Als „Teil des stillen Widerstands innerhalb der Trump-Regierung“ hat sich ein anonymer Autor in der US-Tageszeitung „New York Times“ bezeichnet. Der Kommentar sei ein Meisterwerk betrügerischer Irreführung, sagt die US-Journalistin Diana Johnstone, die diesen Artikel analysiert hat, der beispielhaft ist für eine auf namenlosen Quellen beruhende Kampagne. Johnstones Text wurde übersetzt von Gabriele Herb, er ist bei Paul Craig Roberts erschienen. Von Diana Johnstone.
Bei der Produktion von Fake-News übertrifft die „New York Times“ sich wieder einmal selbst. Es gibt keine zuverlässigere Quelle für Fake-News als die Geheimdienste, die ihre Lieblingsmedien – die „New York Times” und die „Washington Post“ – regelmäßig mit Sensationsstorys versorgen, die so unverifizierbar sind wie ihre Quellen anonym. Ein Musterbeispiel dafür war der Bericht vom 24. August, der besagte, die US-amerikanischen Geheimdienste wüssten nichts über die Pläne Russlands, unsere Wahlen im November zu vermasseln, weil „Informanten, die (…) Putin und dem Kreml nahestehen“ nichts verlauten lassen. Nichts zu wissen über etwas, wofür es keine Beweise gibt, ist ein seltener journalistischer Coup.
Eine Story wie diese ist nicht dazu gedacht, „die Öffentlichkeit zu informieren“, enthält sie doch keinerlei Informationen. Sie verfolgt andere Ziele: nämlich die Story von „Russland untergräbt unsere Demokratie“ auf den Titelseiten zu halten. Diesmal noch mit dem extra Dreh des Versuches, bei Putin Misstrauen gegenüber seinem Umfeld zu säen. Der russische Präsident soll sich fragen: „Wer sind diese Informanten in meinem Umfeld?“
Dies war jedoch gar nichts gegen den Klopper, den das „Leitmedium“ am 5. September veröffentlichte. Es ist immer die gleiche Leier: Trump böse, Putin böse – böse, böse, böse. Es geht um den sensationellen Gastbeitrag mit dem Titel „Ich bin Teil des Widerstands innerhalb der Trump-Regierung“ eines nicht namentlich genannten Autors.
Meisterwerk betrügerischer Irreführung
Der Beitrag von Herrn oder Frau Anonym ist sehr gut formuliert. Er könnte von jemandem wie, sagen wir, Thomas Friedman stammen, das heißt, einem Mitarbeiter der „New York Times”. Der Beitrag ist sehr geschickt aufgebaut, verfolgt er doch offensichtlich recht ausgeklügelte Ziele. Er ist ein Meisterwerk betrügerischer Irreführung.
Der fiktive Autor stellt sich als rechter Konservativer dar, der schockiert ist von Trumps „Amoralität“ – einer Charaktereigenschaft, die außerhalb des Washingtoner Sumpfes auch den Vertrauensbruch gegenüber einem Vorgesetzten beinhalten mag.
Dieser anonyme Feind der Amoralität behauptet, all die extremen rechten Maßnahmen der Trump-Regierung als Lichtblicke gutzuheißen, als da sind: Deregulierung, Steuerreform, ein stärkeres Militär, „und mehr“ – womit er klugerweise Trumps Einwanderungspolitik nicht erwähnt, die die liberaleren Leser der „New York Times“ ungebührlich schockieren könnte. Der verstorbene Senator McCain, ein Musterbeispiel überparteilicher Kriegshetze, wird als leuchtendes Vorbild dargestellt.
„Widerstand“ nur gegen Trumps Außenpolitik
Der bekundete „Widerstand“ wendet sich ausschließlich gegen jene Facetten Trump´scher Außenpolitik, die Insider im Weißen Haus angeblich fleißig zu untergraben versuchen: friedliche Beziehungen zu Russland und Nordkorea.
Trumps Wunsch, Krieg zu vermeiden, wird zu einer „Vorliebe für Autokraten und Diktatoren“ umgedichtet. (Für seine kriegslüsterne Rhetorik gegen den Iran und seine engen Beziehungen zu Netanjahu wird Trump nicht gelobt, obwohl „Anonym“ doch seine Freude daran haben müsste.)
Der Zweck dieser Übung liegt verblüffend klar auf der Hand. Die „New York Times“ hat schon gute Dienste geleistet, indem sie liberale Demokraten und links-gerichtete Unabhängige für den Lynchmob gegen Trump mobilisierte. Die neueste Masche ist nun aber, auch konservative Republikaner zum Sturz des gewählten Präsidenten aufzustacheln. Der Beitrag kommt einer Unterstützungserklärung des künftigen Präsidenten Pence gleich. Wir müssen nur Trump loswerden und hätten dann einen netten, adretten, ultrarechten Republikaner als Präsidenten.
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