Sie schreiben in ihrem unten angefügten Beitrag: Für mich ist die Bombardierung von Städten und Dörfern ein nicht zu verantwortendes Kriegsverbrechen, unabhängig davon, wer sie durchführt.
Ich möchte entgegenen, dass ohne russische Hilfe (inklusive russischer Bomben) die syrische Armee aber längst geschlagen worden wäre.
Assad, seine Familie und viele Abertausende von Syrern, Staatsbedienstete, Polizisten, Journalisten, Krankenschwestern, Ärzte, Postbeamte, Bürger wären von den Djihadisten brutalst gefoltert und dann ermordet worden.
Russische Bomben werden gezielt eingesetzt gegen Stellungen der Terrorgruppen, die sich in Wohngebieten verschanzen. Dies ist ein brutaler Krieg, der Syrien und Russland von außen aufgezwungen wurde.
Meiner bescheidenen Meinung nach entspricht der Einsatz von russischen Bomben gegen terroristische Gruppierungen in Syrien ebensowenig dem Tatbestand von Kriegsverbrechen, wie der Einsatz russischer Bomben in der Schlacht um Berlin gegen faschistischen Widerstand!!
Der Rest des Beitrags findet meine volle Unterstützung! Herzlichen Dank!!!!! Bitte Herr Lafontaine, erwägen Sie doch bitte dem Beispiel der US-Politiker Tulsi Gabbard, Dennis Kucinich und Richard Black zu folgen und nach Syrien zu reisen. Reden Sie doch bitte mit Präsident Assad und all den Menschen, die ihre ganze Hoffnung in ihre Regierung, ihre Armee und Russland setzen.
Hier der Beitrag von Oskar Lafontaine:
Assads Bomben
Für mich ist die Bombardierung von Städten und Dörfern ein nicht zu verantwortendes Kriegsverbrechen, unabhängig davon, wer sie durchführt. Seit dem Zweiten Weltkrieg sind Millionen Menschen durch Bomben getötet worden.
Jetzt melden die Zeitungen: Viele Menschen fliehen vor Assads Bomben. Sofort stellen wir uns die Frage: Wer wirft noch Bomben? Putin selbstverständlich.
Merkwürdig: Von Bushs, Obamas oder Trumps Bomben ist nie die Rede. Auch nicht von den Bomben Sarkozys, Hollandes oder Macrons, nicht von den Bomben David Camerons oder Theresa Mays. Das sind dann in den Augen der „westlichen Wertegemeinschaft“ unvermeidbare Militäreinsätze oder „humanistische Interventionen“.
Vor einigen Tagen wurde in den USA Senator John McCain beerdigt. Auf der Trauerfeier sprachen George W. Bush und Barack Obama, die US-Kriege für Rohstoffe und Absatzmärkte zu verantworten haben, bei denen viele Menschen im Bombenhagel der US-Luftwaffe ihr Leben ließen. Viel war von den amerikanischen Werten die Rede. John McCain wurde als Held gefeiert, der die „westlichen Werte“ verteidigte. Er wurde als Bomberpilot über Hanoi abgeschossen und während seiner fünfeinhalbjährigen Haft in Nordkorea gefoltert. Die Nordvietnamesen boten ihm als Sohn eines US-Admirals eine vorzeitige Entlassung an. Doch McCain lehnte eine Vorzugsbehandlung ab. Diese Haltung verdient selbstverständlich Respekt. Aber von den Bomben, die McCain abgeworfen hat und von den Opfern dieser Bomben sprach niemand.
Jetzt befürworten wieder Politiker von CDU, FDP und Grünen die Beteiligung der Bundeswehr an einem Militärschlag gegen Syrien, falls Assad wieder Chemiewaffen einsetzt. Wir kennen das aus der Vergangenheit: Die „Rebellen“, die meist islamistische Mörderbanden sind, fühlen sich eingeladen Chemiewaffen einzusetzen, um diesen Einsatz Assad in die Schuhe zu schieben. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Urheberschaft von Chemiewaffeneinsätzen oft ungeklärt ist und der jeweils anderen Kriegspartei in die Schuhe geschoben wird.
Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hat jetzt erklärt: „Die SPD wird weder in der Regierung noch im Parlament einer Beteiligung Deutschlands am Krieg in Syrien zustimmen.“ Hoffentlich bleibt die SPD standhaft. Und beherzigt wieder die Maximen des Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt: „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen. Krieg ist nicht mehr die ultima ratio, sondern die ultima irratio.“