Besuch in Belgrad: Stoltenberg „erklärt“ Serben Nato-Angriffe 1999 (Sputniknews)

https://de.sputniknews.com/politik/20181007322553004-serbien-nato-bombenangriffe/
07.10.2018

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat am Sonntag bei seinem Besuch in Belgrad das für die Militärallianz wohl unangenehme Thema gegenüber Serben erläutern müssen: Die Bombenangriffe des Bündnisses auf Jugoslawien im Jahr 1999. Die Nato hatte damals laut Stoltenberg bloß die Zivilbevölkerung schützen wollen.

Stoltenberg traf sich in Belgrad Medienberichten zufolge mit Studenten und beantwortete ihre Fragen. Viele von diesen Fragen hatten mit den Ereignissen 1999 zu tun.

„Wir haben das zum Schutz der Zivilbevölkerung und zur Verhinderung der weiteren Handlungen des Regimes von Milosevic gemacht“, zitiert die Zeitung „Iswestija“ den Nato-Chef. „Doch die wichtigste Botschaft an Belgrad besteht darin, dass wir in die Zukunft schauen müssen.“

Stoltenberg wurde am vergangenen Samstag in Belgrad vom serbischen Verteidigungsminister Aleksandar Vulin empfangen. Er soll drei Tage in dem Balkanland verbringen. Während des Besuchs soll der Nato-Chef auch den Staatschef Aleksandar Vucic und die Premierministerin Ana Brnabic treffen.

Ein möglicher Beitritt Serbiens steht dabei nicht auf der Tagesordnung. Eine Umfrage vom vergangenen März hatte ergeben, dass knapp 85 Prozent der Serben gegen eine Nato-Mitgliedschaft ihres Landes sind. Dabei sagten 62 Prozent der Befragten, sie würden eine Entschuldigung des Militärbündnisses für die Bombardements von 1999 nicht einmal annehmen.

Im vergangenen Mai hatte Vucic betont, Serbien wolle seine Neutralität bewahren. Deshalb sei ein Nato-Beitritt nicht möglich.

Die Nato hatte die Republik Jugoslawien vom 24. März bis zum 10. Juni 1999 bombardiert. Die Notwendigkeit der Operation Allied Force wurde mit angeblichen „ethnischen Säuberungen“ im Kosovo und Metochien seitens Serbiens begründet. Nach Einschätzungen der jugoslawischen Seite kamen dabei mehr als 2500 Zivilisten ums Leben.

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