Deutsche Medien fürchten Helsinki Gipfel – Berichterstattung wird im Tonfall härter (Sputniknews)

https://de.sputniknews.com/politik/20180716321575666-putin-trump-helsinki-deutsche-medien/

Andreas Peter, 16.07.2018

Heute beginnen in der finnischen Hauptstadt Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin. Deutsche Medien berichten darüber in einem ungewohnt unfreundlichen Tonfall. Vor allem werden Ängste über ein verbessertes Verhältnis zwischen Moskau und Washington geäußert, das zu Lasten vor allem Berlins gehen könnte.

Finnlands Hauptstadt Helsinki heute Vormittag. In Mäntyniemi, der offiziellen Residenz der finnischen Staatspräsidenten, empfängt Hausherr Sauli Niinistö den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump offiziell als Gastgeber des Gipfeltreffens mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Mehr als die protokollarischen Details interessiert die halbe Welt allerdings, was die Präsidenten Russlands und der USA besprechen und vielleicht sogar entscheiden wollen. Besonders in Deutschland blickt man mit Argwohn auf die finnische Hauptstadt.

Wie sehr das Verhältnis Deutschlands zu den USA mittlerweile belastet ist, beweist der verärgerte Tonfall in der Berichterstattung zum Gipfel. Die meisten bundesdeutschen Medien haben jede rhetorische Rücksichtnahme fallen lassen und äußern Ängste, die USA und Russland könnten sich in Helsinki annähern. Über die Köpfe der westlichen Verbündeten hinweg. Der zum Teil gehässige Tonfall erinnert an den US-Präsidentschaftswahlkampf, als sich die meisten Medien Deutschlands mehr oder weniger offen auf die Seite der demokratischen Gegenkandidatin Trumps schlugen.

Deutschlands Politiker und seine wichtigsten Leitmedien befürchten vor allem ein Aufweichen der Haltung Washingtons zu Sanktionen gegen Russland oder eine mögliche Hinnahme des Status Quo auf der Krim. Sie vergessen dabei gelegentlich zu erwähnen, dass kein US-Präsident das allein entscheiden kann. Möglicherweise sind einigen Elitenvertretern in der Bundesrepublik grundsätzliche Verbesserungen in der Gesprächsatmosphäre zwischen Moskau und Washington ein Dorn im Auge.

Das könnte vielleicht auch daran liegen, dass bundesdeutsche Politiker und Medien vor allem deshalb mit Donald Trump hadern, weil sein Auftreten den Bundesbürgerinnen und —bürgern zum ersten Mal unverblümt zeigt, was sie von der fortwährenden Propaganda der so genannten westlichen Wertegemeinschaft zu halten haben.

Ganz offenkundig ist sie nichts weiter als ein Staatenbund, in dem die USA bedingungslose Gefolgschaft einfordern und notfalls erzwingen. Mit dem derzeitigen US-Präsidenten ist das nur zum ersten Mal für jeden sehr klar erkennbar geworden. Und das könnte langfristige Folgen haben. Egal, ob die Gespräche von Helsinki Ergebnisse hervorbringen oder nicht.

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