Von der Leyen hatte im April gefordert, „aus einer Position der Geschlossenheit und Stärke“ mit Moskau zu sprechen. Ein „harter“ Russland-Kurs sei nötig, wenn „Präsident Putin keine Schwäche schätzt“.
Am Samstag wurde Schoigu in einem Interview im russischen Fernsehen auf diese Äußerungen der deutschen Verteidigungsministerin angesprochen. Dabei empfahl Schoigu der deutschen Ministerin von der Leyen einen Rückblick in die Geschichte.
„Nach all dem, was Deutschland unserem Land angetan hat, müsste es in den nächsten 200 Jahren diesbezüglich lieber schweigen“, äusserte der russische Verteidigungschef.
Deutschland sollte seine „Großväter fragen“, was werde, wenn man mit Russland aus der Position der Stärke zu sprechen beginne, so Schoigu weiter. Dabei versicherte er, dass Russland für eine gleichberechtigte Zusammenarbeit weiter offen sei.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte sich Ende April in einem Interview mit der Bild-Zeitung für einen härteren Kurs gegenüber Moskau ausgesprochen.
Sie sagte: „Präsident Putin schätzt keine Schwäche. Anbiedern oder Nachgiebigkeit macht ihn nicht freundlicher“. Das Kernproblem bestehe darin, dass der Kreml Feindbilder brauche, die freien Gesellschaften des Westens nicht.
„Deshalb ist es wichtig, dass wir aus einer Position der Geschlossenheit und Stärke bereit bleiben zum Dialog mit Moskau.“
Die „Annexion der Krim“, Moskaus Position zur Lösung des Donbass-Konflikts und die Situation in Syrien verhindere eine Verbesserung der Beziehungen zu Russland.
