Trump hat Putins wichtigstes Anliegen erfüllt – von Iwan Danilow

https://de.sputniknews.com/kommentare/20180926322442427-trump-im-einklang-mit-putin/

26.09.2018

US-Präsident Donald Trump und den Russlandhassern unter seinen Senatoren und Kongressmitgliedern ist etwas Unglaubliches gelungen: Russische Unternehmer ziehen ihre Gelder massenweise aus dem Westen nach Russland ab. Kennzeichnend ist, dass dies keine Einschätzung der so genannten „Kreml-Propaganda“, sondern der US-amerikanischen Nachrichtenagentur Bloomberg ist.

Die von Washington verhängten Russland-Sanktionen haben die wichtigste US-Waffe im Kampf gegen Moskau „zerstört“: Die noch in den späten sowjetischen Zeiten entstandene Überzeugung eines großen Teils des russischen Establishments, der russische Staat wäre ein Betrüger und Feind, aber auch den Glauben daran, dass im Westen (im Unterschied zu Russland) das Eigentumsrecht absolut heilig ist und nie verletzt werden könnte. Aber ein paar Sanktionen, die Dutzende Milliarden Dollar Verluste für die Unternehmen von Oleg Deripaska und Viktor Wekselberg zur Folge hatten, reichten aus, dass die Absurdität dieses Glaubens offensichtlich wurde.

Bloomberg-Journalisten machen dafür natürlich den Präsidenten Trump verantwortlich, der nach ihren Worten „Wladimir Putin helfen“ würde. Das ist eine ziemlich lustige Verschwörungstheorie, aber in Wirklichkeit hat die ganze Welt gesehen, wie die zahlreichen Russland-Sanktionen verhängt wurden. Und dabei kann man bestimmt nicht behaupten, Präsident Trump hätte dabei die Führungsrolle gespielt. Im Gegenteil: Er versuchte (allerdings ziemlich passiv), dagegen aufzutreten, konnte jedoch den Russlandhassern im Parlament kaum widerstehen.

Dabei hatte übrigens der Kreml-Chef Wladimir Putin noch vor 16 (!!!) Jahren die russischen Unternehmer, die ihre Aktiva in ausländischen Steueroasen aufbewahren, gewarnt: „Es gibt allen Grund zu vermuten, dass das Verfahren zur Nutzung von Finanzmitteln in Steueroasen künftig verschärft wird. Ich behaupte nicht, man würde sie über Nacht einfrieren, aber im Falle solcher Entscheidungen (…) werden Sie viel Staub schlucken müssen, wenn Sie von einem  Gericht zum anderen laufen werden, um Ihre Gelder wieder freizubekommen.“

Früher hatte ein großer Teil der russischen Großunternehmer die russische Jurisdiktion (und die russische Währung) demonstrativ ignoriert, indem sie sich auf die politischen und wirtschaftlichen Risiken in Russland beriefen. Jetzt aber sind viele von ihnen in eine solche Situation geraten, in der sie nicht nur um ihre Profite bangen, sondern um ihre Gelder überhaupt, die im Westen auf Eis gelegt wurden. Und wer sie zurückbekommt, findet sich mit dem Gedanken ab, dass er sein Geld nicht nur mit dem russischen Staat teilen muss, sondern es auch dort investieren muss, wo der Staat sagt.
Laut Quellen hat die Regierung in Moskau schon eine ganze Liste von Projekten zusammengestellt, für die private Investitionen in Höhe von insgesamt 7,1 Billionen Rubel (ein Euro entspricht aktuell ungefähr 77 Rubel) erforderlich sind.

Dabei sind die russischen Unternehmer nicht die einzigen, die vom Westen enttäuscht sind. Auch in China freunden sich viele Politiker und Geschäftsmänner mit der Realität an, dass die Freihandels- und Globalisierungsprinzipien den USA nichts wert sind. Kennzeichnend war die Ankündigung des chinesischen MilliardärsJack Ma, dass er auf seine Pläne zu Großinvestitionen in den USA verzichten und sein Geld offenbar im Reich der Mitte anlegen müsse. Amerika wird das übrigens Millionen Arbeitsplätze kosten, die dort jetzt nicht entstehen.

Die Überzeugung der Amerikaner von ihrer „Auserwähltheit“ hat zu überraschenden Folgen geführt: In Washington glaubte man, dass die Eliten in Russland, China, EU-Ländern oder auch im Iran gegen ihre politische Führung rebellieren würden, um mit Amerika weiterhin befreundet zu bleiben. Doch in Wahrheit ist das Gegenteil passiert: Die USA haben sich von dem Muster für alle in ein Problem für alle verwandelt. Und früher oder später wird sich für dieses Problem eine angemessene Lösung finden.

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