einen Beitrag, der sich mit dem Fall beschäftigte: Toni Mahoni & Holocaust – ,,Truther HoloLeugnungsDay,, ?? – die GEDANKEN sind frei Toni ! LINK  http://bit.ly/2yMZlsL

Auch in der Vergangenheit war es bereits in anderen Zusammenhängen zu Andeutungen in Richtung Holocaust-Leugnung gekommen. So hatte beispielsweise Silvia Stolz 2012 in einem Vortrag bei der AZK-Konferenz in der Schweiz die Art und Weise kritisiert, wie Holocaustleugnungs-Prozesse geführt werden. Silvia Stolz sagte, dass weder Pläne noch Befehle existieren, aus denen die Absicht des NS-Regimes hervorgehe, „die Judenheit ganz oder teilweise zu zerstören.“

Ein Gericht, das den Fall in Folge verhandelte entgegnete: …Selbst wenn keine schriftlichen Befehle Hitlers oder eines seiner Schergen vorliegen, brauche man nur die Hetzschrift „Mein Kampf“ lesen. Dann wisse man, dass das Ziel der Nationalsozialisten die Auslöschung der Juden und sogenannter „Untermenschen“ gewesen sei“.

Silvia Stolz ist bekannt als Rechtsanwältin prominenter Holocaustleugner und Rechtsradikaler wie Horst Mahler, Germar Rudolf und Ernst Zündel und ist die ehemalige Lebensgefährtin von Horst Mahler.

Die in der Schweiz ansässige AZK oder Anti-Zensur Koalition veranstaltet alljährlich Kongresse mit Gastreferenten, die oft auch dem Spektum von NuoViso, QuerdenkenTV und Jürgen Elsässer zuzuordnen sind. Gründer der AZK ist Ivo Sasek, ein Laienprediger und Vater von 11 Kindern. Sasek hat vor einigen Jahren die Sekte Organische Christus-Generation gegründet. Er betreibt auch das Videoportal Klagemauer TV.

Insbesonders bei NuoViso, Querdenken TV und Compact werden seit Jahren äusserst fragwürdige und teilweise rechtslastige Referenten und Themen in einem Format präsentiert, in das dann auch angesehene Autoren eingebunden werden. Und dies mit zunehmender Tendenz. Viele der Interview-Gäste übersehen die Hintergründe und Widersprüche der Plattformen oder setzen ausschliesslich auf die weite Verbreitung ihrer Standpunkte. Ernstzunehmende Themen und Referenten werden so angreifbar gemacht und der Lächerlichkeit preisgegeben und können je nach Bedarf in den Medien einigermaßen glaubhaft diskreditiert werden. Die Ablehnung von „System-Parteien“ und ein oft deutlich spürbarer anti-linker Ton bewirkt zudem, dass sich linke Kräfte zunehmend von durchaus wichtigen der angesprochenen Themen distanzieren.

LINKS:

Rechtsoffene „Alternativmedien“ und eine zunehmend anti-linke Stimmungsmache
https://bit.ly/2EjXfFZ

Spitzenfunktionärin der Putinpartei „Einiges Russland“ und Beraterin von „Russia Today“ warnt eindringlich vor AfD-Kooperation
https://bit.ly/2RyVQiG

Vorstandsmitglied von Putins Partei „Einiges Russland“: Kontakte zu Europas Rechten wie der AfD oder FPÖ widersprechen den innen- und außenpolitischen Interessen Russlands
https://bit.ly/2DHBZL7

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