Erstes wöchentliches #Aufstehen Treffen für englischsprachige Unterstützer im Coop Antikriegscafe findet gute Resonanz. Teilnehmer aus #USA, #Deutschland, #Korea, #Brasilien, #Russland, #Island setzen auf internationale Solidarität

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Am Montag, den 10. September fand das erste englischsprachige Meetup für #Aufstehen oder #Standup statt, an dem 13 Personen aus verschiedenen Ländern teilnahmen. Insgesamt waren vier Deutsche, vier US-Amerikaner, zwei Südkoreanerinnen, eine Brasilianerin, ein Isländer und ein Russin waren bei dem Treffen anwesend.

Nach einer kurzen Einführung begann die Diskussion.

Als eines der Hauptthemen der neuen Bewegung wurde von mehreren Rednerndie internationale Öffentlichkeitsarbeit betont.

Wie können wir Bewegungen in anderen Ländern erreichen? Die Tatsache einer allgemein gefährlichen Tendenz in ganz Europa hin zu rechten Parteien und rechten Bewegungen wurde ein Hauptgrund angesehen, sich hinter der Aufstehen-Bewegung zu vereinigen.

Ein Aktivist aus Island berichtete über die jüngsten Entwicklungen in Schweden, wo die Rechte bei den letzten Wahlen eine noch breitere Unterstützung fand. Er wies darauf hin, dass sich die rechten Gruppen in Schweden direkt aus der Neonazi-Bewegung heraus entwickelt haben.

Die Situation in Brasilien ist sehr ernst, wie eine brasilianische Teilnehmerin das politische Klima in ihrem Land beschrieb. Die Linke ist in Pro-Lula-Anhänger und diejenigen innerhalb der Linken aufgeteilt, die Lula beschuldigen, selbst Teil einer korrupten Elite zu sein.

Dann wurde die heikle Situation innerhalb der deutschen Linkspartei besprochen. Die Linkspartei wurde von einem deutschen Teilnehmer als gespalten bezeichnet, der Hauptgrund für Sahra Wagenknechts Entscheidung die neue Bewegung #Aufstehen ins Leben zu rufen.

Transatlantische Netzwerke versuchen Parteipositionen zu dominieren und stärker zu beeinflussen, und einige Gruppen gehen sogar so weit, militärische Interventionen zu rechtfertigen und unterstützen, wie beispielsweise die „Revolutionen“ in Libyen und sogar jetzt in Syrien.

Ein guter Teil innerhalb der Partei DIE LINKE unterstützt Positionen, die Russland dämonisieren sollen und die russische Unterstützung Syriens zurückweisen. Zur gleichen Zeit wird die syrische Regierung für den Zustrom von Flüchtlingen allein verantwortlich gemacht.

Diese antirussischen und antisyrischen Positionen zeichnen sich auch innerhalb der anhaltenden Protesten gegen rechtsgerichtete Demonstrationen in Chemnitz ab, dem gegenwärtigen Hotspot der Auseinandersetzungen. Einige Redner wiesen auf die Notwendigkeit hin, diesen falschen und kontraproduktiven Positionen innerhalb der Linken energischer entgegenzuwirken.

Ein 1940 geborener deutscher Teilnehmer in der Gruppe erklärte dann die Dringlichkeit, eine Koalition linker fortschrittlicher Kräfte zu bilden, um dem Aufstieg des Neofaschismus in Deutschland entgegenzuwirken. Er erklärte die Situation 1914, zu Beginn des Ersten Weltkrieges.

Eine der beiden bei dem Treffen anwesenden koreanischen Aktivisten / Künstlerinnen beschrieb, wie die Bewegung in ihrem Land in der Lage war der Politik eine neue Richtung zu geben, und in der Lage war, ehemalige rechtsradikale Politiker zu neutralisieren und letztendlich tatsächlich grundlegende Friedensgespräche mit Nordkorea einzuleiten. Sie betonte auch die immense Bedeutung von Künstlern, die an der Bewegung teilnehmen.

Dies löste eine sehr skeptische Aussage eines der Teilnehmer aus den USA aus, der seit Jahren in Deutschland lebt. Er argumentierte, dass Kunst nur einen zu vernachlässigenden Effekt auf die Politik haben kann. Dies stiess wiederum auf starken Widerspruch.

Ein Vietnamkriegsveteran und Antikriegsaktivist betonte, dass Kunst während der Proteste gegen den Krieg in Vietnam eine wichtige Rolle bei der Beeinflussung der öffentlichen Meinung gespielt habe. Ikonische Bilder von Kriegsfotografen, Film, Theater, Musik und gesprochenes Wort spielten damals so wie heute eine sehr wichtige Rolle.

Jemand argumentierte dann, dass die Koalition von Regierungen, die die BRICS-Bewegung bilden, namentlich Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, von einer Bewegung wie #Aufstehen unterstützt werden sollte, um ihr eine populärer Basis zu geben. Es wurde auch betont, dass es sehr wichtig ist, die Unterstützung von Nachrichtenmedien wie TeleSUR, Russia Today, Press TV und China News anzunehmen und gutzuheissen, um die die Nachrichten über diese hoffentlich auch internationale Bewegung zu verbreiten. Von großer Bedeutung ist das Wissen um die laufende Kampagne zur Zensierung alternativer Medien und sozialer Netzwerke.

Auch diese Argumente wurden von einem Skeptiker in Frage gestellt, ob dies alles mit einer Bewegung wie #Aufstehen überhaupt zu leisten sei.

Einer der Aktivisten aus den USA betonte erneut die Dringlichkeit, eine internationale Koalition zu bilden, um sich in dieser sehr kritischen Situation gegenseitig zu stärken. Er wies darauf hin, dass Bernie Sanders Positionen zur Außenpolitik zwar sehr fragwürdig seien, da auch er sehr stark gegen Russland argumentiere, man aber zugleich verstehen solle, dass er insbesonders in sozialen Fragen ein wertvoller politischer Partner sein könnte. Namen anderer progressiver Politiker in den USA wie z.B. Tulsi Gabbard, Dennis Kucinich, Jill Stein und andere wurden ebenfalls erwähnt.

Erwähnt wurden auch Versuche, das Netzwerk der ursprünglich in den USA initierten World Beyond War Bewegung, die im Coop Anti-War Cafe vertreten wird, davon zu überzeugen #Aufstehen zu unterstützen.

Jemand wies dann auf die negativen Positionen innerhalb der anarchistischen Bewegung und der trotzkistischen Bewegung gegen #Aufstehen hin.

Insgesamt war das mehr als zweistündige Treffen sehr produktiv, wenn auch manchmal etwas chaotisch. Die Teilnehmer waren sich darin einig, dass man sich weiter wöchentlich treffen will und versuchen sollte weitere Interessierte in der englischsprachigen Community in Berlin für das Treffen zu interessieren.